Posts mit dem Label Kind werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kind werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

04.03.2015

Das iPhone 5 bekommt ein neues Display

Wer hätte das gedacht? Nach langem (sehr langem!) Gequengel hat sich Kind 1 den größten Wunsch aller Zeiten(TM) erfüllt und ein iPhone gekauft. Das Konfirmationsgeld und ganz viele zugedrückte Hühneraugen haben es möglich gemacht - obwohl ich als Elternteil und Finanzier das geschlossene Öko-System von Apple ziemlich ablehne.

Wer hätte das gedacht? Es hat kein ganzes Jahr gedauert, und das iPhone hat den ersten Schaden. In einer öffentlichen Toilette ist aus einem Seifenspender ein Schwall Flüssigseife auf das Display getropft. Dummerweise hat das Abwischen nicht ausgereicht - das iPhone 5 ist halt nicht wasserdicht, nicht mal spritzwasserfest. Ein kleiner Rest Seifenlotion ist nach und nach ins Innere gekrochen, und ausgerechnet ins Display. Dort hat es sich dann im Lauf der letzten Tage immer weiter ausgebreitet.

Das ist natürlich ein unhaltbarer Zustand - ich kann keine defekten Geräte in meinem Umfeld ansehen, das widerstrebt mir. Außerdem hatte ich die Befürchtung, dass sich der Rest Seifenlauge immer weiter ins Gerät hinein verteilt und dann irgendwann auch die Elektronik im Inneren angreift.

Zunächst die Nagelprobe: wie kompliziert ist der Austausch eines Displays bei einem iPhone 5? Videos bei youtube gesucht und angeschaut und überrascht festgestellt: es scheint ganz einfach zu sein! Entgegen meinen Erwartungen und Vorurteilen lässt sich das Gerät leicht öffnen, und der Tausch des Displays besteht nur aus wenigen Handgriffen, wenn man eine ruhige Hand für die superkleinen Schrauben im Inneren hat.

Also musste ein Ersatzdisplay her. Zu meiner extrem großen Überraschung finden sich bei ebay Angebote für komplette Ersatzdisplays schon ab ca. 40 €. Da ich das Gebastel vom Nexus 7 noch in schlechter Erinnerung hatte, dort das Display von der Bezel (dem Rahmen) zu trennen, habe ich mich für ein komplett montiertes Modul entschieden, in dem Kamera, Knopf und Hörer schon fertig montiert waren. Ansonsten hätte ich vom alten Displaymodul noch die Einzelteile ab- und ummontieren müssen. Das hat den Spaß zwar nochmal 5 € teurer gemacht, aber soviel ist die gesparte Arbeitszeit auf jeden Fall wert.

Die Bestellung trudelte recht schnell ein, und der Austausch des Displays war tatsächlich so einfach, wie es im Video ausgesehen hat. Alle benötigten Werkzeuge waren im Paket mit drin, auch der Mikro-Mini-Torx-Schraubenzieher.

Die zwei Schrauben neben dem Lightning-Anschluss lösen, mit dem mitgelieferten Saugnapf das Display vorsichtig ablupfen ...


... dann mit dem Plastikhebelwerkzeug gleichmäßig von unten nach oben auf beiden Seiten aus dem Unterteil heben, nach oben klappen ...






... dann im Inneren drei noch kleinere Schrauben lösen, die einen Blechdeckel festhalten ...






... drei Platinenstecker lösen (von rechts außen im Uhrzeigersinn beginnen) und schon ist das Display ab!





Beim neuen Display war auf der Innenseite noch eine Schutzfolie aufgeklebt, danach musste ich in der umgekehrten Reihenfolge die Stecker wieder aufstecken und festdrücken, den Blechdeckel festschrauben und das war's eigentlich schon. Der letzte Schritt ist dann schon, das neue Display vorsichtig in das Unterteil zu drücken und die beiden Schrauben festzuziehen.


Wer hätte das gedacht? Display und Touchscreen funktionieren einwandfrei nach dem Einschalten.

Kind 1 wieder glücklich - und um 50 € Schulden "reicher" ;)

Wer hätte das gedacht? Unglaublich!

07.04.2014

Boys day und Girls day

Letztens war mal wieder der jährliche Girls day.
Seit kurzem, genauer: seit 2011, gibt es als Ausgleich sogar einen Boys day.

Meine Tochter war bei IBM in Frankfurt. Dort haben sie in drei verschiedenen Projekten gearbeitet:
  1. Bau und Programmierung eines Lego-Mindstorm-Roboters
  2. Erstellen eines Werbevideos
  3. Präsentation
Mein Sohn war in einer befreundeten Tierarztpraxis. Er hat dort gelernt, was ein (Tier-)Arzt und ein/e Helfer/in so alles macht:
  • Biologie, Physiologie, Anatomie
  • Chemie (Blutuntersuchung)
  • Physik (Röntgen, Ultraschall)
  • Psychologie (Besitzer)
  • BWL (der Tierarzt als Unternehmer)
Die Idee bei beiden Aktionen ist: man bringt Mädchen bzw. Jungs dazu, in einen Beruf hineinzuschnuppen, der gerade nicht zu ihrem typischen Rollenklischee zählt. Mädchen also in Männerberufe, gern auch richtig schmutzig, wie Autowerkstatt - oder eben mathematisch/technisch/IT, und Jungs in Frauenberufe, typischerweise also sozial/erzieherisch/pflegerisch.

Was genau bringt nun so ein Tag?

Beim Mittagessen haben Kollegen und ich darüber diskutiert. Ein gleichalter Kollege hat ebenfalls "gemischte" Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Genau wie bei uns - obwohl sich die Eltern bemühen, beiden Kindern dieselben Angebote zum Spielen und zur Beschäftigung zu geben, sind "typisch männliche" und "typisch weibliche" Tendenzen erkennbar.

Söhne basteln Raumschiffe aus Lego. Mädchen spielen Familie. Ältere Jungs lesen oder schauen Science Fiction, Mädchen beschäftigen sich mit sozialen Beziehungen, verfolgen auf Twitter die angehimmelte Boyband ("wer mit wem") oder versuchen, der Freundin mit Liebeskummer zu helfen [die Aufzählung ist natürlich nicht vollständig, sondern im Gegenteil mit Absicht sehr plakativ].

Es fängt doch schon im Kindergarten an: fast nur weibliche Beschäftigte. Wo sind die männlichen Rollenvorbilder? Schon hier sehen Kinder, dass es anscheinend typisch weiblich ist, sich um Kinder zu sorgen und sich mit ihnen zu beschäftigen.

In der Grundschule setzt sich das fort: fast nur Lehrerinnen, und eine bestimmte Art von Methodik im Unterricht. Den gelegentlichen männlichen Lehrer muss man mit der Lupe suchen (die örtliche Grundschule hat einen männlichen Konrektor). Bedingt durch die Option auf Schwangerschaft haben die Kinder in der Grundschule so gut wie nie eine Klassenlehrerin über die gesamte (bei uns) vierjährige Grundschulzeit.

An den weiterführenden Schulen dann eine halbwegs "normale" Geschlechterverteilung in der Lehrerschaft.

Bei der Elternmitbestimmung ist erstaunlicherweise dasselbe zu beobachten (empirisch, aus meiner eigenen Beobachtung). Im Kindergarten und in der Grundschule fast ausschließlich weibliche Elternteile, die sich im Elternbeirat engagieren. Auch bei den Elternabenden sieht man fast nur die Mütter - wenn überhaupt. Viele Eltern interessieren sich so gut wie nicht für die Mitbestimmung. Erst in der weiterführenden Schule tauchen mehr Väter bei den Elternabenden auf, und manchmal lassen sie sich sogar als Elternbeirat wählen. In den weiteren Gremien - wie Schulkonferenz, Kreiselternbeirat, Landeselternbeirat - finden sich dann wiederum fast nur noch Mütter. Die Ausnahmen lassen sich nur mit der Lupe finden.

Ich will damit nicht sagen, dass es prinzipiell schlecht ist, aber es ist einseitig, und es vermittelt den Kindern einen falschen Blick auf die Welt.

Wie ich neulich im Artikel über die Frauenquote schon schrieb: ich halte Frauen und Männer prinzipiell für der gleichen Leistung fähig. Aber die gesellschaftlichen Strukturen favorisieren eine bestimmte ungleiche Rollenverteilung. Das fängt bei der schlechten Bezahlung von sozialen und Pflegeberufen an und hört beim Kopfkino bei Bewerbungsgesprächen noch lang nicht auf, bei denen der Personaler immer eine mögliche Schwangerschaft einer Bewerberin einkalkuliert. Er darf es natürlich nicht sagen (Stichwort AGG), genausowenig wie nach einer bestehenden Schwangerschaft gefragt werden darf, aber ich bin mir sicher, es wird gedacht.

Um noch mal den Bogen zum Anfang und dem Gespräch mit meinen Kollegen zu schlagen: suchen Frauen sich prinzipiell bestimmte Berufe aus (->Ursache), oder wird die Auswahl des Berufs durch bestimmte gesellschaftliche Rahmenbedingungen in eine bestimmte Richtung gedrängt (->Wirkung)? Ich kann es nicht beurteilen.

Zum Schluss noch etwas Positives: Google hat im Blog eine sehr schöne Hommage an Frauen in der IT zusammengestellt, sollte man gesehen haben.

24.04.2013

base ist auch ne lustige Telefonfirma

Was einem nicht so alles passieren kann, wenn man was von einer Firma will ...
Es ist zwar nicht ganz so absurd wie bei der Handy-Kündigung meiner Frau, aber trotzdem einen Blogartikel wert, finde ich ;)

Kind 1 hat bei DSDS angerufen und mit abgestimmt.
Leider über Handy ...
Das kostet ... zum Glück waren's nur 20 Euro (1,50 pro Anruf - puh).

Dummerweise kommt die Telefonrechnung erst 1,5 Monate später, das sorgt dann nochmal für ganz schönen Ärger und hohen Blutdruck.

Also gleich bei base.de mit dem Kontaktformular einen Auftrag zur Sperrung bestimmter Rufnummern abgeladen ...

Heute kam eine Email als Antwort, die ich beantworten musste, weil ich sie so absurd finde.

ich>> Hallo, bitte sperren Sie für die Telefonnr. 0177-xxxxx alle
ich>> kostenpflichtigen Zusatzdienste, d.h. 0137, 0138, 013x, 0900,
ich>> 0180x, alle Premium-Dienste (Abonnements) und wenn möglich, auch
ich>> Auslandstelefonate.  Vielen Dank.

base> schade, wir konnten Sie telefonisch nicht erreichen, um Ihre E-Mail
base> zu beantworten.
base> Spätestens 48 Stunden nach der Einrichtung ist die Sperre technisch umgesetzt.
besten Dank für die Umsetzung, damit ist meinem Wunsch entsprochen.
warum schreiben Sie in die Email nicht hinein, was Sie mich am Telefon fragen wollten? Finde ich jetzt sehr umständlich.
Am besten schicken Sie mir noch ein Fax, in dem drinsteht, dass Sie mir eine Email geschickt haben, weil Sie mich am Telefon nicht erreichen konnten. SCNR.
Was in der Antwort überhaupt nicht drinstand: sind jetzt nur Abos gesperrt, oder das, was ich auch (und hauptsächlich) gewünscht hatte: kostenpflichtige Rufnummern wie 0137, 0900, Auslandsnummern?

Auf meine zugegeben etwas flapsige Nachfrage kam dann eine immer noch freundliche Antwort zurück, und die hat mich dann etwas schlauer gemacht:

(...) wurde ein Sperre aller Leistungen Dritter, wir zum Bespiel Abos und Zahlungen durch Apps. Gern habe ich weiterhin für Sie eine Sperre für 0180er- und 118xy-Rufnummern eingerichtet.
Eine Sperrung abgehender internationale Gespräche können Sie selbstständig einrichten.
Einschalten: *331*Passwort# Sendetaste
Ausschalten: #331*Passwort# Sendetaste
Statusabfrage: *#331# Sendetaste
Bitte denken Sie daran, dass bei aktivierter Sperre Gespräche in ein anderes Land nicht möglich sind. Sie können jedoch während eines Auslandsaufenthaltes innerhalb des Landes telefonieren.
Die Sperrung aller abgehenden internationalen Gespräche kostet monatlich 5,00 €.
(Hervorhebung in fett von mir)

08.04.2013

Wenn der Papa mit dem Lötkolben ...

Manche Kinder sind destruktiver als andere. Die kriegen alles kaputt, meistens sind die Geschenke schon am Tag nach Weihnachten ein Fall für die Müllabfuhr.

Und dann gibt es da noch mein Kind 1 ...

Kind 1 zeichnet sich dadurch aus, dass es seit einiger Zeit ein Smartphone besitzt. Zuerst ein Motorola Flipout, das meine Tochter heiß und innig geliebt hat, weil die über Eck ausklappbare Tastatur ja sooo cool ist. Leider hat es einen Bildschirm, den man mit 320x240 eher als zierlich bezeichnen muss. Nicht mal meine Frau wollte das abgelegte Handy noch benutzen. Da sie aber ebenfalls ein Tastatur-Liebhaber ist, wurde es für sie dann ein etwas größeres Motorola Milestone 2, mittlerweile mit Android 4.1.2 aufgepeppt ;)

Nach dem Flipout hat Kind 1 mit mächtigen Spar-Anstrengungen das Oster-, Weihnachts- und sonstiges Geld in ein gebrauchtes Samsung Galaxy S2 investiert. Eigentlich ein tolles Gerät ... Wenn ... Ja wenn der USB-Anschluss aus massivem Titan gefertigt wäre.

Meine Tochter hat die Angewohnheit, das Handy auch zu benutzen, wenn der Akku eigentlich schon leer ist. Die Lösung: man steckt einfach das Ladegerät ein und daddelt weiter. Trotz aller Warnungen und Hinweise auf das Hebelgesetz ... Eine Zeitlang geht das gut, aber gesund ist das für die filigrane Mechanik nicht, die das an Ort und Stelle hält.

Das ist dann ganz schön dumm, wenn das Ladegerät das Gerät nicht mehr lädt ... Das Entladegerät sitzt aber weiterhin vor dem Bildschirm und will spielen und whatsappen und kiken und vibern, was das Zeug hält; allein, es ist kein Strom da.

Weil Papa Ladestationen so toll findet, wurde vor einiger Zeit schon mal eine "Dockingstation" angeschafft. Die hatte rein zufällig auch einen zusätzlichen Ladeschacht für einen nackigen Akku. Kind 1 findet Ladestationen aber eher unspannend und verwendet sie kaum. Dachte Papa ...

Das wäre jetzt richtig praktisch gewesen, wenigstens als Notbehelf bis zur Reparatur des Handys, den Akku auszubauen, in die Ladestation zu stecken und dann wieder die ganze Geschichte rückwärts.

Also wird die Ladestation gesucht. Irgendwo im Kinderzimmer vergraben muss sie doch ... zwischen den Noten und den Pferdebüchern und dem ... ich schreib's lieber nicht. Ja! Da ist sie wirklich. Aber warum klappert das so beim Hochheben? Da wird doch wohl nicht ...

Doch! An der Ladestation ist ebenfalls der USB-Stecker kaputt. Durch brutale Gewalt von der kleinen Platine im Innern der Station abgerissen. Er fällt mir dann lose entgegen, als ich die Ladestation aufschraube. Da hat wohl jemand beim Anschließen des Ladekabels zuviel Kraft gehabt ;(. Oder wollte das Hebelgesetz zum zweiten Mal ausprobieren. Wie auch immer, die Notlösung entschwindet also auch gerade am Horizont. Oder gibt es noch eine Möglichkeit? ...



Was macht der Papa mit der Lizenz zum Löten? Ein USB-Ladegerät mit Micro-Stecker nehmen, den Stecker mit einem großzügigen Entlastungsschnitt abschneiden und an die Lötpunkte anlöten, die zu Vcc und Gnd gehören. Nochmals vorsichtshalber alles nachmessen, ob kein Kurzschluss beim Löten passiert ist ... Stecker in die Steckdose ...

Juhu, die Kontroll-LEDs leuchten schon mal!

Auf dem Bild unter dem angelöteten Kabel (schwarz/weiß, geht nach links weg) sieht man die leere Stelle, wo eigentlich eine USB-Buchse sitzen sollte. Die USB-Buchse hab ich da weiter oben auf dem Bild schon mal ... Aber naja, das ist Vergangenheit.






Akku reingesteckt und fängt an zu laden, die Kontroll-LED wechselt von grün auf orange (ladend) und wird hoffentlich morgen früh wieder grün sein, wenn der Akku voll geladen ist. Bis morgen sollten dann der extradicke Akku und vielleicht auch der normale Akku zum Gerät voll geladen sein. Dann können die abwechselnd laden und benutzt werden.

Und Kind 1 ist wieder online. Wenigstens ab und zu. Mit Unterbrechungen.