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07.04.2017

Selbstmodifizierender Code

Heute zeige ich mal ein kleines Stück Skriptcode, das eine eigentlich verpönte Programmiertechnik zeigt, nämlich "selbstmodifizierenden Code". Das bedeutet, dass zur Laufzeit erst Programmcode erzeugt und dann direkt ausgeführt wird.

Am besten funktioniert das natürlich in Skriptsprachen, und es muss auch eine Möglichkeit geben, das ausführende Organ, also den Skript-Interpreter, darauf hinzuweisen, dass es neuen Code gibt.

Das Beispiel, das ich vorstellen möchte, ist eher harmlos. Generell sollte man aber bedenken, dass es gefährlich sein kann, wenn man einem Programm die Möglichkeit gibt, sich selbst zu verändern. Diese Technik darf man also insbesondere nicht verwenden, wenn man keine oder wenig Kontrolle über die "Zulieferung" hat, also z.B. bloß nicht in Software für's Web wie CGI-Skripte oder so was.

Mein Artikel beschreibt die Abfrage des Tintenstands eines Druckers. Auf dem Display bzw. im Webinterface zeigt der Drucker sehr schön an, zu wieviel Prozent die Patronen gefüllt sind. Es gibt noch eine weitere Technik: nämlich die Abfrage mit SNMP ("simple network management protocol"). SNMP an sich ist erst mal ziemlich dämlich: es beschreibt nur, wie Geräte Informationen liefern. Welcher Art die gelieferten Informationen sind, kann aber total unterschiedlich sein. SNMP wird von Routern, Switches, Servern, PCs, Druckern, Firewalls, NAS, SAN, Monitoring und vielen anderen Geräten gesprochen, und jedes davon hat ein anderes Spektrum an Parametern.

Deshalb gibt es zu Geräten der diversen Kategorien Beschreibungsdateien, in denen niedergelegt ist, welche Daten ein Gerät liefern kann. Diese Beschreibungen werden gesammelt in MIBs ("Management Information Base"). Es gibt standardisierte MIBs, und manchmal liefern Hersteller, wenn sie nett sind, auch eigene MIBs mit den spezifischen Erweiterungen, z.B. für ein bestimmtes Druckermodell. MIBs werden in einer syntaktisch festgelegten Grammatik geschrieben, in ASN.1.

Zur Abfrage eines Geräts benötigt man ein Hilfsprogramm, das SNMP spricht und eine Netzwerkverbindung zum Ziel aufbauen kann. Für Linux installiert man dazu "net-snmp", das es als fertiges Paket (sourceforge binaries download) oder zum Selbstbauen gibt.

Für die Abfrage muss man ein paar merkwürdige, sehr lange Zahlen wissen. Manchmal kann es trickreich sein, genau herauszufinden, was man braucht. Man kann die MIB-Datei lesen (braucht etwas Übung) oder man versucht es mit einer Suchmaschine (so wie ich, wenn ich faul bin).

Weiter unten stelle ich das komplette Skript vor, aber ich zerlege einzelne Zeilen in ihre Einzelteile und zeige, wie sie funktionieren.

Das Skript zum Abfragen der Tintenstände verwendet sogar zwei verschiedene Techniken aus der Kategorie "selbstmodifizierender Code". Zum Einen verwende ich den "eval"-Befehl der Linux-Shell (die /bin/sh ist bei mir bash), und zum anderen baue ich ein winziges Perl-Skript mit Inhalten zusammen, die ich mir gerade vorher erst im Shellskript aus einem snmp-Befehl zusammengesammelt habe.

Die eigentliche Abfrage des Tintenstands funktioniert so wie im folgenden Schnipsel gezeigt. Zuerst der Befehl, dann die Ergebnisse mit meinem speziellen Drucker. Der Befehl "snmpwalk" liefert mir mehrere Ergebnisse mit einer Abfrage; dazu "wandert" der Befehl durch alle Unter-Ergebnisse der angegebenen Nummer 1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.6.0, also .6.0.1, .6.0.2 usw.
Diese spezielle Abfrage liefert mir die Zuordnung, welche Nummer zu welcher Farbpatrone gehört.

# snmpwalk -v1 -c public 192.168.100.173 1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.6.0
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.6.0.1 = STRING: "black ink"
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.6.0.2 = STRING: "yellow ink"
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.6.0.3 = STRING: "cyan ink"
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.6.0.4 = STRING: "magenta ink"

Als nächstes beschaffe ich mir die Tintenstände und den Maximalwert, damit ich prozentual berechnen kann, wie voll jede Patrone noch ist.

# snmpwalk -v1 -c public 192.168.100.173 1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.9.0
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.9.0.1 = INTEGER: 231
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.9.0.2 = INTEGER: 94
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.9.0.3 = INTEGER: 210
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.9.0.4 = INTEGER: 174

# snmpwalk -v1 -c praxis 192.168.100.173 1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.8.0
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.8.0.1 = INTEGER: 674
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.8.0.2 = INTEGER: 240
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.8.0.3 = INTEGER: 226
SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.8.0.4 = INTEGER: 241
"black" ist also noch zu 231/674 voll, umgerechnet ca. 34 %.

So, damit haben wir das Werkzeug, um Dinge zu tun. Wäre schön, wenn das noch mit etwas mehr Bequemlichkeit verbunden wäre. Also packen wir all das in ein Skript.

Dieses Skript muss also mehrere SNMP-Abfragen durchführen, sich die Werte merken, Prozente ausrechnen und den ganzen Spaß dann wieder ausgeben.

Die Technik der folgenden Zeile verwendet den bash-Befehl "eval", um Shell-Befehle in diesem Moment auszuführen.
eval $(snmpwalk -v1 -c praxis 192.168.100.173 \
  1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.6.0 | perl -ne 'print "c[$1]=$2\n" \
if(m!SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.6.0.(\d) = STRING:\s+"(\w+) ink"!i);')

Der Shell-Befehl, den das perl-Skript zusammenbaut, nimmt die Zahlenwerte aus der SNMP-Abfrage und erzeugt daraus die Zuweisung der Abfragewerte zu Shellvariablen in einem Array. Dazu nimmt der perl-Interpreter die Ausgabe des snmpwalk-Befehls zeilenweise und untersucht jede dieser Zeilen, ob sie einem vorgegebenen Textmuster entsprechen (regular expression). perl baut also ungefähr so etwas

c[1]=black
c[2]=yellow
c[3]=cyan
c[4]=magenta
Der "eval" in der Shell sorgt nun dafür, dass diese Zuweisung im bash-Skript zu diesem Zeitpunkt ausgeführt wird, als hätte ich es vorher in den Code geschrieben. Hier greift also der Begriff "selbstmodifizierend", weil im Skript etwas passiert, was das Skript selbst vorher zusammengebaut hat (mit Hilfe von perl).

Auf dieselbe Weise werden die Maximalwerte jeder Patrone vom Drucker geholt; durch den "eval"-Befehl erhält die Shell dann noch das Array "max" mit folgendem Inhalt:

max[1]=674
max[2]=240
max[3]=226
max[4]=241
Und im nächsten Schritt wird es noch trickreicher: mit den eben gerade gelernten Arrays wird ein perl-Skript dynamisch zusammengebaut, in dem diese Zahlenwerte von einem bash-Array in ein perl-Array umgebaut werden, und ich lasse dann die Prozentwerte in perl ausrechnen. Da die Arrays in perl bei 0 anfangen zu zählen, ist in jedem Array das nullte Element ein leerer Text, also "". Das perl-Skript erhält die Tintennamen und die Maximalwerte als fest einprogrammierte Werte, und die aktuellen Zahlenwerte liest es direkt aus der Standardausgabe von snmpwalk.

Wie funktioniert dieser Trick nun genau?

Üblicherweise ruft man den Skriptinterpreter (perl, awk, sed oder irgendwas anderes) so auf: perl -e 'bla mein programm usw.'. Die Apostrophe teilen der Shell mit, dass alles dazwischen unverändert an perl weitergegeben werden soll. Man kann allerdings diese '...' unterbrechen, und an dieser Unterbrechung setzt die Shell ihre Arbeit fort. Wenn ich also perl -e '...bla(' ${variable} ')...' schreibe, besteht das Programm für perl also an dieser Stelle aus dem aktuellen Inhalt der Shell-Variablen ${variable} (z.B. 5) und das ganze wird effektiv zu perl -e '...bla(5)...'! Das ganze muss natürlich syntaktisch korrekter perl-Code werden, also muss man auf Anführungszeichen für Strings usw. achten.
#!/bin/sh

PATH=/opt/bin${PATH:+:$PATH}

# get current ink levels
eval $(snmpwalk -v1 -c praxis 192.168.100.173 \
  1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.6.0 |
perl -ne 'print "c[$1]=$2\n" \
  if(m!SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.6.0.(\d) = STRING:\s+"(\w+) ink"!i);')

# get max ink level per cartridge
eval $(snmpwalk -v1 -c praxis 192.168.100.173 \
  1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.8.0 |
perl -ne 'print "max[$1]=$2\n" \
  if(m!SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.8.0.(\d) = INTEGER:\s+(\d+)!i);')

snmpwalk -v1 -c praxis 192.168.100.173 1.3.6.1.2.1.43.11.1.1.9.0 |
perl -ne '
    my @c=("","'${c[1]}'","'${c[2]}'","'${c[3]}'","'${c[4]}'");
    my @max=("","'${max[1]}'","'${max[2]}'","'${max[3]}'","'${max[4]}'");
    printf"# $c[$1]=$2 (%.0f)\n",$2/$max[$1]*100
        if(m!SNMPv2-SMI::mib-2.43.11.1.1.9.0.(\d) = INTEGER:\s+(\d+)!i);'
 Das Ergebnis sieht dann ungefähr so aus:
$ sh ./ink.sh
# black=247 (38)
# yellow=218 (95)
# cyan=127 (59)
# magenta=195 (85)

28.02.2014

LTE-Empfangsqualität abfragen (Diagnose-Logfile)

Neulich hab ich mich beschwert, dass man beim alten Modell des LTE-Routers (Telekom LTE 1 bzw. Huawei B390s) nicht die Empfangsqualität abfragen kann.

Und es geht doch! Zwar ziemlich versteckt in den Tiefen der "Erweiterten Einstellungen", aber man kann es doch abfragen.

Wie üblich in Ihrem freundlichen Service-Blog auch gleich wieder die Möglichkeit, diese Daten automatisiert per Skript abzufragen und damit ggfs. regelmäßig zu protokollieren.

Der übliche Trick: mit dem ersten wget-Aufruf geschieht der Login, das Session-Cookie wird gespeichert, und mit dem zweiten Aufruf wird dann die interessante Seite abgerufen.
#!/bin/sh

PATH=/opt/bin:/opt/sbin${PATH:+:$PATH}

H=vodafonemobile.cpe
C=/tmp/cookies.txt
U1="http://"$H"/login.cgi"
U2="http://"$H"/diagnosis_export.cgi?configId=$(date +%s)&FileName=diagnosis.txt"

wget --save-cookies "$C" \
     --keep-session-cookies \
     -q --tries=1 \
     -O /dev/null \
     --post-data 'Username=admin&Password=yourpw' \
     "$U1"

wget --load-cookies "$C" \
     -q --tries=1 \
     -O - \
     "$U2" | \
awk '
{if (NR>=5&&NR<=42){print}}
'

rm -f "$C"
Der Output sieht dann in etwa so aus wie da unten.

Besonders interessant sind die Zeilen bei "RSRP" und "RSRQ". Mit den Werten -90dBm und -8 dB zeigt mir der Router 4 von 5 Balken an. Laut Telekom-Auskunft sind Werte bis -60/-2 möglich, das wäre super-super-optimal. Wenn man das Gerät in der Ausrichtung verändert, darf  RSRP ruhig etwas schlechter werden, falls man dadurch RSRQ verbessern kann. Optimal wäre, wenn beide Werte größer werden (-90 --> -60, -8 --> -2).

Auch sehr hübsch: man erfährt den Funkmast, mit dem der Router verbunden ist, und zwar mit dem Parameter "CellId".

~~~~~~Product Information~~~~~~
003    Model:               B390s-2                    PASS
004    Software Version:    V200R001C35SP12            PASS
005    Hardware Version:    B390-B390RW2A Ver.C        PASS
006    SN:                  4UA5TC1110400163           PASS
007    IMEI:                354637040077555            PASS
008    LAN MAC Address:     F4:C7:14:**:**:**           PASS
009    WLAN MAC Address:    F4:C7:14:**:**:**           PASS
010    Check AT-Port:        Available                  PASS

~~~~~~LTE State~~~~~~
011    Dialing Mode:                                   PASS
012    APN:                  internet.home              PASS
013    DNS:                  8.8.8.8                    PASS
014    PDN Type:             IPv4                       PASS
015    Service Status:       Normal Service            PASS
016    Connection Status:    LTE STATE CONNECTED       PASS
017    Frequency:            816000 kHz               PASS
018    Bandwidth:            10MHz                    PASS
019    CellId:               392                       PASS

020    IP Address:           2.162.**.***             PASS
021    RSRP:                 -90dBm                    PASS

022    RSSI:                 -66dBm                    PASS
023    RSRQ:                 -7dB                      PASS 

024    Roam:                  no                       PASS
025    Antenna State:        Built-In                  PASS

~~~~~~DHCP~~~~~~
026    Gateway IP Address:    192.168.42.1           PASS
027    DHCP Enabled:          false                  PASS
028    Subnet Mask:          255.255.255.0          PASS
029    DHCP_ip_pool_start:    N/A                    PASS
030    DHCP_ip_pool_end:     N/A                     PASS
031    DHCP_lease_time(s):    N/A                     PASS

~~~~~~SIM/PIN State~~~~~~
032    sim_state:             SIM Card detected       PASS
033    PIN code:             READY                    PASS
 

05.02.2014

Notfall-Update für Adobe Flash player - mal wieder

Und schon wieder ein außerplanmäßiges Update des Flash-Players für Windows, Mac OS und Linux. heise empfiehlt aufgrund der Dringlichkeit die sofortige manuelle Installation. Das Problem wird schon von Bösewichten ausgenutzt. Man sollte sich nicht auf das automatischen Update-Verfahren verlassen, das in den Flash-Player eingebaut ist.

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren.
Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin.
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=12.0.0.70
set VAX=12.0.0.70

set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_12_active_x.exe
set NP=install_flash_player_12_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben):
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.341

H=fpdownload.macromedia.com
PL=/get/flashplayer/current/licensing/linux

DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
   flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm
[Update 20140205: Tippfehler in der Windows-Versionsnummer, Hinweis auf wget für Windows]
[Update 20140221: Neue Flashversionsnummern gemäß 2. heise-Meldung]

18.01.2014

Erbsen zählen - Perl und CGI - Dritter Teil

Im dritten Teil beschreibe ich nun das Interessanteste: die Auswertung der Daten in Text- und Grafikform, deren Prinzip ich im ersten Teil und Sammlung im zweiten Teil beschrieben habe.

Genau wie schon früher beschrieben, verwende ich das Grafikmodul GD für Perl. Dort kann man ein paar Daten hineinstecken und dann mit einem Aufruf unterschiedliche Schaubilder erzeugen lassen, als "line"-Graph, "bar"-Graph und viele andere. Der Output ist dann HTTP-konform eine Grafikdatei im gewünschten Format, z.B. PNG oder GIF, zusammen mit einer Headerzeile und dem passenden MIME-Typ.

Beim Design gibt es zwei grundsätzliche Überlegungen:
  1. Die Logdateien sammeln Daten pro überwachtem Hostname, ich muss also noch eine Summe bilden, um den Verbrauch pro Host im Verhältnis zum Rest beurteilen zu können.
  2. Ich würde gern sowohl eine Tabelle mit den aktuellen Daten sehen als auch einen Graphen, aus dem man Trends ablesen kann. Ich brauche also im CGI-Skript eine Fallunterscheidung - Text oder Grafik.
Hier kommt das komplette CGI-Skript. An ein paar Stellen füge ich Kommentare in rot oder blau ein, wenn es etwas zu erklären gibt.

Eine grundsätzliche Bemerkung vorneweg: die Datenübergabe erfolgt immer in Form von Referenzen (in C wären das Zeiger auf Datenstrukturen), deshalb verwende ich im Skript i.a. auch gleich Variablen, Arrays und Hashes, die Referenzen enthalten, damit die Übergabe an GD nicht noch unnötig Datenformate umwandeln muss.

Um das CGI-Skript bequem testen zu können, habe ich einen "Testmodus" eingebaut. Man kann generell Skripte, die das CGI-Modul verwenden, auch auf der Kommandozeile aufrufen. Die Argumente, die normalerweise in der Request-URL nach dem "?" folgen, schreibt man einfach als Pärchen mit "name=wert" hinter den Skriptnamen in die Kommandozeile, wie man hier am Beispiel sieht.
# ./accounting.pl scale=1000 testmode=99 xmax=400 ymax=300
Bei diesem Testmodus ist noch zu bedenken, dass natürlich die Umgebungsvariablen des Webservers nicht gesetzt  sind (QUERY_STRING, PATH_INFO, die SSL_*-Variablen, wenn das Skript mit https aufgerufen wurde, usw.). Ggfs. müsste man diese Variablen manuell mit passenden gefälschten Inhalten setzen, damit das Skript an den entsprechenden Stellen sinnvolle Werte bekommt.

Dem Skript kann man einen Parameter "filter" übergeben, um nur einen ganz bestimmten Hostnamen auszufiltern. Deshalb gibt es eine etwas unübersichtliche Fallunterscheidung, ob ein Filter gesetzt ist oder nicht.

Mit "mode=1" wird eine Grafik in voller Größe mit mehreren Graphen und der Gesamtsumme angezeigt; "mode=16" erzeugt eine Tabelle in Textform mit einer Zeile pro Hostname in der Logdatei und hinter jedem Hostnamen in einer Extraspalte eine wönzig kleine Grafik mit der Gesamtsumme und dem Verbrauch dieses Hosts.

#!/usr/bin/perl -w

use strict 'vars';
use strict 'refs';

use GD::Graph;
use GD::Graph::lines;
use GD::Graph::bars;
use GD::Graph::hbars;

# Die GD-Module zeichnen die verschiedenen Typen von Graphen
use CGI qw(:standard);

#use lib "/usr/local/bin";

my @data;

# Array mit Beschriftung, x-Skala und ein oder mehreren y-Datenpunkten
my %hosts;

# Array zum Speichern der Daten pro Hostname
my $graph;
my $format;
my ($xmax,$ymax);

# Größe des auszugebenden Bilds
my $query;
my $range;
my $filter;

# Regexfilter für Hostnamen
# mode=0 full graph mode all hosts
# mode=9 sum only graph
# mode=16 text mode
# mode=99 debug text mode
my $mode;
my @x;
my @y1;

# y1=summierte Daten IN
my @y2;

# y2=summierte Daten OUT
my $scale;
#my $offset;
my $title="LTE volume statistics";

# X-Beschriftung
# werte1
# werte2
# ...
@data=(
);

%hosts=(
# "dummy.moeller-seeling.local" => { "IN " => [ 0 ], "OUT" => [ 0 ] }
);

my $max=0;
my $lines=0;

# logfile inbound, outbound
my ($login,$logout);


$query=new CGI();
$mode=$query->param( 'mode' ) || 0;
$range=$query->param( 'range' ) || "60";
#$offset=$query->param( 'offset' ) || "0";
$scale=$query->param( 'scale' ) || "2500";
$filter=$query->param( 'filter' ) || "";
$xmax=$query->param( 'xmax' ) || "800";
$ymax=$query->param( 'ymax' ) || "600";
$login=$query->param( 'infile' ) || "/var/log/lte-acct.in";
$logout=$query->param( 'outfile' ) || "/var/log/lte-acct.out";
$graph = GD::Graph::lines->new($xmax, $ymax);
$format = $graph->export_format;

# 20140108-110202 IN  i9100.moeller-seeling.local              91M
# 20140108-110202 IN  lifetab.moeller-seeling.local            42M
# 20140108-110202 IN  nexus.moeller-seeling.local              8748K
# 20140108-110202 IN  vettie68.moeller-seeling.local           143M

#my $d;

sub readfile {
  my ($file,$tag,$y)=@_;

  if (open(F,"<",$file)) {
    my ($dt,$old)=("","");

      while (<F>) {
      my ($name,$num,$unit,$hm,$m);

      chomp;
# 20140107-184506 IN  lifetab.moeller-seeling.local            0
# dieser Regex zerlegt eine Zeile, $tag ist IN oder OUT      if ($filter) {
        ($name,$num,$unit,$dt,$hm,$m)=($filter,$7,$8,"$1$2$3-$4$5$6","$4$5",$5)
          if (/^(\d{4})(\d{2})(\d{2})-(\d{2})(\d{2})(\d{2}) $tag\s+$filter.*?\s*(\d+)([KMG]?$)/);
      }
      else {
        ($name,$num,$unit,$dt,$hm,$m)=($7,$8,$9,"$1$2$3-$4$5$6","$4$5",$5)
          if (/^(\d{4})(\d{2})(\d{2})-(\d{2})(\d{2})(\d{2}) $tag\s+([a-z.-][0-9a-z.-]+)\s*(\d+)([KMG]?)/);
      }
      if ($name && defined($num) && defined($unit)) {

        ++$lines;
        if ($unit eq "")  { $num>>=10; }
#       if ($unit eq "K") { $num<<=10; }
        if ($unit eq "M") { $num<<=10; }
        if ($unit eq "G") { $num<<=20; }
# alle Zahlenwerte sind in KB        if ($num>1000) {
          if ($ymax<100) { push(@x,$m); }
          else { push(@x,$hm); }
          $num>>=10;
          push(@{$hosts{$name}->{$tag}},$num);
if ($mode==99) { print STDERR "# <$_>\n# $hm $tag $filter $num $unit | $max\n"; }

# in den Logfiles stehen kumulierte Daten pro Host
# alle Werte vom selben Timestamp addieren für Gesamtsumme
          if ($dt eq $old) { $num+=pop(@{$y}); }
#         else { $num+=$offset; }
          push(@{$y},$num);
          $old=$dt;

# Timestamp aufheben für Vergleich mit nächster Zeile
          if ($max<$num) { $max=$num; }

# Maximum merken für y-Skalierung
if ($mode==99) { print STDERR "# @{$y}\n"; }
        }
      }

    }
    close(F);
  }
}

readfile($login, "IN ",\@y1);
readfile($logout,"OUT",\@y2);

if ($mode==99) {
  local($,=", ");
  foreach my $h (keys(%hosts)) {
    print STDERR "# h $h\n";
    print STDERR "# i @{$hosts{$h}->{'IN '}}\n";
    print STDERR "# o @{$hosts{$h}->{'OUT'}}\n";
  }
  print STDERR "# Sum\n";
  print STDERR "# i @y1\n";
  print STDERR "# o @y2\n";
}


# maximal die letzten $range werte aus der Datei darstellen


if ($range>0) {
  splice(@x,0,-$range);
  splice(@y1,0,-$range);
  splice(@y2,0,-$range);
  $lines=$range;
}
$data[0]=\@x;

# mode=9 nur die Summe
# mode !=9 alle Hostnamen auch einzeln zeigen
if ($mode!=9) {
  foreach my $h (keys(%hosts)) {

# inbound ist interessanter
# man könnte aber in und out anzeigen
    push(@data,$hosts{$h}->{'IN '});
#   push(@data,$hosts{$h}->{'OUT'});
  }
}
# sum of all hosts IN
push(@data,\@y1);
# sum of all hosts OUT
#push(@data,\@y2);

$max=$scale*int($max/$scale+1);

# sinnvolle obere y-Grenze ausrechnen

if ($mode==99) { print STDERR "# max=$max\n"; }

# Daten übergeben$graph->set(
  x_label       => 'Volume Date/Time, ' . $lines . " samples",
  y_label       => 'max ' . $max . ' GB',
  title         => 'LTE volume (GB)',
  y_max_value   => $max,
  y_tick_number => 20,
  y_label_skip  => ($ymax<200) ? 5: 2,
  x_labels_vertical => 1,
  x_label_skip  => $lines / 12,
) or die $graph->error;

# optional die Farben selbst festlegen
#$graph->set( dclrs => [ qw(green lred blue cyan) ] );

# gibt es überhaupt daten?

if ($lines>0) {
  if ($mode<16) {

# bilddatei erzeugen
# binmode ist nur mit windows-webserver wichtig
    print header("image/$format");
    binmode STDOUT;
    print $graph->plot(\@data)->$format();
  }

# textmodus output als tabelle
  elsif ($mode==16) {
    print CGI::header();

    print <<__HEADER__;
<HTML>
<HEAD>
<TITLE>$title</TITLE>
<META http-equiv="refresh" content="300" />
<style type="text/css">
th {
  padding : 3px;
  text-align : left;
}
td {
  padding : 3px;
  text-align : right;
}
</style>
</HEAD>
__HEADER__

print "<!-- ";
print join( " -->\n<!-- ",
           map( "$_ => $ENV{$_}", sort(keys(%ENV)))
          );
print "-->\n";

    print <<__BODY__;
<BODY>
<H1>$title</H1>
<table border="1">
<tr>
<th> Hostname </th>
<th> Download </th>
<th> Upload </th>
</tr>
__BODY__

    foreach my $h (keys(%hosts)) {
      print "<tr>\n";
      print "<th> $h</th>\n";
      print "<td>",pop(@{$hosts{$h}->{'IN '}})," MB </td>\n";
      print "<td>",pop(@{$hosts{$h}->{'OUT'}})," MB </td>\n";

# hinter jeden hostnamen einen wönzigen Detailgraphen anzeigen
if (defined($ENV{'HTTP_HOST'})) {
      print "<td><IMG SRC=http://",$ENV{'HTTP_HOST'},$ENV{'SCRIPT_NAME'},"?filter=$h&xmax=300&ymax=100&scale=",int($max/10),"</IMG></td>\n";
}
      print "</tr>\n";
    }
    print "<tr>\n";
    print "<th style='text-align:right'> &Sigma; </th>\n";
    print "<td>",pop(@y1)," MB </td>\n";
    print "<td>",pop(@y2)," MB </td>\n";
if (defined($ENV{'HTTP_HOST'})) {
      print "<td><IMG SRC=http://",$ENV{'HTTP_HOST'},$ENV{'SCRIPT_NAME'},"?mode=9&xmax=300&ymax=100&scale=",int($max/10),"</IMG></td>\n";
}
    print "</tr>\n";

    print <<__BODY__;
</table>
<DIV>
<HR/>
<ADDRESS>
ths, last changed 09.01.2014
</ADDRESS>
</DIV>
</BODY>
</HTML>
__BODY__

  }
}


[Update 20140122: Links zum 1. und 2. Teil eingefügt]

10.01.2014

Erbsen zählen - zweiter Teil

Nachdem ich also im 1. Teil das Grundprinzip des Erbsenzählens beschrieben habe, kommt hier ein bißchen mehr Skripting zum Einsatz, damit sich der Tag "Automation" auch lohnt ;)

Das Datensammeln an sich ist eine triviale Sache. Man braucht ein kleines Skript, das mit Hilfe von cron regelmäßig ausgeführt wird.

Ich habe einfach mal willkürlich festgelegt, dass es einmal stündlich laufen soll:

2 * * * * /usr/local/sbin/ip-accounting.sh -I /var/log/lte-acct.in -O /var/log/lte-acct.out >/dev/null 2>&1

Der Inhalt des Skripts sieht ein bißchen aufgebläht aus, weil ein paar Kommandozeilenargumente ausgewertet werden wollen. Die wichtigste Zeile im Skript habe ich nochmal extra rot markiert, das ist die eigentliche Datensammlung.
#!/bin/sh

PATH=/opt/sbin:/opt/bin:/usr/bin:/usr/sbin${PATH:+:$PATH}

bytesin=0
bytesout=0
while getopts "iI:oO:" opt
do
  case "$opt" in
  i) bytesin=1;;
  I) filein="$OPTARG";;
  o) bytesout=1;;
  O) fileout="$OPTARG";;
  esac
done
shift $(expr $OPTIND - 1)
if [ "$bytesin$bytesout$filein$fileout" = "00" ]
then
  bytesin=1
  bytesout=1
fi

dt=$(date +%Y%m%d-%H%M%S)

out=$(iptables -L INET_OUT -v | awk -v D="$dt" '{if(NR>2){printf"%s OUT %-40s %s\n",D,$7,$2}}'|sort)
if [ "$bytesout" -eq 1 ]
then
  echo "$out"
fi
if [ -n "$fileout" ]
then
  echo "$out" >> "$fileout"
fi

out=$(iptables -L INET_IN  -v | awk -v D="$dt" '{if(NR>2){printf"%s IN  %-40s %s\n",D,$8,$2}}'|sort)
if [ "$bytesin" -eq 1 ]
then
  echo "$out"
fi
if [ -n "$filein" ]
then
  echo "$out" >> "$filein"
fi
Und was genau macht diese rot markierte Zeile? Schauen wir mal genauer hin. Es sind mehrere Befehle in einer Zeile, verbunden mit dem Weiterleitungszeichen | (pipe). Diese Pipe verbindet den Output des Programms vorne mit dem Input des Programms dahinter.
iptables -L INET_IN  -v |

Der erste Befehl zeigt die bis dahin aufgelaufene Datenmenge für alle überwachten Systeme an. Wichtig ist der Switch -v, sonst bekomme ich die Datenmenge nicht zu sehen.
awk -v D="$dt" '{if(NR>2){printf"%s IN  %-40s %s\n",D,$8,$2}}' |

Die Ausgabe enthält allerdings ziemlich viel Kram, der mich gar nicht interessiert, deswegen verwende ich awk, um mir gezielt nur das zu extrahieren, was ich für meine Neugier brauche. Natürlich könnte ich normalerweise auch grep verwenden, um etwas zu suchen, aber weil ich gleichzeitig ein wenig programmieren will und einzelne Felder aus jeder Zeile des Outputs ausschneiden will, verwende ich ganz gern awk, statt grep mit cut o.ä. zu kombinieren. Spart ein wenig CPU ;)

Bei diesem Befehl benutze ich zwei eingebaute Fähigkeiten von awk: es zählt automatisch die Zeilennummern in der Variablen NR (number of records) mit, was ich verwende, um die ersten zwei Zeilen mit der Überschrift des iptables-Outputs wegzuwerfen, und es zerlegt automatisch die Zeile in "Felder" gemäß einem vorgegebenen Trennzeichen (üblicherweise Whitespace). awk arbeitet also den printf-Befehl nur ab der dritten Zeile des Inputs ab und zeigt davon nur das achte und das zweite Feld an (Hostname und Datenmenge)

Bei der Chain INET_OUT ist  übrigens  der Hostname im siebten Feld enthalten, und bei der Chain INET_IN im achten Feld, weil ich ja einmal nach "source" und einmal nach "destination" suche.

Randbemerkung: damit awk einen Timestamp mit ausgeben kann, gebe ich dem Aufruf von awk einen solchen vorgefertigten Timestamp auf der Kommandozeile mit dem Switch -v NAME=WERT mit. Das können nicht alle awk unter allen Unix-Varianten, m.W. wurde das mit dem "new awk" (nawk) unter SunOS eingeführt, GNU awk unter Linux kann es auf jeden Fall.
sort
Der letzte Befehl sortiert das ganze schlicht und einfach alphabetisch. Ich könnte auch iptables mit dem Switch -n verwenden, um die IP-Adressen zu sehen anstatt der Hostnamen. Dann wäre es angebracht, bei sort ebenfalls -n zu verwenden, um numerische Sortierung zu erzwingen.

Dieses Skript sammelt also stündlich Daten pro überwachtem Hostname. Die gesammelten Daten sehen dann so aus:
server:/share/www/cgi-bin # tail -n2 /var/log/lte-acct.in /var/log/lte-acct.out
==> /var/log/lte-acct.in <==
20140109-150202 IN  nexus.moeller-seeling.local              23M
20140109-150202 IN  vettie68.moeller-seeling.local           286M


==> /var/log/lte-acct.out <==
20140109-150202 OUT nexus.moeller-seeling.local              6752K
20140109-150202 OUT vettie68.moeller-seeling.local           13M

Wie man sieht, ist der Output menschenfreundlich und es wird immer eine halbwegs lesbare Größenordnung bei der Datenmenge angezeigt: KB, MB oder GB. Ohne Einheit sind "Byte" gemeint. Diese Kleinigkeit ist beim Programmieren einer kleiner Stolperstein gewesen ;)

Das Auswerte-Skript habe ich als CGI-Skript in Perl gelöst. Es kann sowohl eine Tabelle als auch eine Grafik erzeugen (mit dem Perl-Modul GD). Das folgt dann im nächsten Teil.

Am Ersten des Monats sollte man übrigens die Zähler wieder auf Null setzen:
iptables -L INET_IN -Z
iptables -L INET_OUT -Z
Ich habe schon ein Skript, das mir meinen Verbrauchszähler auf Null setzt, dort werde ich das noch mit einbauen.

09.01.2014

Erbsen zählen mit Linux - IP Traffic accounting

Manche unter uns wurden geplagt von langsamem DSL.

Ein paar von denen sind mutig auf LTE umgestiegen, das die Telekom und andere Anbieter in unterversorgten Gebieten anbieten müssen (zwar nur im 800 MHz-Band, aber immerhin).

Und ein paar von denen sind neugierig, welcher Mitbewohner denn nun den Traffic verursacht und schon am 20. die Quote für den ganzen Monat aufgebraucht hat ;)

Das alles und noch viel mehr kann man mit einem Linux-Server machen, wenn man seine PCs und Smartphones im Haushalt nicht direkt ins Internet lässt, sondern den Linux-Rechner als Gateway dazwischenklemmt.

Dieser Ansatz hat nebenher noch den Vorteil, dass auf dem Linux-Server ein Caching Proxy laufen kann und damit potentiell ein bißchen vom Traffic nur einmal über die externe Internetverbindung abgerufen werden muss.

Hauptsächlich ist aber das interessanteste, dass nun wirklich jede Internetverbindung am Linux sichtbar ist.

Mit dem Modul "iptables", das bei jeder Linux-Distribution dabei sein sollte, kann man eine Statistik führen, welcher Rechner oder welches Smartphone wieviel Traffic verursacht hat.

Normalerweise wird "iptables" dazu verwendet, mit Regeln festzulegen, was erlaubt ist und was nicht. Nebenbei wird aber auch mitgezählt, wieviele Bytes durch die Regeln geflossen sind. Man kann diesen Mechanismus also für den Nebeneffekt des Zählens verwenden, wenn man schlicht "keine Regel" festlegt.

Nebenbei könnte man aber natürlich auch am Proxy datenintensive Sites wie spotify usw. sperren, die besonders viel vom Datenvolumen verbrauchen.

Grundsätzlich muss man dazu einen Linux-Server mit zwei Ethernet-Schnittstellen aufbauen. Manche Mainboards haben schon zwei davon; falls nicht, kann man für sehr wenig Geld eine zweite Karte in den PC einbauen. Es bietet sich an, den Linux-Server dann auch gleich zum NAS auszubauen mit einer zweiten Festplatte (für ein gespiegeltes RAID1) oder mit mehreren (wenn man ein RAID5 haben will).

Das wichtigste kommt nun: der Router (DSL oder LTE) kommt an die zweite Schnittstelle (oBdA ab jetzt eth1 genannt), und niemand sonst darf direkt mit dem Router verbunden sein. Es ist also sinnvoll, das WLAN am Router abzuschalten oder das Passwort so zu ändern, dass sich niemand mehr anmelden kann. Außerdem muss am Linux-Server das IP-Forwarding eingeschaltet sein, damit die anderen Systeme im Haushalt die Chance haben, trotzdem ins Internet zu kommen. Wenn man das WLAN am Router abschaltet, handelt man sich noch ein zu lösendes Problem ein: man benötigt einen separaten WLAN-Access Point für das interne Netz, der für Smartphones die Basisstation wird.

Alle anderen PCs und der Linux-Server mit seiner ersten Schnittstelle (eth0) müssen an einen "internen" Switch angeschlossen werden. Das kann der interne, neue WLAN-Access Point sein, oder eine eigene kleine Kiste, ganz nach Geschmack und örtlichen Gegebenheiten.

Am Linux muss nun prinzipiell das IP-Forwarding eingeschaltet werden. Dies bedeutet, dass aller Traffic, der an eth0 ankommt und nicht für eine andere interne Station gedacht ist, automatisch an eth1 weitergeleitet wird (und von dort natürlich weiter ins Internet).

Das deute ich hier nur an, für Details mal ein bißchen im Internet nach "linux ip forwarding" suchen.
    iptables -A FORWARD -j ACCEPT -m state --state ESTABLISHED
    echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/ip_forward
    net=192.168.1.0/24
    iptables        -A FORWARD     -j ACCEPT     -i eth0 -s "$net"
    iptables -t nat -A POSTROUTING -j MASQUERADE -o eth1 -s "$net"

    iptables -A FORWARD -j REJECT
Statt des gesamten Netzes (in der Variablen $net) kann man auch gezielt einzelne Hostnamen oder IPs angeben, aber das Setup des IP-Forwardings soll hier nicht das Thema sein.


Stattdessen will ich ein bißchen genauer auf das eigentliche Thema eingehen: das Zählen des Traffics.

Dazu richtet man mit iptables zwei zusätzliche "Chains" ein, und klinkt beide in die immer vorhandene FORWARD-Chain mit ein. Das bedeutet so etwas wie ein Verdoppeln der Daten, wobei die Duplikate in den neuen Chains (eine für Input, eine für Output) nur für das Zählen verwendet und dann weggeworfen werden.
    iptables -N INET_OUT
    iptables -N INET_IN 
    iptables -I FORWARD -j INET_IN
    iptables -I FORWARD -j INET_OUT
Diese beiden neuen Chains stattet man als nächstes mit der Information aus, für welche IP-Adresse überhaupt gezählt werden soll. Dabei muss zum Zählen pro IP-Adresse natürlich dieselbige angegeben werden als "Selektor". Einmal muss der Selektor als "source" (ausgehender Traffic) und einmal als "destination" (eingehender Traffic) verwendet werden (die Variable $ip geeignet setzen).
    iptables -I INET_OUT -s "$ip"
    iptables -I INET_IN  -d "$ip"
Danach kann man schon mal ein bißchen mit dem Gerät spielen (am Smartphone den App Store/Play Store aufrufen oder eine andere App mit Internetabrufen) und beobachten, ob sich bei den Zählern etwas bewegt.
iptables -L INET_IN -v
Um das regelmäßig anzuschauen, kann man den Befehl "watch" verwenden, der ein anderes Kommando regelmäßig aufruft. Meinem Smartphone habe ich im DNS den Namen "nexus" gegeben, und nach diesem Namen suche ich nun:

# watch -n 60 "iptables -L INET_IN -v|grep nexus"

Every 60.0s: iptables -L INET_IN -v|grep nexus
1567 1198K all -- any any anywhere nexus.moeller-seeling.local
Das Interessanteste dürfte der "inbound" sein, der hereinkommt. Typischerweise ist das Downloadvolumen eher groß, und der "outbound" besteht hauptsächlich darin, die Anfragen zu verschicken. Außer natürlich, man lädt gerade große Bilder zu Flickr oder Videos zu Youtube hoch ;)

Als nächstes richtet man dann einen cron-job ein, der diese Daten in regelmäßigen Abständen protokolliert und daraus lustige Reports erstellt. Davon erzähle ich im nächsten Beitrag, wenn ich mit Programmieren fertig bin ;)


[Update: Idee von Robert Dahlem von der LUG Frankfurt, außerdem diese FAQ]

05.06.2013

Verbrauchtes LTE-Volumen protokollieren

Ich beschäftige mich weiter mit der Telekom, heute zur Abwechslung mal wieder ein technischer Beitrag, der beschreibt, wie man den Überblick über das schon verbrauchte Volumen behalten kann.

Bekanntlich ist unser Haushalt seit letztem Jahr mit LTE unterwegs im Internet. Bedauerlicherweise gibt es nur Verträge mit Pseudo-Flatrate, die nach einer bestimmten verbrauchten Datenmenge im Monat von der Nominalgeschwindigkeit ("bis zu" 16 MBit/s) auf DSL-light-Geschwindigkeit (384 KBit/s) gedrosselt werden.

Zu dieser Kontingentierung gehört übrigens auch mein Upload. Wenn ich also Bilder hochlade, um Papierabzüge zu bestellen, wird das voll gezählt.

Um das verbrauchte Volumen abzurufen, gibt es eine Info-Seite bei der Telekom, die mir berichtet, wieviel von meinem Kontingent schon verbraucht ist. Mit ein bißchen Getrickse in einem Skript kann ich daraus die zwei Zahlen extrahieren, die ich wissen will, und die protokollieren.

Mein Artikel besteht also aus zwei Teilen: dem Skript zum Abfragen, und einem (wahlweise zwei) Cron-Jobs zur regelmäßigen Aufzeichnung.

Das Skript ist sehr einfach: es verwendet eine "regular expression" in perl, um die Zahlen und die zugehörigen Maßeinheiten (KB, MB, GB) aus dem HTML-Wust herauszufischen.

Übrigens muss man kein Linux haben, um diese kleinen Hilfsmittel einzusetzen: wget, perl und die GNU Kommandozeilenwerkzeuge gibt es auch für Windows. Alternativ kann man auch die komplette CygWin-Umgebung installieren. Mit einem Cron-Job wird es etwas schwieriger, aber wenn man einen PC hat, der immer angeschaltet ist, kann man mit dem Windows-Befehl at auch so etwas zusammenbauen. Die Hilfefunktion wird mit at /? aufgerufen.

Zurück zum eigentlichen Thema: mein erster Versuch, um das HTML anzuschauen, war übrigens diese Kommandozeile:

wget -SO- http://pass.telekom.de/portal/home |\
  perl -pe 's!>!>\n!go' |\
  grep -B1 verbraucht

Diese drei Befehle fragen die Info-Seite ab (wget), und nach jedem HTML-Tag wird mit einem simplen perl-Einzeiler ein Zeilenumbruch eingefügt. Durch die nun entstandene Zeilenstruktur kann der "grep"-Befehl ein Stichwort finden ("verbraucht") und die gesamte Zeile, in der dieses Stichwort vorkommt, ausgeben. Außerdem hätte ich gern die Zeile davor ebenfalls in der Anzeige (der Switch -B anzahl zeigt soviele Zeilen vorher - "Before" - ebenfalls an - diese Option funktioniert nur beim GNU grep, nicht bei AIX, Solaris, etc.).

Mit genau demselben Prinzip, nur etwas aufgehübscht, funktioniert die eigentliche Protokollierung. Da das Werk als Cron-Job laufen soll, muss ich mich selbst um vernünftige Umgebungsvariablen wie PATH kümmern; in Cron-Jobs gibt es nur Minimaleinstellungen.

#!/bin/sh

PATH=/opt/bin:/usr/bin:/usr/local/bin:/usr/local/sbin${PATH:+:$PATH}

date=
file=

while getopts "df:" opt
do
  case "$opt" in
  d) date="%Y%m%d-%H%M%S ";;
  f) file="$OPTARG";;
  esac
done
shift $(expr $OPTIND - 1)

if [ -n "$file" ]
then
  d="${file%/*}"
  test -d "$d" || mkdir -p "$d"
fi

q=$(wget -qO- http://pass.telekom.de/portal/home |\
  perl -ne '
    print("$1 $2 $3 $4\n")
   
if (m#<span.*?>([0-9,.]+).*([KMG]B)</span> von ([0-9,.]+).*([KMG]B) mit voller Geschwindigkeit verbraucht#i)')
test "$(/bin/tty)" = "not a tty" || date +"$date$q"
test -n "$file" && date +"%Y%m%d-%H%M%S $q" >> $file

Die Ausgabe wird hier auf Wunsch noch mit dem Datum der Abfrage versehen, und wenn man mit -f einen Dateinamen angibt, wird die Ausgabe zusätzlich noch an diese Datei angehängt.

Ein paar kleine Tricks will ich ein bißchen näher erklären:

  • PATH=...${PATH:+:$PATH} - hier prüfe ich, ob in der Variablen PATH überhaupt irgendetwas enthalten ist. Falls ja, hänge ich einen Doppelpunkt und den alten Inhalt hinten dran und setze vorn neue Pfadnamen davor.
  • d="${file%/*}" - Vom Dateinamen in $file schneide ich alles nach dem letzten / ab. Als Ergebnis steht in der Variablen $d der Pfadname der Datei.
  • test -d "$d" prüft, ob dieses Verzeichnis existiert, und erzeugt es ggfs. mit mkdir -p mit allen Unterverzeichnissen dazwischen.
  • In einem Cron-Job ist eine Ausgabe auf die Konsole sinnlos, deshalb prüfe ich, ob der Befehl /bin/tty mir das Ergebnis "not a tty" liefert.
  • Der date-Befehl akzeptiert +Formatstring. Ich baue einfach das aktuelle Ergebnis in den Formatstring mit ein: date +"$date$q"

Mit einem Cron-Job wird dieses Skript nun stündlich aufgerufen:

57 * * * * /usr/local/bin/lte-quota.sh -f /var/spool/lte-quota.txt >/dev/null 2>&1

Und einmal am Tag lasse ich mir den aktuellen Stand auch noch als Mail zuschicken:

1 8 * * * (/bin/tail -1 /var/spool/lte-quota.txt | /bin/mail -s "LTE quota" ths) >/dev/null 2>&1
Das Ergebnis sieht dann bei mir etwa so aus:

20130603-225703 1,7 GB 30 GB
20130603-235702 1,9 GB 30 GB
20130604-005702 1,9 GB 30 GB
20130604-015702 1,9 GB 30 GB
20130604-025702 1,9 GB 30 GB
20130604-035702 1,9 GB 30 GB
20130604-045702 1,9 GB 30 GB
20130604-055702 2 GB 30 GB
[Update: die Telekom-Seite hat sich geändert, im Skript Regex angepasst]

22.03.2013

Huawei-LTE-Router per Skript resetten

Mal wieder ein kleines Skript aus der Abteilung "Nützliches für Kommandozeilenbastler".
Der LTE-Router von Huawei hat ab und zu mal Schluckauf und muss neu gestartet werden. Das umfasst den Aufruf der Adminseite mit einem Browser, Anmelden und durch drei Webseiten durchklicken, bis der Router sich wirklich zu einem Reset bequemt.

Mit demselben Trick wie neulich (Statusabfrage des Transfervolumens) ist es möglich, das Problem mit dem zweimaligen Aufruf von wget zu erschlagen. Beim ersten wget-Aufruf wird eine Anmeldung mit User und Passwort durchgeführt und das Session-Cookie gespeichert. Mit dem zweiten Aufruf wird dann direkt die URL aufgerufen, die den Reboot erzwingt (und die ganzen "Sind Sie sicher?"-Abfragen überspringt).

An der rot markierten Stelle "YOURPASSWORD" muss das eigene Router-Passwort eingesetzt werden. Wenn es Sonderzeichen enthält, müssen die als Entities geschrieben werden (Plus als %2B, Minus %2D, @ als %40 usw.). Ebenso muss an der rot markierten Stelle der Hostname oder die IP-Adresse des LTE-Routers eingesetzt werden (Telekom: speedport.ip, Vodafone: vodafonemobile.cpe, oder schlicht die IP, wenn die fix ist).

#!/bin/sh
verbose=0

while getopts "v" opt
do
  case "$opt" in
  v) verbose=1;;
  esac
done
shift $(expr $OPTIND - 1)


PATH=/opt/bin:/opt/sbin${PATH:+:$PATH}
LTE=192.168.42.1


C=/tmp/cookies.txt
U1="http://$LTE/login.cgi"
U2="http://$LTE/reboot.cgi"


wget --save-cookies "$C" \
     --keep-session-cookies \
     -q --tries=1 \
     -O /dev/null \
     --post-data 'Username=admin&Password=YOURPASSWORD' \
"$U1"
wget --load-cookies "$C" \
     -q --tries=1 \
     -O /dev/null \
     "$U2"
rm -f "$C"


c=1
echo -n "# waiting for ping "
until [ $c -gt 20 ]
do
  echo -n "."
  sleep 5
  c=$(expr $c + 1)
  ping -qc1 $LTE > /dev/null && break
done
echo " rc=$?"