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16.08.2018

Formeln in LibreOffice Calc mit einem perl-Skript erzeugen

Hier kommt mal wieder eine Kleinigkeit, die mich etwas Mühe gekostet hat: ein perl-Skript, das mir ein XLSX-Spreadsheet erzeugt, in dem funktionierende Formeln eingebettet sind. XLSX ist das XML-Dokumentenformat von Microsoft Office, funktioniert aber auch in LibreOffice. Technisch ist es weit umständlicher als das OpenDocument Format und nicht wirklich frei, aber das soll hier nicht das Thema sein.

Ich bin an und für sich kein großer Office-Benutzer und weiß eigentlich auch nur das Nötigste - aber beruflich hab ich halt doch immer mal wieder den Auftrag, irgendwelche Office-Dateien zu verwenden oder zu liefern. In solchen Fällen versuche ich immer, mir mit Perl-Skripten die Handarbeit vom Hals zu schaffen und stattdessen eine schöne Automation zu verwenden ;-)

Kürzlich wollte nun ein Kollege in ein Spreadsheet, das ich für ihn generiere, in mehreren Zellen eine Verknüpfung zu einem anderen Tabellenblatt ("sheet") eingebaut haben.

Ich hatte größere Schwierigkeiten, die richtige Schreibweise für Formelbefehle und die Zellenkoordinaten zu finden - LibreOffice ist hier zu hilfreich und verbirgt über automatische Korrekturen im Calc-Programm viele Eingabefehler vor dem Benutzer - die Schreibweise aus dem GUI ins Skript übernommen hat nicht funktioniert und beim Öffnen der neuen Datei erhielt ich immer eine Fehlermeldung in allen Zellen mit Formel. Interessant daran: wenn ich im Office-Programm die Formel bearbeitete und abspeicherte, fing sie an zu funktionieren, obwohl ich an der Schreibweise nichts geändert hatte (z.B. einfach ein Zeichen gelöscht und dasselbe Zeichen wieder eingetippt). Das war extrem frustrierend, zeigt es doch, dass hier im Sinne der Bequemlichkeit Dinge in der Software unter der Haube passieren, die man als Benutzer nicht erkennen kann.

Außerdem ist die Syntax zwischen Microsoft Office und LibreOffice leicht unterschiedlich. Auch bei /r/LibreOffice und /r/perl waren die Lösungsvorschläge für meine Fragen breit gestreut, was die mögliche Schreibweise der Formeln angeht. Letztendlich hat sich dann eine Schreibweise gefunden, die bei LibreOffice und MS Office funktioniert - hurra!

Für das Experimentieren hatte ich mir ein winziges Perl-Skript geschrieben, das eine XLSX-Datei mit zwei Sheets erzeugt und in einer Zelle des ersten Blatts einen Verweis auf das zweite Blatt einfügt. Beim Öffnen der Datei mit Office wird dann der Verweis ausgeführt und der referenzierte Wert (im Skript unten grün markiert) erscheint dynamisch in der Formelzelle. Der rot markierte Text wird durch die Zuweisung "$u[4]=..." durch die Formel ersetzt. Die Formel enthält noch Platzhalter %d und %s, um mit printf bestimmte Zeilennummern und Spaltennamen einzusetzen, während die XLSX-Datei erzeugt wird. Die write-Methode für eine Zeile des Spreadsheets erwartet eine Referenz auf ein Array mit den Zelleninhalten, deshalb muss ich als Parameter \@l angeben. Es gibt auch speziellere write-Methoden, mit denen man jede Zelle einzeln befüllen kann, aber write ist meistens gut darin, die Datentypen im Array zu erkennen und die Arbeit intern passend zu delegieren.

Das Spreadsheet sieht dann so aus:

Der erste Tab "unix users" enthält in Zelle E1 die Formel =IFERROR( VLOOKUP( A1; $Lookup.$A$1:$B$10000; 2; 0 );"" ). Statt der Platzhalters %d sieht man die Zeilennummer "1" bzw. die Spaltennummer "2" und statt der %s werden die Spaltennamen "A" und "B" eingesetzt, d.h. der Bereich, in dem nachgeschlagen wird, geht von A1 bis B1000 und es wird bei einem Treffer in A1 der Inhalt der 2. Spalte des Bereichs (hier dann B1) übernommen.
Den Formeltext in kursiv im vorigen Absatz habe ich übrigens aus dem Eingabefeld in LibreOffice kopiert. Man sieht, dass die Schreibweise nicht dem entspricht, was im Skript als Formelschreibweise verwendet wird - hier steht plötzlich $Lookup. und nicht Lookup!. Wenn ich mit unzip in die XLSX-Datei hineinschaue (trotz der Endung ist es eine schlichte Zip-Datei!), sehe ich die Schreibweise zwischen den XML-Tags für die Formel <f> ... </f> so wie im Skript: <f>IFERROR(VLOOKUP(A1,Lookup!$A$1:$B$10000,2,0),"")</f>


Und der zweite Tab "Lookup" enthält für jeden Unixuser die Beschreibung für das GECOS-Feld.

Für eine komplexe Geschichte wie eine XLSX-Datei ist das mit knapp 20 Zeilen perl zu bewerkstelligen. Ich liebe dieses Perl-Modul.
#!/usr/bin/perl -w
use strict 'refs';
use strict 'vars';
use utf8;
use Excel::Writer::XLSX;
 
my $excelout = 'formel.xlsx';
my $workbook = Excel::Writer::XLSX->new($excelout);
my $lookupfrm=qq{=IFERROR(VLOOKUP(A%d,Lookup!\$%s\$1:\$%s\$1000,%d,0),"")};
my $worksheet;
my @u=("root","*",0,0,"no gecos","/root","/bin/sh");
my $row=0;
 
print STDERR "# write Excel unix users\n";
$worksheet=$workbook->add_worksheet('unix users');
$worksheet->keep_leading_zeros();
$u[4]=sprintf($lookupfrm,1+$row,"A","B",2),
$worksheet->write($row, 0, \@u);
print STDERR "# unix user @u\n";
 
$worksheet=$workbook->add_worksheet('Lookup');
my @l=("root","root user");
$worksheet->write($row, 0, \@l);
print STDERR "# lookup @l\n";
 
$workbook->close();

29.09.2016

Häufigkeiten von Würfelsummen - kleines Rätsel

Ich bin ein typischer Informatiker - wenn irgendwo ein Rätsel, Denksportaufgabe o.ä. abgedruckt ist, muss ich es probieren. Zuerst denke ich kurz darüber nach, ob es eine offensichtliche Lösung gibt, und da ich sehr ungeduldig bin, geht das nicht lange gut ;)

Danach denke ich darüber nach, wie ich die Aufgabe mit dem Rechner lösen kann - auch das Nachdenken über eine algorithmische Lösung ist schließlich Denksport ;)

Kürzlich fragte die "Spektrum der Wissenschaft" nach der Häufigkeitsverteilung beim Würfeln mit drei Würfeln. Das ist ein nettes Beispiel für eine Anfängeraufgabe, und natürlich versuchte ich mich damit, das "Problem" in perl zu lösen. Ich liebe perl, perl ist cool, genauso wie Fliegen cool sind ;)

Also zurück zur Aufgabe: welche Würfelsumme ist beim Würfeln mit drei Würfeln am häufigsten?

Der offensichtliche Ansatz ist eine dreifach geschachtelte Schleife, d.h. dreimal von 1 bis 6 zählen, Summe bilden und diese Summe (die zwischen 3 und 18 liegen kann) als Index verwenden, um in einem Array einen Zähler für diese Summe zu erhöhen.

Bei dieser Aufgabe kann man einige coole Features von perl gut zum Einsatz bringen, nämlich Arrays und einige sehr bequeme Funktionen und Operatoren, um mit Arrays umzugehen.

Natürlich will ich das kleine perl-Programm nicht einfach so hier in's Blog werfen, sondern ein paar der Besonderheiten von perl  ausführlicher kommentieren.

Zunächst verwende ich für das Zählen der Häufigkeiten ein assoziatives Array %sum, bei dem die Indizes beliebige Strings sein können, und kein Array mit numerischen Indizes. Das mag zunächst unnötig umständlich wirken, aber es erspart mir später einige Fallunterscheidungen, weil ich mir vorgenommen habe, Funktionen zu verwenden, die wenig bekannt sind. Aber natürlich gilt wie immer der perl-Leitsatz "there's more than one way to do it", und man kann die Aufgabe auch lösen, wenn man ein Array @sum verwendet.

Das Progrämmchen besteht aus drei Teilen: Variablendeklaration, Berechnung und Ausgabe. Die Kommentare unten markieren diese drei Teile. Ganz unten ist der vollständige Code zu finden, und hier im Text jeder Teil einzeln.

# Variablendeklaration
my %sum;


Wie schon beschrieben, wird bei der Berechnung einfach die Summe der drei ineinander geschachtelten Laufvariablen (i1, i2, i3) berechnet und als Index in das Array verwendet. Der auch aus C bekannte "++"-Operator addiert eins zum adressierten Array-Element. Die Schreibweise für die Schleifen finde ich besonders elegant: der perl-Operator ".." erzeugt eine Liste (oder auch Array genannt) von .. bis. Das funktioniert übrigens nur sauber in der Aufwärts-Richtung, es gibt grenzwertige Situationen, in denen man überrascht wird, wenn das bis kleiner ist als das von, also obacht hier!

# Berechnung
foreach my $i1 (1..6) {
    foreach my $i2 (1..6) {
        foreach my $i3 (1..6) {
            ++$sum{$i1+$i2+$i3};
        }
    }
}


Bei der Lösung solcher Aufgaben sollte man sich vorher überlegen, ob man den "brute force"-Ansatz wählt und einfach alle Varianten durchprobiert oder ob es Optimierungsmöglichkeiten gibt, mit denen man die Komplexität reduzieren kann. Bei drei Schleifen von 1 bis 6, mithin also 216 Schleifendurchläufen, ist das Programm selbst auf einem C-64 noch zu meinen Lebzeiten beendet ;)

# Ausgabe
print join("\n",
           map { sprintf("% 3d",$_) . " => $sum{$_}" }

               sort { $sum{$b} <=> $sum{$a} }
                    keys(%sum)
      ),"\n";


Bei der Ausgabe der Ergebnisse habe ich tief in die Trickkiste gegriffen und alles in einen einzigen "print"-Befehl gepackt. Dieser Befehl bekommt als Parameter das Ergebnis des "join"-Kommandos und hintendran wird noch ein einzelnes "\n", also ein Zeilenumbruch gehängt. Die Einrückungen habe ich so gewählt, dass man genau sieht, was zusammengehört.

print join("\n",
           map { sprintf("% 3d",$_) . " => $sum{$_}" }
               sort { $sum{$b} <=> $sum{$a} }
                    keys(%sum)
      ),"\n";


Der "join"-Befehl selbst nimmt zwei Parameter: das Verbindungszeichen "\n" und ein Array von Strings (man kann in perl alles als String verwenden, selbst Zahlen - es gibt keine strikte Unterscheidung, wie man ein "skalares Element" verwenden darf).

map { sprintf("% 3d",$_) . " => $sum{$_}" }
   
sort { $sum{$b} <=> $sum{$a} }
         keys(%sum)


Das "Array von Strings", das "join" bekommt, wird von einem "map"-Befehl dynamisch erzeugt. "map" ist eigentlich ein versteckter Schleifenoperator und erzeugt aus einer Funktion und einem Array als Parameter wiederum ein Array. Dies ist eines der faszinierenden Features von perl, die ich oben erwähnt hatte: "map" nimmt als Parameter eine namenlose Funktion, die man in {} schreibt.

In dieser Funktion, genau wie im folgenden Befehl "sort" gibt es Pseudo-Variablen, die nur innerhalb dieser Funktion benutzbar sind. Bei "map" ist es die Variable "$_", die das aktuell bearbeitete Array-Element beinhaltet. Dieses Element ist der Index des Arrays und bedeutet hier eine spezielle Würfelsumme. Mit "sprintf" formatiere ich diese Zahl rechtsbündig, dahinter hänge ich mit dem Stringoperator "." noch ein bißchen Schmuck als Trennzeichen an und danach noch die tatsächliche Anzahl an Möglichkeiten, diese Würfelsumme zu werfen.

sort { $sum{$b} <=> $sum{$a} } keys(%sum)

Jetzt kommt noch ein weiteres cooles Feature von perl: es gibt einen eingebauten Befehl zum Sortieren von Arrays, und diesem Befehl kann ich wiederum in einer namenlosen Funktion mitgeben, wie ich die Sortierung wünsche. Da ich beim Sortieren immer zwei Elemente vergleichen muss, liefert mir perl bequemerweise zwei Pseudovariablen, die mit "$a" und "$b" bezeichnet werden. Diese Variablen sind nur innerhalb dieses "sort"-Befehls bekannt und beeinflussen eventuell "außerhalb" deklarierte Variablen "$a" und "$b" nicht!

Sortiert wird absteigend nach der Häufigkeit, mit der dieser Würfelwurf vorkommen kann, also nach dem Inhalt des Arrays an dieser Stelle, und der "<=>"-Operator erzählt mir, welcher der beiden Werte kleiner bzw. größer ist. Dies ist ein sogenannter "ternärer" Operator, der mir je nach Vergleichsergebnis -1, 0 oder 1 liefert (also drei mögliche Ergebnisse, deshalb "ternär").

Solche verketteten Ausdrücke in perl muss man also von hinten nach vorne lesen, damit man den Sinn versteht.

Nochmal aus dieser Sichtweise betrachtet: ich sortiere das Array nach der Häufigkeit und übergebe das sortierte Array an "map", um dort die einzelnen Array-Elemente hübsch lesbar zu machen. Mit "join" verknote ich alle diese aufgehübschten Array-Elemente, so dass "print" einen einzelnen String ausgeben kann.

Und dies ist das gesamte Skript ohne Erklärungen dazwischen:

#!/usr/bin/perl -w


# Variablendeklaration

my %sum;

# Berechnung

foreach my $i1 (1..6) {
    foreach my $i2 (1..6) {
        foreach my $i3 (1..6) {
            ++$sum{$i1+$i2+$i3};
        }
    }
}
 

# Ausgabe
print join("\n",
           map { sprintf("% 3d",$_) . " => $sum{$_}" }
               sort { $sum{$b} <=> $sum{$a} }
                    keys(%sum)
      ),"\n";



[Update 20160930: Schleife von for auf foreach geändert, Einrückungen bei print zur Verdeutlichung]

25.06.2016

Zahlensysteme umwandeln in perl

Angeregt durch eine Diskussion mit einem Kollegen vor einiger Zeit, und jetzt nochmal in einem Facebook-Kommentar, habe ich ein kleines Perl-Skript geschrieben, mit dem man Zahlen von einem Zahlensystem in ein anderes umrechnen kann.

Dabei können sowohl Ausgangs- als auch Zielsystem beliebige Basis haben, man muss beim Aufruf angeben, von wo nach wo umgewandelt werden soll. Im Moment funktioniert es nur bis Basis 16. Wer größere Werte braucht, findet leicht die eine Stelle im Code, die geändert werden muss ;). In Vorlesungsskripten steht dann üblicherweise " ... left as an exercise for the reader".

Als kleines Bonbon ist es auch möglich, nicht nur die Zahlen auszugeben, sondern alternativ auch die ASCII-Zeichen, die diesen Werten entsprechen.

Damit kann man dann lustige, leicht unverständliche Kommentare schreiben wie

> 1000010 1101001 1101110 1100001 1100101 1110010 1100011 1101111 1100100 1100101 1101001 1110011 1110100 1100110 1110101 1100101 1110010 1010111 1100101 1101001 1100011 1101000 1100101 1101001 1100101 1110010 100001
>  01001110 01101001 01111000 00100000 01100100 01100001 00101100 00100000 01001000 01100101 01111000 00100000 01101001 01110011 01110100 00100000 01100110 11000011 10111100 01110010 00100000 01000110 01100001 01110101 01101100 01100101 01101110 01111010 01100101 01110010 00100001
 >  53 65 6c 62 73 74 76 65 72 73 74 61 65 6e 64 6c 69 63 68 2c 50 72 6f 67 72 61 6d 6d 69 65 72 65 72 73 69 6e 64 66 61 75 6c 3b 2d 29

So wird es benutzt:

$ ./code.pl -i16 -o2 48 61 6c 6c 6f
# out: 1001000 1100001 1101100 1101100 1101111

$ ./code.pl -a -i16 -o2 48 61 6c 6c 6f
# asc: Hallo

$ ./code.pl -a -i2 -o16 01101000 01100001 00100000 01101000 01100001
# asc: ha ha

$ ./code.pl -i10 -o2 1 2 3 4 5
# out: 1 10 11 100 101


#!/usr/bin/perl -w

use strict 'vars';
use strict 'refs';

use Getopt::Std;

use vars qw($opt_i $opt_o $opt_a $opt_v);

my ($in,$out,$inbase,$outbase,$ok);
my $chars="0123456789abcdef";

sub from {
    my $v=0;
    if ($inbase==1) {
        $v=ord($_[0]);
    }
    else {
        print "# c: " if ($opt_v);
        for my $c (split(//,$_[0])) {
            print ".$c" if ($opt_v);
            my $t=index($chars,lc($c));
            $v=($v*$inbase)+$t;
        }
        print " ($v)\n" if ($opt_v);
    }
    return $v;
}

sub to {
    my $c="";
    if ($outbase==1) {
        $c=chr($_[0]);
        print ".$c" if ($opt_v);
    }
    else {
        my $v=$_[0];
        while ($v>0) {
            my $t=$v%$outbase;
            $c=substr($chars,$t,1).$c;
            $v=int($v/$outbase);
            print ".$v%$t" if ($opt_v);
        }
        print " ($c)\n" if ($opt_v);
        $c=" ".$c;
    }
    return $c;
}

getopts("avi:o:");
$ok=0;
my $asc="";

if ($opt_i) { $inbase =$opt_i; $ok|=1; }
if ($opt_o) { $outbase=$opt_o; $ok|=2; }
if ($ok!=3) {
    print STDERR "# unknown base!\n";
    exit(1);
}

if ($#ARGV>=0) { $in=join(" ",@ARGV); }
else { $in=<>; }

print "# from: $inbase\n"  if ($opt_v);
print "# to  : $outbase\n" if ($opt_v);

if ($inbase==1) {
    $in=join(" ",split(//,$in));
}
foreach my $word (split(/\s+/,$in)) {
    my ($c,$a);

    print "# w: $word\n" if ($opt_v);
    $c=from($word);
    print "# c: $c\n" if ($opt_v);
    $a=to($c);
    $asc.=chr($c);
    $out.=$a;
}

print "# out:$out\n" unless ($opt_a);
print "# asc: $asc\n" if ($opt_a);

17.05.2016

[en] Good Omens - Die Dramateure - Theatre play by Sir Terry Pratchett

[Article in German here]

Die Dramateure have done it again - performing a book by Sir Terry Pratchett on stage!

This year they didn't choose a book from the Discworld. This year the action takes place on Roundworld - that's how our world would be called on the Discworld.

There are even more distinctions: this book is co-written by Neil Gaiman who I don't appreciate that much when on his own (I've read "Underworld" and currently am stuck in the middle of "Anansi Boys") but the cooperation with STP bore something really good. The book in question is "Ein Gutes Omen" ("Good Omens") and it still is one of my favourites. I've read it 3 or 4 times and still like it very much. Others have a fond memory but on re-reading it the shine had worn off.

STP wrote quite a number of books which do not take place on Discworld, e.g. the "Bromeliad" trilogy, the "Johnny" trilogy, or books like "Dodger", "Nation", "Strata". With "Good Omens" there's still some notable cross-over from DW - it has a DEATH character with remarkable similarity and SPEECH. In this book his companion are the other apocalyptic horseman instead of the death of rats, but nonetheless there is some SIMILARITY ;-)

Like it was in the previous years, "Die Dramateure" intentionally have a very minimalistic stage scenario which can be moved around quickly. The scenery that really is there is used quite effectively to pull us into the story.

Let me jump to the conclusion right now: I liked the play very much and enjoyed myself as good as the previous years. I wasn't sure beforehand what to expect from a play with angels and demons and the 4 bikers of the apocalypse, a hospital, a quarry and a military base but they managed to transfer the plot and tempo to stage very well.


Of course you know the story: Armageddon is about to happen and the anti-christ shall grow up between men to get prepared for his role. Aziraphale and Crowley got used to the easy life on earth and each one tries on his own to put off the final battle or even to prevent it. The final battle happens but it's different from the one that the angels and demons were expecting. It takes place on a military base where a computer virus is planned to launch nuclear missiles for world war 3.

The play starts in paradise where Crawley tempts Eva and the humans are expelled. Then we have a huge time jump of about 6000 years and watch as the anti-christ is delivered (pun intended) to a hospital driven by satanic nuns, and the multiple exchanges of babies between mothers, followed by a small time jump of about 11 years, to watch a typical, carefree children's play scene in a quarry near Lower Tadfield in a long hot summer during school holidays. We encounter the witchfinder Army, consisting of two members, one of which was just recruited, the 4 apocalyptic horsemen, Agnes Nutter, who predicted everything, her grand-(etc.)-child Anathema Device, and the final scene is at the military base where world war 3 does not start.

I especially enjoyed the identical posing during the scenes where all parties are on their way to the military base. All of them use different vehicles, cars, bikes, and a scooter, and they all act identically, mimicking the posture of driver or co-driver. Hilarious! Of course there is no real vehicle involved anywhere but it looks sooo real!

The book tells a story with multiple human and super-human protagonists, where some of the humans are approximately 11 years old. If you've read the book you have certain imaginations and it's hard to watch the play where the children of 11 are played by young adults of more or less double that age. Astonishingly it works - if you can ignore the height they play their roles pretty well and some minutes into the play they are the pack called "Them" fighting against the "Johnsonites" (which are only mentioned but do not appear).

All of the actors were very relaxed. I liked the postman very much who was a minor role performed by director Jonas Milke. His appearances are short but important nonetheless: he posts the weapons and tools to the apocalyptic horsemen.

Of course the play is abridged when compared to the book, but the spirit of the story is fully there: to stay true to one's self and do the right thing even if someone is demanding something else that you don't want to do.

I missed "Dog", Adam's hell hound, but only a bit. He was mentioned by the actors but never appeared. In earlier plays there really was a puppet for the animal role (e.g. Igor had a stitched-up dog "Thcrapth" in "Carpe Jugulum"). Since the dog doesn't have a major role in the book it's not a big loss.

There was another detail which had to be updated: the book talks about cassettes which automagically turn into "Best of Queen". In the play they changed that to CDs insteads of cassettes. I think this makes sense - lots of younger people wouldn't recognize an MC or know how to use it.

Here are some photos from the play:
(shot and published with permission by Jonas Milke)


The paradise, Crawley (later Crowley) tempts Eva. Aziraphale has to expel the humans but lends them his flaming sword because "it's so cold outside and she's expecting, you know".

Crowley receives the baby that's expected to start Armageddon. You really notice that he got used to life on earth and is annoyed that the other demons do not understand "thinking big" to make thousands swear when the mobile phone network fails or there's a traffic jam. Of course there's Queen background music when he arrives ;)


In the hospital driven by satanic nuns the baby should be exchanged to the american ambassadorial family to make sure the anti-christ grows in a family with influence and power. The nuns are quite dumb and exchange the baby multiple times. This results in the baby growing up in an extremely average english family.

Aziraphale and Crowley notice they both don' want Armageddon to come.
Crowley still plays Queen in his car ;-)

Adam Young and his pack, Brian, Pepper and Wensleydale, enjoy their school holidays and speculate in the wild about aliens, robots and tibetan monks who can travel everywhere on earth by subterranean tunnels to listen to every conversation everywhere.
Adam doesn't know right now that he's got the power to make his wishes come true.

Anathema Device tries to verify another one of Agnes Nutter's premonitions who predicted "carriages without horses" hundreds of years ago.










During the break robots and tibetan monks distributed warnings to end pollution.

This follows the Dramateure's tradition of giving a hand-out to their guests - in the past years these were issues of the "Ankh-Morpork Times", this year a flyer to be more careful to Mother Earth.




Witchfinder private Newt and professional ancestor Anathema read more predictions and notice that  Agnes even predicted sex between them - but only once because time runs out and they have to leave for the military base.

The 4 horsemen of the apocalypse (pollution, death, war and famine) and the self-nominated 5th (in the book another pack of 4) horseman for "non-alcoholic beer" are on their way to the same location. The 5th horseman receives a Darwin Award by dying in a very dumb way.

Crowley is heading there, too, in his Bentley.

... and Witch finder Seargant Shadwell with Madame Tracy on her scooter.

Anathema and Newt got the interpretation right on Agnes's predictions and head to the mililtary base, too.

As do Adam and the "Them" on their bikes. Adam has realized that he doesn't want to be a tool to mass destruction and genocide, especially not if his own little home town is affected by this, too.

Adam and the "Them" fight against the 4 horsemen with sword, scales and crown. Obviously you can't win against death, but that was to be expected. Death does not fight at all, he simply retreats.

Adam talks about destination and personal strife for luck.









 



Applause was again long and well-earned. Kudos from me too for this year's play.











I'm absolutely looking forward to the choice of STP's book for next year's stage appearance.

26.04.2016

[de] Good Omens - Die Dramateure - Theaterstück von Sir Terry Pratchett

[Article in English here]

Die Dramateure haben wieder zugeschlagen und ein Theaterstück nach einem Buch von Sir Terry Pratchett aufgeführt!

Dieses Jahr hat sich die Hanauer Theatergruppe kein Stück ausgesucht, das auf der Scheibenwelt spielt, sondern auf der "Rundwelt", wie unsere eigene Welt von den Bewohnern der Scheibenwelt genannt wird.

Es ist eine Kooperation mit einem anderen Autor, den ich nicht so sehr schätze, aber bei "Ein Gutes Omen" ("Good Omens") ist es ein wunderbares Buch (und Theaterstück) geworden. Ich habe auch einige der Bücher von Gaiman allein gelesen, aber er konnte mich nicht besonders fesseln (Underworld, Anansi Boys).

STP hat ja tatsächlich einige Bücher verfasst, die nicht auf der Scheibenwelt spielen, darunter die Trilogien über Johnny sowie über die Bromeliade, aber bei "Good Omens" gibt es noch eine winzige Anspielung, nämlich den TOD. Hier ist er Teil der "Vier Reiter der Apokalypse", aber die Ähnlichkeit ist nicht zu verleugnen, nicht zuletzt wegen seiner AUSSPRACHE in Versalien ;-)

Wie üblich, haben die Dramateure eine sehr minimalistische Bühnendekoration, die sich zum Kulissenwechsel schnell auf- und abbauen lässt. Nichtsdestotrotz schaffen es die Schauspieler, die vorhandenen Kulissen optimal zu verwenden und den Zuschauer mit ins Geschehen zu ziehen.

Gleich vorneweg: es hat mir sehr gut gefallen und die Theatergruppe hat es wunderbar geschafft, das Tempo des Buchs auf die Bühne zu bringen. Ich habe mich keinen Moment gelangweilt.

Die Geschichte dürfte bekannt sein: Armageddon zieht herauf, und der Sohn Satans, der Anti-Christ, soll unter den Menschen aufwachsen und dort auf seine Rolle vorbereitet werden, die Endzeit auszulösen. Erziraphael (im Original "Aziraphale") und Crowley haben sich mittlerweile aber an das menschliche Leben gewöhnt und versuchen jeder auf seine Weise, den finalen Kampf zwischen Gut und Böse noch weiter hinaus zu zögern oder sogar ganz zu verhindern. Die Entscheidung fällt letztlich in einer Militärbasis, von der aus mit einem Computervirus die Atomraketen gestartet werden sollen.

Dabei verfolgen die Zuschauer die einzelnen Szenen, beginnend bei der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies, über die "Lieferung" des höllischen Kindes an eine Klinik teufelsanbetender Nonnen und die mehrmalige Vertauschung des Babys, über die unbeschwerte Jugend Adams und seiner Clique im kleinen Örtchen Lower Tadfield, über den Ruf, der an die vier Reiter der Apokalypse ergeht, über die Hexensucher-"Armee", bestehend aus zwei Personen, und über die Begegnung mit Anathema Device, ihrer Urahnin Agnes Nutter, die alles vorhergesagt hat, bis hin zum finalen Zusammentreffen in einer Militärbasis und dem doch nicht stattfindenden letzten Weltkrieg.

Besonders gut hat mir die Szene gefallen, in der die verschiedenen Personen und Gruppen, die sich gebildet haben, um aus verschiedenen Richtungen zum endgültigen Zusammentreffen zu fahren, alle identisch auf der Bühne agieren: zum Bühnenbild gehört wie üblich, dass sehr vieles pantomimisch dargestellt wird, sei es Auto, Motorroller oder Fahrrad. Toll gespielt und arrangiert!

Das Buch handelt hauptsächlich von Kindern, die ungefähr in der 5. Klasse sind, also knapp 11 Jahre alt. Wenn man das Buch gelesen hat, ist es natürlich schwierig, die Bilder im Kopf in Einklang zu bringen mit einem Theaterstück, in dem die Kinder von jungen Erwachsenen gespielt werden, aber es klappt eigentlich ganz gut.

Die Schauspieler haben alle sehr entspannt gespielt. Der Postbote, der die Werkzeuge und Waffen der Vier Reiter ausliefert, wurde vom Regisseur Jonas Milke etwas überkandidelt gespielt, aber das war ein ganz netter Kontrapunkt.

Natürlich ist im Vergleich zum Buch eine ganze Menge gekürzt dargestellt, aber der Geist der Geschichte ist erhalten geblieben: das Wichtigste im Leben ist, sich selbst und seinen Überzeugungen treu zu bleiben und so zu handeln, auch wenn jemand oder die Umstände etwas anderes verlangen, was man nicht will.

Etwas vermisst habe ich den Höllenhund, der im Buch in einer Szene im Steinbruch "ausgeliefert" wird. Zunächst ist er ein riesiges, tödliches Monster, aber auf dem Weg zu seinem Herrn verwandelt er sich in einen kleinen, niedlichen Hund, so wie Adam ihn sich wünscht - rein zufällig spricht er nämlich gerade mit seinen Freunden darüber, wie sein eigener Hund aussehen müsste. In früheren Theaterstücken haben die Dramateure Tiere mitspielen lassen, die als Puppe von einem eigenen Schauspieler sozusagen "animiert" wurden (z.B. der Hund "Fetzen", von einem Igor zusammengestückelt). In diesem Stück wurde "Hund" nur erwähnt, aber da er keine Schlüsselrolle in der Handlung trug, war das zu verschmerzen.

Minimal aktualisiert wurde ein kleines Detail - im Buch, das 1990 erschien, verwandeln sich automatisch alle Kassetten, die in Autos aufbewahrt werden, in "Best of Queen"-Alben. Im Jahr 2016 gibt es Menschen, die Kassetten nicht mal mehr kennen, und auch CD-Spieler verschwinden langsam aus Autos und Stereoanlagen. Aber Crowley ist ja nostalgisch und spielt noch CDs im Auto - mit Queen-Musik drauf natürlich.

Hier nun einige Bilder aus den Schlüsselszenen:
(Bilder mit freundlicher Genehmigung der Dramateure und ihres Regisseurs Jonas Milke)

Die Vertreibung aus dem Paradies, ausgelöst von Crowley als Schlange, um Eva den Apfel unterzujubeln.
Erziraphael gibt den Vertriebenen sein Flammenschwert mit, weil es draußen doch so kalt ist.
Crowley übernimmt das Baby, das Armageddon auslösen soll. Man merkt ihm an, dass er die Erde eigentlich ganz nett findet und sich von den anderen Dämonen entfremdet hat.
Während der Anfahrt hört man, dass sich seine CDs im Auto in "Best of Queen" verwandelt haben, wie das immer so ist.
Im Krankenhaus soll das Baby der amerikanischen Botschafterfamilie ausgetauscht werden, damit der Höllensohn in einer Familie mit Macht und Einfluss aufwächst. Leider sind die Nonnen extrem dämlich und durch mehrfache Vertauschungen landet das Kind unabsichtlich in einer englischen Durchschnittsfamilie und wächst höchst durchschnittlich auf.
Erziraphael und Crowly stellen fest, dass sie beide keine Lust auf Armageddon haben.
Crowley hört immer noch Queen im Auto ;-)
Adam Young und seine Clique, Brian, Pepper und Wensleydale, genießen die Schulferien und fabulieren munter drauflos über Aliens, Roboter und tibetanische Mönche, die mittels Tunneln unter der Erdoberfläche an alle Plätze der Welt reisen können, um dort zu lauschen.
Noch ist Adam nicht klar, dass er die Macht hat, seine Fantasie Wirklichkeit werden zu lassen.
Anathema Device versucht, eine weitere der Voraussagen ihrer Ahnin Agnes Nutter zu überprüfen, die in sehr blumiger Sprache vor Hunderten von Jahren schon "Wagen ohne Pferde" hat sehen kommen.








In der Pause waren Roboter und tibetanische Mönche unterwegs und haben Warnungen an die Bewohner des Planeten ausgehändigt, die Umweltverschmutzung zu beenden.

Dieses Schmankerl steht in der Tradition der bisherigen Aufführen, den Besuchern etwas mitzugeben - bislang waren es Ausgaben der "Ankh-Morpork Times", hier nun eine Botschaft der Aliens, mit der Erde sorgsamer umzugehen.




Hexensucher-Gefreiter Newt und Ahnin-von-Beruf Anathema lesen weitere Voraussagen und stellen fest, dass Agnes sogar den Sex zwischen ihnen vorhergesagt hat - aber nur einmal, weil die Zeit knapp wird und sie aufbrechen müssen zur Militärbasis von Tadfield.

Auch die Vier Reiter der Apokalypse (Umweltverschmutzung, Tod, Krieg und Hunger) und der selbsternannte fünfte (im Buch vier weitere) Reiter für "alkoholfreies Bier" sind auf dem Weg zu ihrer Bestimmung. Der fünfte Reiter bekommt den Darwin-Award, als er bei einem dummen Unfall stirbt.

Crowley ist ebenfalls unterwegs in seinem Bentley.

Und der Hexensucher-Feldwebel Shadwell hinter seiner Vermieterin Madame Tracy auf ihrem Motorroller.

Anathema und Newt haben die Voraussagen von Agnes korrekt interpretiert und fahren zur Mililtärbasis von Tadfield.

Adam und seine Clique fahren auf ihren Fahrrädern ebenfalls dorthin. Adam ist klargeworden, dass er nicht zum Werkzeug seiner Bestimmung werden will, wenn dabei seine eigene, kleine, heile Welt zerstört wird. Tadfield soll so bleiben, wie es ist.

Adam und seine Freunde kämpfen gegen die echten Vier Reiter und gewinnen gegen Schwert, Waage und Krone. Gegen den Tod kann man nicht gewinnen, aber das ist normal.

Adam hält eine sehr bewegende Schlussrede über Bestimmung und Glück.









 

Der Schlussapplaus war lang und verdient. Respekt für die diesjährige Aufführung!











Ich freue mich auf nächstes Jahr und bin gespannt, welches Buch von STP für 2017 ausgewählt wird.

04.04.2014

Captain America 2

Ich war mal wieder im Kino - in einer Comicverfilmung.

Sage ich schon, dass ich die verfilmten Marvel-Comics liebe? Ne, ich glaube nicht.

Also: ich liebe ja diese Comic-Verfilmungen von Marvel. Als Kind hab ich immer ganz fasziniert diese schrägen Helden gelesen, die alle auf die eine oder andere Weise eine Macke oder ein Handicap hatten.

Das wirkte damals auf mich schon wesentlich glaubwürdiger als diese blankpolierten Helden wie Superman oder Batman. Soweit man bei magischen Ringen, netzspritzenden Spinnenbissopfern, Dingen mit Steinpanzerung nach Weltraumflügen und ähnlichem überhaupt von Glaubwürdigkeit reden kann ;)

Natürlich hab ich auch Superman und Batman und alles andere gelesen, was ich in die Finger bekam. Das war einfach eine faszinierende Fantasiewelt, und die Vorstellung, dass es einen Beschützer gibt, hat doch 'was Beruhigendes, oder nicht?

Also, äh ... ja. Ich war mal wieder im Kino. Hm, sagte ich schon. Aber noch nicht, in welchem Film. Nun denn, irgendwann muss es raus. Oder lesen Sie Blogs, ohne die Überschrift wahr zu nehmen? Glaube ich eigentlich nicht. Aber ich sprech's trotzdem nochmal aus: es handelt sich um den zweiten Teil von Captain America, "The Winter Soldier".

Nervig ist die Angewohnheit, aus einem englischen Untertitel ("The Winter Soldier") einen anderen englischen Untertitel ("Return of the first Avenger") zu machen, das ist doch blödsinnig. Cap 2 handelt hauptsächlich von den Überresten der Organisation Hydra, und der "Winter Soldier" ist ein Experiment  des in den 70ern verstorbenen Nazi-Wissenschaftlers Zola.

Im Moment gibt es ja sozusagen eine Flut von Filmen, die alle so ein bißchen miteinander verbunden sind. Man erkennt eine zeitliche Reihenfolge in den Filmen über Iron Man (1-3), Thor (1-2), Captain America (1-2) und den Avengers, es werden immer mal wieder Anspielungen gemacht und insbesondere die Teaser nach dem Abspann deuten an, wie es weitergeht. Außerdem findet sich in nahezu allen Filmen entweder als Andeutung oder als Handlungselement der Tesserakt (mathematisch ein vierdimensionaler Würfel - in unserer eingeschränkten Sichtweise müsste die Projektion eigentlich anders aussehen, nämlich in etwa so wie auf diesem außergewöhnlichen Gemälde über die Kreuzigung, "Crucifixion (Corpus Hypercubus)" von Salvador Dalí).

Allerdings hat mich bei diesem Film die fehlende Glaubwürdigkeit der Handlung schon ein bißchen gestört: für die Invasion aus einer anderen Dimension in "Avengers I" wurden alle Avenger gebraucht, aber wenn fliegende Monstermaschinen, angetrieben von Starks Repulsor-Antrieb, 20 Mio. Menschen gezielt auf's Korn nehmen und umbringen wollen, muss Cap alleine 'ran (ok, mit Black Widow und Falcon), und Iron Man sitzt zuhause und kuschelt mit seiner mittlerweile geheilten Pepper Potts?

Allzuviel über den Verlauf der Handlung will ich nicht verraten, es gibt einige sehr überraschende Wendungen, und wenn man die vorher weiß, geht viel vom Spaß beim Schauen verloren.

Unglaublich spannend fand ich den Anschlag auf Nick Fury und die Verfolgungsjagd mit dem Auto. Überhaupt finde ich sehr erstaunlich, wie zuverlässig die Sprachsteuerung funktioniert, sowohl in Autos als auch in Bürocomputern, Flugzeugen und so weiter. So weit ist Siri noch nicht ;)

Sehr schön auch die Szene in dem alten Rechenzentrum von S.H.I.E.L.D. mit den Bandmaschinen, den riesigen Monitoren und Klackertastaturen. Erfrischend dann als Anachronismus der USB-Hub.

Naja, ansonsten ist das Ende nicht so überraschend. Es war klar, dass es einen Countdown geben muss, und das Narrativium sorgt dafür, dass der Held immer in der letzten Sekunde die Lösung findet (hier: den Chip einsetzt). Erstaunlich nur, dass der "böse" Chip entfernt wird, dann gibt es eine minutenlange Prügelei mit leerer Fassung, und der Heli-Carrier funktioniert trotzdem problemlos. Erst mit dem Einsetzen des neuen Chips verbreitet sich in allen beteiligten Maschinen die Manipulation und alles ist gut.

Rundum empfehlenswert, wenn man Actionfilme aus einem Comic-Universum mag. Als Software-Entwickler lassen mich die Fortschritte bei der Tricktechnik (CGI) immer wieder staunend und fassungslos zurück. Es ist genial, was an Filmqualität mittlerweile aus dem Computer kommt.

Aber auch der Charakter Steve Rogers kommt nicht zu kurz: der Film besteht nicht nur aus Action. Insbesondere konstatiert Cap, dass er im 2. Weltkrieg die Freiheit verteidigt hat. Zu Anfang des Films geht es darum, die Überwachung zu verstärken, und das schmeckt ihm gar nicht. Auf die Parallelen zur aktuellen Wirklichkeit brauche ich nicht weiter einzugehen, denke ich. Die Realität hat uns hier eingeholt, wie ich vor einiger Zeit schon schrieb. Ich finde es sehr sympathisch und die Dosierung war genau richtig, in der Cap an sich zweifelt.

Beeindruckend die Leistung eines namenlosen Technikers, der am Computer sitzt, von einem der Bösewichte mit der Pistole bedroht wird, damit er die Überwachungsmaschinerie startet. Man kann genau den Widerstreit zwischen Angst vor der Bedrohung und seinen Wunsch erkennen, eben nicht zur Überwachung beizutragen. Um was es geht, hat Cap ja vorher in einer Durchsage genau erklärt. Der Zuschauer fiebert mit und rechnet schon ziemlich fest damit, dass der Techniker erschossen wird, bis im letzten Moment ... Mehr verrate ich nicht ;)

Außerdem besucht Cap seine alte Liebe Peggy, die im Gegensatz zu ihm die 70 Jahre leider nicht so frisch überstanden hat. Er erinnert sie daran, dass sie ihm immer noch einen Tanz schulde ... sehr romantisch (erwähnte ich schon, dass ich auch gern tanze? Ich mag am liebsten Tango und Quickstep).

Achja: Robert Redford spielt mit, und gar nicht mal schlecht. Aber alt geworden ist der Mann. Ui. Typisch für Geheimdienst ist seine Rolle sehr ambivalent, erst ganz am Ende zeigt sich sein wahrer Standpunkt. Mehr verrate ich auch hier nicht ;)

Also: definitiv angucken. Die Logikschwächen sind verschmerzbar. Die Bilder sind toll. Es lohnt sich!

09.07.2013

[en] Theater play in Hanau: Eric by Sir Terry Pratchett

Wow, it is unbelievable how fast a year can pass! Yes, it's really been nearly a whole year since I attended my first theatre play by the group "Die Dramateure" in Hanau's "Hoher Landesschule" and enjoyed it very much.

Last year they played "Carpe Jugulum", with vampiyres and religion critics quite some heavy stuff but they managed to put it on stage with Pratchettian wit and ease.

In march's newsletter "Discworld Monthly" there was an announcement for a new play,  Faust Eric. Haha, I knew about it earlier though ;), there were also postings on Facebook in their group.

I'm especially happy about the fact that the former school-based theatre group has become independent and continues to play even when some of the actors have left school. Of course they still have connections to their Alma Mater, and some of the actors are still students there.

From some other Facebook postings I learnt that "Carpe Jugulum" was their second play after "Guards! Guards!" which I regrettably missed the year before last. There are slideshows for both "Eric" and "Guards" on their web site.

I hope very much that they will continue their good and successful work, be it on their school's stage or somewhere else. I have heard rumours that they are looking for a bigger stage for the next play ...

I was attending on friday night; arrived a bit early to pick up my reserved ticket and enjoy some time with the book edition which I spontaneously grabbed from my book shelf before leaving. On Facebook I read that it was nearly sold out, so I was lucky to learn about pre-reserving tickets ;)

Admittedly Faust Eric is not my favourite book but it's a good read anyway. It's from the beginning of the Discworld series and it doesn't contain as much philosophy as I credit to the recent ones (I may be wrong there to simply not spot it).

Same as last year, there was a beamer which showed some background about Discworld, introduced the actors and their roles and some of the stage technicians. I noticed some differences to the book, so I was very curious ;).

To freshen up your memory: Faust Eric is a book about Rincewind the most unsuccessful and untalented "wizzard" of the Discworld. His previous occurance was in the book "Sourcery" where he was flinged into the "dungeon dimensions" where unspeakable things happen.

Now, in Faust Eric the story continues ... We learn about what odyssey his return is, and that's literal! Sir Terry took ideas and concepts not only from Goethe's "Faust" but also from nearly all of Greek mythology, from the battle of Troy, the odyssey, the tales of Sisyphos and Prometheus and even some more.

Allegedly for casting reasons the play director, Jonas Milke, slightly changed some roles and names; the demon Vassenego became a female demon Vassenega, the demon king Astfgl received a sidekick, a secretary Theszecka, presumably to speak out loud some of what is only a mere thought in the book but is nonetheless important for the story.

I glanced a very minor mistake during the prologue in front of the curtain. This scene shows the Unseen University and the wizards trying to find out some mysterious phenomenons. As said before Faust Eric takes place some time after "Sourcery". In this book the arch chancellor is killed and his successor is "Ezrolith Churn", but in the play this is "Mustrum Ridcully". This character appears much later in the series and is the current arch chancellor (e.g. in Night Watch, Thud!, Unseen Academicals).

The costumes and dressing-up as well as the makeup were handcrafted and very detailed. The director made some advertising and teasing weeks before and I liked it very much (both the teasing and the result on stage ;) ). The costumes fit the bizarre Discworld peoples and habits very well. One of the demons, the "worm of doom", was played by an actor in a modified sleeping bag who received ovations for his amazingly fast pace.

Probably some of the guests were relatives of the actors and so for the sake of the "amateur attendees" the play included two narrators which interspersed some explanations and even some witty footnotes from the book. This is a very good idea and it worked this year equally well as last year (though it was only one narrator last year).

Music, background noise and lighting were helping to put all of the the scenes in the right mood and I liked it very much.

The story begins at Unseen University in  Ankh-Morpork where the wizards experience some strange phenomenons of bodiless voices ("oshitoshitoshit..."). Of course this is Rincewind trying to escape from the Dungeon Dimensions which reverberates and reaches the Discworld. The wizards do not want to be disturbed in their naps so they set to find out the reason for this ...





As usual in these cases they summon DEATH with the  ritual of Ashk'Ente. Obviously since DEATH is ubiquitous he knows everything about everyone.
The wizards (including the librarian) start the summoning. A nice detail is a banana which was placed on the stairs to the stage for the monape.

Without waiting for any questions DEATH states that the answer is "Rincewind". He insists that the answer is always "Rincewind" no matter the question. Rincewind is always the reason for problems ;)
DEATH's voice was slightly alienated with electronic tricks and it matched my imagination from the books how his voice should sound WHEN SPEAKING IN UPPERCASE.


Same time in Pseudopolis ... a 14-year old boy tries to summon demons with a magic circle. Due to a minor mistake it is not the demon Vassenego who crosses the magic portal to Discworld but - of course -  Rincewind. The boy Eric Thursley (right actor, here with false beard to appear older) asks Rincewind to grant him three wishes.

(note the parrot to the left. he aten't dead!)




After finding out about Eric's youth and him being called to his mother Rincewind has a very entertaining talk with the parrot. This parrot was my absolute favourite character and actor in the play. Last year she played Granny Weatherwax. Admittedly a supporting role only but a very funny and very present one. Nice costume, too!

Being a parrot she obviously is not equipped with splendid vocabulary so she has a lot of "wossnames" and when her instincts take over "Polly wants a cracker". Perfectly played, perfectly intonated bird-like voice and simply hilarious.

After Eric returns and insists on wishes being granted Rincewind mocks him that he'd only need to snap his fingers to fulfill his wishes, then he snaps with his fingers ... and away they are like magic. Noone is more surprised than Rincewind himself ;)


The travel leads them to the kingdom of  Tezuman (not ruled by an Amazonian princess). This is a very depressive people living in the Klatchian jungle waiting for the predicted arrival of a ruler. After worshipping him for a short time they intend to sacrifice him to pay back all bad luck they had to suffer in the past.

The stage set and the transportable throne of king Muzuma were very nicely built and decorated. To the very right the slightly oversized sculpture of Quezovercoatl, the founder of their religion.


In one of the pyramids Rincewind and the parrot meet a captive, Ponca da Quirm (in the book Ponce da Quirm is male, on stage she's a female seeker) on a quest for the fountain of youth. Next the "god" Quezovercoatl (which is in fact a very low and very small demon) is literally flattened by the Luggage and our (nearly) heroes can escape their fate of being flayed and sacrificed. Ponca da Quirm and the parrot part from Rincewind and Eric to continue searching for aforementioned fountain of youth.

Rincewind and Eric manage to get out of the frying pan into the fire: they happen to arrive at the time of the Tsortian war, inside the "trojan" or, more accurate, ephebian hollow wooden horse. The Tsortians are not as naive as the Trojans on Roundworld ... they move the statue inside the city but then guard it heavily and so Rincewind and Eric are captives right again. Distracted by the arrival of the Luggage they are able to escape and inadvertently open a city gate and let the Ephebians in. Very nice: the audience plays the role of the Ephebian army because the fictitious gate is set on the stage's verge. The beamer already announced this during the actors' introduction. One slide read " ... the Ephebian army: YOU" ;)
By accident Rincewind puts fire to the city and meets Lavaeolus (historically the fire was attributed to him). A bit later he learns that Lavaeolus is his ancestor (latin "Rinser of Winds"). He doesn't want to tell him about the future but assures nevertheless that Lavaeolus will finally arrive at home alive. But he doesn't tell about the duration of that travel ...
Lavaeolus actually wanted to save the kidnapped Elenor but in the meantime she got attracted to King Mausoleum of Tsort and is a sevenfold mother. Disappointed he leaves and due to Rincewind's assuring words he is even convinced that the Gods don't mean him no harm. Let's see to that ...

Rincewind and Eric continue travelling, and their next stop is the time right before the Big Bang of this universe. They meet a creator (not the creator) who is about to initiate the Big Bang and meanwhile contemplates the multitude of snow flakes. The creator was playing Igor last year and in both roles he excelled. Fabulous!

The audience could not hear the Big Bang. This was achieved by the narrators appearing with a remote control and muting the actors of the play. They delivered some more hilarious anecdotes and footnotes. Again: very nice!

Astfgl still looking for the travellers cannot watch them any more in his magic mirror so he deduces they have travelled "out of time" which leaves two places: before and after time. He sets out for the end of time but only meets DEATH there. The Luggage even overtakes him but he doesn't notice. What we already know he also realizes there and returns from the end to the beginning of time but he is too late once again: only a magic circle and some foot marks reveal that Eric and Rincewind have magicked themselves away.


They arrive at the last station of their travel: in Hell, in front of the huge Gate of Hell. The gate is guarded by a dumb two-headed demon who they pass quite easily, and inside they meet again Ponca da Quirm, who did not boil the water from the fountain of youth, her parrot, and Lavaeolus.

After some confusion we find out the plot: Vassenega had planned all this, had done the magic (not Rincewind snapping his fingers) and schemed to overturn Astfgl. She promotes and declares him "President of Hell" and moves him to a very quiet office together with his secretary Theszecka to do some more  bureaucracy without annoying the rest of hell with it. One of the other demons is quite astonished about bureaucracy: "And humans  somewhere thought this up all by themselves?  I thought we were supposed to be the ghastly ones!".

Rincewind and Eric escape unharmed and everyone was happy afterwards. The creator even cheated by inventing some quite unusual snowflakes.

The actors received long applause and well-deserved standing ovations.

(l2r: Ponca da Quirm, Tezuman citizen, Demons, Rincewind, Parrot, Theszecka, Librarian, tsortian philosopher, Moderator, Lavaeolus, Eric)

(All photos used by friendly permission of Jonas Milke, director of "Die Dramateure". Thanks!)

24.04.2013

base ist auch ne lustige Telefonfirma

Was einem nicht so alles passieren kann, wenn man was von einer Firma will ...
Es ist zwar nicht ganz so absurd wie bei der Handy-Kündigung meiner Frau, aber trotzdem einen Blogartikel wert, finde ich ;)

Kind 1 hat bei DSDS angerufen und mit abgestimmt.
Leider über Handy ...
Das kostet ... zum Glück waren's nur 20 Euro (1,50 pro Anruf - puh).

Dummerweise kommt die Telefonrechnung erst 1,5 Monate später, das sorgt dann nochmal für ganz schönen Ärger und hohen Blutdruck.

Also gleich bei base.de mit dem Kontaktformular einen Auftrag zur Sperrung bestimmter Rufnummern abgeladen ...

Heute kam eine Email als Antwort, die ich beantworten musste, weil ich sie so absurd finde.

ich>> Hallo, bitte sperren Sie für die Telefonnr. 0177-xxxxx alle
ich>> kostenpflichtigen Zusatzdienste, d.h. 0137, 0138, 013x, 0900,
ich>> 0180x, alle Premium-Dienste (Abonnements) und wenn möglich, auch
ich>> Auslandstelefonate.  Vielen Dank.

base> schade, wir konnten Sie telefonisch nicht erreichen, um Ihre E-Mail
base> zu beantworten.
base> Spätestens 48 Stunden nach der Einrichtung ist die Sperre technisch umgesetzt.
besten Dank für die Umsetzung, damit ist meinem Wunsch entsprochen.
warum schreiben Sie in die Email nicht hinein, was Sie mich am Telefon fragen wollten? Finde ich jetzt sehr umständlich.
Am besten schicken Sie mir noch ein Fax, in dem drinsteht, dass Sie mir eine Email geschickt haben, weil Sie mich am Telefon nicht erreichen konnten. SCNR.
Was in der Antwort überhaupt nicht drinstand: sind jetzt nur Abos gesperrt, oder das, was ich auch (und hauptsächlich) gewünscht hatte: kostenpflichtige Rufnummern wie 0137, 0900, Auslandsnummern?

Auf meine zugegeben etwas flapsige Nachfrage kam dann eine immer noch freundliche Antwort zurück, und die hat mich dann etwas schlauer gemacht:

(...) wurde ein Sperre aller Leistungen Dritter, wir zum Bespiel Abos und Zahlungen durch Apps. Gern habe ich weiterhin für Sie eine Sperre für 0180er- und 118xy-Rufnummern eingerichtet.
Eine Sperrung abgehender internationale Gespräche können Sie selbstständig einrichten.
Einschalten: *331*Passwort# Sendetaste
Ausschalten: #331*Passwort# Sendetaste
Statusabfrage: *#331# Sendetaste
Bitte denken Sie daran, dass bei aktivierter Sperre Gespräche in ein anderes Land nicht möglich sind. Sie können jedoch während eines Auslandsaufenthaltes innerhalb des Landes telefonieren.
Die Sperrung aller abgehenden internationalen Gespräche kostet monatlich 5,00 €.
(Hervorhebung in fett von mir)