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26.08.2022

Vortrag: Förderverein der Wölfersheimer Schulen "Schüler und neue Medien"

Die letzten Jahre habe ich die Vorträge im Rahmen von elan angeboten, dieses Jahr im Namen des Fördervereins der Wölfersheimer Schulen, in dem ich Schriftführer bin. Zu den Themen "Datenschutz", "Privatsphäre" und "Digitale Selbstverteidigung" schreibe ich seit langem und halte Vorträge bzw. Videokonferenzen, z.B. hier und hier zum Nachlesen.
 
Zum Schuljahresbeginn ein wichtiger Informationsvortrag zum Thema „Umgang mit neuen Medien“ für alle Eltern an, deren Kinder ein Smartphone bekommen sollen. Der Vortrag kann bequem als Videokonferenz verfolgt werden. Er enthält einen Überblick über die Risiken und die Möglichkeiten, denen die Kinder und Jugendlichen mit dem „Internet in der Hosentasche“ begegnen. Begriffe wie TikTok, WhatsApp, In-App-Käufe, Soziale Netzwerke, Mobbing, Sexting, Grooming werden ebenfalls besprochen.
 
Nach dem Vortrag können gern Fragen gestellt werden.
 
Dieser kostenlose Vortrag ist eine Informationsangebot des Fördervereins der Wölfersheimer Schulen. 
 
Der Termin: 30.08.2022 19.30 Uhr-21.30 Uhr
Einloggen über: senfcall.de

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!
Thomas Seeling
Förderverein der Wölfersheimer Schulen

11.07.2014

Oberstufe in Wölfersheim jetzt! - Leserbrief

Heute war der Tag der Artikel über Schulen und Schüler in der WZ. Ein langer Artikel über die Fahrtkostenerstattung der Melbacher Schüler, und gleich zwei Artikel über den Schulentwicklungsplan und die Oberstufe in Wölfersheim.
Sachlich eher dünn, haben sich Bad Nauheimer und Friedberger Politiker geäußert. Dazu habe ich dann ein paar Fakten zusammengestellt und einen Leserbrief geschrieben.

Leserbrief zur Oberstufe Singbergschule

Man merkt, dass nächste und übernächste Woche im Kreistag der Schulentwicklungsplan besprochen werden soll. Nach einer längeren Zeit der Ruhe überschlagen sich die Pressemeldungen geradezu.

Irritierenderweise widersprechen sich die Aussagen und Standpunkte merklich. Die Bad Nauheimer Politik äußert Bedenken, weil sie um den Bestand der Nauheimer Schulen fürchten, dabei pendeln so gut wie keine Oberstufenschüler aus dem Raum Wölfersheim nach Bad Nauheim. Dasselbe gilt für Hungen: es gibt so gut wie keine Realschüler, die nach Hungen in die Oberstufe wechseln.

Hingegen sind in Friedberg die Kapazitäten erschöpft. Das Burggymnasium muss jetzt schon 100 Schüler ablehnen, die Augustinerschule ist ebenfalls am Rand ihrer Möglichkeiten. Und dabei sind die künftigen Oberstufenschüler aus dem gymnasialen Zweig der Singbergschule noch gar nicht eingerechnet. Derzeit wechseln ca. 20 Realschüler pro Jahrgang aus Wölfersheim auf eine Oberstufe. Ab 2015 werden zwischen 100 und 140 Schüler pro Jahr nach der zehnten Klasse eine Oberstufe suchen. Die gymnasialen Klassen an der Singbergschule umfassen derzeit zwischen 90 und 110 Schülern in drei bis vier Parallelklassen! Seit Einführung des wohnortnahen gymnasialen Zweigs sind deutlich mehr Schüler von den Grundschulen ins Gymnasium gewechselt, und diese höhere Anzahl ist seitdem stabil geblieben.

Hr. Güssgen hat doch bei seinem Besuch das Burggymnasium gesehen: selbst wenn Investitionen für 100 Schüler beschlossen werden, wohin sollen die zusätzlichen Räume gebaut werden? Und 100 neue Plätze an der Burg decken gerade mal die Größenordnung ab, die jetzt abgelehnt wurde, aber nicht den Anstieg durch die Gymnasialschüler aus Wölfersheim.

Als weiteres Argument wird vorgebracht, dass ein Oberstufenangebot in Wölfersheim dazu führt, dass andere Schulen "kannibalisiert" werden und an jeder Schule nur noch ein "minimales" Leistungskursangebot möglich ist. Ich denke, die aktuellen Zahlen sprechen eine andere Sprache!

Was spricht dagegen, dass sich die Wetterauer Gymnasien in Absprache miteinander spezialisieren? Das passiert doch jetzt schon! Das Burggymnasium hat Leistungskurse im Angebot, die kein anderes Gymnasium bietet. Warum sollte nicht auch die Augustinerschule, Singbergschule, Ernst-Ludwig-Schule usw. Schwerpunkte bieten? Schülern der Oberstufe traue ich genug Urteilsvermögen zu, sich eine Schule gemäß ihren Neigungen zu wählen. Die Schulen können doch jetzt schon Zertifizierungen für Schwerpunkte erwerben, z.B. für Sport, Musik, Sprachen, Naturwissenschaften. Das kann man doch auf das Angebot der Leistungskurse ausdehnen! Wie gern hätte ich Informatik als Leistungskurs gehabt!

Die Berstädter Schüler, die nach Bad Nauheim pendeln, haben einen Schulweg von bestenfalls 1:15 Stunden und gehen morgens um 6:30 Uhr aus dem Haus. Mittags, und insbesondere am späten Nachmittag sind die Verbindungen noch schlechter. Mir sind mehrere Eltern bekannt, die regelmäßig Taxidienste leisten, damit die Kinder in überschaubarer Zeit in die Schule und nach Hause kommen können. Nebenbei ist das ökologisch gesehen  offensichtlich die schlechteste Variante.

Und weiterhin: ein wohnortnahes, gut erreichbares Gymnasium ist eine wunderbare Möglichkeit, auch finanziell Schwächeren eine angemessene Bildung anzubieten und zu ermöglichen: eine Familie mit mehreren Kindern überlegt sich durchaus, ob sie mehrere Fahrkarten zu einer weiter entfernten Schule bezahlen kann. In der Oberstufe gibt es bekanntlich keine Fahrtkostenerstattung mehr.

Bildung ist das Wichtigste, was wir unseren Kindern bieten können! Sollen denn begabte Kinder auf Bildung verzichten, weil die Fahrkarte zu teuer ist? Es ist eine Pflicht unserer Gesellschaft, unsere Kinder bestmöglich zu fördern.

10.07.2014

Schülerbeförderung Melbach - Leserbrief

Seit Tagen gibt es Presseberichte über den eisernen Sparwillen des Kreises und der VGO. Dieser Sparwille erstreckt sich auch auf die Fahrtkostenerstattung für Melbacher Singbergschüler.

Keiner findet das gut, außer der VGO. Alle anderen befragten Parteien befanden, dass der Schulweg außerorts zu gefährlich ist.

Das ficht aber die VGO nicht an, sie beschließen einsam, dass der Schulweg zur Gänze ungefährlich sein soll. Basta!

Da war erneut ein Leserbrief fällig:

Leserbrief zur Fahrtkostenübernahme für Melbacher Schüler

In den letzten Tagen waren mehrere Artikel über eine Sparmaßnahme der VGO zu lesen:
die Beförderungskosten für Melbacher Schüler zur Singbergschule Wölfersheim stehen zur Disposition.
Nicht zuletzt war am 10.07.14 in der WZ zu lesen, dass die VGO viele Schulwege "mittlerweile als ungefährlich einstuft".

Die Argumentation der VGO ist, dass viele Gemeinden in den letzten Jahren Investitionen in die Schulwege getätigt haben und deshalb eine Neubewertung der Zumutbarkeit geboten ist. Es gab also eine Begehung des Schulwegs mit mehreren Parteien, darunter Gemeinde, Schule, Kreis, Polizei und VGO. Als Ergebnis behauptet nun die VGO, dass Melbach unter der gesetzlichen 3-km-Grenze liegt und keine besondere Gefährdung der Schüler erkennbar sei.

Als Wölfersheimer Bürger und Mitglied im Schulelternbeirat sehe ich die Situation anders:

Zum Einen liegt nur ein Teil von Melbach im 3-km-Radius. Es gibt ca. 30 Schüler, deren Schulweg länger als 3 km ist und denen deshalb die Fahrtkosten erstattet werden und 25, die entweder privat bezahlen, laufen oder gefahren werden müssen. Die Gesamthöhe der geplanten Einsparung bewegt sich übrigens bei etwa 7000 Euro pro Jahr (ca. 280 Euro pro Schüler).

Zum Anderen behauptet die VGO, dass der Schulweg keine besondere Gefährdung erkennen lässt.

Leider ist das nicht so wie behauptet: der Fußweg führt über mehr als ein Drittel durch unbewohntes, teilweise uneinsehbares und vollkommen unbeleuchtetes Gebiet zwischen den Ortsteilen Melbach und Wölfersheim/Södel. Aus dem Begehungsprotokoll entnehme ich, dass der Weg sehr einsam ist (3 Fußgänger). Dazu kommt, dass dieser Weg über eine große Strecke zwischen der Böschung der Bahntrasse und dem freien Feld verläuft und daher von der Straße aus nicht einsehbar ist. Abgesehen davon gibt es keinen Winterdienst, und der Weg wird auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen benutzt.

Bemerkenswert ist, dass die VGO die vollständig konträre Einstufung der Polizei ignoriert und totschweigt. Während der Begehung wurde vom Verkehrsdienst der Polizei der Weg als "besonders gefährlich" eingestuft, ein "Übergriff würde unbemerkt bleiben".

Es ist Kindern nicht zuzumuten -- gerade in der dunkleren Jahreszeit -- diesen Weg zweimal täglich zu gehen. Da die Singbergschule besondere Schwerpunkte Musik und Sport mit einem umfangreichen Nachmittagsangebot hat, gibt es viele Kinder mit Zusatzgepäck wie Sporttasche oder Musikinstrument, manchmal sogar beides gleichzeitig.

Eine Streichung der Übernahme der Beförderungskosten für diese Schüler würde dazu führen, dass die VGO den Kindern zumutet, morgens um ca. 7 Uhr und abends um 16 oder 17 Uhr diesen Weg bei Dunkelheit und ohne jede soziale Kontrolle mehrmals wöchentlich mit Schulranzen, Sporttasche und Instrumentenkoffer bepackt zu gehen.

Das Hessische Schulgesetz ist bei der Aufsichtspflicht enorm streng, so dass in der letzten Gesamtkonferenz aus aktuellem Anlass den Lehrern nahegelegt wurde, in Zukunft auf Klassenfahrten mit sportlichen Akzenten (Eisstadion, Schwimmbad, Kanufahrten) zu verzichten. Was aber ist gefährlicher? Ein Besuch im Eisstadion, bei dem sich 2 Lehrer die Aufsicht über etwa 30 Schüler teilen oder ein täglich fast 6 km langer Schulweg, der über weite Strecken ohne soziale Kontrolle durch unbeleuchtetes, ungeschütztes, nicht einsehbares und unbewohntes Terrain führt?

Uns als Allgemeinheit sollte die Sicherheit der Melbacher Schüler 7000 Euro pro Jahr wert sein!

Der Förderverein der Wölfersheimer Schulen führt derzeit eine Unterschriftenaktion durch, um Solidarität zu zeigen und die VGO zur Neubewertung des Wegerisikos zu bewegen. Bitte beteiligen Sie sich, Listen liegen in Wölfersheimer Geschäften aus, werden in der Schule verteilt und können auch heruntergeladen werden!