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01.09.2024

Was in der Ampel wirklich schiefläuft - Leserbrief

[veröffentlicht am 30.08.2024]

Neben Sattler schreibt sich auch der Glossist Anastasiadis die Finger wund, um die Ampel schlecht zu machen. In der Glosse vom 21.08. zählt er diverse Regierungsentscheidungen auf und behauptet, dass die Wähler all diese Entscheidungen für schlecht hielten und erwartet von Scholz, "zur Seite zu treten".

Das einzige, was man korrekterweise aus der Aufzählung herauslesen kann, ist die Tatsache, dass Scholz sich von der FDP als destruktive Opposition in der Koalition auf der Nase herumtanzen lässt.

Zu den Punkten, die Anastasiadis aufzählt:

Es gibt nach Studien ca. 75.000 Tote pro Jahr durch Alkohol, von Tabak fange ich erst gar nicht an. Im Vergleich dazu ist das Gesundheitsrisiko durch Cannabis vernachlässigbar gering.

Von den Geflüchteten, die seit 2015 hier angekommen sind, konnten 86 % in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Der Wirtschaft geht es überraschend gut, z.B. werden in Sachsen und Thüringen trotz der dortigen rechtsextremen Risiken über 30 Mrd. Euro in Zukunftstechnologien wie Chips und E-Autos investiert. Wem es schlecht geht, ist die konservative deutsche Autoindustrie, und das ist das Verdienst von FDP, CDU und CSU, die immer noch auf “Technologieoffenheit” beharren statt der Industrie klare, technisch sinnvolle Vorgaben für die Zukunft gemacht zu machen. Das ewige Hin und Her und das Verbreiten von Schlagworten hat den deutschen Autoherstellern mehr geschadet als sogar die Verhinderung von Euro 7-Grenzwerten auf EU-Ebene. Es gibt und gab nie ein “Verbrenner-Aus”, und trotzdem wird diese Behauptung immer noch wie eine Tatsache durch Presse und Medien geprügelt. Die FDP jubelt über Wasserstoff, E-Fuels und HVO und weiß genau, dass die Herstellungskapazitäten auf Jahre hinaus nie den Bedarf werden decken können und deren Herstellung eine immense Energieverschwendung bedeutet.

Es wäre stattdessen nötig, den ÖPNV zu stärken und Wissing in die Pflicht zu nehmen, in seinem Ressort CO2 einzusparen statt durch Gesetzesänderungen und Rechentricks seine Defizite auf andere Ressorts zu verschieben. Zur Erinnerung: auf EU-Ebene gibt es nach wie vor die Sektorziele, und wenn Wissing (und Nachfolger) bei den verpflichtenden CO2-Einsparungen bis 2030 nicht zu Potte kommt, wird uns das geschätzte 55 Mrd. Euro Strafzahlungen an die EU kosten.

Wenn insbesondere die FDP seit Beginn der Corona-Pandemie nicht den Fetisch “Freiheit” vor sich her getragen hätte, so dass es seitdem so gut wie keinerlei Hygiene- und Schutzmaßnahmen mehr gibt, hätte die deutsche Wirtschaft wesentlich weniger Ausfälle durch Krankheit gehabt und das Wirtschaftswachstum wäre sogar um deutlich ein Prozent höher ausgefallen. Zur Erinnerung: Corona ist leider endemisch geworden und wütet immer noch, die WHO hat lediglich die “globale Notlage” für beendet erklärt.

Der Industriestrompreis ist seit Monaten stetig am Fallen, und liegt je nach Region und Vertrag bei ca. 7,5 ct/kWh. Der niedrige Strompreis liegt insbesondere daran, dass wir seit über einem Jahr keine Kernkraftwerke mehr haben, die mit teurem Strom die Netze verstopfen, und sogar die Verstromung von Kohle liegt historisch niedrig (mehr als 40 % weniger als im Vorjahr, und unter dem Stand von 1965).

Zur Wirtschaft in Deutschland ein paar Fakten:

  • Der DAX ist knapp vor der Marke von 18.700 (27.08.2024).
  • Die Arbeitslosenquote ist die drittniedrigste seit 1990.
  • Es sind fast 46 Mio. Menschen in Lohn und Brot - ein Rekordwert.
  • Der Mindestlohn funktioniert und sorgt für mehr Steuereinnahmen, dürfte aber gern höher sein.
  • Die Inflationsrate ist wieder nahezu auf dem von der EZB erwarteten Niveau vor dem Ukraine-Krieg.
  • Massive Entbürokratisierung, z.B. bei Windkraftgenehmigungen.

Die Probleme, die wir angeblich haben, werden entweder durch die Hetze der rechten und konservativen Parteien und der Krawallpresse herbeigeredet oder wurden in 30 Jahren CDU-Regierung geschaffen. Die Ampel verdient Kritik, aber sie muss andererseits auch historisch nie dagewesene Probleme bewältigen.

22.03.2018

Nerviges beim Autofahren - 2

Schön, dass Sie trotz Teil 1 wieder eingeschaltet haben zum nächsten Teil meines Gemeckers über Autofahren und Autofahrer und alles rundherum!

Ich hatte im letzten Teil schon angefangen, mich über Baustellen und das Verhalten von Fahrern in Baustellen auszulassen.

Einen Nachtrag zum Thema "Mittelspurfahrer" möchte ich noch nachliefern: der Postillon hat vor einiger Zeit über eine Sensation auf deutschen Autobahnen berichtet.

Auch sehr nett sind die Autofahrer, die in Baustellen links fahren, aber dann kein Gefühl dafür haben, wie breit ihr Auto tatsächlich ist, und sich dann nicht trauen, an breiten LKWs vorbeifahren. Dann bleiben sie schräg links hinter dem LKW, aber sie kommen auch nicht auf die Idee, dass sie wieder auf die rechte Spur wechseln, und blockieren dann erst mal alles.

Autofahrer, die nicht blinken können oder wollen, sind auch so eine Sache. Meistens geht das auch einher damit, nicht einschätzen zu können, wie schnell jemand von hinten angefahren kommt.

Nicht zu Unrecht lernt man in der Fahrschule, mindestens zweimal in den Spiegel zu schauen, um zu sehen, wie schnell jemand näher kommt, wie groß also der Geschwindigkeitsunterschied ist. Es gibt aber Fahrer, die das nicht nötig haben und dann einfach darauf vertrauen, dass der Hintermann gute Bremsen hat. Leider verursachen genau diese heftigen Bremsmanöver i.a. auch noch Folgebremsungen der weiteren Fahrzeuge dahinter, und das pflanzt sich dann vielleicht noch Kilometer nach hinten fort. Im schlimmsten Fall geschieht durch den unüberlegten und rücksichtslosen Spurwechsel sogar noch ein Unfall.

Wie gut, dass der Postillon erst kürzlich vermelden konnte, dass ab 2018 auch ein Blinker für das Geradeausfahren Pflicht wird!

Vielleicht wollen die Fahrer, die nicht blinken, den anderen Verkehrsteilnehmern aber auch einfach nicht die Überraschung verderben?

Marode Brücken sind auch so eine Sache für sich: durch die Vibrationen gehen Brücken schneller kaputt, als bei der Konstruktion vorausgesehen, weil insbesondere der LKW-Verkehr unglaublich zugenommen hat. An vielen Brücken gibt es Tempolimits wegen "Brückenschäden", üblicherweise 60 für LKWs und 80 für PKW. Ich denke mir dann, dass jeder, der das Tempolimit ignoriert, dazu beiträgt, dass die Brücke schneller kaputtgeht und saniert werden muss. Und natürlich passiert das von den Steuergeldern - meinen und seinen. Leider ist der Zusammenhang zwischen Steueraufwand und Tempolimit den meisten Autofahrern nicht allzu naheliegend.

Achja, nochmal Baustellen: die meisten dicken Automodelle, insbesondere die Disco- und Kindergartenpanzer, neudeutsch "SUV" genannt, sind mittlerweile inklusive Außenspiegeln deutlich breiter als zwei Meter, und das bedeutet in den üblichen Baustellen, dass sie rechts bleiben müssen. Im Fahrzeugschein steht die Breite ohne Spiegel, aber wenn auf einem Verbotsschild ein Limit von zwei Meter angezeigt wird, gilt das für die reale Breite inklusive beider Außenspiegel. Öffnen Sie einfach mal spaßeshalber die Scheiben in den vorderen Türen und messen Sie, wie breit Ihr Auto ist! Sie werden überrascht sein.

Tempolimits innerorts sind mir auch besonders wichtig und ich halte mich auch daran. In unserer Gemeinde ist vor einiger Zeit überall Tempo 30 eingeführt worden, außer auf der Bundesstraße und höchstens noch einer Durchgangsstraße durch jeden Ortsteil. Damit verbunden ist generell "rechts vor links". Leider hält sich kaum jemand daran - weder an das Eine noch an das Andere. Dabei ist es gerade innerorts wichtig, auf kleine und große Fußgänger Rücksicht zu nehmen. Besonders toll, wenn einem der Schulbus die Vorfahrt nimmt.

Ebenfalls gar nicht leiden kann ich es, wenn jemand mir zu dicht auffährt. Wenn ich mit der Familienkutsche unterwegs bin und habe jemanden hinter mir, dessen Front ich schon gar mehr nicht richtig im Spiegel sehen kann, weil er so nah ist, wünsche ich mir eine automatisch ausfahrbare Rampe statt der Heckklappe, um das Auto hinter mir als Beiboot an Bord zu nehmen (wie bei James Bond ;) ). Dieses Verhalten ist extrem dumm - wenn ich rechts fahren könnte, würde ich das tun. Meistens überhole ich aber gerade selbst, oder es ist eine ganze Schlange vor mir. In jedem Fall führt Drängeln aber zu erhöhtem Streß beim Gedrängelten und in letzter Konsequenz erhöht es das Risiko von Fahrfehlern und Unfällen (wie vor ein paar Jahren bei dem Unfall mit einem Mercedes-Testfahrer und einem Kleinwagen mit Mutter und Kind).

Eine besonders krasse Form von "dicht Auffahren" passiert anscheinend auch nur mir: ich bin vermutlich der einzige Idiot, der regelkonform am STOP-Schild wirklich anhält. Bei meinem vorherigen Astra ist mir an derselben Autobahnausfahrt zweimal (!) dieselbe Art von Unfall passiert: ich fahre bis zur Linie und halte an. Und dann bummst es. Weil der Autofahrer hinter mir (bzw. Kleinlaster, ist aber eigentlich egal) nicht erwartet hatte, dass ich tatsächlich anhalte. Das sind die Oberschlauen, die als zweiter in der Schlange sehen, dass von Links keiner kommt und dann einfach durchfahren wollen.

Dieselbe Art von Unfall ist mir dann mit dem kleinen Spaßauto nochmals passiert, allerdings an einem STOP-Schild an einer Einmündung zur Landstraße. Der Autofahrer hinter mir schaut nach links und bildet sich ein, er kann fahren, achtet aber nicht darauf, ob vor ihm das Auto noch da ist. Dieser Autofahrer war dann besonders penetrant: er beschimpfte mich auch noch, warum ich angehalten hätte. Der Gipfel der Selbstgerechtigkeit war, dass er von meinem kaputten Auto ausgiebig Fotos machen wollte, damit ich auf keinen Fall auf seine Kosten von der Versicherung Reparaturen bezahlen lasse, für die er nicht verantwortlich sei. Dabei hatte es gar keine sonstigen Schäden. Ich liebe das kleine Spaßauto, das ist technisch immer in Ordnung, nur manchmal ein bißchen staubig.

10.10.2017

Nerviges beim Autofahren - 5

Ein spezielles Erlebnis hatte ich neulich, als ich Kind 2 von der Ferienfreizeit abholen wollte. Das passte jetzt nicht mehr thematisch zum Thema im vorigen Gemecker, deshalb habe ich direkt einen neuen Beitrag angefangen. Kurz erwähnt hatte ich das Verhalten mit dem zu großen Ego schon früher, aber diesmal ist es mir so krass aufgefallen, dass ich nochmal drüber schreiben wollte. Die früheren Texte gibt es als Teil 1 und Teil 2 und Teil 3 und Teil 4 hier im Blog.

Es begab sich also zu der Zeit, dass das Kind nach dem Ende der Freizeit mit dem Bus in Limburg ankommen sollte und der Vater sich rechtzeitig vorher auf den Weg machen musste, wie es die Kaiserin angeordnet hatte.

Die Ferienfreizeit nach England hatte nur 2 Möglichkeiten zum Zusteigen bzw. Abholen - Limburg und Frankfurt. Aus Gründen hatten wir uns entschieden, nach Limburg zu fahren.

Für die Fahrt nach Limburg benutze ich die A45 bis Wetzlar und dann die Bundesstraße, die eigentlich recht gut ausgebaut ist. Abgesehen von gelegentlichen Baustellen und noch nicht fertig gestellten Abzweigungen etc.

Nach dem Auffahren hatte ich die Autobahn ganz für mich allein - das war nett ;-). Nach ein paar Kilometern hatte ich einen PKW mit Anhänger vor mir, der gerade am Überholen war. Kein Problem, das war lang vorher abzusehen und ich fuhr ganz normal hinter ihm her, um abzuwarten, bis er fertig war.

In der Zwischenzeit tauchte hinter mir ein dicker Geländewagen auf (neudeutsch "SUV"), der sehr dicht auffuhr. Das war aber kein Grund für mich, meinen Sicherheitsabstand zu verringern. Das war dem Fahrer (oder der Fahrerin ...) wohl auch klar und der SUV fing an, nach rechts zu pendeln und wieder zurück nach links. Es war offensichtlich, dass ich ein Hindernis für ihn darstellte war und der Fahrer die Erwartung hatte, dass ich nach rechts wechseln sollte. Einmal hatte ich sogar den Verdacht, er würde mich rechts überholen wollen.

In der Zwischenzeit hatte aber der PKW mit dem Anhänger den LKW überholt und ich gab einfach Gas. Das kleine Spaßauto (mit 2-Liter-Turbomotor) wird gern mal unterschätzt, und ich gebe zu, dass ich vom Verhalten des Fahrers hinter mir ziemlich genervt war.

Nachdem ich die beiden Fahrzeuge überholt hatte, fuhr ich nach rechts und dann weiter. Der Audi Q7 blieb auf der linken Spur und hatte offensichtlich den Plan, mich zu überholen. Dummerweise hatte er offensichtlich zuwenig Leistung oder zuviel Luftwiderstand, und er blieb recht deutlich hinter mir zurück, und auch nach der nächsten Kurve dauerte es ziemlich lang, bis er dann hinter mir "um die Ecke" wieder zu sehen war. Ganz offensichtlich war es also kein V8-Modell, dem ich davonfahren konnte (der TFSI-Benziner ist als V8 mit 244 km/h angegeben, als 4.2 TDI Diesel mit 243 km/h), sondern ein Q7 mit einem kleineren Motor. Tja, selbst schuld. Beim nächsten Autokauf in Bottrop also mal lieber den größeren Motor bestellen, wenn es Audi und die Dieselmodelle dann noch geben sollte.

Dieses Spiel wiederholte sich noch mehrfach bis hinter Gießen - ich blieb mit Sicherheitsabstand hinter einem überholenden Fahrzeug vor mir, der SUV konnte aufholen, fuhr jedesmal sehr dicht auf und erwartete trotz bisheriger schlechter Erfahrungen, dass ich ihm Platz machen müsste. Jedes Mal, wenn die Autobahn wieder frei war, gab ich Gas und er schaffte es nicht, mich zu überholen - und zwar deutlich, der SUV war regelmäßig weit hinter mir. Es gab kein "Elefantenrennen" wie bei LKWs, bei dem wir fast gleich schnell nebeneinander fuhren.

Ich will mich hier natürlich auch nicht von Schuld freisprechen, das gebe ich zu. Ich hätte ja auch nachgeben und ihn überholen lassen können. Andererseits - warum sollte ich ein Auto vorbeilassen, nur weil es in einer Schlange drängelt? Ich konnte und wollte schnell(er) fahren als er, und ich bin mir sicher, dass er mich auch auf freier Strecke nicht wieder hätte überholen lassen. Er wollte unbedingt an mir vorbei, und nach dem bisherigen Verhalten zu schließen wollte er dann diesen "Triumph" nicht wieder aufgeben. Das ist ungefähr dieselbe Sorte Ego-Problem wie die Autofahrer, die beim Reißverschlussverfahren die andere Spur nicht einfädeln lassen.

Endlich (für den SUV ...) kamen wir zu den zwei Baustellenstücken kurz vor Wetzlar. Ich fuhr nach wie vor rechts, der SUV hinter mir musste mich unbedingt überholen und rauschte mit geschätztem Tempo 130 auf der linken Spur in die Baustelle (die Schilder zeigten die üblichen 100 und dann 80 an ...). Nach der Baustelle musste er es mir richtig zeigen und fuhr links mit "nur" 120 weiter, obwohl die rechte Spur frei war. Aber der Fahrer wollte mir wohl unbedingt zeigen, wie grausam es ist, wenn man überholen will und nicht kann. Er sollte aber lieber sein schwächliches Auto dafür verantwortlich machen, dass er mich nicht überholen konnte - ich fahre konsequent rechts, sobald es möglich ist. Aber der SUV konnte nicht aufholen, geschweige denn überholen ...

Hier sieht man leider deutlich, dass die meisten Autofahrer viel zu emotional fahren - der SUV drängelt mehrfach, missachtet den Sicherheitsabstand, ignoriert das Tempolimit in der Baustelle und überholt mit viel zu hoher Geschwindigkeit, und danach begeht er eine Nötigung und verstößt gegen das Rechtsfahrgebot. Außerdem ist ihm nicht klar, dass sein Auto breiter als 2 m ist und er in der Baustelle gar nicht links fahren darf (Audi Q7 Breite ohne Spiegel 1.98m, mit Spiegel 2.18m). Abgesehen davon, dass ihm gar nicht bewusst zu sein scheint, dass ich die ganze Zeit schneller fuhr als er. Er wollte unbedingt überholen, auch mit dem Risiko von Verkehrsverstößen und dem massiv erhöhten Risiko von Unfällen durch sein Verhalten.

Leider wird viel zu wenig kontrolliert. Über den Verlauf von knapp 30 km war das nicht nur ein Regelverstoß, den die Rennleitung in grün (oder mittlerweile blau) eigentlich gern hätte notieren können. Ich finde Sicherheitsabstand außerordentlich wichtig - wenn das Fahrzeug vor mir bremst, habe ich gern genug Platz und Zeit zum Reagieren. Mein kleines Spaßauto hat einen sportlichen Motor und dazu passende sportliche Bremsen. Dummerweise ist es trotzdem mein Auto, das kaputtgeht, wenn der Idiot hinter mir so dicht aufgefahren war, dass er nicht rechtzeitig bremsen konnte und mir rein knallt.

12.08.2017

Nerviges beim Autofahren - 4

Willkommen zum nächsten Teil meines Gemeckers über andere Autofahrer ;). Die früheren Texte gibt es als Teil 1 und Teil 2 und Teil 3 hier im Blog.

Ich schrieb ja schon früher, dass ich die meisten Verkehrsregeln und -schilder befolge, weil ich davon ausgehe, dass sie üblicherweise an dieser Stelle einen Sinn haben. Klar gibt es auch Schilder, von denen ich denke, dass sie sinnlos oder übertrieben vorsichtig sind - da mir aber mein Führerschein lieb und teuer ist, befolge ich auch die. Aber auch hier gilt mittlerweile das "cover your ass"-Prinzip: die Strassenverkehrsbehörden (bei uns in der Region z.B. Hessen Mobil) wollen sicherstellen, dass ihnen niemand eine Mitschuld gibt, weil irgendwo ein Schild fehlt (hier nähern wir uns ein bißchen den Amerikanern mit ihren verrückten Gesetzen zum Schadenersatz).

Generell halte ich es für selbstverständlich, auch aus Rücksicht gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern, sich an die Regeln zu halten, und ich erwarte genau dasselbe von allen anderen. Dadurch wird der Ablauf nämlich erwartbar und somit verringert sich das Unfallrisiko. Das heißt nicht, dass ich durch die Gegend schleiche - ich gebe zu, dass ich gern schnell fahre - allerdings nur, wenn die Situation es zulässt (Autobahn frei ...).

Kürzlich bekam ich Anmerkungen zum ersten Teil dieser Reihe. Der Kommentator schlug mir als Thema vor, nochmals auf das Thema "Blinken" einzugehen. Ich hatte zwar schon mal kurz darüber geschrieben, aber den Fokus nur auf das gefährliche Spurwechseln ohne Blinken auf der Autobahn gelegt.

Aber natürlich ist es immer wichtig, zu blinken. Das Blinken ist ja nicht für sich selbst wichtig, sondern hauptsächlich dazu gedacht, die anderen Verkehrsteilnehmer frühzeitig darauf hinzuweisen, dass gleich irgend etwas beabsichtigt ist. Und wenn ich weiß, dass sich gleich die Situation ändert, kann ich mich darauf einstellen und z.B. etwas mehr Abstand halten oder bremsen.

Die Betonung liegt hier ausdrücklich auf "frühzeitig"! Viele Autofahrer fangen nämlich auch erst an zu blinken, wenn sie schon mitten im Spurwechsel oder beim Abbiegen sind. Ich glaube ja, dass bei den meisten Fahrern die Finger fest am Lenkrad bleiben und beim Drehen des Lenkrads einfach der Finger ausgestreckt wird, um genau dann den Blinker einzuschalten.

Ein Verwandter meiner Schwiegermutter hat diese Angewohnheit: er wechselt auf eine Abbiegespur, und ganz vorn an der weißen Markierung, Sekundenbruchteile vor dem Abbiegen, schaltet er erst den Blinker an. Das ist natürlich vollkommen sinnlos, weil die anderen Autofahrer schon längst wissen, was er vorhat und der eigentliche Sinn des Blinkens total verloren geht.

Nebenbei ist so ein Verhalten katastrophal, wenn man mit mehreren Autos Kolonne fährt und der Vordermann nicht rechtzeitig anzeigt, wohin es geht, oder nicht darauf achtet, ob der Nachfolgende auch wirklich folgen kann. In dieser Situation wäre es vollkommen schwachsinnig, an einer gelben Ampel noch durchzurutschen oder sogar extra Gas geben und damit den Hintermann abzuhängen.

Mich juckt es jedesmal in den Fingern, jemanden darauf hinzuweisen, dass seine Blinker vermutlich defekt sein müssen, wenn ich hinter einem Auto herfahre, das so gar nicht blinkt, weder links noch rechts.

Ganz doof ist es auch bei denen, die die "abknickende Vorfahrt" nicht verstehen und nicht oder falsch blinken. Wer hier falsch blinkt, kann sogar eine Teilschuld bei einem eventuellen Unfall bekommen!

Zum Thema "defekte Birnen" habe ich auch noch eine Anekdote, die schon ziemlich lang her ist, aber mir aufgrund der Unverfrorenheit - ich würde sogar "Dummheit" dazu sagen - der Fahrerin immer noch gut im Gedächtnis geblieben ist.

Ich fuhr hinter einem anderen Auto von Friedberg nach Hause und wunderte mich, dass das Auto vor mir scheinbar nie bremsen musste. Nicht mal am Ortsschild von Dorheim, oder an der Einmündung zur B455 haben die Bremsleuchten aufgeleuchtet (damals war die Straße von Fauerbach nach Dorheim noch nicht die Vorfahrtsstraße wie jetzt nach dem Bau der Umgehungsstraße). Zufällig mussten wir dann alle an der Bahnschranke warten und ich dachte, dass ich den Autofahrer vor mir warnen sollte. Ich stieg aus und wies die Fahrerin vor mir darauf hin, dass ich vermutete, ihre Bremsleuchten seien beide kaputt. Ihre Antwort verschlug mir die Sprache: "Ach, die zweite jetzt auch? Neulich hat mir schon mal jemand gesagt, dass eine Bremsleuchte kaputt ist". Ich konnte nichts mehr sagen und stieg einfach wieder in mein Auto ein.

16.06.2017

Nerviges beim Autofahren - 3

Vielen Dank, dass Sie wieder eingeschaltet haben! Dann haben Teil 1 und Teil 2 meines Gemeckers Sie also nicht abschrecken können.

Auch im dritten Teil schreibe ich über Beobachtungen auf der Autobahn, dann gibt es einen Wechsel zum Thema Beschleunigungsrennen an Ampeln, und zum Schluss noch ganz zwangslos ein bißchen Gemecker über schlechtes Parken.

Am Bad Homburger Kreuz abends auf der Heimfahrt von Frankfurt sehr schön zu beobachten ist eine weitere schlechte Angewohnheit: auf der äußersten linken Spur fahren und erst im allerletzten Moment nach ganz rechts auf die Spur zur Ausfahrt wechseln. Das bringt natürlich extreme Unruhe in sämtliche anderen Fahrspuren und die Stockungen pflanzen sich kilometerweit nach hinten fort. Dieses Verhalten passiert gefühlt am Häufigsten bei großen Limousinen, die generell denken, dass sie die linke Spur für sich gepachtet haben.

Generell fällt mir auf, dass der Verkehr rund um Zubringer, Auf- und Abfahrten ganz schlecht läuft. Die meisten Staus sind kurz davor bis einiges danach. Ich denke, das liegt an den vielen Spurwechslern, die sich einbilden, dass sie schneller vorankommen, wenn sie dauernd hin- und her wechseln, und an den Fahrern, die meinen, sie müssten nach links wechseln, um Platz zu machen und die von rechts "reinzulassen". Dabei ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Verkehr wesentlich flüssiger läuft, wenn man so weit wie möglich auf der eigenen Spur bleibt. Ganz besonders brutal ist es, wenn die LKWs alle eine Spur nach links rutschen, damit die LKWs vom Beschleunigungsstreifen auf die Autobahn wechseln können. Genauso vollautomatisch wechseln dann alle PKW ebenfalls eine Spur nach links, um die LKWs zu überholen, und schon haben wir die gesamte Autobahn effektiv ausgebremst auf ein Tempo von ca. 90-110 km/h. Sinnvoll wäre eigentlich, im Reißverschlussverfahren etwas mehr Sicherheitsabstand zu lassen und die Zufahrenden einfädeln zu lassen.

Reißverschlussverfahren funktioniert generell sehr schlecht. Es hat sich auch nach 50 Jahren und mehreren Gesetzesänderungen nicht herumgesprochen, dass es Pflicht ist, jede Spur bis zu ihrem Ende möglichst lange zu befahren und dann kurz vor dem Hindernis einzufädeln. Wenn jeder den Sicherheitsabstand einhält, flutscht das ganz wunderbar. Die meisten Autofahrer haben aber ein Ego-Problem und, anstatt das Einfädeln zu ermöglichen, fahren ganz besonders dicht auf ihren Vordermann auf, damit sie ihre Position in der Schlange beibehalten können. Das wird verschärft dadurch, dass viele Fahrer schon sehr früh die Spur wechseln und dann das Gefühl bekommen, dass jeder andere, der dann noch überholt, sie übervorteilt.

Gelegentlich gibt es auch Leute, die ein Wettrennen veranstalten wollen, das ist eine ganz blöde Idee. Autofahren ist kein Wettbewerb. Manchmal erlebe ich Fahrer, die zum Überholen ansetzen, in ihrem eigenen Tempo überholen, wieder nach rechts fahren, und wenn sie dann merken, dass man nicht hinter ihnen einschert, Gas geben, um bloß nicht überholt zu werden. Ist das das heutige Äquivalent der Imponiergebärden aus unserer Primatenvergangenheit? Dahinter steckt wohl dieselbe Mentalität wie beim (nicht-)Einfädeln-lassen.

Wettrennen beobachte ich auch öfters mal an Kreuzungen, wenn dort für ein paar hundert Meter zweispurig ausgebaut ist, und hinter der Kreuzung die beiden Fahrspuren dann wieder vereinigt werden. Gedacht ist das eigentlich zum Überholen von LKWs, landwirtschaftlichen Fahrzeugen usw., wird aber oft auch zum Aufpolieren des Egos genutzt, was dann hinter der Kreuzung auch mal zu gefährlichen Situationen führt, wenn der Überholende sein Auto überschätzt hat (oder das andere unterschätzt, oder beides) und das Einscheren knapper ausfällt als geplant.

Weg von der Autobahn und dem Fahren, hin zum stehenden Verkehr: Parkplätze sind ja generell immer zu wenige da und wenn, dann extrem klein. Autofahrer, die dann rücksichtslos parken, schräg, oder zu nah an der Linie, oder die auf dem Gehweg parken, auch wenn es nicht eingezeichnet ist, liebe ich auch ganz besonders.

Eigentlich gibt es beim Parken eine ganz schlichte Regel: man darf nur auf dem Gehweg parken, wenn es mit weißen Linien gekennzeichnet ist. Die meisten Autofahrer (und auch -innen) sind aber beim Parken immer noch gedanklich Autofahrer und nicht Fußgänger. Sie parken also so, dass sie nach ihrer Meinung den Autoverkehr nicht behindern. Dabei sollten sie eigentlich so parken, dass die Fußgänger nicht behindert werden!

Lustige Anekdote zwischendrin: ich habe mal für meine Firma längere Zeit in der Schweiz gearbeitet (in Zürich, also fast deutschsprachig) und war fasziniert davon, dass die Schweizer ein etwas anderes Vokabular verwenden. Dort wird ein Auto "parkiert" und nicht "geparkt". Übrigens dasselbe beim Grillen: die Schweizer "grillieren", und ein Arbeitskollege war ganz stolz darauf, dass er beim Kurs des örtlichen Metzgermeisters ein "Grillier-Diplom" bekam. Und wenn in der Schweiz jemand umzieht, dann braucht er einen Möbelwagen zum "Zügeln" (umziehen), der auch irgendwo parkieren muss ;-).

Die (fehlende) Rücksichtnahme auf Fußgänger sehe ich auch sehr häufig vor der Praxis meiner Frau: wir liegen an einem abgerundeten Eckgrundstück, und direkt auf der Ecke ist ein Stromverteilerkasten, der den Gehweg schon ein Stück enger macht, und dann gibt es ganz bequeme Menschen, die genau dort in der Kurve auf dem Gehweg genau vor dem Stromkasten parken. Da kann sich dann ein normaler Mensch durchquetschen, aber kein Kinderwagen oder ein Fußgänger mit Rollator. Manchmal gehe ich dann in die Praxis und frage, wem das Auto auf dem Gehweg gehört und nicht selten bekomme ich entweder eine patzige Antwort oder die üblichen Ausflüchte wie "nur ganz schnell ein Medikament abholen" oder "sonst war kein Parkplatz mehr frei". Dabei ist immer die Hofeinfahrt offen und im Hof steht sogar ein blaues "P"-Schild.



Schön sind auch immer wieder die gedankenlosen Autofahrer, die denken, dass die Markierungen die Mitte des Autos anzeigen.

30.05.2017

Nerviges beim Autofahren - 1

Ich fahre wahnsinnig gern Auto - schon immer, seit ich Führerschein gemacht habe.

In meinem vorherigen Job bin ich fast jede Woche zu einem Kunden unterwegs gewesen, und das hat sich auf locker 40.000 km im Jahr summiert. Meistens bin ich montags morgens hingefahren, manchmal auch schon am Sonntag nachmittag, wenn ich gleich früh am Montagmorgen die ersten Termine beim Kunden hatte.

Dabei sind mir im Lauf der letzten Jahre ziemlich viele merkwürdige Begebenheiten aufgefallen. Ich halte mich für einen Autofahrer, der die Verkehrsregeln ganz gut kennt, und ich bin eigentlich auch immer über Änderungen auf dem Laufenden. Sicherlich bin ich nicht perfekt, aber es geht so, denke ich ;)

In meinem derzeitigen Job arbeite ich viel zu Hause, und komme "nur noch" auf knapp 10.000 km pro Jahr, was einerseits ganz nett ist, weil es Benzin spart und die Umwelt schont, aber andererseits natürlich schade, weil ich ja ganz gern Auto fahre ;)

In letzter Zeit war ich aber mal wieder etwas mehr mit dem Auto unterwegs, und deswegen hab ich ein paar Gedanken gesammelt, was mich schon lange beim Autofahren stört und mir immer wieder aufstößt. Und wenn ich drüber nachdenke, kann ich mich bemühen, mich nicht darüber aufzuregen und trotzdem gelassen zu fahren ;). Beim Aufschreiben sind mir dann so viele einzelne Punkte eingefallen, dass ich daraus eine ganze Serie machen kann. Mal schauen, ob mir für das Ende der Beiträge auch fiese Cliffhanger einfallen, so wie bei den Serien, die ich gerne schaue - Supernatural, Arrow, Flash, Doctor Who und so. "Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn es heißt ...". Im Moment fällt mir aber leider noch nix ein.

Zurück zum Thema Autofahren, Schwerpunkt Autobahn.

Ganz besonders wenig leiden kann ich es, wenn jemand permanent in der Mitte fährt. Oder links fährt und nicht kapiert, dass er nach dem Überholen wieder nach rechts fahren sollte. Das stört insbesondere dann, wenn dieses Auto dann doch irgendwann rechts fährt, und ich kann überholen, und im nächsten Tempolimit überholt mich diese Schnarchnase wieder, weil ich mich an die Tempolimits halte und er nicht. Dann fängt das ganze Spielchen nämlich wieder von vorn an. Einmal kurz (!) mit der Lichthupe ein Signal geben ist übrigens noch keine Nötigung, sondern gemäß StVO erlaubt, um einen Überholvorgang anzukündigen.

Auf der A5 zwischen Friedberg und Frankfurt gibt es Schilderbrücken, und bei Bedarf wird die Standspur als 4. Fahrspur freigegeben. Das ist richtig gut, statistisch sind die Staus deshalb um mehr als 75% zurückgegangen. Natürlich ist es im Berufsverkehr immer noch problematisch, aber seit Ende der Bauarbeiten (Verstärkung der Standspur, Haltebuchten, Signale) hat sich mindestens gefühlt der Verkehrsfluss stark verbessert.

Das Thema "permanent links/mitte fahren" ist übrigens nur außerhalb geschlossener Ortschaften überhaupt relevant. Innerhalb von Städten gibt es das nicht. Wenn mehrere Fahrspuren vorhanden sind, kann ich fahren, wo ich will, und demzufolge darf man auch rechts schneller fahren als links (im Rahmen des Tempolimits natürlich ...). Ich hatte aber tatsächlich in Frankfurt schon mal einen, der mich zum Rechtsfahren nötigen wollte und Grimassen geschnitten hat. Dabei wollte ich etwas weiter vorn dann nach links abbiegen.

Wo wir gerade beim Thema Tempolimit sind: in den allermeisten Fällen gehe ich davon aus, dass es eingerichtet wurde, weil es an dieser Stelle sinnvoll ist. Ich hasse es, wenn ich mich (einigermaßen ...) ans Limit halte und überholt werde (siehe oben). Gerade in Baustellen gibt es enge Fahrspuren, dass das geringste "Gewackel" nach links oder rechts gefährlich werden kann. Mit überhöhtem Tempo durch eine Baustelle brettern finde ich in höchstem Maße rücksichtslos. Am Anfang von Baustellen wird übrigens gern mal geblitzt, nur mal so als Hinweis. Leider ist das viel zu selten. Das Risiko, erwischt zu werden, nicht nur beim Zu-Schnell-Fahren, ist viel zu gering, als dass es den "lässigen" Fahrer scheren würde.

Besonders doof wird es, wenn variable Tempolimits (Schilderbrücken) nicht befolgt werden. Die zeigen häufig ein Tempolimit an, auch wenn der Verkehr noch fließt. Der Grund für das Tempolimit ist ein Stau einige Kilometer weiter vorn. Wenn sich alle Fahrer ans Tempolimit hielten, hätte der Stau vorne Gelegenheit, sich aufzulösen, damit es dann insgesamt wieder fließen kann. Leider fahren viele sehr kurzsichtig und ignorieren Limits, solange es noch fließt. Ist natürlich riskant, wenn man dann doch geblitzt oder gemessen wird.

Ein weiteres, extrem lästiges Verhalten ist, wenn jemand nach Freigabe der Standspur weiterhin auf der (ehemaligen) Mittelspur - jetzt der dritten Spur - dahinrollt und am besten noch langsamer als das derzeitige Tempolimit. Das erlebe ich ziemlich oft: da rollt dann jemand gemütlich mit 110 dahin, und ich bin ganz rechts mit 120. Natürlich darf ich dann nicht einfach weiterrollen (wäre ja "rechts überholen"), sondern ich muss zum Überholen die Spur(en) wechseln. Im genannten Fall muss ich dann von ganz rechts nach ganz links, dann überholen, und dann fahre ich wieder ganz rechts. Im allgemeinen ist der überholte Fahrer so merkbefreit, dass er weiterhin auf der 3. Spur dahinrollt und den Verkehr blockiert.

Generell frage ich mich, ob Autofahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten, ihren Führerschein nicht mögen. Mir wäre das Risiko viel zu hoch, erwischt zu werden und den Lappen für eine Zeit abzugeben. Da ich eben doch beruflich fahre und ins Büro will (oder muss ...), wäre es ein beträchtlicher Verlust - womit wir zu einem anderen Problem kommen: mit dem ÖPNV bräuche ich fast 1 1/2 Stunden für eine Strecke von zuhause ins Büro mit gefühlt fünfmal Umsteigen. Mit dem Auto brauche ich 35 bis 40 Minuten.

Cliffhanger: noch mehr zum Thema Autobahn, insbesondere Baustellen. Oh je - ob das spannend genug war? ;)

10.11.2014

Die Pkw-Maut kommt ... und die Überwachung gleich mit

Leserbrief zum Thema Pkw-Maut in Deutschland (veröffentlicht am 08.11.2014)

Jetzt kommt also eine neue Form von Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür.

Das, was 2002 mit der Einführung der Lkw-Maut ausdrücklich gesetzlich verboten wurde, soll jetzt durch die Hintertür wieder Realität werden.
Damals wurde dem Datenschutz Rechnung getragen und ins Mautgesetz geschrieben, dass die erhobenen Daten zu keinem anderen Zweck verwendet werden dürfen.
Das heutige "Bundesfernstraßenmautgesetz" enthält ein ausdrückliches Auskunftsverbot, auch ein Gerichtsbeschluss ist nicht möglich!
Kritiker haben aber damals schon befürchtet, dass diese Vorschrift demnächst sicherlich aufgeweicht werden würde.
Und zack! Schon ist es passiert. Zwar später als befürchtet, aber dafür um so schrecklicher.

Denn jetzt sollen für 13 Monate die Bewegungsdaten aller Pkw aufgezeichnet werden, die deutsche Autobahnen benutzen.
Das ist genau das, was das Bundesverfassungsgericht gerade neulich verboten hat: die anlasslose massenhafte Speicherung von persönlichsten Daten.

Was anderes stellt es dar, wenn jede Benutzung einer Autobahn gespeichert wird? Man erhält ein Bewegungsprofil jedes Autofahrers über mehr als ein Jahr hinweg.
Jetzt sollen also nicht Lkw fotografiert und gescannt werden, die immer zahlungspflichtig sind, sondern jede Fahrt, ob nun privat oder geschäftlich.
Und wer sitzt in den Startlöchern und freut sich? Natürlich die üblichen Verdächtigen, allen voran Herr Ziercke, der Chef des BKA.
All die Scharfmacher und Schlapphüte jubeln, dass nun endlich eine weitere Hürde fällt und noch mehr Überwachung eingeführt werden kann.

Und wozu dieser geschätzt 337 Millionen Euro teure Irrsinn? Damit nach Ablauf eines Jahres berechnet werden kann, ob ein Autofahrer eine kleine Rückerstattung auf seine Kfz-Steuer bekommen kann, falls er im vergangenen Jahr keine mautpflichtigen Strecken befahren hat. Das Datenschutzgesetz sieht ausdrücklich die Pflicht zur Datensparsamkeit vor. Geschätzte 99% aller Autofahrer werden keine Rückerstattung bekommen. Wozu also diese gigantische Datensammlung?

Es muss für ungefähr 300 Mio. Euro die Maut-Software geändert werden (keine Maut für Feuerwehr, Polizei, Elektroautos, usw.) und es müssen mehrere Hundert neue Stellen für die bürokratische Abwicklung in diversen Ämtern geschaffen werden.

Eine Aufklebe-Vignette einzuführen, wie es Österreich und die Schweiz vormachen, wäre zu einfach für ein Hightech-Land wie Deutschland, das sich schon bei der Einführung der hochkomplizierten Mautbrücken international lächerlich gemacht hat und das nicht mit den Toll-Collect-Betreiberfirmen um Schadenersatz für die 16-monatige Verspätung streiten mag. Es geht ja auch nur um 7,5 Milliarden Euro Schadenersatz, das sind doch Peanuts im Vergleich zu den vielleicht möglichen (!) Einnahmen von ca. 500 Millionen Euro jährlich aus der neuen Pkw-Maut.

Ich geh dann mal auf dem Amt nach dem Passierschein A38 fragen ... Vielleicht reicht der ja für meine nächste Fahrt nach Frankfurt.

26.03.2014

Schülerbeförderung Melbach - Stellungnahme - Schulelternbeirat Singbergschule

Der Wetteraukreis will sparen, koste es, was es wolle.
Unter diesem Blickwinkel sollen Schülerfahrkarten von Melbach nach Wölfersheim eingespart werden, weil die Schüler angeblich weniger als 3 km Fußweg haben.
Dieser Fußweg umfasst aber unbeleuchtete, im Winter nicht geräumte Wirtschaftswege und keine ausgebauten "normalen" Fußwege.
Es gab eine Ortsbegehung und der Schulelternbeirat hat eine Stellungnahme zu dieser Spar-Idee geschrieben:

S i n g b e r g s c h u l e   W ö l f e r s h e i m
K o o p e r a t i v e   G e s a m t s c h u l e   m i t   F ö r d e r s t u f e
S c h u l e   m i t   S c h w e r p u n k t e n   M u s i k   u n d   S p o r t
S c h u l e l t e r n b e i r a t


Datum
24.03.2014

VGO
Herr F.
Postfach 101251
61152 Friedberg/H.


Überprüfung der Übernahme der Schülerbeförderungskosten Melbach / Singbergschule Wölfersheim

Sehr geehrter Herr F.,
sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrem Schreiben vom 27. Februar 2014 und zu der am 14.03.2014 durchgeführten Begehung des Schulweges von Melbach zur Singbergschule Wölfersheim durch die Gremien der VGO, des Schulträgers, der Polizei und der Schulleitung der Singbergschule möchten wir als Schulelternbeirat wie folgt Stellung nehmen:

In Ihren Unterlagen führen Sie aus, dass der Fußweg vom Wölfersheimer Ortsteil Melbach zur Singbergschule 2,9 Kilometer beträgt und damit innerhalb der gesetzlichen Grenze von 3 Kilometern liegt. Dieser Feststellung müssen wir widersprechen. Die Messung wurde von der Ortsmitte ausgehend vorgenommen. Von den 53 Schülerinnen und Schülern aus Melbach, die derzeit die Singbergschule besuchen, wohnen 29 jenseits der 3-Kilometer-Grenze. Tatsächlich betroffen sind also 24 Schülerinnen und Schüler.

Sie führen weiterhin aus, dass der Schulweg nicht auf längeren  Strecken durch unbeleuchtetes oder nicht ausreichend beleuchtetes und nicht bewohntes Gebiet führt. Auch hier müssen wir deutlich widersprechen.

Der beschriebene Fußweg führt über mehr als ein Drittel durch unbewohntes und vollkommen unbeleuchtetes Gebiet zwischen den Ortsteilen Melbach und Wölfersheim. Selbst aus dem Begehungsprotokoll ist zu entnehmen, dass der Weg sehr einsam ist (3 Fußgänger). Dazu kommt, dass dieser unbeleuchtete und wenig frequentierte Weg über eine große Strecke zwischen der Böschung der Bahntrasse und dem freien Feld verläuft und daher von der Straße aus  nicht einsehbar ist.

Es ist Kindern nicht zuzumuten, gerade in der dunkleren Jahreszeit, diesen Weg zweimal täglich zu gehen. Unsere Schule ist Schule mit Schwerpunkten Musik und Sport mit einem umfangreichen Nachmittagsangebot. Das führt dazu, dass die Kinder nicht nur den üblichen Schulranzen tragen, sondern häufig auch noch Sporttasche oder Instrumente mit zur Schule bringen. Auch die Schulzeiten gehen über den „Standard“ hinaus. Viele Kinder - insbesondere aus den Jahrgangsstufen 5 und 6 - nutzen unser Nachmittagsangebot bis mindestens 15.30 Uhr.

Eine Streichung der Übernahme der Beförderungskosten für diese Schülerinnen und Schüler würde dazu führen, dass Sie den Kindern zumuten, morgens um ca. 7.00 Uhr und abends um ca. 17.00 Uhr diesen Weg bei Dunkelheit und ohne jede soziale Kontrolle mehrmals wöchentlich mit Schulranzen, Sporttasche und Gitarrenkoffer bepackt zu gehen.

Das halten wir für unverantwortlich!

Die Kosten für die Clever-Card der Preisstufe 1 liegen derzeit bei 282,40 Euro pro Jahr. Für eine Familie mit mehreren Kindern und nur einem Verdienst kann das ein unbezahlbarer Betrag sein.

Sollte aber nicht dem Schulträger die Sicherheit jedes ihm anvertrauten Kindes 282,40 Euro wert sein?

Wie wollen Sie den betroffenen Familien in Melbach die unvermeidliche Teilung des Dorfes erklären? Ein Teil der Kinder darf weiterhin mit dem Bus fahren, ein anderer Teil aber muss den unsicheren Schulweg täglich zu Fuß gehen.

Das Hessische Schulgesetz legt engste Maßstäbe an die Aufsichtspflicht bei Klassenfahrten und schulischen Veranstaltungen. So wurde in der letzten Gesamtkonferenz aus aktuellem Anlass unserem Kollegium nahegelegt, in Zukunft auf Klassenfahrten mit sportlichen Akzenten (Eisstadion, Schwimmbad, Kanufahrten) zu verzichten. Was aber ist gefährlicher? Ein Besuch im Eisstadion, bei dem sich 2 Lehrer die Aufsicht über etwa 30 Schülerinnen und Schüler teilen oder ein täglich fast 6 km langer Schulweg, der über weite Strecken durch unbeleuchtetes, ungeschütztes und unbewohntes Terrain führt?

Wir als Schulelternbeirat und verantwortungsbewusstes Mitglied der Schulgemeinde der Singbergschule Wölfersheim sehen es daher als unser Pflicht an, einer Neubewertung der Schülerbeförderungskosten auf Kosten der Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler aus Melbach zu widersprechen.

Mit freundlichen Grüßen
Der Schulelternbeirat
der Singbergschule Wölfersheim
Anja Brieske
Vorsitzende

10.09.2012

Unser Leserbrief zu "Beförderung nur zur nächstgelegenen Schule" (Bericht über die VGO in der WZ vom 05.09.12)

Am 05.09. war in der WZ ein Bericht zu einer Pressemitteilung der VGO zu lesen. Diese Pressemitteilung bezog sich darauf, dass es Elternbeschwerden über zu geringe Buskapazitäten bei der Schülerbeförderung gibt (z.B. in früheren Artikeln hier und hier und in Leserbriefen an die WZ), und dass sogar Schüler an der Bushaltestelle zurück gelassen werden.
Besonders absurd ist die Situation, dass Kinder in Nieder-Wöllstadt aus dem Bus aussteigen sollen, mit der S-Bahn nach Bad Nauheim fahren und dort in exakt diesen Bus wieder einsteigen müssen, damit z.B. die Kinder aus Ober-Wöllstadt Platz im Bus finden (die S-Bahn fährt Ober-Wöllstadt bekanntermaßen nicht an).

Zu dieser Stellungnahme der VGO habe ich (mit meiner Frau zusammen) mal wieder einen Leserbrief verfasst. Da die WZ ein Limit von 600 Worten bei Leserbriefen setzt, gibt es hier die Langfassung. Bei der Kurzfassung entfallen die Absätze über spezifische Wölfersheimer Probleme. Dieser Brief wurde auch in Kopie an die Wölfersheimer Schulleitungen und persönlich an Hr. Klein und Hr. Landrat Arnold geschickt.

Leserbrief zum Thema "Beförderung nur zur nächstgelegenen Schule"

Lieber Herr Klein von der VGO, mit Ihrer Äußerung "Wenn sich die VGO an die Entscheidungen des Kreises hält, kann die Politik nicht verlangen, dass wir zusätzliche Busse oder gar Linien einrichten, um Kinder zu einer nicht zuständigen Schule zu befördern, ohne dass der Kreis die Kosten hierfür übernimmt", verschicken Sie eine Pressemitteilung, die gänzlich am Thema vorbeigeht.

Die Beschwerden der Eltern, die bislang in der Öffentlichkeit diskutiert wurden, beziehen sich darauf, dass die Schulbuslinien nicht genügend Kapazität aufweisen und deshalb Schüler an der Haltestelle zurückbleiben müssen oder im Bus ein fürchterliches Gedränge entsteht.

Wenn Sie nun die Frage ins Spiel bringen, ob Schüler an die nächstgelegene oder eine andere Schule fahren, sollten Sie die Leser anstandshalber auch informieren, dass die Jahresfahrkarten für diese Schüler von den Eltern bezahlt werden und nur der Anteil der Kosten zur nächstgelegenen Schule hinterher wieder erstattet wird. Diese Fahrkarten bestellen die Eltern übrigens jeweils vor den Sommerferien direkt bei der VGO, also bei Ihnen! Die Namen und Wohnorte der "regulären" Schüler erhält die VGO jeweils weit vor den Sommerferien von den Schulen. Dann erstellt die VGO die personalisierten Schülerjahresfahrkarten (sog. Clever-Cards), die dann noch vor den Ferien über die Schulen an die Schüler verteilt werden. Es sollte mit Hilfe moderner EDV kein großes Problem sein, hieraus den tatsächlichen Kapazitätsbedarf für das kommende Schuljahr zu ermitteln und entsprechende Kontingente bei den Busunternehmen zu bestellen. Seit Jahrzehnten schaffen es Speditionen, "just in time" zu liefern. Dabei lässt kein Transporteur ein paar Kisten am Straßenrand oder im Lager zurück, sondern er fährt bedarfsgerecht. Warum bleibt dann das "Transportgut" Kind auf der Strecke? Vielleicht sollte bei der VGO auch mal ein gelernter Speditionskaufmann die Buslinien auf Basis der vorhandenen Daten optimieren? Dem würde vermutlich rasch langweilig werden, da er ja mind. 8 Wochen Zeit für die Planung hat und dieser Plan dann sogar noch ein ganzes Schuljahr lang Bestand haben kann. Oder will die VGO vielleicht gar nicht bedarfsgerecht arbeiten? 

Statt nun wieder den Schwarzen Peter in Form von Pressemitteilungen hin- und her zu schieben und Zeit zu schinden, schlage ich vor, dass alle Beteiligten (Schulen, VGO, Kreis, ggfs. SEB) sich im Interesse der steuerzahlenden Eltern an einen Tisch setzen und sich daran machen, das grundsätzliche Problem zu lösen.

Diese Gespräche gibt es zwar auch schon jetzt, es wäre aber hilfreich, wenn die Probleme dort endlich mal ernst genommen würden. Es ist jedenfalls vollkommen sinnlos, jetzt wochenlang über Pressemitteilungen zu kommunizieren und die Schüler (mit beginnendem Herbst) buchstäblich im Regen stehen zu lassen. Das Schuljahr läuft bereits seit vier Wochen!

Die o.g. Verschleppungstaktik hat sich allerdings seit vielen Jahren bewährt. Bei uns gab es vor 9 Jahren ein Problem mit dem Bus zur Grundschule. Die Eltern beschwerten sich, sie zählten Kinder, sie schrieben Briefe, es gab Pressetermine ... Geschehen ist nichts! Durch die natürlichen Schwankungen der Geburtenrate hat sich das Problem dann bei uns binnen 2 Jahren erledigt. Allerdings nur, um an anderer Stelle im Kreis wieder aufzutauchen. Es ist also keineswegs so, dass kreisweit Hunderte von Bussen zusätzlich fahren müssten! Es wird eher darauf hinauslaufen, dass dieses Jahr z.B. in Wölfersheim und nächstes Jahr vielleicht in Friedberg und übernächstes Jahr vielleicht in Karben zusätzliche oder größere Busse benötigt werden.

Da die Anzahl der Fahrkinder bekannt ist, erwarten wir ausreichende Kapazitäten zu den Zeiten, an denen Schüler befördert werden müssen. Die VGO kennt diese Anzahl. Sie wird seit langem vor Schuljahresbeginn von den Schulen an die VGO gemeldet. Es sollte ein leichtes sein, von den Schulen außerdem zu erfahren, wieviele Kinder zur 4., 5., 6. usw. Stunde die Schule verlassen, und entsprechend dieser Meldungen kleine, große, Gelenk- oder sogar zwei Busse einzusetzen. Wenn (ein fiktives Beispiel) zur 6. Stunde der Singbergschule 100 Kinder einen Bus in eine bestimmte Richtung benötigen, ist es sinnlos, diese Linie mit einem 40-sitzigen Bus zu befahren.

Herr Klein (und alle anderen beteiligten Institutionen), bitte unterlassen Sie themenfremde Nebelkerzen wie die "nächstgelegene Schule" und weitere Pressemitteilungen, außer, sie kündigen darin eine Lösung an. Wir Eltern erwarten Lösungen und kein Aussitzen des Problems wie in den vergangenen Jahren.

[ab hier Langfassung]

In Wölfersheim kocht es übrigens auch seit 2 Jahren gewaltig. Hierzu eine fiktive Rechenaufgabe: 100 Kinder mit Fahrtrichtung Berstadt-Wohnbach haben nach der 6. Stunde der Singbergschule aus. Die VGO hat einen 40-sitzigen Bus mit zusätzlichen 25 Stehplätzen beim Busunternehmen bestellt. Wieviele Kinder bleiben dann am Singberg stehen? Oder wie gut kann ich die Kinder quetschen, damit noch ein paar mehr hineinpassen? Wussten Sie eigentlich, dass die Kapazitätsangaben der Stehplätze gar nicht nach dem vorhandenen Platzangebot, sondern aus der zulässigen Achslast und dem Durchnittsgewicht Erwachsener errechnet werden? Dies ist genau dasselbe wie bei den Angaben in Fahrstühlen. Lesen Sie mal, wieviele Leute da so theoretisch reinpassen würden und probieren Sie es mal mit Ihren Kollegen aus! Der ehemalige Landrat Herr Gnadl hat dies vor wenigen Jahren eindrucksvoll bei einer Tagung des Hessischen Landeselternbeirates in Karben vorgeführt, und die Herren hatten nicht einmal Schulranzen dabei. 

Bei der Gelegenheit könnten Sie sich bitte auch mal endlich des Problems annehmen, dass vor den Ferien nach dem Hessischen Schulgesetz Unterricht von der 1. bis zur 3. Stunde zu erfolgen hat, es aber überhaupt keine Busse und Bahnen gibt, die nach der 3. Stunde fahren. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Regionalgespräche (Schulen, Verkerhsbetriebe, VGO und ZOV) wurde dieses Thema mehrfach angesprochen und immer wieder abgewiegelt. Das Ganze ist an unserer Jim-Knopf-Grundschule in Södel besonders absurd, da die hier fahrenden Busse *ausschließlich* die Kinder befördern. Die Schulleitung hat nun schon extra den Unterricht von Stunde 2 bis Stunde 4 gelegt, damit es überhaupt möglich ist, nach Hause zu kommen. So fährt dann also ein leerer Bus vor der ersten Stunde, ein supervoller vor der 2. Stunde, ein supervoller nach der 4. Stunde und zwei leere Busse nach der 5. und 6. Stunde. Es sei nicht möglich, diese leeren Busse ausfallen zu lassen, und statt dessen einen Bus mehr zur 2. und zur 4. Stunde zu schicken. Man könne Linienbusse nicht ausfallen lassen, im Fahrplan steht aber schon "S= an Schultagen", also bitte!  Meine Kinder fahren seit 7 Jahren zu dieser Grundschule, es ist noch nie ein anderer Fahrgast mit dem Bus gefahren. De facto handelt es sich also um einen "Schulbus". Verzeihung, das ist das böse Wort, denn wenn es ein Schulbus wäre, würde ja auch Anschnallpflicht im Bus herrschen, und das geht ja gar nicht! Soviel habe ich schon verstanden, die Beförderung soll, bitte sehr, so billig wie möglich sein -- Sicherheit zählt da wenig. Übrigens ist ein überfüllter Bus nicht nur eine Frage des Komforts. Wenn kleinere Schüler mit Ranzen im Gang stehen müssen und es dort nicht mal überall Haltegriffe an den Sitzen gibt, ist das in allererster Linie eine Frage mangelnder Sicherheit, und die Bemerkung, es gehe um "Komfort", ist mehr als zynisch. Dafür sollten Sie, Herr Klein, sich bei den Betroffenen besser entschuldigen!