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22.04.2013

Thunderbird Tipp: RSS-Feeds öffnen ungefragt Webseiten im Browser

Hier kommt mal eben kurz ein nützlicher Tipp für Thunderbird, wenn man wie ich gern RSS-Feeds für die täglichen Nachrichten liest.

Manche Feeds rufen ungefragt, wenn man die HTML-Ansicht eingestellt hat, Webseiten auf, teilweise mit Werbung, teilweise zum Tracking, und wofür noch nicht alles (googleusercontent.com, twimg.com, doubleclick.net usw.usf). Sehr lästig und unverschämt. Normalerweise stoppt der Werbeblocker im Browser solche Aufrufe, aber offensichtlich nicht, wenn man über RSS mitliest.

Wenn man das nicht mehr haben will, kann man sich mit einem kleinen Trick behelfen: man schaltet Javascript in Thunderbird aus. Das tut in den allermeisten Fällen nicht weh. Ich habe wissentlich noch nie JavaScript in Thunderbird gebraucht, weder für Emails noch für RSS oder News.

Je nach Betriebssystem und Sprache ruft man den Button "Config Editor" auf und in der Filterbox als Suchbegriff "javascript.enabled". Wenn die angezeigte Zeile ein "true" enthält, mit der Maus doppelt draufklicken und - fertig!

Ok, und wo finde ich diesen Button nun? Hier in der Tabelle nachgucken, wie der Weg dahin führt:

EnglischDeutsch
LinuxEdit -> Preferences -> Advanced -> GeneralBearbeiten -> Einstellungen -> Erweitert -> Allgemein
WindowsTools -> Preferences -> Advanced -> GeneralExtras -> Einstellungen -> Erweitert -> Allgemein

Und dann ganz beherzt: Thunderbird Config Editor button anklicken und die Warnung lesen. Dann auf den Button für "weitermachen!" klicken ("ja, ich bin vorsichtig ...").

Der Eintrag wird jetzt fett dargestellt mit dem Text false. Dies bedeutet, dass Javascript in den HTML-Seiten der RSS-Feeds nicht mehr ausgeführt wird. Fenster der Reihe nach wieder schließen und erledigt.

Zur Kontrolle: wenn man den Postillon über RSS liest, passiert das gern. Nach der Änderung nicht mehr.

10.04.2013

Mozilla-Programme automatisch installieren

Nachdem nun also die aktuellen Versionen von Firefox und Thunderbird heruntergeladen sind, kann man daran gehen, sie auf alle Zielrechner zu installieren. Das lohnt sich schon, wenn man nur zwei oder drei davon verwalten muss. Je mehr, desto mehr Aufwand und Zeit spart man ;)

Für diese Automation bieten die Installationsprogramme von beiden Produkten verschiedene Optionen. Bei der interaktiven Installation gibt es einige Möglichkeiten, Voreinstellungen über diverse Dialogpanels zu verändern, analog dazu bieten die Installer eine Möglichkeit, diese Änderungen entgegenzunehmen, wenn man eine automatisierte Installation durchführen will.

Im weiteren Text schreibe ich jetzt einfach "Mozilla", statt jedesmal lang und breit auszuschreiben, dass es sich um Firefox und Thunderbird handelt. Das Verfahren funktioniert bei beiden Produkten identisch.

Die einfachste Methode, ein unverändertes Mozilla zu installieren und nur ggfs. das Ziel zu verändern, ist die Verwendung einer sogenannten "ini"-Datei. Das ist eine Textdatei, in der man dem Installer Änderungen mitteilen kann.

Daneben gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, Mozilla vor und während der Installation anzupassen, z.B. sofort bestimmte Add-Ons, Themes, Plugins usw. zu installieren, Menüs zu verändern oder abzuschalten oder die Optik und das Verhalten total umzukrempeln. Dazu später mehr. Wer's nicht aushalten kann, sollte sich das Mozilla-Wiki schon mal anschauen. Einer meiner Ex-Kollegen von IBM, der sich mittlerweile selbständig gemacht hat, schreibt auch ein Blog (englisch), in dem viele Mozilla-Tipps zu finden sind. Warnung: wer mit "about:config" nix anfangen kann, ist dort falsch ;)

Hier ist eine einfache "ini"-Datei, in der nur einige Optionen aktiviert sind. Die Zeilen, die mit einem Semikolon ";" beginnen, sind inaktiv. Mit Hilfe dieser Steuerdatei ist es also ersichtlich möglich, folgendes zu verändern:

  • den Programmnamen, unter dem Mozilla unter Windows sichtbar wird, 
  • das Verzeichnis
  • Anlegen von Icons auf dem Desktop
  • Anlegen von Icons im Startmenü
  • Anlegen von Icons im Quick launch menü (Schnellstartmenü)
  • Anlegen/Starten des Windows-Services für automatische Updates

[Install]
; InstallDirectoryName=Mozilla Firefox
; InstallDirectoryPath=c:\firefox\
QuickLaunchShortcut=false
DesktopShortcut=false
; StartMenuShortcuts=false
; MaintenanceService=false
Anmerkungen:
  1. wenn man "StartMenuShortcuts" verwenden will, muss man unbedingt die Option für den Verzeichnisnamen auch verwenden. Dies ist derzeit ein kleiner, bekannter Fehler im Installationsmechanismus.
  2. Verzeichnisnamen mit Leerzeichen müssen mit "..." umschlossen werden
  3. Ein-/Ausschalten mit den Schlüsselworten "true" und "false"

Mit dem nächsten kleinen Skript wird Mozilla mit Hilfe einer "ini"-Datei installiert. Das Skript sucht jeweils die neueste Datei (über die Sortierung nach Namen bei "DIR /ON"). Vor der Installation wird ein eventuell laufendes Mozilla beendet, sonst schlägt die Installation fehl (taskkill funktioniert seit Windows XP). Wie man sieht, ist dieses Skript sehr engstirnig: es kann nur Mozilla ESR Version 17 in deutsch installieren. Im kommenden November muss dieses Skript dann angepasst werden, wenn das jährliche ESR-Release auf die Version 24 springt (da kommen dann einige wirklich größere Veränderungen im Installationsprozess auf uns zu. Den Spaß hat die Release-Gemeinde jetzt schon mit der kommenden Version 21.0. Dies ist der neuen Version für Windows 8 mit Metro-Interface geschuldet).
Die automatisierte Installation wird dadurch gestartet, dass die EXE-Datei mit der zusätzlichen Angabe /INI=<dateiname> gestartet wird. Dadurch werden die Dialogbildschirme mit den Fragen nicht gezeigt, sondern die Vorgaben aus der Datei gelesen und umgesetzt.

@echo off
set D=%~dp0
taskkill /IM firefox.exe
for /F %%i in ('dir /B /ON %D%firefox-17.*esr-de.exe') do set INST=%%i
echo installing %INST%
%D%\%INST% /INI=%D%install-firefox.ini
taskkill /IM thunderbird.exe
for /F %%i in ('dir /B /ON %D%thunderbird-17.*esr-de.exe') do set INST=%%i
echo installing %INST%
%D%\%INST% /INI=%D%install-thunderbird.ini
Über eine Veränderung des "dir"-Befehls kann man hier wählen, ob eine ESR- oder eine Rapid-Release-Version installiert wird. Mir persönlich sind die ESR-Versionen lieber, weil darin nur Korrekturen und Sicherheitsupdates enthalten sind, aber keine Änderungen am Verhalten oder komplett neue Funktionen. Aber das ist Geschmackssache, sagte der Affe und biß in die Seife ;)

Demnächst erzähle ich dann den Rest der Geschichte. Darin geht es darum, das "Management by Turnschuh" zu vermeiden, also das Spazierengehen in der ganzen Firma, um jeden einzelnen Rechner anzufassen und von dort die Installation zu starten. Um das hinzubekommen, muss man einmalig ein kleines Hilfsprogramm zur Fernsteuerung installiert haben (bei mir "ssh"). Seien Sie gespannt ;)

08.04.2013

Aktuelle Mozilla-Programme downloaden

Mal wieder ein kleines, nützliches Skript, um bei den Updates für Firefox und Thunderbird auf Windows Schritt zu halten. Das ist sehr praktisch, wenn man ein eigenes kleines Netzwerk verwalten muss und nicht jeder PC einzeln die Updates runterladen soll.

Das Skript verlässt sich auf die Symlinks "latest" bzw. "latest-esr" auf dem Downloadserver. Die sind leider nicht so spontan aktuell, aber doch durchaus noch im vertretbaren Rahmen. Wenn man eine ganz bestimmte Version haben will oder die Symlinks doch länger nicht aktuell sind, kann man auch auf der Kommandozeile die gewünschte Versionsnummer direkt angeben (z.B. "19.0.42" oder "17.0.5esr"). Erste Angabe ist für Firefox, zweite Angabe für Thunderbird.

Beispiel von Aufrufen mit "verbose"-Option:

get-mozilla.sh -v 20.0.1 17.0.5
get-mozilla.sh -ve 17.0.5esr 17.0.5esr
Das Skript besorgt sich mit "lynx -dump" für die gewünschte Version ("release" bzw. "esr", "de" bzw. "en") die Download-Seite bei einem der gespiegelten Mozilla-Server im Klartext, sucht sich aus dem Anhang der Seite die Downloadlinks heraus, und lädt dann die neuen Versionen herunter, sofern sie nicht schon lokal vorhanden sind. Es wird also nix doppelt runtergeladen. Wer kein rsync verwendet, kann den letzten "if"-Befehl im Skript entfernen, das kopiert die heruntergeladenen Dateien auf einen anderen Server.


Da die ESR-Versionen (Extended Support Release, d.h. nur Sicherheitsupdates, keine neuen Features für den Support-Zeitraum) nicht überall gespiegelt werden, gibt es einen expliziten Server, von dem diese "Enterprise"-Versionen geholt werden.

Wenn man also die "normalen" rapid-release und die ESR-Versionen benötigt, muss man das Skript 2x aufrufen, einmal mit "-e", einmal ohne diesen Switch. Danach hat man vier Dateien pro Variante, TB und FF jeweils in deutsch und englisch. Wer weniger oder andere Sprachen haben will, muss das Skript entsprechend anpassen.

Gesteuert wird das Skript über einige Switches:
  • -e ESR-Version herunterladen
  • -v verbose
  • -s nur Anzeigen, nix herunterladen
  • -S rsync zum Kopieren auf einen anderen Server
#!/bin/sh

# ftp.mozilla.org
# /pub/mozilla.org/firefox/releases/17.0esr/win32/en-US
# /pub/mozilla.org/firefox/releases/17.0esr/win32/de
# Firefox Setup 17.0.2esr.exe
# /pub/mozilla.org/thunderbird/releases/17.0esr/win32/de/
# /pub/mozilla.org/thunderbird/releases/17.0esr/win32/en-US/
# Thunderbird Setup 17.0.2esr.exe
# https://download-installer.cdn.mozilla.net/pub/mozilla.org/

latestff=latest
latesttb=latest
esrff=latest-esr
esrtb=latest-esr
show=0
sync=0
verbose=-q
url=http://download-installer.cdn.mozilla.net/pub/mozilla.org
mirror=ftp.mozilla.org/pub/mozilla.org

while getopts "esSv" opt
do
  case "$opt" in
  S) sync=1;;
  s) show=1;;
  v) verbose=-v;;
  e) latestff=$esrff
     latesttb=$esrtb
     url=$mirror
  ;;
  esac
done
shift $(expr $OPTIND - 1)

PATH=/opt/bin${PATH:+:$PATH}

ff=$url/firefox/releases/%s/win32
tb=$url/thunderbird/releases/%s/win32
ffde=$ff/de
ffen=$ff/en-US
tbde=$tb/de
tben=$tb/en-US
mail=0

msg() { echo "$*" 1>&2; }
error() { msg "$*"; exit 1; }

download() {
  ver=${4}
  u=$(printf "$1" $ver)
  name=$(lynx -dump $u | awk '/\.exe$/{sub(/.*\//,"",$2);print$2;exit;}')
  ver=${name%.exe}
  ver=${ver#*Setup%20}
  fn=$2-$ver-$3.exe
  if [ $show -eq 1 ]
  then
    echo "$u"
    lynx -dump $u | awk '/\.exe$/{sub(/.*\//,"",$2);print$2;exit;}'
    echo "$fn"
  else
    if [ -f "$fn" ]
    then
      echo found $2 $ver $3
    else
      echo downloading $2 $ver $3
      wget $verbose $u/$name -O "$fn"
      if [ -s "$fn" ]
      then
        mail=1
      else
        rm "$fn"
      fi
    fi
  fi
}

cd /install/mozilla

download "$ffde" firefox de ${1:-$latestff}
download "$ffen" firefox en ${1:-$latestff}
shift
download "$tbde" thunderbird de ${1:-$latesttb}
download "$tben" thunderbird en ${1:-$latesttb}

if [ "$mail" -eq 1 ]
then
  echo send mail ...
  ls -1rt | \
  grep -i '\.exe' | \
  /bin/mail -s "New Mozilla software (FF $latestff) (TB $latesttb)" ths
fi
if [ "$sync" -eq 1 ]
then
  echo sync to nas ...
  rsync -v -e /opt/bin/ssh *.exe root@nas:/mnt/nas1/install/mozilla
fi