10.04.2013

Mozilla-Programme automatisch installieren

Nachdem nun also die aktuellen Versionen von Firefox und Thunderbird heruntergeladen sind, kann man daran gehen, sie auf alle Zielrechner zu installieren. Das lohnt sich schon, wenn man nur zwei oder drei davon verwalten muss. Je mehr, desto mehr Aufwand und Zeit spart man ;)

Für diese Automation bieten die Installationsprogramme von beiden Produkten verschiedene Optionen. Bei der interaktiven Installation gibt es einige Möglichkeiten, Voreinstellungen über diverse Dialogpanels zu verändern, analog dazu bieten die Installer eine Möglichkeit, diese Änderungen entgegenzunehmen, wenn man eine automatisierte Installation durchführen will.

Im weiteren Text schreibe ich jetzt einfach "Mozilla", statt jedesmal lang und breit auszuschreiben, dass es sich um Firefox und Thunderbird handelt. Das Verfahren funktioniert bei beiden Produkten identisch.

Die einfachste Methode, ein unverändertes Mozilla zu installieren und nur ggfs. das Ziel zu verändern, ist die Verwendung einer sogenannten "ini"-Datei. Das ist eine Textdatei, in der man dem Installer Änderungen mitteilen kann.

Daneben gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, Mozilla vor und während der Installation anzupassen, z.B. sofort bestimmte Add-Ons, Themes, Plugins usw. zu installieren, Menüs zu verändern oder abzuschalten oder die Optik und das Verhalten total umzukrempeln. Dazu später mehr. Wer's nicht aushalten kann, sollte sich das Mozilla-Wiki schon mal anschauen. Einer meiner Ex-Kollegen von IBM, der sich mittlerweile selbständig gemacht hat, schreibt auch ein Blog (englisch), in dem viele Mozilla-Tipps zu finden sind. Warnung: wer mit "about:config" nix anfangen kann, ist dort falsch ;)

Hier ist eine einfache "ini"-Datei, in der nur einige Optionen aktiviert sind. Die Zeilen, die mit einem Semikolon ";" beginnen, sind inaktiv. Mit Hilfe dieser Steuerdatei ist es also ersichtlich möglich, folgendes zu verändern:

  • den Programmnamen, unter dem Mozilla unter Windows sichtbar wird, 
  • das Verzeichnis
  • Anlegen von Icons auf dem Desktop
  • Anlegen von Icons im Startmenü
  • Anlegen von Icons im Quick launch menü (Schnellstartmenü)
  • Anlegen/Starten des Windows-Services für automatische Updates

[Install]
; InstallDirectoryName=Mozilla Firefox
; InstallDirectoryPath=c:\firefox\
QuickLaunchShortcut=false
DesktopShortcut=false
; StartMenuShortcuts=false
; MaintenanceService=false
Anmerkungen:
  1. wenn man "StartMenuShortcuts" verwenden will, muss man unbedingt die Option für den Verzeichnisnamen auch verwenden. Dies ist derzeit ein kleiner, bekannter Fehler im Installationsmechanismus.
  2. Verzeichnisnamen mit Leerzeichen müssen mit "..." umschlossen werden
  3. Ein-/Ausschalten mit den Schlüsselworten "true" und "false"

Mit dem nächsten kleinen Skript wird Mozilla mit Hilfe einer "ini"-Datei installiert. Das Skript sucht jeweils die neueste Datei (über die Sortierung nach Namen bei "DIR /ON"). Vor der Installation wird ein eventuell laufendes Mozilla beendet, sonst schlägt die Installation fehl (taskkill funktioniert seit Windows XP). Wie man sieht, ist dieses Skript sehr engstirnig: es kann nur Mozilla ESR Version 17 in deutsch installieren. Im kommenden November muss dieses Skript dann angepasst werden, wenn das jährliche ESR-Release auf die Version 24 springt (da kommen dann einige wirklich größere Veränderungen im Installationsprozess auf uns zu. Den Spaß hat die Release-Gemeinde jetzt schon mit der kommenden Version 21.0. Dies ist der neuen Version für Windows 8 mit Metro-Interface geschuldet).
Die automatisierte Installation wird dadurch gestartet, dass die EXE-Datei mit der zusätzlichen Angabe /INI=<dateiname> gestartet wird. Dadurch werden die Dialogbildschirme mit den Fragen nicht gezeigt, sondern die Vorgaben aus der Datei gelesen und umgesetzt.

@echo off
set D=%~dp0
taskkill /IM firefox.exe
for /F %%i in ('dir /B /ON %D%firefox-17.*esr-de.exe') do set INST=%%i
echo installing %INST%
%D%\%INST% /INI=%D%install-firefox.ini
taskkill /IM thunderbird.exe
for /F %%i in ('dir /B /ON %D%thunderbird-17.*esr-de.exe') do set INST=%%i
echo installing %INST%
%D%\%INST% /INI=%D%install-thunderbird.ini
Über eine Veränderung des "dir"-Befehls kann man hier wählen, ob eine ESR- oder eine Rapid-Release-Version installiert wird. Mir persönlich sind die ESR-Versionen lieber, weil darin nur Korrekturen und Sicherheitsupdates enthalten sind, aber keine Änderungen am Verhalten oder komplett neue Funktionen. Aber das ist Geschmackssache, sagte der Affe und biß in die Seife ;)

Demnächst erzähle ich dann den Rest der Geschichte. Darin geht es darum, das "Management by Turnschuh" zu vermeiden, also das Spazierengehen in der ganzen Firma, um jeden einzelnen Rechner anzufassen und von dort die Installation zu starten. Um das hinzubekommen, muss man einmalig ein kleines Hilfsprogramm zur Fernsteuerung installiert haben (bei mir "ssh"). Seien Sie gespannt ;)