08.04.2013

Wenn der Papa mit dem Lötkolben ...

Manche Kinder sind destruktiver als andere. Die kriegen alles kaputt, meistens sind die Geschenke schon am Tag nach Weihnachten ein Fall für die Müllabfuhr.

Und dann gibt es da noch mein Kind 1 ...

Kind 1 zeichnet sich dadurch aus, dass es seit einiger Zeit ein Smartphone besitzt. Zuerst ein Motorola Flipout, das meine Tochter heiß und innig geliebt hat, weil die über Eck ausklappbare Tastatur ja sooo cool ist. Leider hat es einen Bildschirm, den man mit 320x240 eher als zierlich bezeichnen muss. Nicht mal meine Frau wollte das abgelegte Handy noch benutzen. Da sie aber ebenfalls ein Tastatur-Liebhaber ist, wurde es für sie dann ein etwas größeres Motorola Milestone 2, mittlerweile mit Android 4.1.2 aufgepeppt ;)

Nach dem Flipout hat Kind 1 mit mächtigen Spar-Anstrengungen das Oster-, Weihnachts- und sonstiges Geld in ein gebrauchtes Samsung Galaxy S2 investiert. Eigentlich ein tolles Gerät ... Wenn ... Ja wenn der USB-Anschluss aus massivem Titan gefertigt wäre.

Meine Tochter hat die Angewohnheit, das Handy auch zu benutzen, wenn der Akku eigentlich schon leer ist. Die Lösung: man steckt einfach das Ladegerät ein und daddelt weiter. Trotz aller Warnungen und Hinweise auf das Hebelgesetz ... Eine Zeitlang geht das gut, aber gesund ist das für die filigrane Mechanik nicht, die das an Ort und Stelle hält.

Das ist dann ganz schön dumm, wenn das Ladegerät das Gerät nicht mehr lädt ... Das Entladegerät sitzt aber weiterhin vor dem Bildschirm und will spielen und whatsappen und kiken und vibern, was das Zeug hält; allein, es ist kein Strom da.

Weil Papa Ladestationen so toll findet, wurde vor einiger Zeit schon mal eine "Dockingstation" angeschafft. Die hatte rein zufällig auch einen zusätzlichen Ladeschacht für einen nackigen Akku. Kind 1 findet Ladestationen aber eher unspannend und verwendet sie kaum. Dachte Papa ...

Das wäre jetzt richtig praktisch gewesen, wenigstens als Notbehelf bis zur Reparatur des Handys, den Akku auszubauen, in die Ladestation zu stecken und dann wieder die ganze Geschichte rückwärts.

Also wird die Ladestation gesucht. Irgendwo im Kinderzimmer vergraben muss sie doch ... zwischen den Noten und den Pferdebüchern und dem ... ich schreib's lieber nicht. Ja! Da ist sie wirklich. Aber warum klappert das so beim Hochheben? Da wird doch wohl nicht ...

Doch! An der Ladestation ist ebenfalls der USB-Stecker kaputt. Durch brutale Gewalt von der kleinen Platine im Innern der Station abgerissen. Er fällt mir dann lose entgegen, als ich die Ladestation aufschraube. Da hat wohl jemand beim Anschließen des Ladekabels zuviel Kraft gehabt ;(. Oder wollte das Hebelgesetz zum zweiten Mal ausprobieren. Wie auch immer, die Notlösung entschwindet also auch gerade am Horizont. Oder gibt es noch eine Möglichkeit? ...



Was macht der Papa mit der Lizenz zum Löten? Ein USB-Ladegerät mit Micro-Stecker nehmen, den Stecker mit einem großzügigen Entlastungsschnitt abschneiden und an die Lötpunkte anlöten, die zu Vcc und Gnd gehören. Nochmals vorsichtshalber alles nachmessen, ob kein Kurzschluss beim Löten passiert ist ... Stecker in die Steckdose ...

Juhu, die Kontroll-LEDs leuchten schon mal!

Auf dem Bild unter dem angelöteten Kabel (schwarz/weiß, geht nach links weg) sieht man die leere Stelle, wo eigentlich eine USB-Buchse sitzen sollte. Die USB-Buchse hab ich da weiter oben auf dem Bild schon mal ... Aber naja, das ist Vergangenheit.






Akku reingesteckt und fängt an zu laden, die Kontroll-LED wechselt von grün auf orange (ladend) und wird hoffentlich morgen früh wieder grün sein, wenn der Akku voll geladen ist. Bis morgen sollten dann der extradicke Akku und vielleicht auch der normale Akku zum Gerät voll geladen sein. Dann können die abwechselnd laden und benutzt werden.

Und Kind 1 ist wieder online. Wenigstens ab und zu. Mit Unterbrechungen.