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07.10.2022

James Bond - No time to die - Filmkritik

Ich bin seit meiner Schulzeit ein großer James Bond-Fan. Als das Roxy-Kino in Friedberg die gesamte James Bond-Serie brachte (jeden Dienstag für 5 DM), war ich in jedem Film, um sie in der richtigen Reihenfolge zu sehen. Ich kann bei nahezu jedem Film die Dialoge mitsprechen. Ich finde die Mischung aus Spannung, leicht übertriebenen Technikgadgets (ok, unsichtbare Autos waren auch für mich etwas zuviel), Charme und Wortwitz sehr schön.

Zumindest war das der Fall, bis Daniel Craig die Rolle übernahm. Verstehen Sie mich nicht falsch - Daniel Craig ist ein guter Schauspieler. Ich mochte ihn in Tomb Raider, und "Knives Out" ist ein Film, in dem er glänzt, und ich bin auch auf die Fortsetzung im Dezember gespannt. Aber er ist nicht James Bond! Die Rolle passt einfach nicht zu ihm.

Schon Casino Royale war ein krawalliger Actionfilm, aber kein James Bond. Auch wenn die Filme mit Craig als Reboot gedacht waren (Casino Royale ist auch die erste Bondgeschichte von Ian Fleming) und Craig die Entwicklung von Bond darstellen soll, zeigt sich seit dem ersten Film, dass Craig nicht mal im Ansatz den Charakter von Bond spielen kann.

Wegen Corona konnte ich mich nicht überwinden, "No time to die" im Kino zu sehen und habe mir vor kurzem den Film im Heimkino gegönnt. Allein der Zeitabstand zum Kinorelease macht mir im Nachhinein klar, dass ich den Film nur aus Sammelleidenschaft schauen wollte. Doch, wirklich, ich wollte ihn schauen, eben weil ich mich immer noch für einen großen James Bond-Fan halte. Ich hatte keinerlei Erwartungen, und selbst darin hat sich der Film untertroffen.

Die Charaktere bleiben flach und langweilig. Der Film bemüht sich, alte Themen und Personen aufzugreifen, frühere Ereignisse zu erwähnen ("eine Kugel in Ihr Knie. Das gesunde"). Am Ende bleibt es ein Rundumschlag gegen alles, was James Bond und Star Trek ausmachte: am Filmende soll der Status Quo erreicht werden. Keine Hauptperson stirbt, der Bösewicht ist besiegt, vielleicht gibt es eine Andeutung für eine Nachfolge des Oberbösewichts, manchmal stirbt eine nahe Bezugsperson (wie Felix Leiters Frau). In diesem Sinn ist der letzte James Bond mit Daniel Craig Tabula Rasa und zerstört eigentlich alles, was für mich die Seele der Bond-Filme darstellt. In Summe verkrampft sich der Film dabei, möglichst viele Zitate aus früheren Filmen aufzuzählen.

Genau wie bei Doctor Who war es für mich vollkommen schmerzfrei, dass der Darsteller von Bond mehrfach gewechselt hat. Beim Doctor gab es dazu eine Erklärung innerhalb der Serie, bei Bond wurde der Gesichtswechsel gar nicht thematisiert. Auch der Ruhestand von Bond im Alternativ-Bond-Film "Sag niemals nie" ist mit einem Augenzwinkern zu sehen.

Anfang und Ende des Films nehmen starke Anleihen an "Im Geheimdienst ihrer Majestät", in dem Bond heiratet und Blofeld seine Ehefrau auf der Fahrt in die Flitterwochen aus dem fahrenden Auto erschießt. "We have all the time in the world" ist ein großartiges Lied von Louis Armstrong und der Rhythmus passt wunderbar zu dieser deprimierenden Szene. Diese Remineszenz für eine "normale" Autofahrt zu missbrauchen, erscheint merkwürdig. Dasselbe Lied wird am Schluss des Films verwendet, als Madeleine mit dem "anderen" klassischen Bond-Auto Aston Martin V8 Vantage (der DB5 ist eher zerstört) in den Sonnenuntergang fährt.

Der Film ist lang genug veröffentlicht, also nehme ich keine Rücksicht auf Spoiler. Felix Leiter stirbt, Blofeld stirbt, James Bond stirbt. Es gibt einen Maulwurf in den eigenen Reihen, einen verräterischen Wissenschaftler, Verfolgungsjagden mit Auto und Motorrad, aber all das wirkt nur wie Mittel zum Zweck, weil es halt in einem Bond-Film erwartet wird. Mallory droht Bond, weil der angeblich für die "Konkurrenz" CIA aus dem Ruhestand zurückgekehrt ist.

Warum Madeleines Vater ein Auftragskiller ist oder war, warum die Mutter drogensüchtig ist, bleibt im Dunkeln. Die junge Madeleine wird vom Auftragsmörder gerettet, als sie in den vereisten See einbricht, aber was danach mit ihr passiert und weshalb sie "eine Tochter von Spectre" sei, wird nicht erklärt. Wie Blofeld im Gefängnis an ein Hightech-"Bionisches Auge" gelangen konnte, das über Internet Kommunikation ermöglicht, ist enorm unrealistisch. Man sollte doch meinen, dass in einem Hochsicherheitsgefängnis auch Mobilfunkblocker eingesetzt werden, um genau das zu verhindern. Dieser Faux-Pas ist genauso peinlich wie Qs Fehler in "Skyfall", den Laptop Silvas mit einem Netzwerkkabel direkt ans MI6-Netzwerk anzuschließen, was diesem dann die Flucht ermöglicht.

Blofelds Tod durch Bonds Berührung ist fragwürdig. die "verseuchte" Madeleine hat Bond nicht berührt - also werden die Nanobots auch über die Luft übertragen. Der Film stellt es aber so dar, als ob erst die Berührung am Schluss des Verhörs die Nanobots übertragen werden. Die Analogie zu Corona und Aerosolen drängt sich auf.

Die neue weibliche 007 wirkt beim ersten Auftreten arrogant und holt sich Selbstbestätigung aus der Tatsache, dass sie die Nummer 007 bekommen hat. Gegen Ende wirkt sie wie eines der üblichen Bond-Fangirls und gibt sogar die Nummer 007 an ihn zurück.

Am Schluss bleibt: M hat ein geheimes Biowaffenexperiment durchgeführt, um DNA-programmierbare Nanobots zu erschaffen. Auf die Idee, dass die Waffe gestohlen werden könnte, kam er offensichtlich nicht, und das kostet Blofeld, Bond und einer Reihe hochrangiger Spectre-Mitglieder das Leben. Der Wissenschaftler Obruchev kann sich nicht entscheiden, ob er Doppel- oder Dreifachagent ist. Madeleine lügt Bond an, dass Mathilde nicht seine Tochter sei; am Ende ist sie es doch.

Insgesamt ist der Film mit zweieinhalb Stunden viel zu lang geraten und vollgestopft mit Dingen, die gerade nicht Bond ausmachen, aber Daniel Craig als Darsteller konsequent fortsetzen. Insofern ist der Film konsistent mit der Weise, wie Craig Bond in allen seinen bisherigen Filmen darzustellen versucht.

14.07.2021

Black Widow - Filmkritik

Hurra, ein bißchen Kino geht wieder! Das Lumos-Kino in Nidda hatte ab 8. Juli "Black Widow" nach mehreren Verschiebungen im Angebot. Als großer Fan von Comicverfilmungen konnte und musste ich das natürlich sofort ausnutzen - das Kino hat strikte Hygieneregeln, und im Kinosaal waren insgesamt nur 10 Personen, die mit großem Abstand saßen. Das tat aber meinem Vergnügen keinen Abbruch! Auch andere Kritiker sind sehr zufrieden mit dem Film.

Black Widow füllt eine Lücke aus und erzählt, was zwischen "Civil War" und "Infinity War" geschah. In Civil War weigerten sich einige der Avengers, das Sokovia-Abkommen zu unterzeichnen und sich damit der UNO zu unterstellen, darunter auch Captain America, Steve Rogers, und Black Widow, Natasha Romanoff. Sie wird vom ehemaligen General Ross, jetzigem Außenminister, gejagt. Wir kennen Ross seit dem ersten offiziellen Marvel-Film der Serie, "Hulk" von 2008, noch mit Edward Norton und nicht Mark Ruffalo.

Die Jagd von Ross nach Black Widow wird allerdings nur am Anfang und gegen Ende des Films thematisiert, den Hauptteil der Handlung machen die Jagd und der Kampf gegen den Schöpfer des "Widow"-Programms aus, Draykov.

Um ihn ausfindig zu machen, befreit Romanoff ihren Vater Alexi aus einem Gefängnis irgendwo in einer eisigen Einöde. Dazu holt sie sich Hilfe bei ihrer Schwester Yelena. Das Wiedersehen mit ihrer Schwester wird von einer Gestalt in Rüstung, dem "Taskmaster", gestört. Der Taskmaster ist auf der Jagd nach dem Gegenmittel, das Romanoff in ihrem Budapester Versteck aufbewahrt hatte, von dessen Zweck sie aber erst durch ihre Schwester erfährt: das Gegenmittel kann die chemische Konditionierung zum unbedingten Gehorsam aufheben, der die 2. Generation der Widows unterzogen wurde, während die 1. Generation, der Natasha angehört, nur psychologisch manipuliert wurde (naja, fast - Spoiler).

Dabei ergibt sich durch Rückblicke nebenbei, dass Alexi, Yelena, Natasha und die Mutter Melina eine künstliche Familie sind, um als russische Untergrundagenten in Amerika Industriespionage durchzuführen. Sie werden aufgedeckt und können im letzten Moment nach Kuba fliehen. Dabei stellt sich heraus, dass Alexi auch ein Supersoldat wie Captain America ist, der "Red Guardian".

Ich bin begeistert und trotzdem leicht ratlos aus dem Kino gegangen. Nachdem in "Agent Carter" alle Blutproben von Captain America vernichtet wurden, gibt es nun erneut eine Inflation von Supersoldaten - neben Cap noch den Ruheständler Isaiah Bradley, den Interims-Captain America, Walker, und die Terroristen aus "The Falcon and the Winter Soldier", und nun auch noch der russische Red Guardian, und vermutlich wird es zum "U.S. Agent" auch noch eine Serie bei Disney+ geben. Abgesehen davon hat mir der Film sehr gut gefallen, man muss ihn gesehen haben.

Der Film ist toll gemacht, die Action und die Special Effects sind hervorragend. Der Kampf auf Draykovs Station ist spannend inszeniert. Die Auflösung, wer der Taskmaster ist, fand ich hingegen reichlich unbefriedigend. Die Anspielung auf das gemeinsame Erlebnis in Budapast mit Clint Barton wird im Gespräch zwischen Natasha und Yelena erzählt. Warum der Anschlag auf Draykov gescheitert ist, wird nicht geklärt, vermutlich weiß es Natasha selbst nicht.

Als Profi sitzt man natürlich den ewig langen Abspann aus und genießt noch einen kleinen Nachfilm: Yelena besucht Natashas Grab (zumindest gibt es einen Gedenkstein, da sie vermutlich nicht von Vormir abgeholt wurde) und die "Contessa" Valentina, die wir jetzt doch schon aus der Falcon-Serie kennen, behauptet, dass Hawkeye Natashas Mörder sei. Leviathan wurde ja tatsächlich schon in "Agent Carter" angedeutet - mal sehen, ob hier zur Contessa eine Verbindung besteht. Andere Kritiker spekulieren nochmal ganz anders: die Contessa baut ihre eigene Avengerstruppe auf. Es wird erwartet, dass sie in der kommenden Hawkeye-Serie ebenfalls einen Auftritt haben wird. Es hat einen leicht schalen Beigeschmack, dass die Perlen im Abspann jetzt für Serienwerbung auf Disney+ genutzt werden, aber ich kann damit leben.

06.05.2019

Avengers Endgame

Das war er also, der letzte Film der aktuellen Marvel-Phase 3, der alle roten Fäden der vergangenen 20 Filme zusammenführt und die Auflösung liefert. Gut, formal gehört "Spiderman - Far from Home" noch mit dazu, der im Juli erwartet wird, aber inhaltlich ist alles erzählt.

Der Film ist genial gemacht - er fängt sehr langsam und schwermütig an und beleuchtet dabei, wie die Überlebenden damit zurecht kommen, dass Thanos seinen Plan umgesetzt hat, das halbe Leben im gesamten Universum auszulöschen. Black Widow hält einsam die Stellung im Avengers-Hauptquartier, Hawkeye ist zum brutalen Verbrecherjäger geworden, der über Leichen geht, Cap leitet eine Selbsthilfegruppe für Schnips-Hinterbliebene, Thor hat in den letzten fünf Jahren einen beträchtlichen Bierbauch angesetzt, und mit Sonnenbrille sieht er aus wie einem Video von ZZ Top entsprungen ;-). Tony Stark ist der Einzige, dessen Situation sich verbessert hat - er lebt mit Pepper und Tochter Morgan in einem Haus am See.

Die Prämisse ist natürlich vollkommen hanebüchen, dass sich das Universum besser entwickeln kann und lebenswerter ist, wenn die Bevölkerung nur noch halb so groß ist. Wenn die Umstände entsprechend sind, wird sich Leben immer wieder neu entwickeln, und die Wachstumsrate in der Biologie ist immer exponentiell. Thanos hätte also nach meinem Dafürhalten nur ein paar Jährchen Aufschub bewirkt, aber nichts wesentliches geändert. Diese Erkenntnis scheint aber in der Comic-Logik nicht zuzutreffen - Thanos denkt wirklich, er hat die Überlebenden von einer Bürde befreit. Stattdessen hat er jeden unglücklich gemacht, der Angehörige verloren hat, und durch das urplötzliche Verschwinden sind natürlich Unfälle passiert, wenn Fahrer, Piloten etc. während ihrer Tätigkeit weggeschnipst wurden. Nun ja, das ist halt Comic, muss man so hinnehmen.

Wie am Ende von Ant-Man 2 zu vermuten war, hat Scott Lang überlebt und schafft es durch einen der üblichen Hollywood-Zufälle zurück ins echte Leben. Für ihn sind nur fünf Stunden vergangen, während in der Makrowelt mittlerweile fünf Jahre verstrichen sind. Damit ergibt sich die Chance, mit Hilfe der Quantenebene ("Quantum Realm") Zeitreisen durchzuführen. Nebenbei gibt es einen Streifzug durch andere Zeitreisefilme und eine pseudowissenschaftliche Diskussion darüber, warum man die Vergangenheit nicht ändern kann (was sie natürlich dann trotzdem tun, teilweise unbeabsichtigt, teilweise geplant).

Die Zeitreisen sollen dazu verwendet werden, alle sechs Infinitysteine aus der Vergangenheit "auszuleihen" und in der aktuellen Gegenwart von 2023 die Auslöschung ("the snap") wieder rückgängig zu machen, denn Thanos hat wenige Wochen nach dem Schnips die Steine ein letztes Mal verwendet, um sie zu zerstören. Es gibt in der Gegenwart keine absehbare Möglichkeit zur Rettung, es bleibt nur die Zeitreise. Danach sollen alle geliehenen Steine wieder in ihre alte Zeit und an ihre alte Stelle zurückgebracht werden, damit die vergangene Geschichte wiederum so stattfindet, wie es sein muss.

Die Zeitpunkte sind großartig gewählt - in der Außensicht für die Zuschauer. Die Avengers kehren zurück zu Schauplätzen der vergangenen Marvelfilme und versuchen zu vermeiden, sich selbst zu begegnen. Dabei gibt es gefühlvolle Momente, wenn Cap bei S.H.I.E.L.D. seine junge Flamme Peggy Carter sieht, Thor seiner wenig später getöteten Mutter Frigga gegenübersteht, die natürlich mit ihren Hexenkräften sofort erkennt, dass er aus der Zukunft kommt, und Tony seinen Vater kurz vor der Niederkunft der Mutter trifft. Als Fan der "Agent Carter"-Serie fand ich wunderbar, dass Jarvis als Butler von Howard Stark in Person aufgetreten ist - es ist derselbe Schauspieler wie in der Serie und die Synchronstimme, die auch in den Iron Man-Rüstungen und im Avengers-Hauptquartier spricht. Hawkeye und Black Widow flachsen wie üblich und wieder erfährt man nicht, was in Budapest tatsächlich passiert ist. Etwas verwirrend fand ich zunächst, dass der späte Thor nicht nur den Stein, sondern auch seinen Hammer aus der Vergangenheit mitbringt. Der müsste ja dann dem früheren Thor fehlen. Dann wurde mir aber klar, dass nicht nur die Steine passend zurückgebracht werden können, sondern natürlich auch der Hammer.

Hier kommt ein weiterer Kritikpunkt an den typischen Filmhandlungen: fehlende Informationen untereinander. Banner begegnet der "Einen", der Vorgängerin von Dr. Strange, und erwähnt nur zufällig in einem Nebensatz, dass Strange den Zeitstein freiwillig an Thanos übergeben hat. Nur dadurch kommt es zum Ausleihen des Steins, weil die Eine feststellt, dass Strange einen guten Grund dafür gehabt haben muss. Warum haben sich die Avengers nicht vor der Zeitreise intensiv über ihre jeweiligen Erlebnisse ausgetauscht? Warum weiß Banner keine Details über den Kampf auf Titan? Schließlich hat Strange deutlich gesagt, dass es genau ein Szenario unter 14.000.605  gibt, in dem Thanos besiegt wird und er genau deshalb den Stein aufgibt und damit Tony Stark rettet. Wenn es um Zeitreise geht, braucht man sich nicht zu beeilen. Ob die Zeitreise ein paar Tage früher oder später begonnen wird, ist unerheblich. Aber gute Vorbereitung und ein einheitlicher Wissensstand sind essentiell.

Die Wahl der Zeitpunkte in der Innensicht halte ich in den meisten Fällen für fragwürdig. Es hätte für jeden der sechs Steine definitiv bessere Zeitpunkte mit weniger Gefahr des Auffallens und Scheiterns gegeben, aber wo wäre dann die Spannung geblieben? Hier bleibt ein Gefühl zurück, dass vieles um des Effekts willen absichtlich konstruiert war. Insbesondere beim violetten Machtstein, den Quill findet, wäre es deutlich besser gewesen, den Stein aus der Obhut des Nova Corps auszuleihen, also zeitlich direkt nach dem Ende des ersten Guardians of the Galaxy-Films. Den Tesserakt, also den Space stone, hätte man zu einem beliebigen Zeitpunkt ebenfalls auf Asgard ausleihen können. Statt Lokis Szepter auszuleihen, wäre ein Zeitpunkt am Anfang der Handlung von "Age of Ultron" ebenfalls besser gewesen, als Tony und Banner den Gedankenstein erforschen. Das ist aber natürlich Jammern auf hohem Niveau :-)

Captain Marvel als angeblich stärkste Figur wurde nur spärlich eingesetzt - laut den Comics hat sie auch Zeitreisefähigkeiten, und dann wäre die Geschichte mit dem Ausleihen der Infinitysteine natürlich vollkommen überflüssig. Sie darf am Anfang Tony Stark mit der havarierten "Benatar" retten (tatsächlich benannt nach Pat Benatar!), am Ende Thanos' Raumschiff angreifen und sich kurz mit Thanos prügeln.

Eine für mich vollkommen unerwartete Wendung war, dass Nebula durch ihre Cyborgimplantante mit ihrem vergangenen Körper interagiert und beidseitig Erinnerungen ausgetauscht werden. Dadurch erhält Thanos in der Vergangenheit Kenntnis von den Zeitreisen. Die "späte" Nebula wird gefangen und stattdessen reist die frühere, "böse" Nebula zurück in die Zukunft. Banner macht den Schnips rückgängig, weil er der stärkste Avenger ist (wie wir aus Thor 3 und der Szene im Quinjet wissen) und die böse Nebula holt das gesamte Raumschiff von Thanos in die Zukunft. Die übliche finale Schlacht entbrennt, und es gibt ein paar schöne Prügelszenen, Thanos nimmt den Handschuh in Besitz, den Tony Stark gebaut hat, aber durch einen Trick sind die Steine nicht mehr darin verankert. Besonders gut gefallen hat mir, wie selbstverständlich Captain America mit Thors Hammer umgehen kann und Thor begeistert ist ("ich wusste, dass er würdig ist"), was an die Szene aus "Age of Ultron" anschließt - dort wackelt der Hammer, als Cap ihn hochheben will und Thor fällt das Lachen aus dem Gesicht.

Die Schlussszene mit Captain America und Peggy Carter beim Tanz finde ich absolut angemessen, um den Figuren einen würdigen Abschluss zu setzen, ohne jemanden ins Gras beissen zu lassen. Cap hat während des gesamten Films immer wieder auf das Bild von Peggy in seiner Uhr geschaut. Die Weitergabe des Schilds des gealterten Captains an Falcon passt auch.

Insgesamt lässt der Film natürlich noch Fragen offen, wenn man tiefer über Zeitreisen nachdenkt. Thanos ist durch Nebulas Manipulation in die Zukunft gereist und stirbt dort zusammen mit seinen Handlangern und Untertanen. Das heißt natürlich, dass die Realität in der Vergangenheit ab diesem Zeitpunkt vollkommen anders verläuft. Er jagt also nicht mehr den Steinen nach, wie wir das aus den bisherigen Filmen kennen und schnipst dann, sondern versucht, auf einen Schlag die in die Zukunft "ausgeliehenen" Steine an sich zu bringen. Ich wollte das Wort "Zeitparadoxon" wenigstens mal erwähnt haben ;-)

In Interviews haben die Russo-Brüder mittlerweile einige Informationen und Gedanken über den Film nachgeschoben: man kann die Vergangenheit nicht ändern, sondern bei jeder divergierenden Entscheidung entsteht eine neue "Zeitlinie", d.h. ein alternatives Universum, in dem die Handlungen dementsprechend unterschiedliche Auswirkungen haben. Cap ist also in einem Paralleluniversum zusammen mit Peggy gealtert und erst am Ende ihres gemeinsamen Lebens, vermutlich nach ihrem Tod, zurückgekehrt, um einen Abschluss zu finden. Andere Kritiker haben eine andere Meinung zu diesem Ende, haben aber offensichtlich die Erklärung "hintendran" nicht wahrgenommen oder anders verstanden.

Die Verträge von Robert Downey Jr. (Iron Man), Chris Hemsworth (Thor) und Chris Evans (Captain America) sind mit diesem Film ausgelaufen. Da Thor mit den "Asgardians of the Galaxy" zusammen aufgebrochen ist, könnte es aber ein Wiedersehen in Teil 3 geben. Vermutlich suchen sie nach Gamora, die sich aus dem Staub gemacht hat, nachdem sie Quill verprügelt hat ("der erste hat nicht richtig getroffen"). Dies ist ja die "alte" Gamora, die durch den Zeitsprung keine Beziehung mit Quill entwickeln konnte. Schau'n mer mal.

06.04.2017

Logan

Tja, das war's also mit Hugh Jackman als Wolverine. Wie angekündigt und im Film auch ziemlich deutlich dargestellt, wird er den Charakter nicht mehr spielen.

Der Film lässt mich ein wenig ratlos zurück. Ich halte es mit Doctor Who - ich mag eigentlich keine finalen Enden mit toten Hauptcharakteren. Genauso wie in Star Wars Rogue. Der Schluss dort war absolut logisch und nachvollziehbar, aber für mich halt doch ziemlich traurig.

Kurze Übersicht: der Film spielt 2029; die Zukunft unterscheidet sich nicht wesentlich von unserer heutigen Zeit. Es gibt Autos und Straßen und den üblichen amerikanischen Way of Life. Logan lebt mit Charles X. Xavier und einem Albino namens Caliban in Mexiko auf einer entlegenen Farm; Charles hat seine Kräfte nicht mehr unter Kontrolle und nimmt Medikamente, die immer schlechter funktionieren. Logan arbeitet als Chauffeur mit eigener Stretchlimousine, quasi Uber. Auch Logan altert beträchtlich, seine Selbstheilungskräfte sind fast erloschen, und im Widerspruch zu "Der Weg des Kriegers" hat er wieder Krallen aus Adamantium.

Seit 25 Jahren wurden keine Mutanten mehr geboren, im Verlauf des Films wird angedeutet, warum das so ist - Zucker aus genmanipuliertem Mais in nahezu allen Nahrungsmitteln. Stattdessen gibt es eine Firma Alkali Transigen, die Mutanten züchtet und zu tödlichen Soldaten dressieren will. Als das neueste Forschungsprojekt ("24") erfolgreich ist, sollen alle anderen gezüchteten Kinder getötet werden. Pfleger können mit einigen der Kinder flüchten, eine Pflegerin bittet Logan um Hilfe, das Mädchen Laura in Sicherheit zu bringen in ein angebliches Paradies, das sich als Fiktion aus einem X-Men-Comic herausstellt ("Eden"). Die Helferin hat mit ihrem Handy Videoaufnahmen im Forschungslabor machen können - nicht sehr glaubwürdig. Die Kinder sind genetisch alle von Logans Erbmaterial gezeugt worden - am Ende von "Days of future past" sieht man, wie jemand Logans Blutproben in einen Koffer packt.

Der Rest ist eine Art Roadmovie und berichtet von der Flucht der drei Mutanten vor den Alkali-Söldnern. Logan und Laura bringen sehr blutig und explizit viele der Söldner bei verschiedenen Gelegenheiten um. Dabei gibt es auch viele Kollateralschäden. Beim großen Showdown überleben nur die Kinder, und Laura sagt erstmals "Daddy" zum sterbenden Logan. Dann fliehen die Kinder über die Grenze nach Kanada, wobei nicht klar wird, warum sie dort sicherer sein sollen.

Der Film war technisch gut gemacht, viel Action, gute Tricks. Die Martial Arts-Darbietung von Laura war beeindruckend; Jackman hat den gealterten Logan auch sehr glaubwürdig gespielt - ich finde den Schauspieler toll. Die FSK-16-Einstufung war mehr als gerechtfertigt, ich als Zuschauer hätte vielleicht sogar 18 vergeben.

Trotzdem bin ich irgendwie unzufrieden. Ich kann's nicht genau auf den Punkt bringen. Vielleicht liegt es wirklich nur daran, dass ich Hauptpersonen nicht sterben sehen will. Keiner von den "alten" Mutanten überlebt. Der Widerspruch zu den vorherigen Wolverine-Filmen erklären sich eingefleischte Fans vermutlich am ehesten mit der Zeitreise und der geänderten Vergangenheit in "Days of future past". Andere Mutanten wie Storm, Magneto, Jean Grey, Cyclops etc. werden gar nicht erwähnt. Was mir auf jeden Fall aufgestoßen ist: die Firma hat anscheinend beliebig viel Adamantium-Rohmaterial, und mir ist außerdem nicht klar, warum man ein Kind, das noch im Wachstum ist, schon mit einem Adamantium-Skelett ausstattet. Das würde doch nicht mehr mitwachsen?

Fazit: eingefleischte Marvel- und Comic-Fans werden sich den Film anschauen, es lohnt sich, wenn man mit drastischen Einschnitten ins Comic-Universum leben kann.

Achja: es gibt nach dem Abspann nix mehr zu sehen - ziemliche Enttäuschung für professionelle Marvel-Kinogänger.

22.11.2016

Dr. Strange - Kino

Die Magie kehrt ein in das Marvel Cinematic Universe!

In der Kinofilmreihe beehrt uns Dr. Strange, und in der TV-Serie "Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D." fährt der Ghostrider auf einem flammenumkränzten Motorrad umher wie weiland Nicolas Cage in den 2 Filmen "Ghostrider" und "Ghost Rider: Spirit of Vengeance", damals allerdings noch ohne Verbindung zum Seriencharakter der jetzigen Marvelfilme.

Der Film erzählt den Werdegang der Figur Dr. Strange, der sich vom arroganten Neurochirurgen zum kämpferischen Magier wandelt. Diese Charakterbildung war mäßig umgesetzt, es gab keine sichtbare Entwicklung, und auch kein einschneidendes Erlebnis, anhand dessen ich festmachen konnte, dass er seine Egomanie ablegt und von der Ältesten für würdig erachtet wird, ausgebildet zu werden.

Ansonsten ist der Film großes Krachbumm-Kino mit ein bißchen Zeitreise-Effekten. Die vielen verschiedenen Dimensionen, die er - sehr kurz - durchwandert, erinnern massiv an die subatomaren Erlebnisse von Ant-Man und waren sehr psychedelisch angehaucht. Insgesamt war die Handlung sehr vorhersehbar - es war schon früh klar, wer den Löffel abgibt. Natürlich musste irgendwie auch ein Unfall passieren, damit der Chirurg seine Hände nicht mehr gebrauchen kann, aber ein Autounfall, bedingt durch Handynutzung auf einer kurvigen Straße an einem Berghang? So doof kann Dr. Strange doch nicht wirklich sein. Hmpf.

Die Kampfszenen während der Flucht der Bösewichte nach dem Diebstahl der Buchseiten waren genauso wie bei "Inception" inszeniert, aber mit wesentlich mehr Aufwand und Details. Durch die Verschiebung der Orientierung sind sogar mehrere Gefolgsleute in interessante Richtungen abgestürzt, bis der Oberbösewicht mit den restlichen Verschwörern durch ein Portal fliehen konnte. Der Aufpreis für 3D lohnt sich bei diesem Film sehr, nicht nur wegen dieser Szenen.

Jetzt ist also das Zeitalter der bombastischen Figuren angebrochen - Dormammu als Bösewicht bei Dr. Strange, nächstes Jahr wird Kurt Russel "Ego" spielen, und Thanos mit seinem Handschuh ist auch nicht ganz ohne. Ob Dormammu noch eine Rolle spielt, ist unklar. Zumindest gab es einen Handel, dass er die Erde in Ruhe lässt. Inwieweit sich ein solches Wesen an dieselbe Ethik hält wie sein menschliches Gegenüber, bleibt abzuwarten.

Insgesamt ein Film, den man gesehen haben muss - die Effekte und die durchaus vorhandene Handlung sind es wert, und natürlich die Einbettung in das MCU. Andere Kritiker waren nicht so besonders überzeugt, und die Argumente haben auch 'was für sich. Trotzdem finde ich, es lohnt sich.

Am Ende des Films offenbart der Bibliothekar Wong, dass es sich beim Auge von Agamotto um einen der Infinity-Steine handelt, nämlich den, der die Zeit kontrollieren kann.
Damit sind nun 5 der 6 Steine gefunden:
Space - blau - Tesserakt - Captain America 1
Mind - gelb - Lokis Szepter - Avengers 2
Reality - rot - Aether - Thor 2
Power - purpur - Orb - Guardians of the Galaxy 1
Time - grün - Auge von Agamotto - Dr. Strange 1
Soul - orange - ??? - ???

Nächstes Jahr also noch "Thor 3" und "Guardians of the Galaxy 2", und spätestens dann sollten alle 6 Steine im Umlauf sein. Mir macht ein bißchen Sorge, was dann mit Vision passiert - ich mag diesen Charakter.

Fantastic Beasts - Kino

Ein kurzer Rückblick auf die neue Kinofilmreihe aus dem Harry-Potter-Universum.
Zuerst sollten es nur 3 Filme werden, nun sogar 5.

Die Grundidee: Newt Scamander, gespielt von Eddie Redmayne (u.a. Stephen Hawking) schreibt gerade (1926) sein berühmtes Buch "Fantastic Beasts and where to find them", das Harry Potter in Hogwarts als Lehrbuch benutzt, und die Kinogänger dürfen Mr. Scamander bei seinen Begegnungen mit den Tieren und dem Rest der magischen und nichtmagischen Welt über die Schulter blicken.

Wir haben den Film in Gießen im Kinopolis in 3D in der englischen Originalfassung gesehen, und es war ein Riesenspaß. Entgegen meinen vorurteilsbehafteten Erwartungen waren die "amerikanischen" Sprecher sehr gut verständlich, und der "britische" Scamander hat häufig genuschelt, was ich recht schade fand. Ich bin zwar von vielen internationalen Telefonkonferenzen schlechte Aussprache gewöhnt, aber Frau und Kind 2 hatten ganz schön zu kämpfen.

Übrigens eine tolle Sache, dass man mittlerweile in großen Kinos auch Filme in Originalsprache sehen kann. Wer halbwegs fit in Englisch ist, sollte diese Gelegenheit unbedingt nutzen. Kind 2 ist in der 7. Klasse und konnte dem Film problemlos folgen (bis auf manche aussprachebedingten Dialoge, siehe oben). Das Kino war für einen Sonntagabend sehr gut besucht - natürlich war es ein eher kleiner Kinosaal, aber trotzdem. Die 3D-Effekte waren sehr schön. Dies ist einer der Filme, bei denen sich der Aufpreis für 3D wirklich lohnt.

Am Anfang war ich schon davon überzeugt, eine banale Komödie um die Verwechslung eines Koffers zu bekommen, aber innerhalb von wenigen Minuten war ich begeistert mitten im Geschehen dabei. Der Film ist eine tolle Mischung aus eben erwähnter Verwechslungskomödie, Fantasy im Harry-Potter-Stil und 20er Jahre Suspense-Krimi ("who dunnit"). Wie bei den Harry-Potter-Filmen gibt es kurze Einblendungen der magischen, animierten Zeitungen, nicht nur vom "Daily Prophet", sondern auch von französischen und deutschen Zeitungen, in denen davon berichtet wird, dass Gellert Grindelwald (Johnny Depp) sein Unwesen treibt (Details dazu in HP Band 6 und 7). Ganz kurz findet sich auch das Zeichen der Heiligtümer des Todes ...

Die Tiere, um die sich Scamander in ihren Habitaten in seinem magischen Koffer rührend kümmert, sind wunderbar animiert und in Szene gesetzt. Die Bowtruckles, die ebenfalls in HP erwähnt werden, bekommen mehrere, auch wesentliche Szenen, und der löwige Adler lässt am Ende ganz New York die schlimmen Ereignisse vergessen, so dass die "No Maj"s weiterhin nichts von der magischen Welt wissen. Hier gibt es Andeutungen, dass sich die Bewohner der magischen Welt auseinander leben: die Amerikaner nennen die normalen Menschen "No-Maj"s, die Briten hingegen "Muggel".
Besonders gut gefallen haben mir die Szenen um die diebischen "Elstern", die alles klauen, was glitzert.Kowalski bekommt am Ende des Films seinen sehnlichsten Wunsch erfüllt, und vielleicht verliebt er sich sogar ... (Spoiler!).

Der Film ist definitiv nicht für jüngere Kinder geeignet, er ist wesentlich düsterer als die HP-Verfilmungen, und die Toten, von denen es mehrere gibt, lassen die amerikanische "ab 13"-Einstufung mehr als plausibel erscheinen.

23.06.2016

X-Men: Apocalypse - Kino

Tja, nach Captain America 3 nun die nächste Comic-Verfilmung von Marvel.

Der neue X-Men-Film hat mich ziemlich ratlos zurückgelassen. Einzelne Schauspieler fand ich herausragend (weiter unten mehr). Kurze Zusammenfassung: der  Supermutant En Sabah Nur erwacht nach Jahrtausenden wieder und will die Erde in Schutt und Asche legen, um auf den Trümmern ein Mutantenimperium zu errichten ("survival of the strongest", nicht wie bei Darwin "... the fittest").

In Summe fand ich den Film technisch ok, aber inhaltlich mäßig.

Generell muss ich ja sagen, dass ich es sehr merkwürdig finde, wenn die Comicfiguren an verschiedene Vermarktungsfirmen vermietet werden und damit verschiedene, vollkommen getrennte Welten entstehen. In den Comics existieren alle Figuren nebeneinander (gut, es gibt die Alternativwelt-Comics und bei DC sowas wie Erde-2, Erde-3, Erde-616 ...), und gelegentlich gibt es auch mal Crossover, bei denen sich die Figuren gegenseitig besuchen. Langsam scheint sich hier die Situation zu entspannen, was man neulich daran sah, dass Spiderman in Cap 3 auftauchen "durfte", obwohl er bislang von Sony vermarktet wurde. Mal schauen, ob das noch weiter geht ... Die Comic-Universen sind ja bislang strikt getrennt, es gibt X-Men, Avengers, Spiderman, Die Fantastischen 4 und das DC-Universum (Superman, Batman, Green Lantern, Wonder Woman, Flash, ...) ist ja davon ebenfalls streng getrennt.

Erik "Magneto" Lehnsherr ist ein toller Charakter und Michael Fassbender spielt ihn sehr vielschichtig. Nach den Geschehnissen mit der Zeitreise in "Days of future past" (von der außer Wolverine und Xavier niemand weiß, weil ja eben die Vergangenheit geändert wurde) hat er sich zurückgezogen und verzichtet auf den Einsatz seiner Kräfte. Ausgerechnet beim Versuch, einen Arbeitskollegen im Stahlwerk zu retten, offenbart er sich und die Angst der "normalen" Menschen führt zu einer persönlichen Tragödie, durch die er zu einem Gefolgsmann von En Sabah Nur wird, der ihm Rache bietet und seine Kräfte weiter verstärkt.

Mystique taucht wieder auf - sie arbeitet im Untergrund und zeigt sich getarnt, aber nicht in ihrer normalen, blauen Gestalt. Sie sammelt weltweit Mutanten, die in üblen Situationen stecken, z.B. Kurt "Nightcrawler" Wagner bei einem inszenierten Schaukampf, und hilft ihnen bei der Flucht mittels einer Art Mutanten-Untergrundbewegung. Ansonsten hat sie von ein paar Action-Szenen im Kampf gegen En Sabah Nur abgesehen keine hervorstechenden Eigenschaften im Film.

Natürlich gibt es Verbündete auf beiden Seiten und auch neue Figuren, die man aus den Comics kennt, tauchen auf. Die Figur "Angel" aus den ersten drei Filmen wird - ähnlich wie Wolverine - metallisch "gehärtet" und ist einer der vier Reiter der Apokalypse, genau wie Psylocke, Storm und Magneto. In der neuen Zeitlinie ist Angel ein flach gezeichneter gnadenloser Kämpfer ohne Hintergrund.

Mal sehen ... welche Mutanten sind mir aufgefallen ... Große Rollen spielen Hank "Beast" McCoy, Scott "Cyclops" Summers (nicht verwandt mit Buffy ;-) ), und Quicksilver taucht als Magnetos Sohn wieder auf, allerdings nicht Wanda "Scarlet Witch" Maximoff, was ich als Gesamtsituation etwas verwirrend finde, weil sie als Geschwisterpaar bei "Captain America" sind, aber dort wiederum nicht als Magnetos Kinder. Die Szene, in der Quicksilver das gesamte Haus evakuiert, während die Explosion sich im Zeitlupentempo ausbreitet, ist noch genialer gemacht als Eriks Befreiung im vorherigen Film.

Quicksilver verzichtet bei der Konfrontation darauf, sich als Eriks Sohn zu offenbaren - er will sich vermutlich noch über seine Beziehung zu ihm klar werden, nachdem er die gnadenlose Seite seines Vaters kennenlernt, der rücksichtslos alles zerstört, um neue Bauten für seinen Meister zu errichten. In den Credits taucht übrigens auch der "Pizza dog" auf, ein häßlicher Mops, dem der größte Teil seiner Pizza geklaut wird.

Auch wenn er eine der Hauptpersonen ist, hat für mich Xavier keine besonders große Rolle gespielt. Immerhin wissen wir jetzt, warum er eine Glatze hat - es ist nicht das Testosteron, sondern der abgebrochene Versuch von En Sabah Nur, den Körper zu übernehmen. Er hat Cerebro bedient und übermittelt Nurs Botschaft an die Menschheit, aber überzeugend war der Charakter in diesem Film nicht.

Wolverine taucht auf - Stryker hat ihn auch in dieser neuen Zeitlinie zum Adamantium-gestählten Kämpfer gemacht und ihn einer Gehirnwäsche unterzogen, durch die er sich an nichts erinnert. Jean Grey befreit ihn und kann ihm einen Teil seiner Erinnerung zurückgeben, bevor er aus Strykers Geheimlabor flieht. Wie wir aus dem Ende von "Days of future past" wissen, wird er in dieser Zeitlinie später zum X-Team stoßen und Lehrer an der "School for gifted youngsters". Vermutlich sehen wir einen Teil seiner Odyssee bis dahin im nächsten Wolverine-Film.

Die gesamte Situation von der Entführung der X-Küken, ihre Befreiung und die Rückkehr wirken allerdings etwas gekünstelt in den Film gebastelt, um die Überleitung zu den nächsten Filmen herzustellen. Mich würde mal interessieren, was passiert, wenn Adamantium und Vibranium aufeinander treffen würden. Caps Schild hat ja beträchtliche Kratzer von Black Panthers Krallen bekommen ...

Erst gegen Ende, als sich En Sabah Nur in seiner Hybris auch gegen Mutanten wendet, vereinen sich alle zum Team X und bekämpfen ihn gemeinsam, sogar Magneto und Storm wechseln die Seiten; Psylocke verdrückt sich unauffällig und vermeidet, eine Seite zu wählen. Diese Wende im Film war absolut nachvollziehbar geschildert - im Detail hat mich allerdings gewundert, wie sich Jean Greys Kräfte manifestieren, nachdem sie "on the go" gelernt hat, sie zu entfesseln. Ich hatte eher erwartet, dass sie sich geistig mit Xavier verbindet, um En Sabah Nur zu bekämpfen. Stattdessen wird er durch einen körperlichen Angriff besiegt.

Was mich vollkommen ratlos zurücklässt, ist die Tatsache, dass der Film die Menschen vollkommen passiv darstellt - man sieht nur gelegentlich Schnitte, dass die Militärs weltweit ratlos durcheinander reden. An keiner Stelle wird darauf eingegangen, dass En Sabah Nur mit Magnetos Hilfe mehrere Großstädte vollständig zerstört und aus dem Rohmaterial seinen Pyramidenpalast errichtet.

Die Motivation von En Sabah Nur besteht auch nur daraus, alles kaputt zu machen und zu sehen, wer überlebt. Das ist mir viel zu flach. Hingegen ist der Charakter von Erik vielschichtig: als Kind im KZ, das zuschauen muss, wie die Mutter erschossen wird, später als Jäger der nach Südamerika geflüchteten Nazis, als Ehemann und Vater einer Tochter, und als durchaus zum Nachdenken fähiger Mutant, der darauf verzichtet, zu töten und mit Xavier hofft, dass sich Menschen und Mutanten zusammen raufen. Der Wendepunkt, sich Apocalypse anzuschließen, war psychologisch raffiniert gewählt: dies findet in Auschwitz statt, direkt bei dem metallenen Tor, durch das Erik damals von seiner Mutter getrennt wurde und zum ersten Mal seine Kräfte erwachten. Hier gibt es eine elegante Blende zwischen den "alten" und "neuen" X-Men-Filmen.

Dieser Plan, die Welt vollständig zu zerstören, ist auch mein hauptsächlicher Kritikpunkt: unglaublich tolle CGI-Computergrafik mit viel Bumms, die aber am Ende vollständig ausblendet, dass dabei vermutlich Millionen von Menschen umgekommen sind - Kairo wird vollständig zerstört und auch andere Städte haben schwer zu leiden. Es gibt nirgends eine Reflexion darüber, wie sich Mutanten und Menschen zukünftig verhalten und obwohl es eindeutig einen Bösewicht gab, haben schätzungsweise alle "normalen" Menschen jetzt erstmal Angst vor den ausgeflippten Mutanten. Auch aus der Situation, dass alle Atomwaffen abgefeuert werden und harmlos im Weltall verpuffen, entwickelt sich wenig außer der resignierten Bemerkung am Schluss, dass die Menschheit schon wieder beginnt, aufzurüsten.

In Avengers 2 war die finale Situation hauptsächlich dadurch charakterisiert, dass die Avengers die Bevölkerung der Stadt retten und quasi nebenbei gegen Ultron kämpfen. Die Superhelden kümmern und sorgen sich um die "normalen" Menschen. Dieser Teil der Menschheit wird im X-Men-Film total ausgeblendet, abgesehen von ein paar kurzen Dialogen, dass die Menschen seit "Washington" von den Mutanten wissen.

Die Folgen der Zerstörung des Atomwaffenarsenals werden nicht mal thematisiert. Gut, es muss nicht *das* Topos sein wie bei Cap 3, dass die Superhelden formal reglementiert werden, aber es ist so eine gravierende Folge des Kampfes gegen den Bösewicht, dass das Fehlen dieses Sachverhalts massiv auffällt. Ein Randthema ist auch Stryker, der daran arbeitet, Mutanten für Forschungszwecke zu mißbrauchen, um Superkämpfer zu basteln, die - auf wessen Befehl auch immer - dann aktiv werden. Da die letzten Filme sich zeitlich in den 60ern (First Class), 70ern (Days of future past) und 80ern (Apocalypse) einordnen, hat mir auch gefehlt, ob es als Folge des Kalten Kriegs auch ein "sowjetisches" Mutantenteam gibt. Es würde mich wundern, wenn Stryker der einzige Militär ist, der das Potential der Mutanten erkannt hat. Sogar in der Perry-Rhodan-Serie war es naheliegend, dass ein Bösewicht (der "Overhead") ein Anti-Team von Mutanten aufbaut und versucht, nach der Macht zu greifen.

Unlogisch fand ich auch, dass En Sabah Nur seine Langlebigkeit dem Wechsel des Körpers verdankt und dabei Mutantenfähigkeiten ansammelt. Für den Wechsel bevorzugt er wiederum Mutanten und übernimmt mit dem Transfer auch ihre Kräfte. Das bedeutet also, dass die Fähigkeiten eine Eigenschaft des Körpers sind. En Sabah Nur "sammelt" aber diese Fähigkeiten und behält auch die alten, wenn er den Körper verlässt. Aber hey, es ist ein Comic ;)

Der Marvel-übliche Nachspann zeigt die Aufräumarbeiten in Strykers Basis und einen Mitarbeiter von "Essex Corp", der eine Blutprobe aus einem Safe entnimmt und zu anderen Proben in einen Koffer packt. Das lässt auf das Auftreten von Mr. Sinister in den nächsten Filmen schließen, möglicherweise werden mit diesen Blutproben Gen-Experimente durchgeführt und ein Wolverine-Klon erzeugt. Angeblich soll Wolverine 3 der letzte Film mit Hugh Jackman werden - schade, ich mag den Schauspieler sehr gern, und er füllt diese Rolle perfekt aus.

Auch die beiden vorherigen Wolverine-Filme haben mir sehr gut gefallen, in denen - in der früheren Zeitlinie - seine Kindheit, seine Behandlung mit Adamantium, sein Gedächtnisverlust und die obligatorische Liebesgeschichte erzählt wurden. Auch die Geschichte in Japan fand ich ok, obwohl mir nicht klar war, wie der Verlust seiner metallenen Krallen in die weitere Serienlogik passt. Aber das hat sich ja mit der Zeitreise und der Veränderung der Vergangenheit erledigt.

27.05.2016

Captain America - Civil War

Der Hype in allen Medien war enorm - Marvel hat wirklich alles aufgeboten, um den Film schon Monate vorab ins Gespräch zu bringen. Instagram, Tumblr, Facebook, Twitter - überall gab es Werbebilder, Trailer, Teaser und was die Werbemaschinerie an Modewörtern noch alles aufbieten konnte. Als Merchandising-Artikel gab es jede Menge Tassen, T-Shirts und andere Andenken für Fans, um entweder zum "Team Cap" oder "Team Iron Man" zu gehören.
Unabhängig davon war natürlich klar, dass ich auf jeden Fall in den Film gehen muss. "Ant-Man" war der Schlusspunkt der sogenannten Phase 2, und mit Cap 3 beginnt die nächste Evolutionsstufe im Marvel Cinematic Universe, dem "Handlungsort" für die Kinofilme. Das MCU verwendet zwar die Figuren und Konzepte aus den Comics, aber erschafft eine eigenständige Handlung und eine ganz eigene Logik und vor allem auch Bildsprache. Die Handlung orientiert sich zwar grob an den schon veröffentlichten Comics, aber setzt sie nicht zwingend vollständig um. Das hat man nun auch bei Cap 3 gesehen. Die Comic-Vorlage ist sehr düster, und Steve Rogers stirbt dort. Im Kino hingegen stirbt niemand, da ja alle zu den "Guten" gehören und das Kinopublikum vermutlich auf tote Hauptpersonen anders reagieren würde als Comic-Leser. Die können sich demnächst darauf einstellen, dass es einen Sam Wilson (Falcon) als Cap geben wird, und auch Bucky Barnes hat ja in den Comics schon mal den Schild mit dem Stern getragen. Alles sehr verwirrend ;)
Zum Film selbst gibt es nicht viel zu sagen: entgegen den vorab bekannten Informationen war der Film über lange Strecken sehr ruhig, und die Charaktere konnten sich entwickeln. Das hat mir gut gefallen, der Film war kein bißchen langweilig, auch in den ruhigen Szenen. Die Action-Szenen hatten viel Bumms. Wir hatten uns für die 3D-Variante entschieden (Kind 2 und ich sind beides große Fans von Marvel- und DC-Comics), aber ehrlich gesagt lohnt es sich nicht, dafür mehr Geld auszugeben. Der Tiefeneindruck war vorhanden, aber es hat nichts zur "Experience" beigetragen. Ganz nett, aber mehr auch nicht.
Zur Handlung ganz kurz: die Ereignisse entwickeln sich absolut logisch. In Nigeria geschieht bei der Abwehr eines terroristischen Angriffs mit dem Ziel, eine Biowaffe zu stehlen, ein heftiger Kollateralschaden. Rumlo, der sich in Cap 2 als Bösewicht entpuppte, löst eine Bombe aus, die er versteckt am Körper trägt, um Rogers zu töten. Scarlett Witch kapselt die sich entwickelnde Explosion mit ihren Kräften ein und schleudert das flammende Inferno nach oben und seitlich weg - leider mitten hinein in ein Bürohochhaus. Das ist vermutlich der noch nicht perfekten Beherrschung ihrer Kräfte geschuldet - sie ist ja quasi erst ein "Avenger-Azubi", seit sie in "Age of Ultron" die Seiten gewechselt hat.
Sehr realistisch folgt dann ohne großartige Bewertung der Gesamtsituation eine politische Gegenreaktion, die sehr heftig ausfällt, wie wir das auch aus dem echten Leben(TM) gewöhnt sind: die "Öffentlichkeit" soll mit drastischen Maßnahmen davon überzeugt werden, dass die Politik alles im Griff hat - unterschwellig eine deutliche Kritik daran, dass die meisten Staaten mittlerweile die unbedingte Sicherheit vorziehen und keinerlei Abwägung mehr zwischen Sicherheit und Bürgerrechten vornehmen, oder überhaupt versuchen, die Situation zu untersuchen und zu bewerten.
Als Folge des Einsatzes in Nigeria soll das "Sokovia-Abkommen" in Wien bei der UN ratifiziert werden, das die Avengers unter UN-Kontrolle stellt und erreichen soll, dass die Avengers nur zum Einsatz kommen, wenn die UN es ausdrücklich befiehlt (bzw. nicht, wenn nicht). Während der König von Wakanda spricht, geschieht ein Anschlag, der König T'Chaka tötet. Sein Sohn T'Challa folgt ihm damit automatisch auf den Thron und schwört Rache. Bequemerweise gibt es Kameraaufnahmen, die nahelegen, dass Bucky Barnes den Anschlag verübt hat - man macht weltweit Jagd auf ihn. Relativ früh enttarnt sich der "Black Panther" als eben jener T'Challa, dessen Anzug aus Vibranium besteht, demselben Material wie Caps Schild.
Die Avengers entzweien sich immer mehr - überraschend stimmt Tony Stark für das Abkommen und versucht auch Rogers zu überzeugen. Cap ist allerdings nicht überzeugt und vermutet eine Intrige. Im Verlauf des Films bekommt er tatsächlich recht - es gibt ein Intrige mit dem Ziel, die Avengers aufeinander zu hetzen. Ausgelöst wird dies von einem der Hinterbliebenen, die durch die Aktionen von Ultron in Sokovia Angehörige verloren haben. Er täuscht vor, dass der "Winter Soldier" Bucky Barnes für alles verantwortlich ist, aber Cap bezweifelt dies und hilft Bucky bis zum bitteren Ende.
Abgesehen davon, dass dieser Plot gut in die Filmlogik passt, bleibt davon trotzdem unberührt, ob man wirklich eine Truppe von Superhelden mit fragwürdiger psychischer Stabilität unkontrolliert gewähren lassen sollte. Die Antwort auf diese Frage bleibt der Film schuldig, weil ja "der Rebell" Rogers irgendwie am Ende Recht behält, und trotz aller Schlüssigkeit der Handlung beim Zuschauer das Gefühl bleibt, dass beide Seiten irgendwie ein Argument haben. Vision stellt sogar die These auf, dass mit der Zunahme von "Begabten" auch die Anzahl der Angriffe steigt, weil die Existenz von besonders mächtigen Kämpfern den Anreiz zum "Kräftemessen" steigert, was in sich natürlich eine gewisse innere Logik birgt.
Die meisten Kollateralschäden entstehen übrigens beim Versuch, die "Rebellen" aufzuhalten, was in sich auch wieder eine gewisse Ironie birgt. Hätten die zwei Fraktionen der Avengers nicht so vehement gegeneinander gekämpft, wäre alles wesentlich entspannter geblieben. So wurden in Berlin und Leipzig jede Menge Straßen, Tunnels, Gebäude, Flughafenausstattung, Fahrzeuge und Flugzeuge beschädigt und zerstört - alles sehr bildgewaltig in Szene gesetzt. Trotzdem hätte man für die 3D-Variante mehr daraus machen können.
Insgesamt bleiben einige Plotelemente unbefriedigend offen: Zemo ist auf der Suche nach Beweismaterial für ein ominöses Datum "16. Dezember 1991". Nach und nach wird das Geheimnis gelüftet, aber nie wirklich erklärt, woher Zemo überhaupt wusste, wonach er zu suchen hat. Andererseits ist nun bekannt, warum es nie weitere Supersoldaten in den USA gegeben hat - das restliche Serum wurde vom Winter Soldier gestohlen und verbraucht
Auch die Logik der Einschränkung der Avengers-Einsätze ist nicht wirklich schlüssig. In Avengers 1 ist es eine außerirdische Bedrohung, hergerufen durch Loki; in Cap 2 tritt Hydra erneut ans Licht der Öffentlichkeit und will mit den neugebauten Heli-Carriern Systemfeinde eliminieren, in Thor 2 greifen die Dunkelelfen die Erde an und legen London in Schutt und Asche, nachdem Jane Foster (Natalie Portman) den "Aether" in sich aufgenommen hat, in den Iron Man-Filmen sind es Terroristen bzw. Bösewichte, im Hulk-Film sogar das Militär selbst, das nach Möglichkeiten für Supersoldaten sucht, und in "Age of Ultron" ist es ausgerechnet Tony Stark, unterstützt von Bruce Banner, der das künstliche Wesen Ultron erschafft. In dem Comics ist Ultron übrigens ein Geschöpf von Starks Konkurrent Hank Pym, dem ersten Ant-Man.
Der einzige Anlass, die Avengers zu kontrollieren, ist in "Age of Ultron", als Tony Stark selbst den Gegner in die Welt setzt. Alles andere sind unkontrollierbare Einflüsse von außen, und die Schäden bei deren Abwehr kann man nicht den Avengers anlasten.
In der Berliner Handlung taucht Martin Freeman als "Everett Ross" auf, allerdings hat er nur ein paar wenige Sätze und hofft am Ende im Gespräch mit dem inhaftierten Zemo, dass er sich tatsächlich "daneben benehmen" würde, um Gelegenheit zur Bestrafung zu bekommen. Diesen Charakterzug finde ich sehr daneben. Ob eine Verwandschaft zum Außenminister Ross (ehemals General Ross aus dem Hulk-Film) besteht, wird nicht erwähnt. Schön allerdings, dass Sherlock und Watson jetzt beide bei Marvel-Filmen mitspielen ;)
Generell in den Szenen in Deutschland gibt es Seitenhiebe auf die Bürokratie, von der ja alle Welt denkt, dass sie in Deutschland erfunden wurde: nach der Verhaftung von Rogers und Falcon werden ihre Ausrüstungsgegenstände, d.h. der Schild und das "Vogel-Kostüm" beschlagnahmt und den Verhafteten werden dafür "selbstverständlich" Quittungen ausgestellt.
Leider ist die Ausstrahlung der zeitlich parallel ablaufenden TV-Serien nur in USA wirklich synchron zur Veröffentlichung der Kinofilme. Im deutschen TV wird gerade erst die 2. Staffel von "Agents of S.H.I.E.L.D." ausgestrahlt, die ja bekanntlich in der Handlung von "Age of Ultron" kulminiert (in der Folge von gestern wird zum ersten Mal Strucker erwähnt, der in "Age of Ultron" mit Lokis Szepter und dem Gedankenstein darin experimentiert). In der 2. Staffel wird die detektivische Arbeit geleistet, durch die die Avengers erst von Struckers Aufenthaltsort erfahren und dann die Burg angreifen, was die Eingangsszene von "Age of Ultron" darstellt. In den USA läuft derzeit schon das Finale der 3. Staffel dieser Serie.
Eine weitere Remineszenz an das weit gefächerte MCU ist die Erwähnung von Peggy Carter, der Gründerin von S.H.I.E.L.D., die im zarten Alter von 95 Jahren verstirbt und von Rogers zu Grabe getragen wird. Agent 13, die in Cap 2 als "Nachbarin" auftrat, hält eine Abschiedsrede und gibt sich erst jetzt als ihre Nichte Sharon Carter (Emily Van Camp) zu erkennen. Sie hilft Rogers und Wilson, ihre Ausstattung zurückzubekommen und aus der Haft zu fliehen, um Barnes aufzuspüren. Peggy Carter (Hayley Atwell) hat mehrere Gastauftritte in der 2. Staffel von "Agents of S.H.I.E.L.D.", was damals natürlich eine Vorbereitung für ihre eigene TV-Serie "Agent Carter" war, die nun leider nach 2 Staffeln nicht weiter verlängert wird. Die "Agents of S.H.I.E.L.D." werden möglicherweise in einen weiteren Kinofilm über die "Inhumans" münden, d.h. die Wesen, deren Kräfte durch den Obelisken geweckt werden. Außerdem gibt es bei Netflix die Serien "Jessica Jones" und "Daredevil", die dann zusammen mit Luke Cage und Iron Fist die "Defenders" bilden (... werden, nehme ich an).
Das Auftauchen von Spiderman war für mich eher gekünstelt in Szene gesetzt. Wirklich geholfen hat er nicht. Der Kampf am Flughafen hat dadurch ein paar nette Szenen gewonnen, aber entscheidend war es nicht, ob er da war oder nicht. Die Szenen mit dem fliegenden Falcon und dem schwingenden Teenie Peter Parker waren sehr schön anzusehen, und auch der Humor war ok. In diesem Film-Universum hat Peter Parker seine Kräfte seit ca. 6 Monaten und Tante May ist eine erstaunlich junge, gut aussehende Frau (Marisa Tomei), die natürlich von nichts weiß. Tony Stark bringt ihm zu den Avengers und stattet ihn mit leicht verbesserter Superheldenkleidung aus. Die Spinnfäden hat Parker selbst entwickelt und Stark zollt ihm dafür viel Respekt. Die Entstehungsgeschichte von Spiderman wird vermutlich der Film "Homecoming" schildern, den wir für nächstes Jahr Juli erwarten.
Es gab nicht ganz so viele lockere Sprüche wie in den früheren Filmen. Hier ist mir im Wesentlichen ein kurzer Dialog zwischen Hawkeye und Black Widow im Gedächtnis geblieben: "Sind wir noch Freunde?" - "Kommt drauf an, wie fest Du zuschlägst.". Unerreicht bleibt immer noch der Running Gag mit "Watch your language" in "Age of Ultron", das immer wieder verwendet wird, um Cap damit aufzuziehen.
Natürlich hatte der Film als Auftakt für die Phase 3 nicht nur das Ziel, die Zuschauer zu unterhalten, sondern auch das Fundament zu legen für die weitere Handlung bis zum finalen zweiteiligen Knaller mit dem "Infinity War" gegen Thanos und seinen "Gauntlet" (Handschuh) mit den 6 Infinity-Steinen. Bis dahin werden wir uns an weiteren Filmen wie "Dr. Strange" mit Benedict Cumberbatch erfreuen, außerdem "Thor 3" mit Thor und Hulk, "Ant-Man 2" mit Ant-Man und Wasp, "Black Panther", "Guardians of the Galaxy 2" mit Kurt Russell als Quills Vater, sowie "Captain Marvel" mit einer weiteren weiblichen Superheldin, und ich hoffe auch weiterhin, dass es tatsächlich einen Solo-Film mit Black Widow geben wird und der Inhumans-Film realisiert wird, vielleicht sogar mit Sky (Daisy Johnson, "Quake").
Warum nun ein Film, der nach wenigen Wochen schon auf einen Milliarden-Umsatz hinsteuert, vom deutschen Steuerzahler noch siebenstellig bezuschusst wird (gemäß Wikipedia), kann ich nicht verstehen. "Der FilmFernsehFonds Bayern förderte den Film für digitale Effekte mit 450.000 Euro. Die Produktion erhielt von der Mitteldeutschen Medienförderung 350.000 Euro. Von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg wurden nochmals 350.000 Euro bezuschusst."

19.05.2015

Avengers 2 - wow

Gestern war ich mit Kind 2 im Kino - seit einiger Zeit haben wir dieselben Vorlieben für Comic-Verfilmungen ;). Mutter und Kind 1 waren zu einem Konzert unterwegs und deshalb den ganzen Nachmittag und Abend abwesend. Also gab es analog zum Vater-Tochter-Tag mit Justin Bieber jetzt mal einen Vater-Sohn-Tag. Und der hat diesmal auch dem Papa richtig gut gefallen ;)

Ich bin ja eher der "alles vorher wissen"-Typ. Ich lese die letzten paar Seiten in Büchern zuerst, und ich lese auch Filmkritiken und Zusammenfassungen, bevor ich ins Kino gehe. Für mich ist die Überraschung dann die künstlerische Ausführung und nicht so sehr das Ergebnis. Ich mag eigentlich keine Überraschungen. Das ist dann genauso wie bei Harry und Sally ("ich lese das Ende zuerst, damit ich weiß, wie es ausging, falls ich vorher sterbe").

Deshalb hatte ich vorher ein bißchen im Netz gelesen, was andere schon über Avengers 2 geschrieben haben, und hinterher mache ich mir dann meine eigenen Gedanken.

Nicht unerwähnt lassen will ich auch den finanziellen Aspekt und die Marktmacht von Disney, die bei diesem Film versucht haben, kleinen Kinos eine höhere Filmmiete abzuverlangen. Das kann man hier sehr schön nachlesen - auch die Kommentare sind hochinteressant (manche).

Bei phantanews.de findet sich eine wunderbare, recht kurz geratene Schwärmerei, die mir voll aus der Seele spricht.

Der Film ist eine geniale Mischung aus Action und ruhigen Szenen, in denen die bisherige Handlung recht intelligent reflektiert wird. Besonders gut gefallen hat mir der "Wettbewerb", Thors Hammer hochzuheben, und keinem gelingt es. Allerdings wackelt der Hammer ein bißchen, als Cap es versucht, und man sieht im Hintergrund, wie Thor das Lachen aus dem Gesicht fällt ;)

Als eher paranoid denkender Software-Entwickler mit der Tendenz, zuviele Mailinglisten über Sicherheitsprobleme zu lesen, hat mich sehr gewundert, dass Tony Stark eine Software mit "künstlicher Intelligenz", deren Fähigkeiten er nicht abschätzen kann, ungefiltert mit seinen eigenen Rechnersystemen, mit Jarvis und mit dem Internet verbindet. Eigentlich sollte ihm als passionierten Hacker doch klar sein, dass nicht nur er in Regierungssysteme einbrechen kann (wie in Iron Man 2 schön gezeigt), sondern umgekehrt auch er Opfer werden könnte. Diese Idiotie hat mich schon bei James Bond in Skyfall gewundert, als der neue, junge Q eine ähnliche Dummheit begeht, einen unbekannten Laptop über Kabel ans interne Firmennetz anzuschließen.

Genau das passiert natürlich: Ultron "erwacht" (gewisse Ähnlichkeiten mit Skynet und Terminator sind natürlich rein zufällig ...), zerstört Jarvis und erzeugt erstmal jede Menge Sicherheitskopien seines Bewusstseins im Internet.

Andere Kritiken bejammern, dass Black Widow das Frauchen-Schema bedient, indem sie bei der Diskussion mit Banner (Hulk) über ihre Sterilisation spricht, als Banner erwähnt, dass er wegen seiner Gefährlichkeit Angst hat, eine Familie zu gründen. Ich finde, dass das Gespräch ziemlich gut abgelaufen ist und die gegenseitigen Geständnisse zusammen gepasst haben - Natascha wollte ihn trösten und ihm zeigen, dass er nicht allein Probleme hat. Ganz offensichtlich wollte sie ihm eine goldene Brücke bauen, damit er sich auf die Freundschaft einlässt. Leider hat's dann doch nicht geklappt, er flieht vor ihr, oder auch vor sich selbst, und am Ende sind die ursprünglichen Avengers wieder in alle Winde verstreut. Immerhin hat Thor jetzt eine Idee, dass das kurzfristige Auftauchen von gleich 4 der 6 Infinity-Steine kein gutes Omen ist, und er plant Nachforschungen in Asgard. Offensichtlich weiß er also davon, dass der "Star Lord" ebenfalls eines dieser Artefakte gefunden hat.

Die Entstehungsgeschichte von Vision finde ich außerordentlich gelungen: durch Thors Eingreifen wird Vision Leben eingehaucht und ich bin sicher, dass Mjölnir für ein Wesen mit hohem ethischen Standard gesorgt hat - immerhin kann er den Hammer auch heben und benutzen.

Das Auftauchen von Nick Fury war relativ überflüssig. Eigentlich ist ja nicht mehr er Boss von S.H.I.E.L.D., sondern Coulson (Finale von Staffel 1 der "Agents of S.H.I.E.L.D."). Aber naja, er darf halt mal wieder einen Heli-Carrier fliegen. Ich finde diese Dinger toll, und wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich das Lego-Modell kaufen und bauen.

Bis vor einigen Wochen lief die Fernsehserie der ersten Staffel in RTL2, und genau zeitlich passend dazu hatte ich die DVD von Captain America 2 beschafft, dessen Handlung genau das Ende dieser Staffel darstellt. Ähnlich hat Marvel die zweite Staffel von S.H.I.E.L.D. konzipiert, die exakt in Avengers 2 mündet. Leider bringen es die Sender nicht fertig, die Serien zeitnah auszustrahlen. In USA ist die zweite Staffel durch, und in Deutschland gibt es sie nicht gegen Geld und gute Worte - zumindest nicht, wenn das Internet über LTE mit Volumenquote zu mir kommt.

Wunderbar finde ich den "Running Gag" durch den ganzen Film hindurch, dass Captain America keine Kraftausdrücke wünscht. Dieser Spruch rutscht ihm zu Beginn des Films einmal heraus, und durch eine gezielte Indiskretion spötteln alle anderen Figuren bei guter Gelegenheit dann darüber. Diese kleinen Scherze halten den Film inhaltlich auf einem höheren Niveau, als es reine Action- und Ballerszenen könnten.

Aus den Zwillingen hätte man mehr machen können: ich finde es bedauerlich, dass der Charakter Quicksilver schon wieder aus der Handlung geschrieben wurde, und es ist auch ärgerlich, dass es hier zu Widersprüchen kommt: in der X-Men-Reihe hat Quicksilver einen ganz anderen Hintergrund (in "Days of Future Past") und bleibt am Leben. Dumm, dass Marvel hier die Franchise-Rechte aufgeteilt hat und daraus heftige Logikbrüche resultieren. In den Comics sind Quicksilver und Scarlet Witch die Kinder Magnetos und keine künstlich leistungsgesteigerten Geschöpfe, deren Eltern bei einem Raketenangriff starben (natürlich mit damals von Stark Industries gefertigten Raketen ..., ähnlicher Ablauf wie am Anfang von Iron Man 1). Schön immerhin, dass das frisch geschlüpfte Kind von Hawkeye "Pietro" als zweiten Vornamen bekommt, hat er doch Hawkeye mit seinem Opfer das Leben gerettet.

Auch Nataschas Gefangenschaft in Struckers ehemaliger Burg finde ich halbwegs plausibel: sie kann mit einem primitiven Funkgerät ihre Position im Morsecode melden und die restlichen Avengers rufen, um gemeinsam anzugreifen. Offensichtlich erkennt sie anhand der Maschinen wieder, wo sie ist. Hydra-Chef Strucker wollte offensichtlich ebenfalls Roboter herstellen lassen, als er mit Lokis Szepter Experimente durchgeführt hat.

Der übliche Nachfilm, um die Neugierde zu wecken, kommt diesmal unmittelbar nach dem Ende - der Oberbösewicht Thanos ist zu sehen, wie er den Handschuh anzieht und ankündigt, dass er sich ab jetzt selbst der Sache annehmen wird. Es ist nicht nötig, den ewig langen Abspann bis zum Ende auszusitzen. Schade, dass hatte ich nicht kommen sehen ;)

Man erkennt die "Halterungen" im Handschuh, in die die Infinity-Steine eingesetzt werden können. Offen bleibt noch, wie Thanos an den Handschuh gelangt ist - in "Thor 1" war der "Gauntlet" noch in Odins Schatzkammer in Aufbewahrung. Am Ende von "Thor 2" ist zu vermuten, dass Loki sich zurück nach Asgard geschlichen und Odin getötet hat, aber richtig offiziell ist diese Tatsache nicht. Insbesondere weiß Thor nicht, dass Loki ihm vorgetäuscht hat, er sei Odin, und ihm Befehle gegeben hat.

Vision ist tatsächlich ein toller Charakter - ich habe nur die Befürchtung, dass aus Spannungsgründen tatsächlich im Showdown alle 6 Infinity-Steine in den Handschuh eingesetzt werden, und das impliziert, dass der gelbe Gedankenstein aus Vision herausgerissen wird. Ob er das irgendwie wird überleben können? Ich bin gespannt.

Entgegen früheren Vermutungen ist das Ende des derzeitigen 2. Zyklus erst mit "Ant-Man" erreicht, der im Sommer ansteht. Die Vorschau sah schon mal sehr nett aus, ich freu mich drauf.

04.11.2014

Teenage mutant Ninja turtles - 3D

Ich war mal wieder im Kino, diesmal nicht mit meinem Lieblingskinobegleiter und Nachbarn, der schon gelegentlich mal hier erwähnt wurde, sondern mit Kind 2 und einem Übernachtungsgast. Warum wir diesen Gast hatten, ist eine andere Geschichte, die ich demnächst mal erzähle.

Eigentlich wollte ich ja schon lang in diesen Film gehen, seit ich die erste Vorschau gesehen habe. Allein - das Image war's, das mir Sorgen machte. Wie kann ich in einen Film gehen, der im Ruf steht, für eine deutlich jüngere Generation gedreht worden zu sein, ohne aufzufallen?

Genau wie beim Justin Bieber-Konzert mit Kind 1 musste also ein Vorwand her, und der Übernachtungsgast für meinen Sohn kam da gerade passend - die zwei wollten nämlich auch gern den Film sehen.

Gesagt, getan - drei Karten für die 3D-Variante im Gießener Kinopolis reserviert - und das sogar mit Atmos-Surround-Sound. Juhu ;)

Kurz gesagt: ein toll gemachter Film mit viel Action und Bumms, tolle Computergrafik, unglaublicher Sound. An die Handlung und die Planung der Bösewichte darf man keine allzu großen Ansprüche stellen. Man sollte einfach die Action genießen ;). Den 3D-Effekt fand ich gelinde gesagt unaufdringlich. Man könnte auch anders formulieren: wenn man die Wahl hat, kann man auch ohne Verlust die preiswerte Variante wählen und auf 3D verzichten.

Ganz kurz zur Handlung: vor ca. 15 Jahren forschte ein Wissenschaftler an einem Universalmedikament zur Heilung von Krankheiten, z.B. für einen hypothetischen Angriff auf New York mit biologischen Kampfstoffen. Als ihm klar wurde, dass sein Chef Sacks diese Forschung nur durchführte, um einen solchen Angriff durchzuführen und dann mit dem Heilmittel Geld zu scheffeln, vernichtete er alle Unterlagen, setzte das Labor in Brand und starb unter ungeklärten Umständen.

Die Heldin April O'Neal war damals noch ein Kind und spielte häufig Reporterin im Labor (ja ja ...) mit einer Videokamera. Als der Brand ausbrach, rettete sie 4 Schildkröten und eine Ratte, die gerade vorher mit einer Probe des Mutagens behandelt worden waren. Natürlich sind diese Schildkröten und die Ratte die eigentlichen Helden des Films und kämpfen gegen die Bösewichte, den Chef der Firma, und seinen heimlichen Mentor, einen japanischen Senzei namens "Shredder", der im Lauf des Films von Sacks ein Exo-Skelett bekommt, also eine robotische Rüstung, die seine Kräfte verstärkt. Die Ratte und die Schildkröten erlernen mit einem zufällig in der Kanalisation gefundenen Lehrbuch asiatische Kampftechniken und schaffen auf diese Weise enorme akrobatische Kunststücke. Sehr sehenswert ;)

Bevor April klar wird, dass Sacks zu den Bösen gehört, verrät sie ihm leider, dass die Schildkröten noch leben. Darauf lässt er sie fangen und versucht, das Mittel aus ihrem Blut zu extrahieren. Die Befreiungsaktion und die Flucht mit einem Truck über verschneite Wege ist klasse gemacht.

Der Showdown des Films spielt auf dem Dach eines Wolkenkratzers, und mit viel Mühe gelingt es (natürlich), Shredder zu besiegen und die Freisetzung des Giftgases zu verhindern. Am Ende des Films scheint er aber trotz Sturz vom Hochhaus noch zu leben, was die Möglichkeit einer Fortsetzung eröffnet ;)

05.06.2014

Maleficent - Kino

Ui, in letzter Zeit bin ich ja nur noch im Kino ;)
Es kommen aber auch so viele interessante und schöne Filme, die mich interessieren. Trotzdem bekomme ich gar nicht so viel Taschengeld von meiner Frau, jetzt muss ich erst mal Pause machen ...

Der Film von letzter Woche war "Maleficent" mit Angelina Jolie und einem verzauberten Raben Diaval, der mich in seiner menschlichen Form ziemlich an Orlando Bloom aus "Herr der Ringe" und "Fluch der Karibik" erinnert hat, die sehen sich ja unglaublich ähnlich!

Nun denn, abgesehen von dieser zufälligen Ähnlichkeit wollte ich auch ein bißchen über den Film erzählen ;)

Es ist die Geschichte von Dornröschen ("Sleeping Beauty") und dem Fluch, der sie noch vor Sonnenuntergang an ihrem 16. Geburtstag ereilen soll - wie bekannt: sie soll sich an einem Spinnrad stechen und in einen "todesähnlichen" Schlaf fallen, der dann aus Gründen durch den "Kuss der wahren Liebe" aufgehoben werden kann.

Dieser Film ist deutlich anders als das Märchen und die Zeichentrickvariante von Disney: er erzählt diese Geschichte aus der Perspektive der "dunklen Fee" Maleficent, die von Angelina Jolie ganz wunderbar gespielt wird. Ihr Gesicht wird zwar durch die Maske stark verändert, aber es passt nach wie vor zu ihr, ihrer Mimik und ihrem Schauspiel.

Die Fee ist eigentlich sehr gutmütig und fröhlich, bis das Unheil seinen Anfang nimmt, als sie einen Menschenjungen kennenlernt. Sie freundet sich über Jahre hinweg mit ihm an, bis er Machtgelüste bekommt, als der König im Sterben liegt und denjenigen als Nachfolger benennen will, der die dunkle Fee besiegt, der er die Schuld an seiner schweren Verwundung gibt. Aber natürlich reicht seine Selbstreflexion nicht so weit, dass er die Verletzung durch seinen Angriff auf das Reich der Feen selbst provoziert hat ...

Der Möchtegern-König Stefan bringt es trotz allem nicht über sich, sie zu töten, als sie wehrlos schlafend vor ihm liegt, aber er trennt grausam ihre Flügel ab und nimmt sie mit sich. Er wird König, heiratet die Prinzessin und sie bekommen eine Tochter. Soweit so traurig. Angelina Jolie spielt die Trauer und Wut über den Verlust ihrer Flügel unglaublich echt, das ist einfach genial. Ihre Wutschreie sind bis ins weit entfernte Schloss hörbar ...

Die Nachricht von der Geburt erreicht auch die verbitterte Maleficent, und sie platzt in die Taufe hinein, während drei Feen ihre guten Wünsche zaubern, darunter die Wünsche nach Schönheit und Liebreiz. Der Wunsch der dritten Fee wird von Maleficents Auftritt überdeckt, ich zumindest konnte den dritten Wunsch nicht verstehen. Im Gegensatz zur Zeichentrickversion und dem Märchen wird der Fluch nicht von der dritten Fee abgeschwächt, sondern von Maleficent selbst, als der König vor ihr niederkniet und um Gnade bittet. Sie fügt den Nachsatz an "der Schlaf endet mit dem Kuss der wahren Liebe". Später offenbart sie ihrem Gehilfen Diaval, dass sie nicht (mehr) an die wahre Liebe glaubt und deshalb schätzt, dass der Fluch nie gebrochen werden kann.

Die drei Feen, die das Baby beschützen sollen, stellen sich eher tollpatschig an, und erstaunlicherweise greift unbemerkt immer wieder Maleficent ein, als das Baby fern vom Schloss versteckt und aufgezogen werden soll.

Warum der König seine Tochter für 16 Jahre aus dem Schloss verbannt und den Feen verbietet, ihr ihre Herkunft zu offenbaren, bleibt unerklärt. Der Fluch soll ja erst exakt an ihrem 16. Geburtstag eintreffen, und keinen Tag früher. Weshalb also?

Der gesamte Film ist ein bildgewaltiges Werk und wunderschön anzusehen. Der feuerspeiende Drache gegen Ende ist ein tolles Werk der Computergrafik (CGI). Auch die anderen Verwandlungsgestalten von Diaval sind einfach klasse gemacht: er wird u.a. zu einem Wolf und einem Pferd. Bei allen Gestalten bleibt aber seine "rabige" Herkunft erkennbar, alle Gestalten haben noch Vogelzüge und Federn.

Das Ende des Films will ich nicht verraten, es ist ... überraschend, aber schlüssig.

Lohnt sich unbedingt, auch als 3D-Version. Hier ist das Geld gut angelegt. Die Flugszenen und die farbige Feenwelt sind einfach toll. Angucken!

23.05.2014

X-Men: days of future past - Kino

Ich war gestern schon wieder im Kino, diesmal im neuen X-Men-Film. Mein Nachbar ist ein ebenso großer Kino- und Comic-Fan wie ich, und es macht einen Riesenspaß, mit jemandem ins Kino zu gehen, der einen ähnlich abgedrehten Geschmack hat. Letzte Woche hatte ich einen Gast (dazu kommt auch noch mal ein Artikel), mit dem ich Godzilla angeschaut hatte, aber diese Sorte Katastrophenfilme mit viel Bums und wenig Handlung ist nicht ganz mein Geschmack, das hab ich nach langer Zeit mal wieder gemerkt.

Ich liebe ja Zeitreisen ganz besonders, weil man so schön drüber lästern kann, wenn es der Drehbuchschreiber mal wieder nicht hinbekommen hat und die Logik so gar nicht passen will.

Im aktuellen X-Men-Film trifft das in weiten Teilen zum Glück nicht zu: es gibt eine nachvollziehbare Handlung, die auf einer plausiblen Grundidee aufbaut, und insgesamt gesehen ist der Film in sich schlüssig.

Was am Ende natürlich offenbleibt, ist die Frage, ob sich durch die Zeitreise alles so entwickelt, wie wir es aus den bisherigen Filmen kennen, oder ob sich da noch subtile Änderungen einschleichen.

Auf jeden Fall war der Film großartig, und ich habe ihn von der ersten bis zur letzten Minute genossen. Sehr schön aufgebaut der ruhige Schluss, der einen "ganz normalen Tag" in der "School for gifted youngsters" zeigt, nachdem Logan zu seinem eigenen Erstaunen dort aufwacht; man sieht u.a. Rogue, Iceman, Jean Grey, und viele andere aus den früheren Filmen.

Der Einstieg war hingegen von rasanter Action geprägt: es war eine Szenerie in der Zukunft, in der extrem anpassungsfähige Roboter Jagd auf Mutanten machen und mühelos deren Kräften widerstehen können. Dank einer Mutantin, die eine besondere Form der Zeitreise beherrscht, ist es einer kleinen Gruppe möglich, zu entkommen, indem sie sich - sozusagen aus der Zukunft - warnen lässt.

Der Bildaufbau mit zerstörten Städten und knochengefüllten Straßen erinnert wohl mit Absicht an Terminator, die "andere" prominente Zeitreisegeschichte, und es wird nebenbei berichtet, dass die "Sentinels" nicht nur Mutanten jagen, sondern auch Menschen, die ihnen helfen wollen, und deshalb die Menschheit nahezu ausgerottet wurde.

Da dies aber kein Dauerzustand bleiben soll, kommen sie auf die Idee, die Vergangenheit grundsätzlich zu verändern und die Entwicklung dieser übermächtigen Jagdroboter - "Sentinels" - zu verhindern. Ähnlich wie in der Serie "Seven days" gilt es, einen besonderen Moment in der Vergangenheit zu identifizieren, an dem die Geschichte den einen oder anderen Verlauf hätte nehmen können.
Natürlich wird dieser Schicksalspunkt in der Geschichte gefunden, und der einzige, der unbeschadet - wenn auch nur geistig in seinen jüngeren Körper - in die Vergangenheit reisen kann, ist "Logan" Wolverine. Diese Begründung fand ich etwas wirr, aber hinnehmbar für die weitere Dramaturgie. Interessant dann die Beobachtung, die eine weitere zeitliche Einschätzung erlaubt: in der Vergangenheit angekommen hat Logan noch nicht die Adamantium-Panzerung, sondern noch die knöchernen Krallen.

In der Vergangenheit angekommen gibt es schrille 70er-Jahre Szenen, und natürlich gibt es ein sekundengenaues Thriller-Ende, so dass wir am Ende nicht zusehen müssen, wie der "alte" Charles von den Sentinels getötet wird.

Eine besonders schöne Szene mit tollen Trickeffekten ist während der Befreiung des jungen Magneto aus einem metallfreien Gefängnis unter dem Pentagon zu sehen, als Quicksilver in der Küche alle Wächter außer Gefecht setzt, ohne Blut zu vergießen und dabei erst noch ganz gelassen Kopfhörer und Schutzbrille aufsetzt, um "Time in a bottle" zu hören.

Viele Charaktere werden schöner und ausführlicher geschildert als in den bisherigen Filmen, insbesondere Mystique gefällt mir sehr gut, und der junge Magneto spielt genauso wunderbar wie in "First Class". Im Gegensatz zu Florian in seiner Kritik fand ich den Wissenschaftler Trask eher nicht so herausragend, weder geschauspielert noch als Rolle bzw. Figur.

Genauso unspannend fand ich den Techniker im X-Team: in einigen Szenen wird zwar tricktechnisch brilliant die Verwandlung in "Beast" gezeigt, aber trotz alledem ist diese Figur eher blass geblieben - ein typischer "support act", der halt benötigt wird, um ein bestimmtes Problem zu lösen, damit die Handlung weitergehen kann, aber sonst auch nichts.

Die Auflösung will ich natürlich nicht im Detail verraten, aber es ist eine sehr schöne und glaubwürdige Lösung: Trask wird nicht getötet, weder von Mystique, noch Magneto oder einem der anderen Mutanten, Nixon bleibt am Leben, keiner der Mutanten reißt die Weltherrschaft an sich, und obwohl die Welt nun aufgrund der Fernsehübertragungen von den Mutanten weiß, gibt es einen - wenn auch brüchigen - Frieden. Auf dem Hinweg nach Washington im Flugzeug stellt Eric auch sehr glaubwürdig dar, dass er zwar in Dallas war, aber JFK retten und nicht töten wollte, auch wenn er dafür trotzdem in einem Hochsicherheitsgefängnis gefangen gesetzt wurde. Diese Andeutungen werden aber nicht vertieft, der Rest bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.

Zwei Bemerkungen noch zum Schluss:

Zum Ersten: die Pointe, nachdem Logan aus dem Fluss gefischt wurde, und Stryker seiner habhaft wird, hat einen sehr bitteren Beigeschmack, obwohl wir natürlich schon aus früheren Filmen wissen, wie grausam seine Behandlung war.

Zum Zweiten: der traditionelle "Nachfilm" zeigt eine im Bau befindliche Pyramide oder ein ähnliches großes Bauwerk, deren Konstruktion offensichtlich von einer einzigen Person durchgeführt wird, und auf einem Nachbarhügel 4 Reiter. Aus der Sitzreihe hinter mir hörte ich "die 4 Reiter der Apokalypse", aber da ich kein allzu intensiver Marvel-Leser bin, ist mir diese Szene nicht klargeworden. Vielleicht weiß jemand mehr und hinterlässt einen Kommentar?

[Update: Link zum Besuch von Christoph Dittert nachgetragen]

Godzilla - Kino

Der Vollständigkeit halber will ich auch über den Kinobesuch von Godzilla berichten. Ich hatte eigentlich nicht vor, mir diesen Film anzuschauen, aber wir hatten letzte Woche einen Gast (wegen der "???"-Lesung in den beiden Wölfersheimer Schulen), der sich gern am Mittwoch Abend zum Kinostart diesen Film anschauen wollte, und so haben wir dann zusammen einen schönen Abend im Kino verbracht.

Eins vornweg: wenn man nicht auf tiefgründiger Handlung und schlüssiger Handlung der Personen besteht, ist es ein sehr gut gemachter Unterhaltungsfilm mit toller Tricktechnik. Auch Leinwand und Tontechnik im Kino Gießen sind ein Genuss.

Es ist ein typischer Film in bester Godzilla-Manier: es gibt riesige, gefährliche Monster, und genau wie in den späteren Trashfilmchen aus der japanischen Godzilla-Reihe kommt Godzilla zur Rettung. Die menschlichen Charaktere waren eher auswechselbar, ich konnte mich mit keinem davon identifizieren. Der "menschliche Faktor" im Film sollte wohl beim Tod von Sandra Brody (Juliette Binoche) ins Spiel kommen, aber diese Szene fand ich im Ablauf vollkommen unlogisch aufgebaut und blieb mir deshalb eher schal im Gedächtnis.

Natürlich ist die gesamte Geschichte vom biologischen Standpunkt aus genauso unglaubwürdig wie alle Filme vorher: wie sollte es möglich sein, dass ein gigantischer Saurier Millionen von Jahren überlebt oder sich vollkommen unbemerkt über diesen Zeitraum fortpflanzen kann.

Genauso an den Haaren herbeigezogen fand ich die in anderen Kritiken geäußerte Behauptung, dass Godzilla hier als "Umweltgewissen" auftritt und die Zuschauer vor Atomkraft und Umweltzerstörung warnen will, indem er sie vor den Atommüll- und ICBM-fressenden Monstern rettet.

Der Schluss des Films war bombastisch, aber durch die Schnitte hatte ich den Eindruck, dass es zwei Godzillas gab: einen, der unter einem zusammenstürzenden Hochhaus begraben wurde, und einen zweiten, der dann auch Feuer speien konnte.

Ich hätte es ja lieber gesehen, dass die Atombombe auf dem Schiff entschärft werden konnte, aber stattdessen wurde nur der Hauptdarsteller gerettet und das Schiff ist einfach weiter hinaus auf die offene See gefahren, was natürlich einen tollen radioaktiven Fallout garantiert. Und vielleicht den Stoff für den nächsten Film, wenn durch die Strahlung wieder irgend etwas lustig vor sich hin mutiert ...

Wir waren im 3D-Film drin; meiner Meinung nach lohnt sich die Mehrausgabe nicht. Die 3D-Effekte wurden bei der Postproduktion eingebaut, der Film ist nicht in 3D gedreht worden. Der Effekt ist zwar vorhanden, trägt aber wenig zum Film bei.

Noch eine Fußnote: antiquarisch gibt es ein sehr lustiges Buch von einem Autoren, den ich auch sonst sehr gern lese (z.B. Königskinder liebe ich), und in dem er aus seinem Hobby ein kleines Nachschlagewerk der alten Godzilla-Filme gemacht hat.

04.04.2014

Captain America 2

Ich war mal wieder im Kino - in einer Comicverfilmung.

Sage ich schon, dass ich die verfilmten Marvel-Comics liebe? Ne, ich glaube nicht.

Also: ich liebe ja diese Comic-Verfilmungen von Marvel. Als Kind hab ich immer ganz fasziniert diese schrägen Helden gelesen, die alle auf die eine oder andere Weise eine Macke oder ein Handicap hatten.

Das wirkte damals auf mich schon wesentlich glaubwürdiger als diese blankpolierten Helden wie Superman oder Batman. Soweit man bei magischen Ringen, netzspritzenden Spinnenbissopfern, Dingen mit Steinpanzerung nach Weltraumflügen und ähnlichem überhaupt von Glaubwürdigkeit reden kann ;)

Natürlich hab ich auch Superman und Batman und alles andere gelesen, was ich in die Finger bekam. Das war einfach eine faszinierende Fantasiewelt, und die Vorstellung, dass es einen Beschützer gibt, hat doch 'was Beruhigendes, oder nicht?

Also, äh ... ja. Ich war mal wieder im Kino. Hm, sagte ich schon. Aber noch nicht, in welchem Film. Nun denn, irgendwann muss es raus. Oder lesen Sie Blogs, ohne die Überschrift wahr zu nehmen? Glaube ich eigentlich nicht. Aber ich sprech's trotzdem nochmal aus: es handelt sich um den zweiten Teil von Captain America, "The Winter Soldier".

Nervig ist die Angewohnheit, aus einem englischen Untertitel ("The Winter Soldier") einen anderen englischen Untertitel ("Return of the first Avenger") zu machen, das ist doch blödsinnig. Cap 2 handelt hauptsächlich von den Überresten der Organisation Hydra, und der "Winter Soldier" ist ein Experiment  des in den 70ern verstorbenen Nazi-Wissenschaftlers Zola.

Im Moment gibt es ja sozusagen eine Flut von Filmen, die alle so ein bißchen miteinander verbunden sind. Man erkennt eine zeitliche Reihenfolge in den Filmen über Iron Man (1-3), Thor (1-2), Captain America (1-2) und den Avengers, es werden immer mal wieder Anspielungen gemacht und insbesondere die Teaser nach dem Abspann deuten an, wie es weitergeht. Außerdem findet sich in nahezu allen Filmen entweder als Andeutung oder als Handlungselement der Tesserakt (mathematisch ein vierdimensionaler Würfel - in unserer eingeschränkten Sichtweise müsste die Projektion eigentlich anders aussehen, nämlich in etwa so wie auf diesem außergewöhnlichen Gemälde über die Kreuzigung, "Crucifixion (Corpus Hypercubus)" von Salvador Dalí).

Allerdings hat mich bei diesem Film die fehlende Glaubwürdigkeit der Handlung schon ein bißchen gestört: für die Invasion aus einer anderen Dimension in "Avengers I" wurden alle Avenger gebraucht, aber wenn fliegende Monstermaschinen, angetrieben von Starks Repulsor-Antrieb, 20 Mio. Menschen gezielt auf's Korn nehmen und umbringen wollen, muss Cap alleine 'ran (ok, mit Black Widow und Falcon), und Iron Man sitzt zuhause und kuschelt mit seiner mittlerweile geheilten Pepper Potts?

Allzuviel über den Verlauf der Handlung will ich nicht verraten, es gibt einige sehr überraschende Wendungen, und wenn man die vorher weiß, geht viel vom Spaß beim Schauen verloren.

Unglaublich spannend fand ich den Anschlag auf Nick Fury und die Verfolgungsjagd mit dem Auto. Überhaupt finde ich sehr erstaunlich, wie zuverlässig die Sprachsteuerung funktioniert, sowohl in Autos als auch in Bürocomputern, Flugzeugen und so weiter. So weit ist Siri noch nicht ;)

Sehr schön auch die Szene in dem alten Rechenzentrum von S.H.I.E.L.D. mit den Bandmaschinen, den riesigen Monitoren und Klackertastaturen. Erfrischend dann als Anachronismus der USB-Hub.

Naja, ansonsten ist das Ende nicht so überraschend. Es war klar, dass es einen Countdown geben muss, und das Narrativium sorgt dafür, dass der Held immer in der letzten Sekunde die Lösung findet (hier: den Chip einsetzt). Erstaunlich nur, dass der "böse" Chip entfernt wird, dann gibt es eine minutenlange Prügelei mit leerer Fassung, und der Heli-Carrier funktioniert trotzdem problemlos. Erst mit dem Einsetzen des neuen Chips verbreitet sich in allen beteiligten Maschinen die Manipulation und alles ist gut.

Rundum empfehlenswert, wenn man Actionfilme aus einem Comic-Universum mag. Als Software-Entwickler lassen mich die Fortschritte bei der Tricktechnik (CGI) immer wieder staunend und fassungslos zurück. Es ist genial, was an Filmqualität mittlerweile aus dem Computer kommt.

Aber auch der Charakter Steve Rogers kommt nicht zu kurz: der Film besteht nicht nur aus Action. Insbesondere konstatiert Cap, dass er im 2. Weltkrieg die Freiheit verteidigt hat. Zu Anfang des Films geht es darum, die Überwachung zu verstärken, und das schmeckt ihm gar nicht. Auf die Parallelen zur aktuellen Wirklichkeit brauche ich nicht weiter einzugehen, denke ich. Die Realität hat uns hier eingeholt, wie ich vor einiger Zeit schon schrieb. Ich finde es sehr sympathisch und die Dosierung war genau richtig, in der Cap an sich zweifelt.

Beeindruckend die Leistung eines namenlosen Technikers, der am Computer sitzt, von einem der Bösewichte mit der Pistole bedroht wird, damit er die Überwachungsmaschinerie startet. Man kann genau den Widerstreit zwischen Angst vor der Bedrohung und seinen Wunsch erkennen, eben nicht zur Überwachung beizutragen. Um was es geht, hat Cap ja vorher in einer Durchsage genau erklärt. Der Zuschauer fiebert mit und rechnet schon ziemlich fest damit, dass der Techniker erschossen wird, bis im letzten Moment ... Mehr verrate ich nicht ;)

Außerdem besucht Cap seine alte Liebe Peggy, die im Gegensatz zu ihm die 70 Jahre leider nicht so frisch überstanden hat. Er erinnert sie daran, dass sie ihm immer noch einen Tanz schulde ... sehr romantisch (erwähnte ich schon, dass ich auch gern tanze? Ich mag am liebsten Tango und Quickstep).

Achja: Robert Redford spielt mit, und gar nicht mal schlecht. Aber alt geworden ist der Mann. Ui. Typisch für Geheimdienst ist seine Rolle sehr ambivalent, erst ganz am Ende zeigt sich sein wahrer Standpunkt. Mehr verrate ich auch hier nicht ;)

Also: definitiv angucken. Die Logikschwächen sind verschmerzbar. Die Bilder sind toll. Es lohnt sich!

22.11.2013

Thor 2 - The dark kingdom

Ich liebe ja Comics und Comic-Verfilmungen ... von Iron Man 3 und dem zeitlichen direkten Vorgänger Avengers war ich begeistert.

Gestern war ich mit einem guten Kumpel im neuesten "Thor" und bin etwas enttäuscht zurückgeblieben.

Unglaublich großes und bombastisches Bumms. Fans von Actionfilmen kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten, und besonders tief ist meine Enttäuschung auch nicht. Es war auf jeden Fall gute Unterhaltung.

Ein Bösewicht will gleich das ganze Universum mit einer Superwaffe zerstören, die er vor langer Zeit erfunden hat und ihm in einem fulminanten Kampf von Odins Vater Bor abgenommen wird. Das "ganze Universum" umfasst dabei die "Neun Welten" aus der nordischen Mythologie, also Midgard (unsere Welt), Asgard (die Welt der Götter), Jotunheim (die Eiswelt), und so weiter ... Wie diese neun Welten mit dem Dimensionsriss zusammenpassen, durch den Loki in "Avengers" eine Invasion der Erde ermöglichen wollte, ist unklar geblieben. Vielleicht gibt es da auch gar keinen Zusammenhang, und ich hätte nur gern einen ;)

Der Oberböse Malekith hat einen Namen, der förmlich nach dem Wortspiel Malefiz verlangt. Nun, bitte schön, da war es - das Wortspiel ;). Offensichtlich ist Malekith so an die Dunkelheit gewohnt, dass er alles Licht auslöschen will. Später heißt es dann, er will alles vernichten, und das Universum, wie wir es kennen (hell), hätte nie entstehen dürfen. Leider wird auch dieses Thema nicht weiter vertieft. Warum nun "Verdunkelung" im späteren Verlauf gleich zu totaler Vernichtung wird, war einer der Punkte, warum ich ratlos aus dem Film gegangen bin. Außerdem sind die besonders starken und widerstandsfähigen Dunkelelfen-Kämpfer, die Karedh, sehr heiß und stark leuchtend, es sollte wohl nach glühender Lava aussehen, die ja auch nicht wirklich besonders dunkel wirkt. Etwas widersprüchlich.

Außerdem war mir in den ganzen letzten Filmen zuviel umherfliegendes Zeugs (Autos, Busse, Häuser, Panzer, Flugzeuge, ...). Das erschöpft sich ganz schnell ... im "Man of Steel" war es am Ende genauso chaotisch, als der Superheld gegen General Zod gekämpft hat.

Ziemlich cool waren die Szenen, in denen durch die "Konvergenz" Durchlässe zwischen den Welten entstanden und Menschen, Autos und Jets sich plötzlich in einer Welt wiederfanden (und an einer anderen Stelle wieder zurück).

Meine Lieblingsfigur seit dem ersten Thor-Film ist der Wächter der Brücke Bifröst, Heimdall. In diesem Film scheitert er daran, das Raumschiff von Malekith zu sehen, wenn es sich unsichtbar macht, obwohl er alles sehen kann. Genausowenig kann er Jane sehen, als sie sich eine Zeit lang im Versteck des Aethers befindet, das sie durch einen Übergang zufällig betritt und dann vom Aether "besessen" wird.

Ziemlich unpassend fand ich auch, dass der Wissenschaftler Dr. Eric Selvig plötzlich nackt in Stonehenge herumgetobt ist, verhaftet wurde und dann vom Praktikanten der Praktikantin so mir-nichts-dir-nichts aus der Psychiatrie abgeholt wurde und plötzlich wieder geistig gesund war. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass Stonehenge eine besondere Bedeutung hat; stattdessen wurde dann London/Greenwich zum Ort des finalen Showdown, obwohl sich astronomische Ereignisse sicherlich nicht an eine menschliche Metrik mit Längengraden halten müssen (durch Greenwich verläuft per Definition der Nullte Längengrad, dort gibt es das "Royal observatory" und eine Militärakademie der Royal Navy).

Andere Kritiken fanden die Lichtschwerter, Space-Elfen, die Mischung von Göttern und Raumschiffen, Einstein-Rosen-Brücken und magischer flüssiger Materie, die sich in Menschen flüchten kann, ganz toll, aber mir hat diese merkwürdige Mischung von Fantasy und SF nicht besonders gefallen.

Zugegeben, die Effekte waren toll; es war ein gigantischer Film, und wenn man die Personen im Abspann zählt, weiß man auch, warum der Film so teuer war ;)

Der Film hatte auch einige gute Szenen in den ruhigen Teilen. Die vorgetäuschte Sterbeszene war klasse gemacht. Ich war fast geneigt, Loki zu glauben. Die Handgranaten waren offensichtlich kleine Schwarze Löcher, ähnlich wie die Waffen der Kolonne TRAITOR bei Perry Rhodan. Der Aether hat mich ein bißchen an das "Element der Finsternis" erinnert ;). Eine nichtgezeigte Szene dürfte enthalten haben, dass der doch nicht tote Loki Odins Platz einnimmt und für das Gespräch mit Thor kurz vor Schluss, als Thor auf den Thron verzichten will, Odins Aussehen vortäuscht.

Jeder, der den Film gesehen hat, weist darauf hin, dass man unbedingt beide Kurzfilme im Abspann ansehen muss. Ehrlich gesagt, lohnt sich das elendige Warten auf den zweiten Abspann kein bißchen. Man sieht eine Knutschszene und danach hüpft ein lustiges Monsterli auf einem Parkplatz herum und versucht, Tauben zu haschen.

Die 3D-Effekte waren mäßig, und im Nachhinein hätte ich mir lieber die billigere 2D-Variante anschauen sollen. Im Hanauer Kinopolis schlägt der Film in 3D eine 11 Euro tiefe Kerbe ins Portemonnaie. Immerhin ist im Preis ein kostenloses Ticket für maximal vier Stunden im benachbarten Parkhaus enthalten, das man an der Kinokasse gleich im Voraus entwerten kann.

[Update 2013-11-22: Link zu Phantanews]

02.08.2013

Butzbach Open Air - James Bond - Skyfall

Gestern war Kino-Tag. Ich liebe Kino, leider hab ich nur so wenig Zeit.

Dummerweise hab ich letztes Jahr den neuen James Bond-Film im Kino verpasst.
Umso erfreuter habe ich neulich in der Zeitung gelesen, dass er zum Programm des Butzbacher Open Air-Kinosommers im Landgrafenschloss gehört.

Da meine Frau - obwohl James Bond-Fan - den Schauspieler Daniel Craig gar nicht leiden kann, musste ich ohne sie hingehen. Ich muss dazusagen, dass mir die vorherigen Schauspieler auch deutlich besser gefallen. Schon "Casino Royale" war ein austauschbarer Action-Kracher ohne den feinen Humor und die Selbstironie der früheren Filme. Hier stechen insbesondere Roger Moore und Pierce Brosnan hervor.

Auch die Restauration in Butzbach ist sehr empfehlenswert, ich hatte einen Fleischspieß vom Grill für 4 Euro, und das Geld war gut angelegt. Popcorn ist natürlich im Kino ebenfalls ein Muss ;)

Mit einbrechender Dunkelheit fing der Film an. Es gab einen kurzen Vorfilm von etwa fünf Minuten zur Unterhaltung,  auf niederländisch mit deutschen Untertiteln, der auch sehr nett war. Genau wie auf das Bingo-Spiel will ich aber darauf nicht weiter eingehen.

Um es kurz zu machen: der Film hat mich ziemlich enttäuscht. Während des Films riss es mich noch einigermaßen mit, weil die Action und die Tricks wirklich gut gemacht sind, aber die ruhigen Szenen zogen sich wie Kaugummi, und wenn es dermaßen langweilig wird, fange ich an, über das Bisherige nachzudenken, und da taten sich doch einige dramaturgische und inhaltliche Lücken auf.

Zur Erinnerung: eine verschlüsselte Festplatte mit den Daten und Klarnamen nahezu aller NATO-Agenten, die in Terrororganisationen infiltriert wurden, wird gestohlen. Während eines dramatischen Kampfs auf dem Dach eines fahrenden Zugs befiehlt "M" der zweiten Agentin, trotz unklaren Schussfelds zu schießen. Sie trifft nicht den Bösewicht, sondern Bond, und die Festplatte verschwindet mit dem Zug in einem Tunnel. Bond wird vermisst, überlebt aber natürlich. Klar, eine Schulterwunde und ein Sturz aus geschätzten 50 m Höhe machen einem britischen Superagenten wenig aus. Warum die Agentin nicht einfach noch einmal geschossen hat, um den zweiten Schwarzfahrer zu erwischen, wurde mir nicht klar.

Die Festplatte wird entschlüsselt und der Unbekannte droht, jede Woche fünf Agenten zu enttarnen. Ein Anschlag auf das MI6-Gebäude führt zu einer politischen Affäre, und ein Staatssekretär legt "M" einen ehrenhaften Rücktritt nah. Sie verweigert dies und besteht darauf, das "Problem" selbst zu lösen. Der Anschlag wurde durch Hacking und computergesteuerte, geöffnete Erdgas-Ventile ausgeführt: der Angreifer scheint also sehr gute Computerkenntnisse zu besitzen. Bond kehrt zurück, ist aber in katastrophaler körperlicher Verfassung und besteht keinen Test. "M" belügt ihn darüber und versetzt ihn zurück in den aktiven Dienst.

Der Dieb der Festplatte wird identifiziert und Bond verfolgt ihn nach Shanghai. In einem Hochhaus führt Patrice seinen Killerjob aus und stürzt danach ab. Bond erfährt zwar nicht, wer der Auftraggeber war, aber er findet einen Casino-Chip. Er löst ihn an der Kasse ein und erhält einen Koffer mit 4 Mio. Euro. Außerdem trifft er eine elegante Frau, die schon in der Suite des Ermordeten anwesend war. Sie scheint die Vertraute des Bösewichts zu sein. Falls Bond es schaffe, ihre Bodyguards zu besiegen, erwarte sie ihn an Bord eines bestimmten Schiffes.

Natürlich schafft Bond das und trifft Sévérine. Das Schiff fährt zu einer von ihren Bewohnern aufgegebenen Insel. Dort erschießt der Bösewicht Sévérine in einem grausamen Schießspiel und wird danach festgesetzt, weil Bond mit Hilfe eines Peilsenders seine Position bekannt geben konnte.

Allerdings war die Festnahme Teil des Plans: der (sehr junge und sehr von sich überzeugte) "Q" schließt den "bösen" Laptop mit zwei (?) Kabeln an und untersucht ihn. Dabei schafft es ein sehr aggressives Virus, aus dem Laptop ins MI6-Computernetz auszubrechen und alle computergesteuerten Türen und Klappen zur Kanalisation zu öffnen, so dass der Bösewicht entkommen kann. Er verübt einen Anschlag auf den Untersuchungsausschuss, in dem "M" gerade Rede und Antwort stehen muss. Bond flüchtet mit "M" zunächst in ihrem Bentley, dann steigen sie um auf Bonds eigenen DB5.

Der Showdown findet im Anwesen von Bonds Eltern "Skyfall" in Schottland statt. Mit viel Bums und Feuerwerk werden die meisten Meuchelmörder und ein großer Armeehubschrauber besiegt. Dabei geht das Gebäude in Flammen auf. "M", Bond und der Wildhüter der Bonds, der gerade im Begriff war, nach Bonds angeblichem Tod den Besitz aufzulösen, flüchten durch einen Tunnel. "M" wird angeschossen und flüchtet in eine Kapelle. Dort tötet Bond den Ex-Agenten Silva. "M" stirbt.

Als Schlusspointe und vermutlich Grundstein für eine Neuauflage der kommenden Filme lernt Bond zurück im Büro seinen neuen Chef kennen, den früheren Staatssekretär Mallory, nun "M". Die Agentin, die ihn zu Beginn statt des Festplattendiebs angeschossen hat, erklärt, lieber im Innendienst bleiben zu wollen, und stellt sich als "Eve Moneypenny" vor.

Der Film hat mehrere gravierende logische Fehler. Ich konnte mir bis eben nicht einmal den Namen des Bösewichts merken und musste sogar bei Wikipedia nachschlagen, damit ich wenigstens einmal seinen Eigennamen hinschreiben konnte ;). Einen Tag später ...

Der schlimmste Fehler ist natürlich, dass nach der Gefangennahme auf der Insel "Q" Silvas Laptop anscheinend ohne weiteren Sicherheitsvorkehrungen mit einem Netzwerkkabel verband und in Betrieb nahm. Eine ernsthafte forensische Analyse setzt voraus, dass während der Untersuchung keine Änderungen am Untersuchungsobjekt geschehen können. Insbesondere darf das Gerät nicht eingeschaltet sein. Am besten wäre es, die Festplatte auszubauen, zu kopieren und nur die Kopie zu untersuchen. Das höchste der Gefühle wäre, eine virtuelle Maschine mit dem Festplattenabbild zu starten, die keine Verbindung zum echten Netzwerk hat.

Andererseits sieht man hier sehr schön die Gefahren, die das "Internet der Dinge" mit sich bringt, wenn also Geräte des täglichen Lebens einen Netzwerkanschluss bekommen und gesteuert werden können. Warum sollte man die Gasleitungen im MI6-Gebäude von außen über Internet erreichbar machen? Warum hatte der Laptop von "M" Zugang zu diesen Gasventilen, wenn er gehackt werden kann? Üblicherweise gestattet man Zugriff nach dem "need to know"-Prinzip. Wer den Zugriff nicht braucht, bekommt ihn nicht, selbst wenn er der oberste Boss ist. Jeder Zugang ist prinzipiell ein möglicher Angriffspunkt ("attack vector").

Ein weiterer Logikfehler geschieht während des Kampfs gegen die Bodyguards: der Gegner nimmt die Walther-Pistole, die durch Fingerabdrucksensoren auf Bond geeicht ist, und während des Angriffs der Echse fällt sie in den Staub. Bond springt auf den Rücken einer anderen Echse, um von dort wieder nach oben zu gelangen. Er hat keine Zeit, seine Pistole zu suchen. Später steckt er sie aber ganz gelassen wieder ein.

Besonders langweilig fand ich die Befragung im Untersuchungsausschuss, als "M" von ihrem verstorbenen Mann erzählt und ein längliches Gedicht von Tennyson rezitiert. Dabei gibt es Umblendungen zu Bond auf dem Weg zu ihr.

Im Lichte der gerade tobenden Debatte um das umfassende Abhören ist es natürlich besonders erschreckend, wenn am Anfang des Films während der Verfolgung des Diebs durch die Stadt die Bond-Kollegen im Büro Zugriff auf "Überwachungskameras, Satelliten, Verkehrsüberwachung" verlangen und nahezu sofort widerspruchslos bekommen. Jeder von ihnen weiß also, wie umfangreich die Überwachung ist, und kann sie wie selbstverständlich sofort in Anspruch nehmen.

Eigentlich bin ich ein großer James Bond-Fan. Mir gefallen die technischen Spielereien, die "Q" erfindet, und sein running gag, Bond möge wenigstens diesmal ein Auto heile wieder zurückbringen. Natürlich wird jedes Auto zerstört, und auch sonst hat Bond ein Händchen für die Schwachpunkte von "Q"s Erfindungen ;). Außerdem mag ich die intellektuellen Wortgefechte, die sich Bond mit seinen Gegnern liefert. Nun gut, das unsichtbare Auto war ein bißchen zu extrem, das war sogar mir zu unglaubwürdig ;).

Im aktuellen Film gibt es eine Andeutung von homosexuellen Streicheleien, als Bond auf der Insel gefesselt ist und der Bösewicht ihm wie üblich eine längliche Rede hält, damit Bond und die Zuschauer verstehen, warum alles so ist, wie es ist, und ein missmutiger Bond erklärt: "Wie kommen Sie darauf, dass es für mich das erste Mal ist?". Das kommt in keinster Weise an die Dialoge in den früheren Filmen heran. Das tiefschürfendste in den Craig-Bond-Filmen war noch der Dialog zwischen Vesper Lynd und Bond in "Casino Royal" im Zugrestaurant auf dem Weg zum Poker-Wettbewerb, als sie beide sich gegenseitig analysieren und feststellen, dass sie Waisen sein müssen.

Update 2013-08-04:

Inhaltlich war die Geschichte auch nicht so toll: der Ex-Agent, der die Seiten wechselt, ist schon in "Goldeneye" aufgetreten, und das Folter-Opfer, das aus Rache "M" im Visier hat, gab es auch schon in "Die Welt ist nicht genug". Ein doppelter Neu-Aufguss also ;)