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08.05.2025

Wenn Laien sich für Profis halten - Leserbrief

Eine Kolumnistin schrieb über das Bedürfnis, sich "leicht zu merkende" Passwörter auszudenken. Ganz blöde Idee auf so vielen Ebenen.

[veröffentlicht am 07.05.2025]

Die Kolumne von Fr. Rolfs kommt zwar im humoristischen Gewand daher, aber die Kernaussage dahinter ist eine gefährliche Verharmlosung der falschen Benutzung von Passwörtern. Sie fabuliert, dass Menschen sich “einfache” Passwörter ausdenken und natürlich dann überall dasselbe, leicht zu merkende Passwort verwenden, weil es ja so anstrengend sei, für regelmäßige Passwortänderungen immer wieder “gute” Passwörter zu finden. Dieses Konzept ist grundfalsch.

Erstens ist es falsch, sich selbst als Mensch ein “gut zu merkendes” Passwort auszudenken. Darin sind Menschen nicht gut. “Gut zu merken” ist ein Synonym für “schlechtes, leicht ermittelbares Passwort”. Mittlerweile sind Passwortgeneratoren in jedem Handy und in jedem Browser enthalten und es gibt spezielle Software, die richtig gute zufällige Passwörter zusammenbauen kann. Niemand muss sich heutzutage mehr Passwörter selbst merken!

Zweitens ist es falsch, regelmäßige Passwortänderungen zu erzwingen (leider machen das gerade viele Firmen immer noch falsch, monatlich oder im Quartal neue Passwörter zu verlangen). Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) schreibt seit längerem, dass die Sicherheit von der Länge des Passworts abhängt und gerade nicht vom regelmäßigen Wechsel. Es schlägt sogar vor, dass Passwörter nur bei Verdacht auf Kompromittierung geändert werden sollten. Im BSI-Grundschutz Punkt ORP4.A23 heißt es ausdrücklich: "IT-Systeme oder Anwendungen sollten Anwender nur mit einem validen Grund auffordern, das Passwort zu wechseln, reine zeitgesteuerte Wechsel werden nicht empfohlen."

Drittens ist es seit Jahren gängige Praxis, einen zweiten Faktor zu verwenden, z.B. einen PIN-Generator wie den Google oder Microsoft Authenticator auf dem Handy (2FA). SMS als zweiten Faktor sollte man vermeiden, da SMS ungeschützt übermittelt werden und mehrere Arten von Angriffen möglich sind. Mit diesem zweiten Faktor wird das Eindringen und Hacken deutlich erschwert. Dieses Verfahren sollte überall zwingend eingesetzt werden.

Google, Apple und viele andere Firmen empfehlen mittlerweile statt Passwörtern die sog. “Passkeys” zu verwenden, die das eigene Gerät nie verlassen, sondern nur mit einem mathematischen Verfahren “beweisen”, das der Inhaber legitim handelt. Hier sollte man überlegen, ob man sich an das Ökosystem von Android bzw. Apple bindet und die Passkeys direkt auf dem Smartphone speichert, man eine Drittanbietersoftware wie z.B. “1Password” oder sogar spezielle Zusatzgeräte wie USB-Sticks mit “Fido2”-Technik verwendet. Letztere erleichtern den Wechsel des Geräts bei Verlust oder Neuanschaffung und auch den Wechsel von einem Hersteller zu einem anderen.

Insgesamt bleibt zu wünschen, dass sich Kolumnisten auch bei Beiträgen mit humoristischen Hintergrund auf ihr Fachgebiet beschränken sollten und nicht bei Ausflügen in fachfremde Gebiete verklausuliert Empfehlungen aussprechen, die bei Laien einen falschen Eindruck hervorrufen könnten und die Sicherheit ihrer Geräte verschlechtert.


04.02.2021

In eigener Sache: Vorträge über Internet und Datenschutz

Ich schrieb ja schon mehrmals, dass ich an Schulen Vorträge über Datenschutz, Privatsphäre, Soziale Netzwerke, "Digitale Selbstverteidigung" usw. halte und damit auf Einladung durch Klassen und Elternabende tingele (im Moment natürlich eher nicht). Meine alten Blogartikel gibt es hier, hier, hier, hier und hier.

Im Rahmen von elan ("Eltern schulen aktive Eltern") biete ich dieses Jahr zwei meiner Vorträge auch online als Videokonferenz an.

Genau wie die "live" Vorträge in Schulen ist auch die Online-Variante kostenlos.

Anmeldung geschieht über das staatliche Schulamt des Wetteraukreises (s.u.).

Lehrer, die an diesen Vorträgen teilnehmen, können mit der Akkreditierungsnummer (VA ...) eine Teilnahmebescheinigung bekommen.

Ich würde mich sehr über Interessenten freuen, die diese Vorträge von mir übernehmen und selbst halten möchten.

Alle Vorträge finden von 19.30 bis ca. 21.30 Uhr statt. Im Anschluss an die Vorträge können Fragen gestellt werden, die ich nach bestem Wissen und Gewissen beantworten werde :-)

Schüler und neue Medien
17.02.21 (VA.-Nr. 510 650 63)
19.05.21 (VA.-Nr. 510 650 74)
16.06.21 (VA.-Nr. 510 650 77)

Der Vortrag richtet sich an Eltern, die darüber nachdenken, ein Smartphone für ihr Kind anzuschaffen.
Er bietet einen Überblick über das Internet in der Hosentasche und die Möglichkeiten und Risiken, denen Kinder und Jugendliche begegnen.
Auch Begriffe wie TikTok, WhatsApp, In-App-Käufe, Soziale Netzwerke, Mobbing, Sexting, Grooming werden besprochen.
Zielgruppe: Eltern von Schülern ca. 2./3./4. Klasse, natürlich alle anderen Eltern genauso willkommen!

Dieser Vortrag ist nicht besonders technisch und bietet einen Überblick, anhand dessen eine persönliche Vertiefung leichter fallen sollte.
 

Digitale Selbstverteidigung (zweiteilig wegen Umfang)
17.03.2021 Teil 1 (VA.-Nr. 510 652 49)
21.04.2021 Teil 2 (VA.-Nr. 510 652 49)

Wie funktioniert das Internet?
Ein Überblick über die Gefährdungslage durch private und staatl. Stellen.
Ein tieferer Blick auf die Datensammlung für gezielte Werbung.
Wie benutzt man Facebook und andere Soziale Netzwerke – ohne gleich alles über sich preiszugeben?
Gegenmaßnahmen im Browser, im Emailprogramm und Tipps für das eigene Verhalten.
Zielgruppe: Schüler ab ca. 7./8. Klasse und Eltern

Dieser Vortrag ist sehr umfangreich und wird deshalb in zwei Teilen angeboten, damit am Ende jedes Teils noch eine sinnvolle Diskussion möglich ist.

 

Anmeldung mit Nennung von Titel, Datum, Mail-Adresse und vollständigem Namen bitte an:
Fortbildung.SSA.BadVilbel@kultus.hessen.de
Staatliches Schulamt für den Hochtaunus- und Wetteraukreis
Konrad-Adenauer-Allee 1-11
61118 Bad Vilbel / Dortelweil
Tel.: 06101 - 5191 600

Ihre Anmeldung ist verbindlich. Bitte informieren Sie uns umgehend, falls Sie an der Veranstaltung nicht teilnehmen können.Damit wir Ihnen die entsprechenden Zugangsdaten vor der Veranstaltung übermitteln können, ist es notwendig, dass Sie bei der Anmeldung eine regelmäßig von Ihnen genutzte Emailadresse angeben.

24.09.2019

"Die Expertin" schreibt in der WZ über lästige Updates - Leserbrief

Die WZ hat am Samstag einen Stellenmarkt, und auf der Frontseite gibt es Glossen mit Tipps über alle möglichen Themen. Letzten Samstag erschien dort eine Glosse, in der ein Karriere-Coach sich darüber auslässt, wie lästig und unnötig Softwareupdates seien. Ich sah rot ...
[veröffentlicht am 24.09.19]

Leserbrief zur Glosse "Die Expertin"
In der Samstagsausgabe gibt es in der Rubrik "Stellenmarkt" eine Glosse mit dem Titel "Die Expertin".
Dort verfasste Tjalda Hessling am 07.09. einen Beitrag über lästige Updates auf ihrem Smartphone.
Der gesamte Inhalt dieses Beitrags zeigt nur eins: Frau Hessling mag eine Expertin auf vielen Gebieten sein, aber sie ist sicherlich nicht kompetent, über Sicherheit von Smartphones oder Computern zu schreiben.
Durch den ganzen Artikel zieht sich der Widerwillen gegen Updates, gepaart mit der schrägen Behauptung, dass bei Updates jedes Mal Geburtsdatum, Emailadresse oder andere persönliche Daten abgefragt werden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Updates für das Betriebssystem kommen vom Hersteller des Smartphones, die Updates für Programme aus dem Appstore oder Playstore. Dort wird ganz sicher nicht (mehr) nach persönlichen Daten gefragt - die Nutzung geschieht mit dem angemeldeten Konto des Besitzers ohne weitere Nachfragen. Solche neugierigen Fragen könnten durchaus von einem Trojaner stammen, der durch ein nicht upgedatetes Handy ein bequemes Einfallstor ins Telefon gefunden hat.
Im Gegensatz zu Frau Hessling arbeite ich seit vielen Jahren in der Branche und bin überzeugt davon, dass regelmäßige Updates das wichtigste Bollwerk gegen Schadsoftware sind, und zwar noch weit vor der Nutzung eines Antivirusprogramms.
Die Nichtanwendung von Updates führt dazu, dass das Smartphone zur tickenden Zeitbombe wird, die mit zunehmendem Alter immer anfälliger gegen Viren und Trojaner sind.
Kürzlich tickerte eine Meldung durch die einschlägigen Nachrichtenportale, dass es Sicherheitslücken beim iPhone gibt, die beim schlichten Besuch einer Webseite das Gerät infizieren können.
Es ist wichtig, nicht nur beim Smartphone, sondern auch beim heimischen PC, dass die Programme und das Betriebssystem, sei es Windows, Linux, Android oder Apple iOS, immer so aktuell wie möglich gehalten werden. Es ist deswegen auch ratsam, beim Kauf eines Gerätes in die Entscheidung mit einzubeziehen, ob und wie oft Updates geliefert werden. Apple ist hier erfreulich zuverlässig, langfristig (3 bis 5 Jahre) Updates auch für ältere Geräte zu liefern. Bei Android sieht es leider schlimm aus: hier stechen nur wenige Hersteller positiv heraus, und auch das nur für ausgewählte Geräte. Leider kalkulieren die Handyhersteller gerade im preiswerten Segment ohne Updatekosten. Hier kauft man ein Gerät, das im Laufe seines Lebens nie wieder ein Update erhalten wird. Man sollte lieber ein klein wenig mehr Geld ausgeben für die Gewissheit, dass kein Bankingtrojaner heimlich Daten abgreift oder Überweisungen manipuliert. Halbwegs regelmäßig liefern nach eigenen Erfahrungen Google (für die hauseigenen Pixelmodelle), Samsung, Motorola und Nokia Updates aus. Fragen Sie vor dem Kauf eines bestimmten Modells!
Für Frau Hessling habe ich zum Schluss die Empfehlung, dass sie sich bei ihren Glossen auf die Themen beschränken sollte, für die sie tatsächlich kompetent ist. Mit solchen merkwürdigen Seitensprüngen gefährdet sie alle Smartphone-Besitzer, die ihre Ausführungen für bare Münze nehmen und nun auf Updates verzichten wollen.

25.06.2018

Leserbrief: Heimrouter und Sicherheit

Die WZ hat regelmäßig in der Samstagsausgabe Sonderseiten zu bestimmten Themen, darunter auch Computer, Internet, Smartphones und verwandte Themen. Kürzlich erschien ein Artikel, wie nützlich und vielseitig die Router sind, die im privaten Heim den Internetzugang bereitstellen. Der Artikel ließ aber einen wesentlichen Aspekt aus, der mir als Berufsparanoiker sehr wichtig ist: die Sicherheit.

[veröffentlicht am 23.06.2018]

Leserbrief zum Artikel über Auswahl des Routers für zuhause
Kürzlich hat die WZ einen Artikel über die Auswahl des richtigen Routers für zuhause abgedruckt.
Der Artikel war umfangreich, aber inhaltlich unbefriedigend. Ich habe z.B. vermisst, dass bestimmte Router nicht nur den Internetzugang bereitstellen, sondern auch als Heimserver dienen können, indem man Drucker und Speicher anschließt, die dann jeder nutzen kann. Manche Router können sogar über einen USB-Stick mit Mobilfunk einen alternativen Zugang bereitstellen, wenn die Internetverbindung ausfällt. Immerhin fand Erwähnung, dass neuere Router einen Gastzugang beherrschen.
Was mir aber massiv aufgestoßen ist, ist das Fehlen jeglicher Hinweise oder Empfehlungen auf die Sicherheit dieser Geräte. Immerhin ist der Router dasjenige Gerät, das direkt ans Internet angeschlossen ist, weil das naturgemäß der Sinn der Sache ist. Aus diesem Grund ist es immens wichtig, dass das Gerät regelmäßig Softwareupdates bekommt, um Sicherheitslücken zu schließen oder Fehler zu beheben. Die allermeisten Router funktionieren mit einem kleinen Linuxsystem, und hier gibt es regelmäßig Verbesserungen und Fehlerkorrekturen.
Erst vor kurzem wurde bekannt, dass sehr viele Router von durchaus bekannten Firmen (wie Asus, D-Link, Huawei, Linksys, Ubiquiti, Upvel, und ZTE, sowie verschiedene NAS und Router-Modelle von Linksys, Mikrotik, Netgear, Qnap und TP-Link) gegen einen bestimmten Angriff verwundbar sind und sich deshalb Trojaner einnisten konnten. Die c't berichtete, dass das FBI zwar den Kontrollserver dieses einen Botnetzes lahmlegen konnte, aber die Sicherheitslücken existieren nach wie vor für jeden anderen Bösewicht (eine Liste der betroffenen Geräte). In der Vergangenheit wurden auch schon oft Angriffe auf Heimrouter bekannt, aber mit zunehmender Breitbandversorgung wird es immer interessanter, diese Geräteklasse anzugreifen - eben weil sie schlecht gepflegt werden.
Das ist aus drei Gründen gefährlich:
Erstens haben die bösen Buben durch die weite Verbreitung dieser Geräte eine enorme Armee an Drohnen, die sie für ihre Zwecke einsetzen können, wie z.B. Erpressung mit einem sog. DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service), bei dem der Angegriffene mit Anfragen überschwemmt wird und sein Geschäft nicht mehr ausüben kann,
zum Zweiten ist der Router in der Lage, jedes Gerät im Heimnetz anzusprechen und zu belauschen,
und zum Dritten ist es möglich, dass der Internetverkehr nicht nur belauscht, sondern auch manipuliert wird, so dass z.B. Kreditkarteninformationen, Passwörter, Electronic Banking usw. kompromittiert werden können.
Man kann es nicht oft genug wiederholen: Software-Updates werden immer wichtiger in einer Welt, in der es sich lohnt, elektronische Verbrechen zu begehen. Einer aktuellen Meldung von heise zufolge kann man mit Spam bis zu 300.000 Dollar pro Monat verdienen, mit Trojanern für Klickbetrug (simulierte Abrufe von Werbung) sogar Millionen. Das soll jetzt aber keine Werbung sein, hier ins Geschäft einzusteigen, bitteschön!
Niemand sollte einen Router kaufen oder sich vom Internetprovider aufstellen lassen, wenn die Updatefrage für dieses Modell nicht geklärt ist. Die Hersteller aus der o.g. Liste liefern auch Geräte, die von Vodafone, Telekom, 1&1 und anderen Internetprovidern unter eigener Marke ausgeliefert werden (die Telekom und Vodafone verwenden u.a. gern Geräte von Asus, ZyXEL und Huawei). Jeder Besitzer sollte darauf achten, dass die Updates entweder automatisch installiert werden oder es sich zur Angewohnheit machen, regelmäßig zu kontrollieren, ob es neue Updates gibt.
Im Zweifelsfall kann der Internetprovider eine Updategarantie natürlich nicht geben. Hier empfiehlt es sich, das Gerät nicht von diesem zu kaufen oder zu mieten, sondern sich über Tests in Fachzeitschriften selbst ein gut - und vor allem lang! - gepflegtes Modell auszusuchen.
Tipp am Rand: das Standardpasswort des Geräts sollte auch auf etwas eigenes geändert werden. Manche Standardpasswörter der Hersteller werden nach einem eher langweiligen Algorithmus erzeugt und sind leicht berechenbar.

13.04.2017

Die Cyberwehr - Leserbrief

In letzter Zeit wird die Vorsilbe "cyber" immer wieder ge- und mißbraucht. Niemand weiß so richtig, was damit ausgedrückt werden soll. Erfunden hat diesen Begriff William Gibson für seine Bücher über virtuelle Realitäten und hat damit Kinofilme wie "Matrix" inspiriert. Echte Programmierer(tm) machen sich seit langem über diesen Begriff lustig und verwenden ihn mittlerweile massiv satirisch überzeichnet selbst für reale Ereignisse ("hacker terror cyber cyber") oder als Hinweis auf überschießende politische oder mediale Berichterstattung.

In letzter Zeit wird dieser Begriff immer mehr verwendet, wenn der Autor keine Ahnung von Computern hat, aber trotzdem modern wirken will. Leider schließt sich die Wetterauer Zeitung diesem Trend an und veröffentlicht Glossen über die geplante Bundeswehrtruppe zur digitalen Kampfführung und Abwehr, die etwas spöttisch als "Cyberwehr" bezeichnet wird. Ich habe meine Zweifel, dass daraus irgend etwas werden wird.
Leserbrief zu Glossen Hr. Junginger, 06.04.17, und Fr. Spiller, 12.04.17

Fr. Spiller macht sich lustig und packt alle Vorurteile über Computerspezialisten aus, die ihr einfallen. Leider ist kein einziges davon witzig oder auch nur ansatzweise in der Lage, das Thema zu streifen. Im Gegenteil sorgt Fr. Spiller mit ihren hämischen Bemerkungen dafür, dass sich die Vorurteile über "Nerds" weiter verfestigen. Hr. Junginger zitiert ominöse "Experten", die angeblich seit Jahren vor den Gefahren des Internets warnen. Leider liefert er keinerlei Belege, welche Experten welche Gefahren befürchten.

"Hacker dringen in Atomkraftwerk ein", befürchtet Hr. Junginger. Und dagegen soll uns die neue Cybertruppe der Bundeswehr schützen? Wie wäre es, wenn man ganz einfach die kritische Infrastruktur nicht ans öffentliche Internet anschließt? Oder wenn man es doch tut – warum auch immer – dann wenigstens richtig Geld für Fachleute in die Hand nimmt, um eine solche Verbindung abzusichern? Dazu braucht es keine Bundeswehr - das BSI hat eigentlich schon genug Empfehlungen auf Lager. Man sollte nur anfangen, sie fachkundig umzusetzen.

Die "Gefahren" im Internet entstehen nach meiner Meinung gerade und hauptsächlich durch die "nation-grade attackers", also die staatlich gut finanzierten Hacker der Geheimdienste und Behörden, die den Markt für unveröffentlichte Sicherheitslücken befeuern, indem sie Umsummen zahlen, die Hersteller aber nicht informieren. Dadurch wird die Zivilgesellschaft als Ganzes unsicherer. Das FBI zog kürzlich sogar eine Anklage gegen einen mutmaßlichen Pädophilen zurück, um nicht vor Gericht das Abhörwerkzeug offenlegen zu müssen. An diesem Beispiel sieht man besonders krass, dass es definitiv nicht um den Schutz der Gesellschaft vor Verbrechern und Hackern geht, sondern um Macht und darum, sie nicht aufzugeben.

Aber hauptsächlich das Geld ist das Problem. Die Industrie zahlt vernünftige Gehälter für gute Leute. Die "Cyberwehr" bezahlt vermutlich stur nach Bundesbesoldungsordnung, für einen Leutnant also A9 mit ca. 2.800 € brutto pro Monat. Das ist vergleichbar mit einem Lehrer. Das Anfangsgehalt in der Industrie für einen Informatiker direkt nach Ende des Studiums liegt bei ca. 4.000 € mit extrem guten Entwicklungsmöglichkeiten.

Seit kurzem wird es auch immer moderner, Alltagsgegenstände mit Internetanschluss zu versehen, vom Kühlschrank über Stromzähler bis hin zu Fernsehern, Autos und Vibratoren (kein Scherz!). Diese Geräte werden unter massivem Kostendruck produziert und der Hersteller kümmert sich nach der Markteinführung nicht mehr um Software-Updates. Hier ist die Gesetzgebung gefragt, den Firmen eine Pflicht zu Updates oder ein einprogrammiertes Verfallsdatum aufzugeben, um unsichere Produkte zu verhindern. Die Selbstregulierung funktioniert nicht. Die meisten Konsumenten wollen das billigste Gerät kaufen und verstehen die Notwendigkeit von Software-Updates nicht. Die Hersteller in China kümmern sich nicht um Sicherheitslücken, weil sie keinerlei Nachteile zu befürchten haben oder diese Lücken sogar gewollt oder geduldet werden. Wenn hier der Gesetzgeber nicht eingreift, wird das Desaster noch eine Größenordnung schlimmer als bei den billigen Android-Smartphones ohne Updatemöglichkeit.

Ursprünglich wurde das Internet dezentral entworfen, um einen Atomkrieg zu überstehen. Aber jedes Netz hat Kapazitätsgrenzen, und wenn jetzt mit Macht Milliarden Geräte der Kategorie "Internet of Things" auf den Markt kommen, wird das Internet demnächst von intelligenten Toastern zerstört, die jemand gehackt hat. Aber bei alldem hilft uns keine unterbezahlte Cyberwehr, die freitags um 14.00 Uhr nach Hause geht. Hier hilft nur ein Paradigmenwechsel in der gesamten Software-Industrie hin zum "Security by Design" mit rigorosen Tests und Zulassungsvorschriften inklusive Zwang zur Update-Garantie. Und da muss die Gesetzgebung schneller werden. Eine unterbezahlte Cyberwehr ist nicht die Lösung, sondern nur zielloses Herumdoktern an den Symptomen.

08.04.2016

Flash-Update auf Version 21

Mir fehlen langsam die Worte, wie die Versionsnummern inflationär in Höhen klettern. Google hat es mit Chrome vorgemacht, aus irgendwelchen Gründen macht es Mozilla mit Firefox und Thunderbird nach, und jetzt beschleunigt Adobe die Nummerierung des Flashplayers genauso.

Und weil mir die neuen Worte fehlen, nehme ich immer den alten Blogartikel, nur die Versionsnummern und die Links ändern sich ;)

Einen Hinweis muss ich aber nun doch noch einbauen: ab Ende Januar 2016 gibt  es keine freien Downloads der Installationsdateien mehr. Genaue Modalitäten sind noch nicht bekannt, Adobe hat nur bekannt gegeben, dass die Downloadlinks über die "distribution3.html"-Seite nicht mehr zur Verfügung stehen werden und man eine Adobe-ID und eine Business-Lizenz benötige.

Grade erst Version 16 (siehe meinen älteren Blogartikel von November 2015) und 17 (hier) und 18 (hier im Blog) und 19 (hier im Blog) und 20 (hier im Blog), jetzt schon 21 (mittlerweile zählt wohl auch ein Major release nicht mehr zu den besonders erwähnenswerten Ereignissen bei Adobe?). Wer sich selbst auf dem Laufenden halten will, kann das Blog des Security-Teams bei Adobe lesen oder als RSS abonnieren.

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren. Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen und eigene Proxy-Adresse eintragen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin (Achtung übrigens, Firefox wird demnächst das NPAPI komplett abschaffen - mal sehen, was Adobe und Flash dann machen).
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=
21.0.0.242
set VAX=21.0.0.242
set V=21
set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_%V%_active_x.exe
set NP=install_flash_player_%V%_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben) gibt es nach wie vor "nur" Version 11, aber zur Abwechslung haben sich der Downloadlink und der Dateiname für .rpm geändert. Für .tar.gz-Format ist immer noch der erste Downloadlink gültig, deshalb belasse ich beide im Skript.
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.621
H=fpdownload.macromedia.com

PL1=/get/flashplayer/current/licensing/linux
PL2=/get/flashplayer/pdc/${VL}


DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL2} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
  
flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm
[20160310: Security-Bulletin von Adobe]
[20160411: Security-Bulletin von Adobe]
[20160510: Security-Bulletin von Adobe]
[20160615: Security-Bulletin von Adobe]

09.12.2015

Flash-Update auf Version 20

Mir fehlen langsam die Worte, wie die Versionsnummern inflationär in Höhen klettern. Google hat es mit Chrome vorgemacht, aus irgendwelchen Gründen macht es Mozilla mit Firefox und Thunderbird nach, und jetzt beschleunigt Adobe die Nummerierung des Flashplayers genauso.

Und weil mir die neuen Worte fehlen, nehme ich immer den alten Blogartikel, nur die Versionsnummern und die Links ändern sich ;)

Einen Hinweis muss ich aber nun doch noch einbauen: ab Ende Januar 2016 wird es keine freien Downloads der Installationsdateien mehr geben. Genaue Modalitäten sind noch nicht bekannt, Adobe hat nur bekannt gegeben, dass die Downloadlinks über die "distribution3.html"-Seite nicht mehr zur Verfügung stehen werden und man eine Adobe-ID und eine Business-Lizenz benötige.

Grade erst Version 16 (siehe meinen älteren Blogartikel von November 2015) und 17 (hier) und 18 (hier im Blog) und 19 (hier im Blog), jetzt schon 20 (mittlerweile zählt wohl auch ein Major release nicht mehr zu den besonders erwähnenswerten Ereignissen bei Adobe?). Wer sich selbst auf dem Laufenden halten will, kann das Blog des Security-Teams bei Adobe lesen oder als RSS abonnieren.

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren. Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin (Achtung übrigens, Firefox wird demnächst das NPAPI komplett abschaffen - mal sehen, was Adobe und Flash dann machen).
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=
20.0.0.306
set VAX=20.0.0.306
set V=20
set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_%V%_active_x.exe
set NP=install_flash_player_%V%_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben) gibt es nach wie vor "nur" Version 11, aber zur Abwechslung haben sich der Downloadlink und der Dateiname für .rpm geändert. Für .tar.gz-Format ist immer noch der erste Downloadlink gültig, deshalb belasse ich beide im Skript.
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.569
H=fpdownload.macromedia.com

PL1=/get/flashplayer/current/licensing/linux
PL2=/get/flashplayer/pdc/${VL}


DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL2} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
  
flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm

[Update 20151209: Bulletin von Adobe]
[Update 20151230: Bulletin von Adobe] 
[Update 20160210: Bulletin von Adobe]

21.09.2015

Flash-Update auf Version 19

Mir fehlen langsam die Worte, wie die Versionsnummern inflationär in Höhen klettern. Google hat es mit Chrome vorgemacht, aus irgendwelchen Gründen macht es Mozilla mit Firefox und Thunderbird nach, und jetzt beschleunigt Adobe die Nummerierung des Flashplayers genauso.

Und weil mir die neuen Worte fehlen, nehme ich immer den alten Blogartikel, nur die Versionsnummern und die Links ändern sich ;)

Grade erst Version 16 (siehe meinen älteren Blogartikel von November) und 17 (hier) und 18 (hier im Blog), jetzt schon 19 (mittlerweile zählt wohl auch ein Major release nicht mehr zu den besonders erwähnenswerten Ereignissen bei Adobe?). Wer sich selbst auf dem Laufenden halten will, kann das Blog des Security-Teams bei Adobe lesen oder als RSS abonnieren.

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren. Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin (Achtung übrigens, Firefox wird demnächst das NPAPI komplett abschaffen - mal sehen, was Adobe und Flash dann machen).
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=
19.0.0.245
set VAX=19.0.0.245
set V=19
set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_%V%_active_x.exe
set NP=install_flash_player_%V%_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben) gibt es nach wie vor "nur" Version 11, aber zur Abwechslung haben sich der Downloadlink und der Dateiname für .rpm geändert. Für .tar.gz-Format ist immer noch der erste Downloadlink gültig, deshalb belasse ich beide im Skript.
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.548
H=fpdownload.macromedia.com

PL1=/get/flashplayer/current/licensing/linux
PL2=/get/flashplayer/pdc/${VL}


DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL2} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
  
flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm

[Update 20150921: Security-Hinweis von Adobe]
[Update 20151013: Security-Hinweis von Adobe]
[Update 20151020: Security-Hinweis von Adobe]
[Update 20151111: Security-Hinweis von Adobe]
[Hier ist noch der Verweis auf die Anleitung für Version 18, 17, 16, 15, 14 und 13]

26.08.2015

Oswin Veith hat keine Argumente und keine Antworten auf Argumente

Schüler der Singbergschule besuchen Oswin Veith an seinem Arbeitsplatz in Berlin. Dort erzählt er das übliche Märchen, dass die Vorratsdatenspeicherung so unglaublich wichtig ist. Auf Gegenargumente geht er nicht ein - weil er es nicht kann. Er kann nur die Scheinargumente bringen, die die üblichen Scharfmacher als Nebelkerzen verbreiten. Meine konkreten Nachfragen wurden nicht mehr beantwortet.
Und natürlich speichern Anbieter nicht alle "Verbindungsdaten", insbesondere speichern sie nicht die Metadaten von Email, WWW usw., wie es das Gesetz vorsieht.


23.06.2015

Flash-Update auf Version 18

Mir fehlen langsam die Worte, wie die Versionsnummern inflationär in Höhen klettern. Google hat es mit Chrome vorgemacht, aus irgendwelchen Gründen macht es Mozilla mit Firefox und Thunderbird nach, und jetzt beschleunigt Adobe die Nummerierung des Flashplayers genauso.

Und weil mir die neuen Worte fehlen, nehme ich immer den alten Blogartikel, nur die Versionsnummern und die Links ändern sich ;)

Grade erst Version 16 (siehe meinen älteren Blogartikel von November) und 17 (hier), jetzt schon 18 (hier der offizielle Hinweis von Adobe). Wer sich selbst auf dem Laufenden halten will, kann das Blog des Security-Teams bei Adobe lesen oder als RSS abonnieren.

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren. Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin (Achtung übrigens, Firefox wird demnächst das NPAPI komplett abschaffen - mal sehen, was Adobe und Flash dann machen).
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=
18.0.0.232
set VAX=18.0.0.232
set V=18
set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_%V%_active_x.exe
set NP=install_flash_player_%V%_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben) gibt es nach wie vor "nur" Version 11, aber zur Abwechslung haben sich der Downloadlink und der Dateiname für .rpm geändert. Für .tar.gz-Format ist immer noch der erste Downloadlink gültig, deshalb belasse ich beide im Skript.
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.508
H=fpdownload.macromedia.com

PL1=/get/flashplayer/current/licensing/linux
PL2=/get/flashplayer/pdc/${VL}


DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL2} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
  
flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm

[Update 20150623: Security-Hinweis von Adobe]
[Update 20150708: Security-Hinweis von Adobe]
[Update 20150717: Security-Hinweis von Adobe]
[Update 20150811: Security-Hinweis von Adobe]
[Hier ist noch der Verweis auf die Anleitung für Version 17, 16, 15, 14 und 13]

13.03.2015

Flash-Update auf Version 17

Mir fehlen langsam die Worte, wie die Versionsnummern inflationär in Höhen klettern. Google hat es mit Chrome vorgemacht, aus irgendwelchen Gründen macht es Mozilla mit Firefox und Thunderbird nach, und jetzt beschleunigt Adobe die Nummerierung des Flashplayers genauso.

Und weil mir die neuen Worte fehlen, nehme ich immer den alten Blogartikel, nur die Versionsnummern ändern sich ;)

Grade erst Version 16 (siehe meinen älteren Blogartikel von November), jetzt schon 17 und gleich mit Warnungen, dass die älteren Versionen unsicher sind. Wer sich selbst auf dem Laufenden halten will, kann das Blog des Security-Teams bei Adobe lesen oder als RSS abonnieren.

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren. Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin.
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=
17.0.0.188
set VAX=17.0.0.188
set V=17
set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_%V%_active_x.exe
set NP=install_flash_player_%V%_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben) gibt es nach wie vor "nur" Version 11, aber zur Abwechslung haben sich der Downloadlink und der Dateiname für .rpm geändert. Für .tar.gz-Format ist immer noch der erste Downloadlink gültig, deshalb belasse ich beide im Skript.
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.460
H=fpdownload.macromedia.com

PL1=/get/flashplayer/current/licensing/linux
PL2=/get/flashplayer/pdc/${VL}


DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL2} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
  
flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm

[Hier ist noch der Verweis auf die Anleitung für Version 16, 15, 14 und 13]

[Update 20150114: Versionsnummern angepasst - heise-Meldung]
[Update 20150122: Versionsnummern angepasst - Adobe-Meldung]
[Update 20150126: Versionsnummern angepasst - heise-Meldung]
[Update 20150205: Versionsnummern angepasst - heise-Meldung]
[Update 20150415: Versionsnummern angepasst - Adobe-Meldung]
[Update 20150513: Versionsnummern angepasst - Adobe-Meldung]

10.12.2014

Flash-Update auf Version 16

Mir fehlen langsam die Worte, wie die Versionsnummern inflationär in Höhen klettern. Google hat es mit Chrome vorgemacht, aus irgendwelchen Gründen macht es Mozilla mit Firefox und Thunderbird nach, und jetzt beschleunigt Adobe die Nummerierung des Flashplayers genauso.

Grade erst Version 15 (siehe meinen älteren Blogartikel von November), jetzt schon 16 und gleich mit Warnungen, dass die älteren Versionen unsicher sind. Wer sich selbst auf dem Laufenden halten will, kann das Blog des Security-Teams bei Adobe lesen oder als RSS abonnieren.

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren. Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin.
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=
16.0.0.305
set VAX=16.0.0.305
set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_16_active_x.exe
set NP=install_flash_player_16_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben) gibt es nach wie vor "nur" Version 11:
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.442
H=fpdownload.macromedia.com
PL=/get/flashplayer/current/licensing/linux

DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
   flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm

[Hier ist noch der Verweis auf die Anleitung für Version 14 und Version 13]

[Update 20150114: Versionsnummern angepasst - heise-Meldung]
[Update 20150122: Versionsnummern angepasst - Adobe-Meldung]
[Update 20150126: Versionsnummern angepasst - heise-Meldung]
[Update 20150205: Versionsnummern angepasst - heise-Meldung]

14.10.2014

Flash-Update auf Version 15

Ausnahmsweise mal ein normales Update des Flash-Players für Windows, Mac OS und Linux. Nur verwunderlich, wie schnell die Major-Versionen purzeln. Grade erst Version 14, jetzt schon 15.

[Update der Versionsnummern 26.11.2014]

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren.
Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin.
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=
15.0.0.239
set VAX=15.0.0.239
set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_15_active_x.exe
set NP=install_flash_player_15_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben):
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.424
H=fpdownload.macromedia.com
PL=/get/flashplayer/current/licensing/linux

DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
   flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm

[Hier ist noch der Verweis auf die Anleitung für Version 14 und Version 13]

09.09.2014

Signierten Code mit Java erstellen

Man hat's nicht leicht, mit den ganzen Updates Schritt zu halten ... Dauernd Sicherheitslücken in Windows, Flash, Java, sogar in Android findet sich die eine oder andere Lücke.
Um den Erfolg der Updates zu überprüfen, insbesondere für Flash und Java, hatte ich mir vor langer Zeit eine ganz primitive Webseite erstellt, die mir die aktuellen Versionsnummern der installierten Plugins anzeigen kann.

Seit Version 1.7 der Java Runtime werden aber lästige Warnungen ausgegeben, dass demnächst nur noch signierter Code ausgeführt wird, dass Code, der von http- und nicht https-Schema nachgeladen wird, als unsicher betrachtet wird, und überhaupt lassen die Sicherheitseinstellungen der JRE demnächst gar nix mehr zu.

Also hab ich mich mal drangesetzt und aus meiner .class-Datei eine .jar-Datei gemacht, die ich mit meinen eigenen, selbst erstellten Key signiert habe. Das ist aber natürlich nur die halbe Miete, weil man auch der JRE im Browser klarmachen muss, dass der self-signed Code auch wirklich zulässig ist. Man muss also in der policy-Datei auch noch Änderungen vornehmen. Hier ist der ganze Ablauf zusammengestellt, den ich durchlaufen musste, bis meine simple JRE-Versionsabfrage mit Firefox 31, Chrome 36 und JRE 1.8.0.11 wieder funktioniert hat.

Hier ist zunächst der Code für die Ausgabe der JRE-Versionsnummer:
import java.applet.Applet;
import java.awt.Color;
import java.awt.Label;
public class JavaVersionDisplayApplet extends Applet
{
  private Label V;
  public JavaVersionDisplayApplet() {
    this.setBackground(Color.pink);
    V = new Label(" Java Version: " + System.getProperty("java.version") + " from " + System.getProperty("java.vendor"));
    this.add(V);
  }
}
Um diesen Code zu kompilieren, muss das Java Development Kit mit dem javac-Compiler installiert sein. Da Java einigermaßen kompatibel zu alten Versionen ist, kann man auch mit einer aktuellen JRE wie 1.8 noch Code ausführen, der mit Version 1.4 kompiliert wurde. Eine Krankheit von Java ist, dass der Dateiname exakt dem Klassennamen in der Datei entsprechen muss, hier also "JavaVersionDisplayApplet.java".
javac JavaVersionDisplayApplet.java
Als nächstes müssen noch zwei Dinge vorbereitet werden: ein Schlüsselpaar für das Signieren und eine Manifest-Datei, in der der Java-Code etwas genauer beschrieben wird, also etwas poetischer gesagt: Meta-Daten.

Zunächst also das Schlüsselpaar mit dem Programm keytool erzeugen, dass bei der JRE und beim JDK mitgeliefert wird.
keytool -genkeypair -alias thomas -keystore seeling.jks -dname "CN=Thomas Seeling, OU=System Administration, O=Kleintierpraxis Berstadt, L=Berstadt, ST=Hessen, C=DE" -keypass Password1 -storepass Password2
Im weiteren verwende ich immer den Aliasnamen "thomas" für den Schlüssel. Je nach Zusammenhang ist damit entweder der private oder der öffentliche Schlüssel gemeint.

Als nächstes benötige ich noch den öffentlichen Schlüssel separat, damit ich ihn in meinem Browser importieren kann. Dieser Schritt würde entfallen, wenn ich den Schlüssel von einer öffentlichen Root CA signieren lasse oder wenn ich mir selbst eine Root CA gebaut habe und den öffentlichen Schlüssel dieser Root CA schon in meinem Browser hätte.
keytool -export -keystore seeling.jks -alias thomas -storepass Password2 -file tseeling.cer
Ich mag meine Schlüssel lieber in base64-kodiert, also wandle ich die binäre .cer-Datei noch in eine PEM-Datei um:
openssl x509 -in tseeling.cer -inform DER -out tseeling.pem -outform PEM
Weil dies "nur" ein öffentlicher Schlüssel ist, benötige ich nach dem Export aus dem Java-Keyring kein Passwort mehr.
Diese PEM-Datei kann ich nun bequem über ein Transportmittel wie Email, ftp etc. zu meinem Browser-PC übertragen und dort importieren.

Desweiteren benötige ich die schon erwähnte Manifest-Datei, die mit in die .jar-Datei gepackt und signiert werden muss. Diese Datei sieht bei mir so aus:
Permissions: sandbox
Codebase: https://admin.moeller-seeling.local/*
Application-Name: JavaVersion
Der "Application-Name" ist hier nur "Schmuck am Nachthemd" und wird für eine Infobox benötigt, in der die JRE dem Benutzer anzeigt, wer da gerade ausgeführt werden soll.

Wenn das alles zusammengestellt ist, wird nun in zwei Schritten aus der kompilierten Java-Datei und dem Manifest zunächst eine .jar-Datei erzeugt und dann diese Datei mit dem zuvor erstellten privaten Schlüssel signiert.
jar -cfm JavaVersion.jar JavaVersion.txt JavaVersionDisplayApplet.class
jarsigner -keystore /opt/jdk/jre/lib/security/seeling.jks -keypass Password1 -storepass Password2 -verbose JavaVersion.jar thomas 

 Puh, fast geschafft! Jetzt noch diese .jar-Datei in einem kleinen HTML benutzen und vom Webserver ausliefern lassen. Darauf gehe ich nur ganz kurz ein, hier ist ein Beispiel für den HTML-Code:
<table border="1">
<tr><th> The version and vendor from the JRE</th>
<td align="center">
<applet height="60" alt="Browser has Java disabled"
hspace="22" width="440"
archive="JavaVersion.jar"
code="JavaVersionDisplayApplet.class">
</applet>
</td></tr>
</table>
Soweit, so gut. Das war der erste Schritt auf dem Webserver.

Auf dem Browser-PC sind auch noch kleine Schritte nötig, damit man ein self-signed .jar ausführen darf:
man muss in die Security-Policy einen Eintrag machen, dass signierte Dateien von bestimmten Programmierern erlaubt sind, und man muss den öffentlichen Schlüssel dieses Programmierers in den Standard-Keystore der JRE importieren, die der Browser im Java-Plugin verwendet, oder alternativ einen anderen Keystore angeben, in dem dieses Zertifikat enthalten ist.

Auf Windows findet sich das unter "%ProgramFiles(x86)%\java\jre8\lib\security\java.policy" (für die Java-Version 1.8).

Zu dieser (i.a. schon vorhandenen Datei) im Klartextformat habe ich folgende Einträge hinzugeführt:

keystore "file:${java.home}/lib/security/seeling.jks", "jks";
grant signedBy "thomas" {
  permission java.security.AllPermission, signedBy "thomas";
};
Zu der Liste der vertrauenswürdigen Zertifikate habe ich meinen öffentlichen Schlüssel hinzugefügt, den ich weiter oben als PEM-Format gespeichert hatte.
keytool -importcert -noprompt -trustcacerts -alias thomas -file tseeling.pem -keystore "%ProgramFiles(x86)%\java\jre8\lib\security\cacerts" -storepass changeit
Das Passwort der Schlüsseldatei "cacerts" ist üblicherweise "changeit". Natürlich ändert es nie jemand ;)

So, nachdem also nun ganz viele kleine Gemeinheiten geschafft sind, müsste im Browser ein Applet funktionieren, das die JRE-Versionsnummer ausgibt. Wenn man auch nur einen dieser Schritte weglässt, klappt es nicht und entweder der Browser oder die JRE beschimpfen mich, dass alles ganz schröcklich unsicher ist.

19.08.2014

SSL-Verschlüsselung und die Vertrauenswürdigkeit

In letzter Zeit wird immer so viel über die Abhöraffäre gesprochen. Manche, insbesondere Politiker, sagen dann immer gern, man müsse sich selber schützen. Das mag natürlich Ablenkung sein, weil sie es sich nicht mit den USA verderben wollen, kann aber auch genausogut das völlige Fehlen von Sachkenntnis bedeuten. Wer weiß das schon so genau bei Politikern.

Zwei Dinge kann man natürlich aus dieser heißen Luft trotzdem mitnehmen: wer aus Prinzip verschlüsselt, macht es den Geheimdiensten schwerer - die Masse macht's. Und man fällt auf und ist damit automatisch verdächtig. Das kann sich jetzt jeder selbst überlegen.

Wie man Emailverschlüsselung einrichtet, wird übrigens hier ganz gut erklärt (am Beispiel von Thunderbird in Windows, das Grundprinzip ist aber bei Mac und Linux fast identisch), und ich hatte das vor einiger Zeit auch schon mal beschrieben.

Was genau passiert nun bei Verschlüsselung, und wie funktioniert Abhören?

Normalerweise nimmt man einen Browser oder ein Emailprogramm und der Computer zuhause - der Client - baut eine Verbindung zu einem anderen Computer auf, dem sogenannten Server, der eine Dienstleistung anbietet, sei das nun WWW oder Email oder Chat oder etwas ganz anderes; für unsere Betrachtungen ist das vollkommen unerheblich.

Ich will jetzt auch gar nicht so ganz im Detail darauf eingehen, wie diese Verbindung funktioniert, aber das OSI-Schichtenmodell spielt dabei eine Rolle, und die üblichen Verbindungen laufen über das TCP-Protokoll im TCP/IP. Wer tiefer Bescheid wissen will, möge den Links folgen.

Bei unverschlüsselten Verbindungen fragt der Client den Server im Klartext, und die Antwort des Servers darauf erfolgt ebenfalls im Klartext. Hier ist es natürlich vollkommen problemlos, den kompletten Inhalt in beiden Richtungen abzuhören, wenn man sich an einer der Knotenstellen dazwischen einklinken kann - Geheimdienste machen das gern am DE-CIX in Frankfurt, da trifft sich so gut wie alles, was Rang und Namen hat ... Die Bundesregierung verweigert übrigens die Antwort auf die Frage, ob deutsche Geheimdienste ebenfalls am DE-CIX abhören. Allein diese Weigerung finde ich schon sehr bezeichnend.

Man erzeugt ein Duplikat des Datenstroms, und schon mit billigen Sniffer-Werkzeugen wie Wireshark kann man gezielt herausfiltern, dass man an einer bestimmten Verbindung des Typs "T" von "A" nach "B" interessiert ist (T=email, A=Thomas, B=pop.gmx.net).

Gut, das wollen wir natürlich nicht (ich zumindest), und deswegen wollen wir es dem Lauscher an der Wand etwas schwieriger machen, und schalten TLS ein. Was bedeutet das technisch? Zunächst einmal bedeutet es, dass wir den modernen neuen Namen verwenden. Früher hieß das nämlich noch SSL, und von diesem Namen stammt auch das "s" für "secure" in den URLs, wie z.B. https://www.ccc.de.

TLS ist eine Sammlung von Methoden und Protokollen, mit denen man ver- und entschlüsseln kann, sowie Prüfsummen nach allen möglichen Standards berechnen kann. Es gibt mehrere Softwarepakete, die TLS bzw. SSL anbieten, darunter das am häufigsten verwendete OpenSSL oder auch GnuTLS.

Das Tolle an TLS ist, dass man die Ver- und Entschlüsselung mit unterschiedlichen Codes durchführen kann (asymmetrische Verschlüsselung). Der Code zum Verschlüsseln kann ruhig bekannt werden; deshalb wird er auch "öffentlicher Schlüssel" genannt. Selbst wenn man ihn besitzt, kann man einen verschlüsselten Text damit nicht wieder lesbar machen. Nur wenn man den dazugehörigen "privaten Schlüssel" besitzt, kann man den Text dechiffrieren. Ein bekanntes Verfahren heißt RSA und wurde nach den Entwicklern Rivest, Shamir, Adleman benannt.

Das asymmetrische Prinzip mit der Aufteilung in einen öffentlichen und einen geheimen Schlüssel hat zwei besondere Eigenschaften, die beide sehr nützlich sind und verwendet werden. Zum Einen kann man mit dem öffentlichen Schlüssel etwas unlesbar machen und nur der Empfänger kann es mit seinem geheimen Schlüssel wieder lesbar machen. Nicht einmal der Absender kann die Verschlüsselung rückgängig machen! Zum Anderen kann der Besitzer des geheimen Schlüssels eine elektronische Unterschrift (Signatur) erzeugen, und jeder kann mit dem öffentlichen Schlüssel prüfen, ob die Unterschrift korrekt ist.

Beim ersten Verbindungsaufbau sendet der Client eine Anfrage, ob der Server Verschlüsselung unterstützt. Falls ja, bietet er eine Liste von Verschlüsselungsverfahren an und sendet auch gleich seinen öffentlichen Schlüssel mit (in Wahrheit ist es etwas komplizierter, aber das ist das Prinzip). Mit diesem öffentlichen Schlüssel kann also der Client schon mal chiffrierten Text an den Server schicken, und nur der Server kann ihn wieder lesbar machen.

Soweit, so cool ... aber wie geht der Rückweg?

Im Prinzip funktioniert der Weg der Serverantworten genauso, nur andersrum ;).

Der Client und der Server einigen sich auf ein bestimmtes Verschlüsselungsverfahren (z.B. AES) und tauschen beim Verbindungsaufbau einen geheimen Schlüssel aus, der nur für diese eine Verbindung verwendet wird. Diesen etwas komplizierten, umständlichen Weg geht man, weil das asymmetrische Verfahren sehr rechenaufwändig ist. Man setzt es deshalb nur einmal ein, um einen zufällig gewählten Code für ein schnelleres, typischerweise symmetrisches Verfahren auszutauschen.

Soweit, so cool ... aber woher weiß ich, dass der Server wirklich die Maschine ist, die ich ansprechen will und nicht eine andere Kiste, vielleicht wurde ich sogar umgeleitet mittels Angriffsmechanismen wie DNS-Fälschung, ARP-Fälschung usw.?

Jetzt wird's komplizierter ;). Erst mal weiß ich das nicht. Der Server bietet mir beim Verbindungsaufbau seinen öffentlichen Schlüssel an. Aber ich weiß noch nicht, ob das alles zusammenpasst. Ich kann natürlich über einen anderen Weg prüfen, ob der "Fingerabdruck" (fingerprint) des öffentlichen Schlüssels korrekt ist, aber dann müsste ich mir selbst eine Liste von Fingerprints aufbauen für alle Webserver, Emailserver usw., mit denen ich sprechen will.

Üblicherweise geht man einen anderen Weg: man lässt sich den öffentlichen Schlüssel "signieren" von einem vertrauenswürdigen Dritten, einer sogenannten Zertifizierungsstelle. Und man vertraut dann nicht jedem einzelnen öffentlichen Schlüssel jedes Servers, sondern einmalig der Zertifizierungsstelle. Das sind die "Vertrauenswürdigen Institutionen" in den Interneteinstellungen bei Windows bzw. die "Authorities" im Firefox-Browser.

Das ganze scheitert dann, wenn diese Zertifizierungsstellen unterwandert oder kompromittiert werden, und dafür gibt es leider mehr als genug Beispiele, eben weil diese Abhörmöglichkeit extrem attraktiv ist.
  • Vor einigen Jahren wurde die niederländische DigiNotar gehackt und gefälschte Zertifikate für bekannte Hostnamen von Google und anderen signiert (insgesamt gab es über 500 gefälschte Signaturen)
  • neulich gab es eine schlimme Panne in der Türkei 
  • aus dem Iran ist bekannt, dass 2011 zum Abhören gefälschte Zertifikate für google.com erkannt wurden, vermutlich vom Einbruch bei DigiNotar
  • das israelische Unternehmen StartSSL wurde angegriffen
  • ein Angriff auf die französische ANSSI ist noch ungeklärt
  • und jetzt aktuell wurde bekannt, dass die staatliche NIC von Indien ebenfalls versucht hat, mit Zertifikaten für Hostnamen bei Google und Yahoo ihre Bürger abzuhören.

Das Problem ist nämlich: wenn das Zertifikat gefälscht ist, d.h. "falsch" signiert ist, funktioniert es technisch immer noch problemlos und sieht immer noch genauso vertrauenswürdig aus, obwohl es jemand mit böser Absicht erzeugt hat und verwendet. Nur die "Unterschrift" ist von einer anderen Stelle, der mein Browser aber ebenfalls vertraut. Nur wenn man weiß, dass das Zertifikat normalerweise von Verisign signiert wird und eben nicht von "NIC India", dann springt einem die Fälschung sofort in's Auge.

Das wäre genauso, als ob man bei einem Brief nur darauf schaut, dass er handschriftlich unterschrieben ist, aber man prüft nicht, ob die Handschrift wirklich "echt" ist.

Googles Chrome-Browser prüft übrigens bei einigen Hostnamen, ob das Zertifikat von der richtigen Instanz unterschrieben wurde, und schlägt Alarm, wenn man auf diese Weise auf eine Fälschung trifft. Diese Prüfung heißt "certificate pinning" - man legt in der eigenen Software fest, welche Signatur erwartet wird.

Als Fazit lässt sich sagen: die Mathematik lässt sich (derzeit) nicht austricksen, aber das System der vertrauenswürdigen Signaturstellen ist gehörig angeknackst, um nicht zu sagen: es ist kaputt.

Das Problem ist natürlich offensichtlich und wird auch bereits unter Sicherheitsforschern diskutiert. Eine Möglichkeit ist, dass jede Certificate Authority, die Signaturdienstleistungen anbietet, öffentlich macht, für wen sie Zertifikate ausgestellt hat. Damit könnte jeder Browser prüfen, ob ein Zertifikat wirklich hochoffiziell von dieser CA signiert werden durfte.

Bislang gab es eine gewisse Vertrauenswürdigkeit in die Signaturstellen, aber das ist in's Wanken geraten mit Bekanntwerden der Tatsache, dass insbesondere amerikanische Geheimdienste gern man mit geheimgehaltenen Gerichtsurteilen die Herausgabe aller Schlüssel erzwingen, wie etwa im Fall des Emaildienstleisters Lavabit.

Ein weiterer Ansatz ist eine Sperrliste. Da greift aber erst, wenn einem Besitzer aufgefallen ist, dass ein gefälschtes Zertifikat im Umlauf ist oder ein echtes gestohlen wurde. Die Browser können bei einer Auskunftsinstanz nachfragen, ob ein gegebenes Zertifikat (noch) gültig ist oder widerrufen wurde. Einerseits hat dies mächtige Performance-Probleme, weil für jedes Zertifikat eine Anfrage abgeschickt werden muss. Andererseits ist das ein riesiges Problem für die Privatsphäre, wenn ich einer weiteren Instanz mitteile, wo ich gerade surfe. In Firefox und Chrome gibt es diese Technik, da aber Google diese Probleme als zu schwerwiegend ansieht, ist das Feature abgeschaltet. Es gibt aber technische Weiterentwicklungen, wie z.B. eine einzelne zentrale Sperrliste.

11.06.2014

Flash-Update auf Version 14

Ausnahmsweise mal ein normales Update des Flash-Players für Windows, Mac OS und Linux. Nur verwunderlich, wie schnell die Major-Versionen purzeln. Grade erst Version 13, jetzt schon 14.

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren.
Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin.
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=
14.0.0.145
set VAX=14.0.0.145
set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_14_active_x.exe
set NP=install_flash_player_14_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben):
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.394
H=fpdownload.macromedia.com
PL=/get/flashplayer/current/licensing/linux

DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
   flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm

[Hier ist noch der Verweis auf die Anleitung für Version 13] 
[Update 20140709: aktuelle Versionsnummern eingesetzt]

11.04.2014

Heartbleed SSL-Problem - ein Überblick

Alle Welt redet über den Fehler in OpenSSL (CVE-2014-0160), durch den ungewollt interne Daten aus einem Server "herausbluten" können, die nie an die Öffentlichkeit sollten ... wie z.B. ungeschützte private SSL-Keys, oder auch Usernamen und Passwörter.

Der Fehler besteht darin, dass mehr Daten ausgeliefert werden, als "legal" im Server zur Verfügung stehen, und was in diesem "mehr" an Daten abgelegt ist, hängt nur vom Zufall und dem vorherigen Zustand des Serverdienstes ab.

Es könnten also private SSL-Keys oder Passwörter sein. Man weiß es nicht ...

Deswegen muss man als korrekt paranoider Serverbetreiber davon ausgehen, dass dieser schlimmste Fall auch wirklich eingetreten ist. Jeder Betreiber von öffentlichen Internetdiensten sollte also seine SSL-Zertifikate zurückrufen ("revoken"), sich neue beschaffen (am besten gleich mit 2048 bit Länge) und neu signieren lassen. Das wird leider häufig Geld kosten (z.B. bei Verisign, Thawte, Geotrust, Telekom usw.). Eine kostenlose Möglichkeit ist cacert.org, allerdings haben nur wenige Programme die Root-Zertifikate von cacert.org ab Werk eingebaut, so dass ein solchermaßen signiertes Zertifikat trotzdem erstmal nix nutzt und bei den meisten Benutzern als "unsicher" angemeckert wird.

Ein kleiner Lichtblick: Clients sind dem ersten Anschein nach nicht betroffen, Chrome, Firefox und Internet Explorer nutzen OpenSSL nicht. Die einzige angreifbare Android-Version ist 4.1.1. In allen späteren Versionen hat Google die Heartbeat-Funktion abgeschaltet, weil sie nicht benötigt wird. Ein Endgerät wäre auch nur  angreifbar, wenn man einen bösartigen Server aufsucht, der einen Heartbeat an den Client schickt. Oder wenn man auf seinem Androiden mit 4.1.1 einen Serverdienst betreibt (gibt es wirklich).

Hier ist eine Liste mit einem Überblick, was eigentlich passiert ist, und was Experten dazu meinen.
Und das sollte man als nächstes tun:
  • So schnell wie möglich Update auf OpenSSL 1.0.1g (oder noch neuer)
  • OpenSSL libraries installieren und dynamisch gelinkte Dienste neu starten (Apache etc.)
  • Neue private keys für alle SSL-fähigen Dienste erzeugen
  • Alle alten Zertifikate revoken
  • Statisch gelinkte Programme neu kompilieren