Posts mit dem Label Handy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Handy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

23.05.2018

Update von LineageOS 14.1 auf 15.1

Wie kürzlich versprochen wollte ich auch noch darüber berichten, ob das zerstörungsfreie Update von LineageOS 14.1 auf 15.1 funktioniert. Meine erste Probeinstallation von 15.1 auf dem Nexus 6 mit der Spiderman-App war eine komplette Neuinstallation, verbunden mit Löschen des Geräts. Mein eigenes Handy (seit April ein Moto Z von 2016) wollte ich aber ungern löschen und komplett neu einrichten. Es ist sehr lästig, in jeder App dann wieder die Anmeldung durchzuführen, den Google-Authenticator für die Zweifaktor-Authentisierung für alle Konten neu einzurichten usw. Wäre also schön, wenn das Update einfach so funktioniert ;-)

Spoiler: es funktioniert.

Es gibt einen wichtigen Punkt zu beachten, den ich letztes Jahr noch nicht kannte, als ich eine Zeitlang nach dem Niedergang von Cyanogen Inc. auf dem damaligen Nexus 5 statt CM für einige Monate das "nackte" Android aus dem AOSP-Projekt verwendete.

Damals hatte ich nach jedem Flashen eines Updates das Problem, dass die Google-Apps nicht mehr richtig funktionierten und z.B. dauernd die "Play Services" beendet werden, und auch einige andere Dinge merkwürdige Fehlermeldungen zeigten. Ich bin dann jedesmal wieder den steinigen Weg gegangen und habe komplett neu beispielt, also "wipe data" und Flashen von Android und Google-Apps.

Der simple Trick ist, dass man nach dem Flashen des Android-Pakets auch sofort die Google-Apps flashen muss. Beim Neustart des Geräts mit einer neuen Androidversion werden den Google-Apps spezielle Systemberechtigungen erteilt. Allerdings nur beim allerersten Neustart nach dem Flashen, danach nicht mehr. Wenn man also ein neues Android alleine flasht und bootet, hat man sich gerade die Google-Apps zerschossen. Diesen Trick hat mir ein freundlicher Kommentator bei XDA verraten.

Dieses Problem tritt bei "kleinen Updates" nicht auf, die man innerhalb von LineageOS mit dem eingebauten Updater durchführt, das war letztes Jahr mit dem AOSP-Android anders. Mit LineageOS kann man unbesorgt updaten. Es ist aber ratsam, in den Einstellungen des Updaters alte Updates automatisch löschen zu lassen, sonst ist irgendwann die Systempartition voll.

Wenn man das berücksichtigt, ist der Übergang von Nougat auf Oreo süß und schmerzfrei. Was man bei einem älteren Gerät allerdings nicht bekommt, ist das Update der Androidsoftware im Hintergrund bei laufendem Betrieb - "Project Treble" bekommt man nur mit Neugeräten, die vom Hersteller mit Oreo ausgeliefert werden und die Partitionierung des Speichers schon vorsieht, dass man zwei Betriebssystempartitionen hat - eine zum Booten und die zweite zum Umschalten nach einem Update.

Was mich im Licht der aktuellen Debatte um Sicherheitslücken in Prozessorhardware etwas beunruhigt: die Kernelversion ist hier bei 3.18, kompiliert wird mit einem gcc 4.9, der die derzeit notwendigen Workarounds für Spectre und Meltdown sicherlich nicht enthält. Die Baureihe 4.9 hat das letzte Update im August 2016 bekommen. Diese Sicherheitslücken sind zwar Presseberichten zufolge nur kritisch für Serverbetreiber, die keine Kontrolle über die virtuellen Maschinen von Kunden haben (z.B. ein Cloudbetreiber wie Amazon oder IBM), aber der Angriffsvektor ist bei einem Smartphone mit strikter Trennung der Apps durch Unix-Rechte natürlich genauso gegeben: eine App, die eine solche Lücke ausnutzen kann, ist in der Lage, "fremden" Speicher zu belauschen, der einer anderen App gehört, und dort könnte ein Private Key oder ein Zugangspasswort zum electronic banking zu stehlen sein.

Alt: Nougat 7.1.2, April 2018   Neu: Oreo 8.1, Mai 2018



25.09.2017

LineageOS ist eine tolle Sache

Ich habe ja schon einige Beiträge dazu geschrieben, wie toll ich es finde, dass alte Smartphone-Modelle immer noch Software-Updates bekommen, wenn man vom Original-ROM des Herstellers auf ein sogenanntes "Custom ROM" wechselt.

Diese Beiträge (für Modelle von Samsung, Motorola, LG und Google) waren bislang eher technisch. Ich möchte aber auch gern mal eher prinzipiell über die Vorteile eines aktuellen Custom ROMs schreiben.

Ich gebe zu, dass ich eher ein paranoider Mensch bin, der die Nachrichtenmeldungen über Datenverluste, Trojanerangriffe, Virusausbreitung usw. beunruhigt zur Kenntnis nimmt. Deswegen bin ich auch immer sehr bemüht, meine Software aktuell zu halten und alle Updates einzuspielen. Mit aktueller Software kann man das Risiko, Opfer eines Angriffs zu werden, enorm verringern. Diese Tatsache kann man gar nicht oft genug aussprechen!

Das Besondere an diesen Custom ROMs ist: sie sind fast immer fast genauso aktuell wie Google die neuen Android-Versionen und die Sicherheitsupdates veröffentlicht. Nach einer neuen Android-Version dauert es vielleicht ein paar Wochen und auch nicht für alle Modelle gleichzeitig, aber mit ein bißchen Geduld hat man dann wieder das allerneueste Android auf seinem Smartphone. Die einzige derzeitige Ausnahme ist das Samsung Galaxy Nexus. Für dieses Modell gibt es nicht LineageOS 14.1 "Nougat" (Android 7), sondern "nur" 13.0 "Marshmallow" (Android 6). Aber selbst das ist bemerkenswert, wenn ich überlege, dass es von Google nur bis Jellybean (4.3) offiziell mit Software versorgt wurde. Man muss nicht immer das allerneueste Betriebssystem haben - aber die Sicherheitsupdates sind enorm wichtig, und die liefert LineageOS auch bei diesem Modell.

[20171023] Aktueller Nachtrag: LineageOS hat die Patches für KRACK am 16. Oktober integriert.

Die meisten Smartphones gehören mittlerweile ins Billig- und Discounter-Segment. Ich will damit nicht die Qualität des Geräts schlechtreden, aber der Hersteller spart dann bei der Softwarequalität und vor allem in der Pflege des Geräts nach dem Kauf. Bei einem Handy für 99€ kann man nach dem Kauf keinerlei Software-Updates mehr erwarten. Generell sollte man lieber etwas mehr investieren und darauf achten, dass der Hersteller die Dauer der Updates nach dem Kauf ausdrücklich erwähnt. Nokia ist hier mit den neueren Geräten (Nokia 3, 5, 6 und 8 mit Android) eine rühmliche Ausnahme, genau wie Google selbst mit den (früheren) Nexus- und jetzigen Pixel-Geräten. Hier weiß man, dass es Updates geben wird. Bei anderen Herstellern hängt der Preis unmittelbar mit der Updatelieferung zusammen: die Top-Geräte bekommen vermutlich noch das eine oder andere Update (z.B. Galaxy S7, S8), die billigeren oder älteren Geräte dann schon wieder nicht mehr.

Eine weitere Möglichkeit, die nebenbei auch noch gut für die Umwelt ist, könnte sein, dass man auf ein Neugerät verzichtet und bei einem Händler ein gebrauchtes Gerät sucht, für das es ein Custom ROM gibt. So mache ich es seit langem: erst überlege ich, welche Eigenschaften mein zukünftiges Smartphone haben soll (Speicher, Displaygröße, Displayauflösung in Pixel, Kamera), und dann informiere ich mich bei download.lineageos.org, für welche Geräte es dort ein ROM gibt. Danach suche ich bei Händlern wie rebuy.de oder bei ebay.de ein solches gut erhaltenes Gerät.

Kauf bei einem (deutschen) Händler hat den Vorteil, dass man auf das gebrauchte Gerät immerhin noch 12 Monate Gewährleistung bekommt, die der Händler auch nicht wegdiskutieren kann. Auf diese Weise habe ich kürzlich ein Google Nexus 5 für mich und die Schwiegermutter gekauft, ein Nexus 6 für Kind 2, und ein LG G4 für die beste Ehefrau von allen. Ein gern verwendetes Argument gegen gebrauchte Handys kann ich empirisch von meinen eigenen gekauften Geräten nicht bestätigen: die Akkus sind alle akzeptabel gewesen. Für das G4 mit wechselbarem Akku habe ich einen Ersatzakku gekauft, aber mehr aus Bequemlichkeit.

Nur Kind 1 fällt vollkommen aus dem Rahmen: sie will Geräte von Apple. Technisch finde ich das ok, weil sowohl die Geräte konstruktiv gut sind, als auch Updates für lange Zeit gesichert sind. Auf dem Retina-MacBook läuft das aktuellste OS X, und das iPhone erhält immer noch die iOS-Updates. Über die Geschäftspolitik von Apple und die Steuervermeidungsstrategien kann ich nur den Kopf schütteln, aber technisch habe ich wenig auszusetzen. Die Reparaturmöglichkeiten bei Apple sind laut iFixit.com durchwachsen: manche Geräte lassen sich sehr gut reparieren, andere sind verklebt und gelötet, so dass Aufrüsten oder Instandsetzen nur schwer möglich sind.

Zurück zu Android: an diesem Punkt angelangt und ein Modell ausgesucht und gekauft. Nun hat man also ein Gerät, für das es ein Custom ROM gibt, und dann kann man loslegen, das Hersteller-ROM durch ein Custom ROM zu ersetzen. Darauf will ich jetzt an dieser Stelle nicht mehr eingehen, es gibt ein paar ältere Beiträge, in denen ich das Entsperren und Flashen eines Custom ROMs beschrieben habe (Samsung Galaxy S, Galaxy S+, Galaxy S2, Galaxy Nexus, LG G4). Ich finde es einfach großartig, dass es Software-Entwickler gibt, die in ihrer Freizeit die von Google freigegebene Android-Software auf andere Smartphone-Modelle anpassen und weiter pflegen.

Insbesondere bekommt man auf diese Weise die Android-Security-Updates, die Google seit den schwerwiegenden Fehlern in den Medienbibliotheken monatlich entwickelt und im "Android Open Source Project" (AOSP) veröffentlicht. Erwähnenswert ist auch noch, dass die reinen Android-Updates auch für alte Versionen bis zurück zu 4.4 dort abgelegt werden. Was leider nicht gemacht wird: Google erstellt selbst keine installierbaren Pakete mehr; deshalb gibt es für das Nexus 5 z.B. auch keinerlei Updates mehr (das sogenannte "end of life" bei Google-Geräten bedeutet, dass man zwei Jahre lang alle Updates bekommt, auch neue Androidversionen, und danach noch ein weiteres Jahr Security-Updates).

Und was auch nicht gemacht wird: für jedes Smartphone-Modell müsste man neben dem eigentlichen Android noch höchst spezifische Linux-Kernelupdates pflegen, und das macht Google leider nicht für alte Geräte. Außerdem kann es passieren, dass ein CPU-Hersteller den Support für einen CPU-Chip einstellt. Dann kann sich Google auf den Kopf stellen, aber es ist nicht mehr möglich, Updates für den Kernel zu erstellen.

So ist das leider beim Galaxy Nexus geschehen: es hat eine CPU von Texas Instruments (OMAP), und TI hat sich aus dem Geschäft mit Smartphone-CPUs komplett zurückgezogen. Dummerweise sind die Unterlagen nicht öffentlich, so dass auch niemand sonst die Arbeit übernehmen kann. Das ist schlecht, weil üblicherweise in diesen CPU-Chips auch WLAN, Bluetooth, LTE oder andere Funktionen integriert sind, die eigene Software enthalten, die sogenannte Firmware. Genau wie jede andere Software können auch hier Programmierfehler und Sicherheitslücken enthalten sein!

Um Mißverständnissen vorzubeugen: die öffentlichen Updates für den Linuxkernel kann man natürlich bekommen oder selbst einpflegen. Falls aber ein Fehler in der Firmware bekannt würde, könnte man den nicht beheben. Diese Firmware wird in Form von Binärpaketen beim Starten vom Kernel in den Spezialchip geladen (für WLAN, Bluetooth, LTE, Kamera, was auch immer), und neue Binärpakete gibt es vom Chiphersteller leider nicht. Nebenbei gibt es eine nicht ganz vollständige Liste als Überblick, welche Android-Version mit welcher Kernelversion ausgeliefert wird. Google macht hierzu seit einiger Zeit sogar bestimmte Vorgaben, welche Kernelversion es mindestens sein muss.

Wenn aus Gründen gar kein Software-Update (mehr) möglich ist, ist die letzte Konsequenz dann eben, dem Gerät den Internetzugang zu sperren. Letzteres passierte bei uns 2014, nachdem Microsoft die Updates für Windows XP einstellte - die PCs, auf denen eine spezielle Software für die Tierarztpraxis läuft, dürfen jetzt einfach nicht mehr ins Internet und damit gibt es auch keine Infektionsgefahr mehr. Die Software läuft gut, sie würde auf einem neueren Windows nicht mehr laufen, und die PCs wären auch nicht wirklich gut gerüstet für eine neuere Windowsversion - warum also sollte ich Windows updaten? Für den Internet-Zugang gibt es seitdem einen PC mit Linux, für den es - natürlich - Updates gibt.

Ältere Smartphones ohne Updatemöglichkeit kann man dann immer noch als lokale Medienspieler oder für andere Zwecke einsetzen oder selbst gebraucht verkaufen. Internetzugang für ein Smartphone sperren ist in meiner kleinen Welt ganz einfach: ich entferne die private WLAN-IP-Adresse des Geräts aus meinem Firewall, und wenn keine SIM-Karte drinsteckt, war's das mit dem Internetzugang. Bei weniger paranoiden Menschen müsste man umgekehrt die Nummer des Geräts aktiv in der Fritzbox (o.ä. Router ...) sperren. Vor der finalen Sperre sollte man natürlich alle Apps installieren, die man auf dem Gerät weiterverwenden will.

Ich habe eigentlich gar nicht die Befürchtung, dass ich persönlich von bösen Menschen von irgendwoher angegriffen werde - die Gefahr ist einfach, dass ein breit gestreuter Angriff mich auch erwischt. Die bösen Buben haben es darauf abgesehen, entweder Drohnen einzufangen, mit denen dann Denial-of-Service-Angriffe (Lahmlegen des angegriffenen Ziels) getätigt werden, oder die Opfer zu erpressen, indem ihr Gerät verschlüsselt wird und für die vermeintliche Entschlüsselung Geld verlangt wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass mich persönlich irgend jemand angreift, ist verschwindend gering - dazu bin ich nicht wichtig genug.

Angriffe geschehen häufig über Schwachstellen im Browser, durch die eine Schadsoftware "ausbrechen" und mit Hilfe einer weiteren Sicherheitslücke im Betriebssystem böse Dinge tun kann - entweder unmittelbar oder indem sie sich dauerhaft einnistet. Deshalb ist es besonders wichtig, das Betriebssystem, den Browser und eventuelle Hilfspakete im Browser ("Addons", "Extensions", "Plugins"), z.B. Flash, immer aktuell zu halten. Dazu sollte man das "automatische Update" einschalten, sofern vorhanden, oder zumindest regelmäßig nach Updates suchen. Dabei ist es wichtig, das Update nur direkt vom Hersteller herunterzuladen und nicht von irgendwelchen Downloadseiten. Dort kann man weder sicher sein, dass es wirklich die aktuellste Version ist, noch, dass nicht jemand das Update manipuliert hat und man sich gerade mit dem Update eine Schadsoftware einhandelt.

Solche Schadsoftware wird auch gern mal als Werbung im Browser-Fenster ausgespielt. Mittlerweile halte ich einen Adblocker (Werbeblocker) im Browser für unverzichtbar (ich verwende "uBlock origin"). Die Website-Betreiber haben die Kontrolle über die ausgespielte Werbung vollkommen abgegeben - es gibt Dienstleister, die dann wiederum an Subunternehmer Aufträge vergeben oder die Werbefläche sogar in automatisierten Auktionen "live" versteigern.

Noch relativ selten nehmen auch die Angriffe über Office-Dokumente wieder zu. Das war vor 10-15 Jahren ein großes Problem, weil in den üblichen Office-Programmen auch eine Programmiersprache enthalten ist, die nicht nur Dokumente automatisieren kann, sondern auch das Betriebssystem ansprechen kann (Visual Basic und Office-Makros mit Autostart-Funktion). Mittlerweile muss man diese Makros ausdrücklich einschalten, wenn man sie benötigt. Manche Angriffe bitten den Anwender deshalb genau darum - "Bitte erlauben Sie Makros, damit ich als Virus meine Arbeit erledigen kann. Vielen Dank!".

Eine weitere Angriffsmöglichkeit sind echt aussehende gefälschte Emails, in denen man auf einen Link klicken soll. Gern genommen werden hier Emails mit einem Drohpotenzial, z.B. indem mit der Sperrung des Bankkontos oder Nutzerkontos gedroht wird und Zeitdruck erzeugt wird. Entweder wird dann die Eingabe von persönlichen Daten auf einer Webseite verlangt, oder allein durch das Anklicken des Links in der Email hat man sich schon infiziert. In diesen Mails wird häufig behauptet, dass man nur sehr wenig Zeit habe zu reagieren, bevor das Konto ganz gesperrt wird, oder ähnlich vermeintlich empfindliche Konsequenzen. Damit soll verhindert werden, dass man sich die Mail genauer anschaut oder recherchiert, z.B. dort anruft und direkt nachfragt.

Gefälschte Emails stammen dann angeblich vom Emailprovider wie GMX, 1&1, web.de, oder von einem Internetversandhändler, z.B. Amazon, oder von einer Bank, in letzter Zeit hatte ich z.B. häufig solche "Phishing"-Mails von der Deutschen Bank, aber auch von diversen Sparkassen und Volksbanken. Diese Mails sind natürlich durchschaubar, wenn man dort gar nicht Kunde ist. "Phishing" ist übrigens ein englisches Kunstwort, das aus den Worten "Password" und "fishing" zusammengesetzt ist, d.h. jemand versucht dort mit Tricks, ein Passwort zu ergaunern.

Man kann solche Mails i.a. erkennen, indem man mit dem Mauszeiger über den Link fährt (aber natürlich nicht anklickt!) und üblicherweise erscheint dann in der Fußzeile des Emailprogramms der volle Name des Links, zu dem man gehen soll. Wenn dort nicht der richtige Name der Firma erscheint, sondern irgend etwas ähnliches (manchmal auch nicht mal das) oder ein Abkürzungsdienst wie bit.ly, goo.gl etc., dann ist es zu 120% eine Phishing-Mail, auf die man nicht reagieren sollte.

Manche Firmen haben mittlerweile eine eigene Schädlingsbekämpfungsabteilung eingerichtet, an die man solche Mails weiterleiten kann. Wenn gefälschte Emails angeblich von amazon kommen, kann man diese Email an spoof@amazon.com weiterleiten. Andere Firmen haben eine Emailadresse der Form abuse@firma.com ("abuse" = "Mißbrauch") eingerichtet. Leider ist das nicht einheitlich, und es funktioniert auch nicht bei allen Firmen. Aber es kann einen Versuch wert sein, hier aktiv zu werden und wenigstens im Kleinen etwas zu unternehmen.

Mittlerweile schlagen auch Spam- und Phishing-Nachrichten in Messenger-Apps auf dem Smartphone auf. WhatsApp ist mittlerweile sehr beliebt bei bösen Buben. WhatsApp weist zwar darauf hin, dass der Absender nicht im Adressbuch ist, aber der Link in der Nachricht ist trotzdem anwählbar, wenn man die Nachricht anschaut. Leider gibt es Schadsoftware, die extrem ausgefeilt ist und sich dann dauerhaft im Smartphone einnistet. Dabei werden dieselben Tricks verwendet, die man auch zum "Rooten" oder "Jailbreak" des Handys verwendet - die Schadsoftware hat dann volle Administratorrechte, was manchmal mehr ist als der Besitzer selbst ...

Nach diesem etwas ausführlicheren Exkurs in die Welt der Schädlinge nochmals mein Fazit: auch mit einem Smartphone-Modell vom Vorjahr kann man gut leben. Die Geräte sind mittlerweile genau wie PCs so leistungsfähig, dass man nicht mehr das Topmodell haben muss, um vernünftig damit zu arbeiten. Software-Updates sind enorm wichtig, gerade weil diese Sorte Geräte dafür konzipiert sind, immer online und aktiv zu sein. Mit UMTS oder LTE sind sie recht breitbandig angebunden, d.h. ihr Internetzugang ist ziemlich schnell, und das alles in Summe ist ein sehr attraktives Ziel für Bösewichte, aus diesem "Internet in der Hosentasche" eine ferngesteuerte Drohne mit schädlicher Nutzlast zu machen. Ein Custom-ROM wie LineageOS kann hier Wunder wirken und das Gerät noch über Jahre hinweg aktuell halten.

21.07.2017

Cyanogenmod auf dem Samsung Galaxy Nexus i9250 installieren

[Der Artikel ist schon älter. Ich habe Stichworte geändert, deswegen sieht das leider wieder wie ein neuer Beitrag aus]
Aus aktuellem Anlass musste ich mal wieder ein Telefon updaten.

Meine Frauen sind sehr destruktiv, was die Handys angeht: meine Tochter fällt mit Handy ins Wasser, oder fällt so unglücklich, dass das Display bricht, oder verliert das Handy im Kino, und meine Frau steckt das Handy in die Jackentasche und setzt sich dann drauf.

Fazit: ich kaufe nur noch gebrauchte Handys, bei denen es nicht so arg schmerzt, wenn sie kaputtgehen. Das zum Sitzkissen mutierte Handy, ein Galaxy S2, hatte mich keine 30 Euro gekostet, weil ich es aus Einzelteilen zusammensetzen konnte. Natürlich tut es trotzdem weh ;)

Diesmal habe ich mir ein Galaxy Nexus i9250 ausgesucht. Das ist ein immer noch sehr brauchbares Gerät, und man bekommt es sehr günstig. Die technischen Daten entsprechen in etwa dem Galaxy S3. Wie üblich bei Nexus-Geräten hat es keinen SD-Slot und ist damit auf 16 GB festgelegt. Macht aber nix, reicht für meine Frau voll und ganz, die sammelt keine Bildchen von Boy groups, bis der Speicher platzt ;-)

Das Installieren eines Custom ROMs ist bei Nexus-Geräten sehr schlicht. Man muss nicht "rooten", indem man eine Sicherheitslücke ausnutzt, sondern es gibt einen dokumentierten Weg, um das Telefon zu entsperren und wie üblich zuerst ein alternatives Recovery und dann ein alternatives ROM zu flashen.

Da die Nexus-Geräte ursprünglich als Geräte für Software-Entwickler geplant waren, die zügig die neueste Android-Version bekommen, stützt sich das Verfahren auf Tools, die im Android SDK enthalten sind. Man bekommt sie aber auch einzeln als Download; es ist nicht nötig, die neueste Version zu verwenden oder das volle SDK zu installieren.

Wenn man von Custom ROMs die Nase voll hat, kann man übrigens bei Google auch die Originale herunterladen und wieder flashen, z.B. wenn man das Handy mit dem Google-ROM weiterverkaufen will.

Die nächsten zwei Absätze sind nur von Belang, wenn man mit Windows geplagt ist. Für Linux- und Mac-Benutzer ist das nicht nötig, man muss nur evtl. dafür sorgen, dass das USB-Gerät 18D1:4E30 (Galaxy Nexus Fastboot-Interface) erkannt wird.

Das Galaxy Nexus hat leider eine Sonderstellung unter den Nexus-Geräten: die USB-Treiber für Windows werden von Samsung bereitgestellt und nicht von Google, und die Samsung-Treiber sind manchmal etwas zickig. Mein eigenes Gerät wurde auf Anhieb von Windows erkannt, das neu gekaufte erst beim dritten Anlauf, und ich musste ein paar Mal am Gerät zwischen PTP/MTP und USB-Debugging hin- und her schalten.

Wenn die Hürde mit dem USB-Treiber genommen ist, gilt es wieder, in mehreren Schritten zunächst ein alternatives Recovery-System zu installieren und mit Hilfe dessen dann das Custom ROM zu flashen.

Zunächst wird das Telefon entsperrt, damit das neue Recovery-System akzeptiert wird. Dieses Entsperren ist mit einem kompletten Löschen verbunden, also vorher alles sichern, auch die Bilder in DCIM  und alle anderen eigenen Daten! Ich empfehle Helium als Backupsoftware.

Auf dem PC nun die Images herunterladen, zum einen Clockwork Mod Recovery (es gibt zwei Varianten mit und ohne Touchscreen-Funktion) und zum Anderen Cyanogenmod mit den passenden Google-Apps (wenn gewünscht). Ich bevorzuge im Moment noch Android 4.3, die Optik von 4.4 gefällt mir eher weniger gut. Die Google-Apps starten zwar sofort ein Update, aber es ist trotzdem wichtig, dass die Grundversion genau zur installierten Android-Version passt.

Beide Lautstärketasten drücken und einschalten. Das Telefon startet nun im "Fastboot"-Modus, in dem es Flash-Inhalte entgegennimmt.
fastboot oem unlock
Nun am Handy bestätigen, dass es gelöscht werden kann.

Zum letzten Mal das alte Android-System starten und die beiden ZIP-Dateien für CM und Apps auf die "Interne SD-Karte" überspielen. Um die Sache zu beschleunigen, kann man auf das Anlegen von Google-Account etc. verzichten; es geht nur darum, die beiden Dateien auf das Telefon zu befördern.

Statt das alte Android nochmals zu starten, könnte man auch direkt nach dem Unlocken und Flashen des Recovery den Menüpunkt "install from sideload" anwählen. Dazu braucht man am PC dann den Befehl "adb sideload". Darüber schreibe ich ein anderes Mal.

Nun geht es daran, das neue Recovery zu flashen. Nochmals ausschalten  und in den Fastboot-Modus starten.
 fastboot flash recovery recovery-clockwork-6.0.4.7-maguro.img
Nun am Handy mit den Lautstärketasten anwählen "Reboot Recovery" und mit dem Einschaltknopf ausführen.

Im CWM-Recovery nun "wipe data" und "advanced -> wipe dalvik cache" anwählen - wie üblich.

Jetzt geht es zum Endspurt: "install zip" anwählen, dann "zip from internal SD card". Wenn das Nexus schon das Update auf 4.2 oder 4.3 hatte, wurde es intern mehrbenutzerfähig, d.h. es gibt Unterverzeichnisse "0" und "legacy". Falls die Zip-Dateien also nicht sichtbar sind, nochmals ein Verzeichnis tiefer gehen, dann sind sie nämlich unter "0" zu finden.

Zuerst das CM.zip und direkt danach die Google-Apps flashen lassen. Als letzten Befehl "reboot system" anwählen und die übliche Einrichtungsprozedur durchlaufen, dabei kann man einen Account bei Cyanogenmod einrichten oder es bleiben lassen. Wenn man einen Account dort hat, kann man ebenso wie beim Google Gerätemanager das Gerät bei Verlust "fernlöschen". Das ist Geschmackssache.

Das war's! Viel Spaß mit einem praxistauglichen Android auf einer immer noch richtig guten Hardware: Dualcore, 1.5 GHz, 4.65 Zoll mit 1280x720, 16 GB, davon ca. 13 GB nutzbar.

18.03.2016

Cyanogenmod 13 Marshmallow auf dem Galaxy S2

Seit einiger Zeit gibt es Nightlies, und kürzlich auch die Meldung über die ersten "echten" Releases von CyanogenMod Version 13, das auf Marshmallow, also Android Version 6, basiert.

Da ich immer noch ein paar alte Galaxy S2 zum Basteln und Experimentieren verwende, wollte ich mir die neueste Version natürlich gleich anschauen. Es gibt tatsächlich Enthusiasten, die für das S2 (i9100) noch neue Android-Versionen zusammen bauen.


Also ein Nightly heruntergeladen und gleich ganz mutig auf das Smartphone in den Ordner cmupdater geworfen. Danach in den Einstellungen "CyanogenMod-Update" angewählt, auf den Eintrag für CM 13 getippt, gewartet, und zack!, hatte ich CM 13 auf dem Gerät.

Das ging eigentlich ganz gut - ich war nur etwas überrascht, dass das fertig eingerichtete S2 plötzlich kein Google-Konto mehr hatte. Das Gerät war eigentlich vom letzten Update auf Lollipop noch mit einem Testkonto angemeldet, aber das war plötzlich weg.

Auch ein Factory Reset half nicht - danach hatte ich gar keine Google Apps mehr auf dem S2.

Generell denke ich mittlerweile, dass man bei einem Umstieg auf eine komplett neue Release-Version (5 -> 6) einen Factory-Reset machen sollte. Die internen Strukturen ändern sich so stark, dass man sich versteckte Probleme einhandelt, die man kaum selber finden und reparieren kann. Innerhalb einer Version (6.0 -> 6.0.1 etwa) funktioniert das Update problemlos ohne Neueinrichtung.

Etwas Forschen und Nachlesen brachte dann einige gravierende Veränderungen zutage, auf die ich prompt hereingefallen bin. Vielleicht sollte ich erst lesen und dann ausprobieren. Aber andersherum macht es mehr Spaß ;)

Eine der Veränderungen hatte ich mit Lollipop schon erledigt: die /system-Partition hatte ich damals schon mit Odin und einer .pit-Datei vergrößert, weil die vorhandenen 500 MB nicht mehr für CM 13 und die Google Apps ausreichen. Man sollte mindestens 1 GB vorsehen. Wenn man die komplette Google-Apps-Sammlung vorinstallieren will (in die Systempartition) sollte man 2 oder 4 GB einplanen. Das geht dann natürlich wieder zu Lasten des freien Speichers für Apps, Daten, Bilder, Musik etc. Kann man sich überlegen ;)

Aber eine andere Veränderung hat mir ein Bein gestellt: Cyanogenmod bringt jetzt ein eigenes Recovery mit, das bei jedem Update das bisherige Recovery ersetzt. Und das CM-eigene Recovery schafft es nicht, die Google Apps von opengapps.org zu installieren. Es erscheint eine sehr gut lesbare Fehlermeldung in dunkelblau auf schwarz (oder bin ich nur mittlerweile zu alt für sowas?), dass man TWRP als Recovery nehmen muss, um die opengapps zu installieren.

Erschwerend beim S2 und einigen anderen Galaxy-Modellen ist nun, dass es kein separates Recovery-Image zum Flashen gibt - das Recovery ist mit dem Linux-Kernel zu flashen. Es gibt zwar eine Recovery-Partition im Speicher des S2, aber die wird nicht verwendet. Alles ein wenig seltsam, aber damit muss man wohl leben ...

Der Ablauf, um ein funktionsfähiges S2 mit CM 13 zu erhalten, sieht also so aus:

Herunterladen und Flashen eines Linux-Kernels für das S2 mit einem aktuellen TWRP-Recovery. Dazu verwendet man das "isorec"-Projekt. TWRP selbst ist wegen der Geschichte mit dem Kernel (s.o.) zickig und baut selbst keine Pakete für Samsung Galaxy mehr.

Das Flashen dieses Paketes führt man am besten per "adb sideload" durch. Um das erfolgreich durchzuziehen, braucht man eine Minimalinstallation der Google Android Developer-Tools, von denen "adb" ein Teil ist. Es gibt aber auch Minimalpakete, die nur ein lauffähiges "adb.exe" mit ein paar Windows-DLLs enthalten.

Wichtig ist, dass man auf dem S2 bei einem laufenden Android in den Entwickleroptionen den Debugmodus aktiviert, damit S2 und PC sich über USB anfreunden und man den Schlüsselaustausch zwischen den Geräten bestätigen kann. Ansonsten kann man mit adb keine Dateien übertragen, wenn man im Recovery "sideload" anwählt. Beim Befehl "adb devices" erscheint dann "unauthorized" und es geht nicht weiter.

Wenn man das TWRP-Recovery geflasht hat, kann man mit "adb reboot recovery" gleich in dieses Recovery wechseln. Im TWRP wählt man nun unter "Advanced" den Punkt "ADB sideload" an, markiert die beiden Kästchen unter "wipe flash/wipe dalvik" und wischt dann zur Bestätigung den blauen Schalter nach rechts.

Nach dem Flashen eines neues Recovery-Image könnte man übrigens mit "Triangle Away" das gelbe Warn-Dreieck vom Samsung-Startbildschirm entfernen.

Jetzt wird es umständlich:
man muss in der richtigen Reihenfolge die heruntergeladene zip-Datei von CM 13 mit "adb sideload" installieren, danach die gewünschte Version der opengapps (pico, nano, micro,  etc. - je nachdem, welchen Umfang von Google Apps man vorinstallieren möchte), und danach muss man nochmals das TWRP-Recovery flashen, weil mit CM 13 ja das CM-interne Recovery mitkommt, dass das vorhandene TWRP-Recovery gerade wieder überschrieben hat.


Nach jedem "adb sideload" kehrt man mit der "<--"-Taste auf dem Touch-Screen wieder einen Schritt zurück, wählt erneut "ADB sideload" an und  wischt zum Aktivieren. Dann erneut auf dem PC den nächsten "adb sideload"-Befehl eingeben.

Es ist wichtig zu wissen, dass dadurch der "adb sideload" ebenfalls gerade wieder kaputtgegangen ist, und man das im Debugmode wieder neu autorisieren muss.

Als Erfolg zeigt sich nach dem Booten und der üblichen Wartezeit mit dem CM-Gesicht und dem "Optimieren der Apps ... x von y" unter den Eigenschaften so etwas Ähnliches wie hier rechts.

Es ist übrigens empfehlenswert, im Entwicklermenü dann den Schalter "CM recovery aktualisieren" zu kontrollieren und auszuschalten, damit man nicht nach jedem CM-Update erneut auch TWRP wieder flashen muss.

Außerdem habe ich die Beobachtung gemacht, dass das CM-Recovery nicht von der eingesteckten SD-Karte (sdcard1) installieren kann, es springt nach dem Anwählen sofort zurück ins Recovery-Hauptmenü.

[Update 20160412]
Nachtrag zum Thema "TriangleAway": die derzeitigen Nightlies von CM 13 haben ein Problem, Root-Zugang zu gewähren. Es ist nicht möglich, TriangleAway zu starten. Auf einem der S2 bin ich von Factory 4.1.2 direkt auf CM 13 gegangen, und TriangleAway funktioniert nicht. Auf einem zweiten hatte ich zuerst das Update auf CM 12.1 ausprobiert, und unter 12.1 funktioniert der Root-Zugriff. Derzeit ist es also eine Überlegung wert, das Update in zwei Schritten durchzuführen, zuerst auf CM 12.1, dann TriangleAway aufzurufen, und danach wie oben beschrieben das Update auf CM 13.

04.03.2015

Das iPhone 5 bekommt ein neues Display

Wer hätte das gedacht? Nach langem (sehr langem!) Gequengel hat sich Kind 1 den größten Wunsch aller Zeiten(TM) erfüllt und ein iPhone gekauft. Das Konfirmationsgeld und ganz viele zugedrückte Hühneraugen haben es möglich gemacht - obwohl ich als Elternteil und Finanzier das geschlossene Öko-System von Apple ziemlich ablehne.

Wer hätte das gedacht? Es hat kein ganzes Jahr gedauert, und das iPhone hat den ersten Schaden. In einer öffentlichen Toilette ist aus einem Seifenspender ein Schwall Flüssigseife auf das Display getropft. Dummerweise hat das Abwischen nicht ausgereicht - das iPhone 5 ist halt nicht wasserdicht, nicht mal spritzwasserfest. Ein kleiner Rest Seifenlotion ist nach und nach ins Innere gekrochen, und ausgerechnet ins Display. Dort hat es sich dann im Lauf der letzten Tage immer weiter ausgebreitet.

Das ist natürlich ein unhaltbarer Zustand - ich kann keine defekten Geräte in meinem Umfeld ansehen, das widerstrebt mir. Außerdem hatte ich die Befürchtung, dass sich der Rest Seifenlauge immer weiter ins Gerät hinein verteilt und dann irgendwann auch die Elektronik im Inneren angreift.

Zunächst die Nagelprobe: wie kompliziert ist der Austausch eines Displays bei einem iPhone 5? Videos bei youtube gesucht und angeschaut und überrascht festgestellt: es scheint ganz einfach zu sein! Entgegen meinen Erwartungen und Vorurteilen lässt sich das Gerät leicht öffnen, und der Tausch des Displays besteht nur aus wenigen Handgriffen, wenn man eine ruhige Hand für die superkleinen Schrauben im Inneren hat.

Also musste ein Ersatzdisplay her. Zu meiner extrem großen Überraschung finden sich bei ebay Angebote für komplette Ersatzdisplays schon ab ca. 40 €. Da ich das Gebastel vom Nexus 7 noch in schlechter Erinnerung hatte, dort das Display von der Bezel (dem Rahmen) zu trennen, habe ich mich für ein komplett montiertes Modul entschieden, in dem Kamera, Knopf und Hörer schon fertig montiert waren. Ansonsten hätte ich vom alten Displaymodul noch die Einzelteile ab- und ummontieren müssen. Das hat den Spaß zwar nochmal 5 € teurer gemacht, aber soviel ist die gesparte Arbeitszeit auf jeden Fall wert.

Die Bestellung trudelte recht schnell ein, und der Austausch des Displays war tatsächlich so einfach, wie es im Video ausgesehen hat. Alle benötigten Werkzeuge waren im Paket mit drin, auch der Mikro-Mini-Torx-Schraubenzieher.

Die zwei Schrauben neben dem Lightning-Anschluss lösen, mit dem mitgelieferten Saugnapf das Display vorsichtig ablupfen ...


... dann mit dem Plastikhebelwerkzeug gleichmäßig von unten nach oben auf beiden Seiten aus dem Unterteil heben, nach oben klappen ...






... dann im Inneren drei noch kleinere Schrauben lösen, die einen Blechdeckel festhalten ...






... drei Platinenstecker lösen (von rechts außen im Uhrzeigersinn beginnen) und schon ist das Display ab!





Beim neuen Display war auf der Innenseite noch eine Schutzfolie aufgeklebt, danach musste ich in der umgekehrten Reihenfolge die Stecker wieder aufstecken und festdrücken, den Blechdeckel festschrauben und das war's eigentlich schon. Der letzte Schritt ist dann schon, das neue Display vorsichtig in das Unterteil zu drücken und die beiden Schrauben festzuziehen.


Wer hätte das gedacht? Display und Touchscreen funktionieren einwandfrei nach dem Einschalten.

Kind 1 wieder glücklich - und um 50 € Schulden "reicher" ;)

Wer hätte das gedacht? Unglaublich!

16.01.2015

Display tauschen beim Motorola Moto G

Ich hab ja schon ein paarmal über meine destruktiven Kinder geschrieben, die regelmäßig zu meinem Leidwesen ihre Handys zerlegen ... Aber es beruhigt mich, dass ich nicht der einzige Leidgeprüfte bin ;)



Mein Nachbar bastelt gern mal am Auto und hat ein Rollbrett, mit dem er sich rücklings bequem unter sein Auto fahren kann. Dummerweise ist er dann beim Rausfahren mit dem Rollbrett über sein Handy gefahren, und das mochte das Displayglas nicht besonders ;(



Kurze Recherche bei Ebay ergab, dass man komplett montierte Ersatzdisplays für das Moto G (1. Generation) für knapp 40 Euronen erwerben kann, und das ist eine gute Investition. Das Moto G gehört zu den Handys, die ich wirklich empfehlen kann - technisch einigermaßen up-to-date (um ehrlich zu sein, würde man mittlerweile "Mittelklasse" sagen) und insbesondere wird es von Google und Motorola immer noch mit Software-Updates versorgt - Kunststück, Motorola gehörte ja mal einige Zeit zu Google, von 2011 bis 2014.

Auch das Auswechseln selbst ist relativ leicht, wenn man nicht gerade zwei linke Hände hat. Bei youtube gibt es ziemlich viele Videos mit Anleitungen, worauf man achten muss (das Handy ist sehr reparaturfreundlich).

Allerdings muss man dann auch noch mitdenken, wenn man selbst Hand anlegt, und das habe ich leider versäumt ... dazu gleich.

Gerät ausschalten wäre jetzt eine gute Idee ...

Als Unterlage sollte man sich ein weiches Tuch besorgen, z.B. ein fusselfreies Küchentuch - ich habe ein größeres Brillenputztuch speziell für Handy-Arbeiten. Immerhin liegt das Handy mit dem Display nach unten, und bei einigen Handgriffen wird soviel Druck ausgeübt, dass das Risiko von Kratzern im Glas besteht, wenn die Unterseite nicht ordentlich sauber ist.

Nach dem Entfernen der hinteren Abdeckung mit den Fingernägeln sieht man 14 (!) Torx-Schrauben. Das ist für den Gelegenheitsbastler gleich das erste Hindernis: wer hat schon Werkzeuge für diese winzigen Spezialschrauben? Zum Glück war bei meiner Bestellung das passende T4-Werkzeug dabei.

Nach dem Lösen der Schrauben und dem Entfernen der SIM-Karte - in beliebiger Reihenfolge - kann man nun wiederum mit den Fingernägeln den inneren Rückendeckel entfernen.

Dann den Stecker des Akkus lösen und den Akku vorsichtig von allen Seiten mit einem flachen Plastikwerkzeug lockern und dann abheben, er ist an den Außenseiten mit ein wenig Klebeband fixiert.

Beim Hin- und Herdrehen des Handys kann es sein, dass sich die Plastikknöpfe für Lautstärke und Schalter selbständig machen. Man sollte dem vorbeugen und sie selbst entnehmen und beiseite legen für später. Auf dem Bild da oben kann man sie gut sehen, umrundet von den Schrauben.

Ich habe mir übrigens angewöhnt, die Schrauben genau in der Position abzulegen, wie ich sie aus dem Handy entnehme. Bei manchen Modellen gibt es Schrauben in unterschiedlichen Größen und Längen, das wird hinterher schwierig. Natürlich muss man dann die Ablage in Ruhe lassen, damit die Schrauben auch so bleiben, wie man sie hingelegt hat ;)

Rechts oben die Verriegelung des Steckers lösen und die Frontkamera ablösen. Die Verriegelung ist auf der Seite, auf der auch das Folienkabel eingesteckt ist, und muss vorsichtig nach oben geklappt werden. Ein Fingernagel ist hier ebenfalls das beste Werkzeug. Die Klebefolie über dem Stecker muss man dazu eigentlich nicht lösen. Wenn der Kleber alt ist, kann die Folie aber gern mal von allein abfallen.

Rechts unten ebenfalls die Verriegelung des großen Steckers lösen und das Folienkabel möglichst ohne Verbiegen herausziehen. Das Kabel ist sehr empfindlich und wird von einem weichen blauen Plastikformteil geschützt, das man einfach abheben kann. Das Kabel ist umgebogen, damit es nach rechts zum Display geführt werden kann. Nicht drücken, sonst können die feinen Leiterbahnen auf der Folie brechen! Falls sich das Kabel nicht bewegen lässt, vorsichtig mit einem flachen Plastikwerkzeug von allen Seiten das Klebeband lösen.

In der Video-Anleitung wird zuerst ein kleineres inneres Folienkabel gelöst, aber diesen Schritt muss man nicht unbedingt machen. Beim neuen Display ist dieses gesamte Folienteil mitsamt Chip enthalten.

Jetzt kann das Folienkabel nach rechts weggeklappt werden und das Mainboard des Telefons kann entfernt werden, es ist nur eingelegt. Da es ebenfalls am Außenrand mit feinen Klebebändern fixiert ist, muss man es mit viel Geduld heraushebeln. An allen Seiten mit den Fingernägeln druntergreifen und anheben, bis es sich löst.

Der nächste Schritt wäre auch wichtig, leider hab ich es erst gemerkt, als das Handy schon wieder zugeschraubt war: das neue Display enthielt keinen Lautsprecher zum Telefonieren. Man muss von außen durch den Schlitz ganz vorsichtig auf das Gitter drücken, damit der ebenfalls verklebte Lautsprecher mitsamt dem Gitter abgelöst und nach innen gedrückt werden kann. Ich habe dazu einen Inbus-Schlüssel verwendet, der genau in den Schlitz gepasst hat. Die stumpfe Unterseite hilft, das sichtbare Gitter nicht zu beschädigen. Tja, ich musste dann das ganze Telefon gleich wieder zerlegen, um den Lautsprecher einzubauen ;)

Auf keinen Fall den Lautsprecher von der Innenseite hebeln, dabei können sich Magnet und Spule trennen und die feinen Kupferlackdrähte abreißen. Aber auch dieses Ersatzteil gibt es einzeln bei Ebay ;). Merken, wie die Federkontakte liegen, damit es nachher wieder genauso eingebaut werden kann.

Zwischen Mainboard und Display liegt noch ein Abschirmblech, das man jetzt als erstes in das neue Display einlegt. Prüfen, dass alles gut passt, nichts über den Rand ragt und Orientierung beibehalten.

Den ausgebauten Lautsprecher in derselben Orientierung in das neue Display einstecken.


Folienstecker des neuen Displays vorsichtig aufklappen und beiseite drücken, damit das Mainboard hineinpasst. Kabel herunterklappen, evtl. Schutzverpackung entfernen und Stecker in die Buchse einfädeln. Die Farbmarkierung auf dem Kabel muss in Linie mit der Markierung auf dem Mainboard sein, damit alle Leitungen richtig Kontakt haben! Nun die Arretierung vorsichtig herunterdrücken.

Das Kabel der Frontkamera einfädeln und Arretierung herunterdrücken. Die Markierung auf dem Kabel muss bündig an der Buchse anliegen.

Den blauen Plastikschutz auf das große Folienkabel legen (die Unterseite ist strukturiert, es gibt genau eine Möglichkeit).

Den Stecker des Akkus von oben aufstecken und andrücken. Danach den Akku wieder so an seine Stelle legen, dass das Folienkabel keine Spannung hat.

Die Plastikknöpfe für Lautstärke und Schalter wieder in die Aussparungen einlegen.

Rückendeckel auflegen, vorsichtig wackeln, ob alles passt, nochmal prüfen, dass keine Kabel eingeklemmt sind, und dann andrücken, bis alles einrastet.

Noch nicht zuschrauben, erst mal eine Einschaltprobe machen und prüfen, ob alle Pixel richtig anzeigen. Unbedingt auch den Touchscreen testen. Entweder bei der Eingabe der PIN für die SIM oder einfach beim Bedienen merkt man schnell, ob alle Bereiche des Bildschirms auf Berührung reagieren.

Vorsichtshalber wieder ausschalten, umdrehen, flach hinlegen und die Schrauben befestigen. Nicht zu fest drehen, denn nach "fest" kommt "ab"!

SIM wieder einbauen.

Rückendeckel festdrücken und fertig ist das nagelneue Display!

23.04.2014

CyanogenMod-Basteleien - Samsung Galaxy S plus i9001

Heute morgen brachte der Postbote mal wieder neue Hardware für weitere Basteleien, diesmal hatte ich mir recht spontan für kleines Geld ein Samsung Galaxy S plus i9001 ausgesucht.

Die Bedienung ist sehr angenehm, und die Geschwindigkeit des Telefons reicht allemal für Android 4.3. Ich bin sehr zufrieden, das einzige, was ich vermisse, ist eine Fotoleuchte.

Über die Hardware hatte ich mir vorher wenig Gedanken gemacht - obwohl es haptisch und numerisch sehr nah an einem meiner alten Lieblinge - dem i9000 - liegt, hat es vollkommen unterschiedliche CPU (Qualcomm MSM8255T mit 1,4 GHz statt Samsung S5PC110 mit 1 GHz) und GPU (Adreno 205 statt PowerVR SGX540). Im Gegensatz zum Galaxy S "advance" ist es nach wie vor eine Single-Core-CPU, kein Dual-Core.

Die unterschiedlichen CPUs/GPUs bedeuten natürlich auch, dass man nicht die Custom-ROM-Dateien vom i9000 nehmen darf.
Ich habe mir die Dateien von hier heruntergeladen (ich mag als Recovery das CWM, TWRP geht aber genauso gut, reine Geschmackssache ...). Das CM-ROM hat den Zusatznamen "ION". Außerdem benötigt man noch die Google-Apps für Jelly Bean 4.3.

So ein schnelles ROM-Update hatte ich bisher noch nicht, wow ;). Obwohl es ein Samsung-Gerät ist, habe ich kein Odin benötigt, sondern konnte das Custom-Recovery (CWM) sogar mit dem Stock-Recovery installieren.

Ursprünglich kam das Gerät mit Android 2.3.5, der Händler hatte nichtmal die Daten des Vorbesitzers gelöscht, ganz schön peinlich. Genauso dämlich aber natürlich vom Vorbesitzer, seine Daten und Fotos nicht selbst zu löschen, bevor er es endgültig aus der Hand gibt ...

Ich habe die drei benötigten Dateien für das Custom-ROM zunächst auf eine SD-Karte überspielt und ins Handy gesteckt. Danach muss man letztmalig das Samsung-Android starten, und mit dem Dateimanager "Eigene Dateien" die Dateien von der SD-Karte (zu finden unter external_sd) auf den internen Speicher zu verschieben. Das ist nötig, weil das Samsung-Recovery, das wir ersetzen wollen, nur vom internen Speicher installieren kann, aber nicht von SD-Karte.

Im Gegensatz zum S2 wird der Recovery-Modus aufgerufen, indem man beim Start nur Lautstärke-hoch und den Einschaltknopf drückt. Man darf nicht die Home-Taste drücken, sonst gelangt man in einen "RAM-Dump"-Modus, der hier nicht weiter interessiert.

Nachdem der Schriftzug "SAMSUNG" auf dem Bildschirm erscheint, die Knöpfe noch einen Moment gedrückt halten und dann die Menü-Taste (links neben der Home-Taste) drücken, bis sie aufleuchtet. Dauert alles einen Moment, aber keine Panik!

Im Recovery-Modus dann nacheinander "wipe data", "wipe cache", "install zip" aufrufen. Bestätigt wird mit der Menü-Taste (links). Zunächst zum ZIP für das CWM-Recovery navigieren und auswählen. Bestätigen wie gesagt mit der Menü-Taste, der Einschaltknopf geht einen Schritt zurück. Die Installation geht recht fix, die Datei ist ja auch nicht besonders groß. Danach "Reboot" auswählen und den Ablauf nochmal von vorne, bis das "neue" Recovery erscheint.

Jetzt nacheinander die beiden ZIP-Dateien für das CyanogenMod-ROM und die Google-Apps anwählen und bestätigen. Danach vorsichtshalber nochmals "wipe data", "wipe cache", "advanced" -> "wipe dalvik cache", und dann "Reboot system" auswählen.


Auf dem Startbildschirm unter dem Samsung-Logo müsste jetzt schon etwas zu sehen sein: nämlich das Logo der Entwickler "AriesDev" und darunter das CM-Logo.


Wie üblich dauert der erste Start recht lang, um die Apps auszupacken, zu untersuchen und zu optimieren ("odex"). Danach kommt der übliche Anmeldevorgang zu CM und zu Google, und dann geht es ans Einrichten des neuen Androiden mit 4.3.1 ;)

04.08.2013

FrankenS(2)tein - Zweiter Teil - Cyanogenmod

Da war also nun wieder ein funktionsfähiges Galaxy S2. Juhu.
Aber mit Branding von 1&1 und mit Android 2.3.5. Brrr.

Also das übliche Vorgehen: Rooten, CWM, Cyanogenmod.

Da Samsung nicht sehr freigiebig mit Informationen über den Exynos-Chip ist, funktionieren manche Dinge nicht oder schlecht. Der TV-Ausgang und das UKW-Radio sind nicht funktionsfähig und USB ist langsamer als mit dem Samsung-ROM. Diese Dinge waren mir aber nicht so wichtig, deshalb bin ich auf CM gewechselt, statt das Samsung-ROM 4.1.2 zu flashen.

Vor den Erfolg hat das fliegende Spaghetti-Monster aber den Fleiß und ein Problem gesetzt: das Handy wurde vom PC nicht erkannt, damit war also das Aufspielen von Software mit Odin oder Kies utopisch.

Genauer: am Handy wurde gemeldet: "MTP-Verbindung gestartet". Am PC aber erschien überhaupt keine Meldung.

Erster Verdacht: ein Hardware-Defekt.

Also der Versuch, den USB-Träger gegen eine andere Platine austauschen. Handy nochmals komplett demontieren, austauschen und wieder zusammen bauen.

Hilft aber nicht.

Was nun?

Nochmal Hardware tauschen? Dazu müsste ich erst ein Ersatzteil bestellen, soviel Vorrat hab ich dann doch nicht zuhause 'rumliegen ;)

Noch ein bißchen mit Google suchen ("PC erkennt Galaxy S2 an USB nicht") fördert Erstaunliches zutage: die USB-Schnittstelle am Handy kann man mit MMI-Befehlen umprogrammieren. Das ist doch vielleicht ein Hoffnungsschimmer.

*#9090# eingeben und Log Via UART anklicken. Danach den Home-Button drücken.
Dann wieder in der Telefon-App *#7284# eintippen und bei UART auf Modem, bei USB auf PDA stellen.
Dann den Home-Button drücken.
Telefon neustarten.
Dann sollte das Gerät wieder erkannt werden
Also recht mutig die beiden Befehle in die Telefon-Anwendung eingegeben, danach mit dem USB-Kabel wieder an den PC, und ... Juhu, es klappt! Das S2 wird wieder erkannt.

Mit der Installation der Treiber von Samsung ist alles geregelt, Kies und Odin sehen das S2 korrekt. Auch das Umschalten in den Debug-Modus ("Samsung ADB device") funktioniert.

Wichtig: das funktioniert nur mit dem originalen Samsung-ROM, mit CyanogenMod nicht (mehr).

Der Rest ist schnell erzählt: mit Odin einen gerooteten Kernel mitsamt Custom Recovery geflasht (sogar einen richtig coolen mit Touch-Bedienung!), CyanogenMod 10.1 nightly heruntergeladen (für das S2 gibt es derzeit keine stable, im Gegensatz zum i9000) und zack, schon hat das S2 das fast noch aktuelle Android 4.2.2 vom Dezember 2012.

Puh, das ging zu schnell. Also nochmal im Einzelnen:

Im eigenen Telefon nachschauen, welcher Kernel verwendet wird.
Menü ->
Einstellungen ->
Über das Telefon ->
Baseband-Version
Dort steht dann so etwas ähnliches wie "i9100XXLS8". Davon sind nur die letzten drei Stellen wichtig.
Einen möglichst genau passenden Root-Kernel hier suchen. Wenn "LS8" nicht in der Liste auftaucht, kann man einen nah benachbarten verwenden, also LS7, LS9 o.ä. Ich empfehle eher, einen leicht späteren zu nehmen, wenn die Version nicht exakt passt.
Handy möglichst komplett aufladen, damit keine unangenehmen Überraschungen passieren.

Diesen Kernel runterladen, S2 in den Odin-Modus versetzen und als "PDA" flashen.
Danach S2 in den Recovery-Modus booten und CM flashen.

Upps, schon wieder zu schnell. Hier langsamer mit mehr Details:

Also:
  • Handy ausschalten
  • Gleichzeitig Lautstärke-Runter, Home und Einschaltknopf drücken.
  • Erst loslassen, wenn das gelbe Dreieck erscheint.
  • Mit "Lautstärke hoch" bestätigen, dass ein Download gewünscht ist.
  • Das Handy mit dem USB-Kabel anschließen.
  • Odin starten (ich verwende Odin 1.85).
Jetzt sollte zu lesen sein, dass das Handy erkannt wird.
Den Button "PDA" anklicken und die heruntergeladene Datei auswählen (Dateiname endet mit .tar oder .tar.md5).
Auf Start klicken und nix mehr anfassen, bis das Telefon erfolgreich neu gestartet wurde und in Odin in grün "PASS" angezeigt wird.

Jetzt die gewünschte CyanogenMod-Version herunterladen, die dazu passenden Google-Apps nicht vergessen (wichtig, genau die Google-Apps auswählen, die zur Android-Version passen!) und alles auf die interne SD-Karte überspielen.

Jetzt das Handy nochmals ausschalten und im Recovery-Modus starten.
Gleichzeitig Lautstärke-Hoch, Home und Einschaltknopf drücken.
  • Wipe Data
  • Wipe Cache
  • Advanced -> Wipe Dalvik Cache
  • Install ZIP from internal SD card
  • CM-10.1-2013mmdd.zip auswählen
  • Install ZIP from internal SD card
  • gapps-2012mmdd.zip auswählen.
  • Reboot now
Das Telefon sollte nun mit Android 4.2.2 laufen.
  • Starten
  • Warten (wie üblich einige Zeit beim ersten Start)
  • Freuen

[Update 20140815: Bilder plötzlich defekt]

03.08.2013

Das FrankenS(2)tein-Handy - Operation am offenen Herzen

Mit Kindern erlebt man was ... ich erlebe mit Kind 1 den gelegentlichen Handyverlust im Kino, oder das gelegentliche gebrochene Display, oder auch gelegentliche feuchte Unfälle auf Ferienfreizeiten.

Dieser letzte Vorfall hat zu einem teilweise unbrauchbaren Galaxy S2 geführt. Das Display war noch in Ordnung, aber beim Anschließen des Ladegeräts wurde ein Warnschild auf dem Display angezeigt, dass der Akku zu heiß wird, mit anderen Worten: durch die Feuchtigkeit war es zu einem Kurzschluß und Defekt des Mainboards gekommen.

Natürlich ist das besonders ärgerlich, weil das Display schonmal repariert wurde und der Spaß auch 160 Euro und zwei Fahrten nach Gießen gekostet hat. Bei Samsung sind in der Galaxy-Baureihe Glas und Display leider verklebt und man kann diese beiden Bauteile, also das Glas mit dem sogenannten Digitizer, dem eigentlichen "Touchscreen", und das Display (eigentlich AMOLED und nicht LCD), ohne professionelles Heißluftgerät nur schwer zerstörungsfrei trennen. Andere Smartphones sind da wartungsfreundlicher, man kann Glas und Display getrennt austauschen.

Kind 1 war nun verständlicherweise sehr unglücklich, weil das Handy letztes Jahr mit selbst zusammengespartem Geld finanziert war.


Was macht der mutige Bastler nun: er beschafft ein baugleiches Galaxy S2 mit einem defekten Display, um das Mainboard zu transplantieren. Praktischerweise sogar im benachbarten Ortsteil, so daß es mit wenig Aufwand abgeholt werden kann. Kleiner Schreck beim Abholen: der Vorbesitzer erklärt, dass das Telefon vom Auto überrollt wurde. Bange Frage: hat das Mainboard überlebt, war das Gehäuse stabil genug? Auf dem Glas war noch eine Displayschutzfolie befestigt, so dass keine Splitter zu befürchten waren.


Diese Frage beantwortet erst der erfolgreiche Umbau ... um es vorweg zu nehmen: das Mainboard hat diese brachiale Behandlung wirklich unbeschadet überstanden. Die Transplantation war erfolgreich.

Man kann natürlich Glück haben wie ich und ein defektes Handy mit intaktem Mainboard sehr günstig bekommen. Bei Ebay gibt es mit den richtigen Suchbegriffen auch nahezu alle Ersatzteile für Handys als Einzelteile zu kaufen. Bei meiner Recherche habe ich ein Mainboard einzeln vom Händler für 120 Euro gefunden. Das ist natürlich jenseits aller Wirtschaftlichkeit, wenn man ein i9100 gebraucht vom Händler für unter 180 Euro bekommt.

Die Anschaffung einer leistungsfähigen Arbeitsplatzleuchte mit Lupe ist eine lohnenswerte Anschaffung für solche Bastelarbeiten. Solche Leuchten gibt es schon für 20 bis 25 Euro bei ebay. Außerdem benötigt man Feinwerkzeug, also Uhrmacherschraubendreher mit Flachklinge und Kreuzschlitz, 1 und 2 mm, und wenn man nicht sehr stabile Fingernägel hat, am besten ein flaches nichtmetallisches Hebelwerkzeug. Musiker können auch ein Gitarrenplättchen aus Plastik verwenden. Eine schmale Pinzette hilft, wenn die lockere Schraube sich nicht greifen lässt. Ich mag die gebogenen lieber ("gekröpft"), aber das ist Geschmackssache.

Wenn man nicht gerade zwei linke Hände hat, sollte ein solcher Umbau gut gelingen, das Galaxy S2 kann man sehr leicht auseinander- und zusammenbauen.

Pedanten können auch ein antistatisches Armband tragen oder vor Beginn der Bastelei an ein blankes Heizungsrohr fassen, um eventuelle statische Elektrizität los zu werden.

Man beginnt damit, den Akkudeckel zu öffnen und dann Akku, SIM- und SD-Karte zu entnehmen.

Zumindest das Telefon mit dem funktionsfähigen Display sollte man nur auf einer weichen Unterlage lagern (Brillenputztuch), wenn man es bearbeitet, damit es während der Operation keine Kratzer bekommt.

Unter dem Akkudeckel finden sich nun 7 kleine Kreuzschlitzschrauben, die entfernt werden wollen. Da alle gleich groß sind, erübrigt sich, festzuhalten, welche wohin gehört. Bei anderen Geräten gibt es unterschiedlich lange, man sollte die Schrauben dann schematisch so lagern, dass es der Position im Gerät entspricht, oder mit einem feinen Filzstift sogar im Gerät Markierungen, Nummern etc. vermerken.

Nach der Entfernung der Schrauben muss man mit (sehr!) sanfter Gewalt das Display vom Rücken trennen. Man sucht eine Ansatzstelle, um mit dem Hebelwerkzeug oder einem Fingernagel zwischen Rücken und Displayrand zu drücken. Dann fährt man einmal um den gesamten Rahmen herum. Vorsicht an den Plastikknöpfen für Lautstärke und Einschalten! Den Rückendeckel kann man dann beiseite legen, es gibt keine Kabel, Stecker o.ä. zu lösen.

Das Mainboard selbst wird mit weiteren zwei Schräubchen gehalten, eine in der Mitte des schmalen Teils, die andere direkt neben dem dicken, würfelförmigen Kameramodul.

Nach dem Lösen der Schrauben muss man mit dem Hebelwerkzeug einige Stecker lösen, die die Einzelteile elektrisch miteinander verbinden. Alle Stecker sind von oben aufgesteckt; am besten nimmt man wieder einen Fingernagel oder das Plastikteil, um seitlich anzugreifen und vorsichtig nach oben zu hebeln. Dann kann man den Stecker an der Folie vorsichtig hochbiegen. Das sollte man nicht übertreiben und auch nicht allzu oft machen, sonst riskiert man einen Bruch in den Leiterbahnen auf der Folie. Ein feines Kabel verbindet das Mainboard mit einer zweiten kleinen Platine, die unten quer eingebaut ist. Auch hier vorsichtig mit dem Fingernagel den Stecker nach oben abhebeln.

Etwas trickreich wird das Lösen der Schalter für Lautstärke und Einschaltknopf: die sind ebenfalls mit Folien mit dem Mainboard verbunden, und werden von hinten mit Klebeband in senkrechter Position gehalten. Ich habe diese kleinen Module gelöst, indem ich die Platinchen von mehreren Seiten mit dem feinsten Schraubenzieher gelockert habe, bis ich seitlich flach dahinter pieksen konnte (nicht kratzen!). Jetzt können die Platinen immer weiter gelockert werden. Das Klebeband sollte am Untergrund bleiben, weil es noch gebraucht wird.

Falls man alle Stecker gelöst und sanft hochgebogen hat, sollte nun das Mainboard ohne Gewalt vom Display abzuheben sein. Falls nicht, nochmals kontrollieren, wo es klemmt. Vorsicht, das Kameramodul ist recht schwer und wird nur von der Folienleiterbahn gehalten. Nicht allzusehr biegen und wackeln!

Bei Unsicherheiten, welche Platine defekt ist, sollte man auch den Träger für USB und Mikrofon mit austauschen. Dies bietet sich nun an, da zu dessen Auswechseln das große Mainboard sowieso komplett demontiert werden muss. Hier gilt dieselbe Warnung wie bei der Kamera: das Mikrofon wird nur von einer weichen Folie gehalten, also nicht zu stark biegen.

Die kleine Platine wird mit zwei Schrauben und einer Plastiknase gehalten. Am besten hebt man die Seite leicht an, an der das Antennenkabel ankommt, und drückt dann am USB-Stecker nach hinten, so dass die Platine unter der Plastiknase herausrutscht. An dieser kleinen Platine ist noch ein recht langes Stück Folie mit einem Stecker zur anderen Platine befestigt. Diese Folie ist mit Klebeband fixiert. Sehr, sehr vorsichtig vom Klebeband abziehen!

Dieselbe Operation führt man an beiden Handys durch (nicht defekte und funktionsfähige Teile verwechseln ;) und der Einbau geschieht in umgekehrter Reihenfolge. Achja: nicht die Teile verwechseln und wieder ein defektes Bauteil einbauen!

USB-Platine vorsichtig in Position schieben und festschrauben.
Mainboard vorsichtig einschieben, so dass alle Stecker bündig aussehen.
Vor dem Festschrauben die Lautstärke- und Einschaltplatine senkrecht an die richtige Stelle schieben und vorsichtig am Klebeband andrücken. Unten am Boden auf Bündigkeit achten.
Zwei Schrauben anziehen.
Stecker senkrecht von oben ohne Gewalt auf ihr Gegenstück drücken. Man hört das Einrasten deutlich!
Antennenkabel ebenfalls senkrecht von oben aufdrücken. Beide Seiten kontrollieren!
Vor dem Aufdrücken des Deckels Akku einlegen, beim Umdrehen festhalten und einen ersten Test machen, ob sich das Handy einschalten lässt.

Akku wieder ausbauen, Rückendeckel festdrücken. Vorher darauf achten, dass die Wippe für die Lautstärke und der Einschaltknopf mit den feinen Gummilaschen in der Führung sitzen (im Bild links)
.
Schrauben festdrehen. Nach fest kommt ab, also nur sachte anziehen.
SIM, SD und Akku wieder einbauen, Deckel drauf und fertig!


Nach dem Einschalten begrüßte mich ein 1&1-Branding und Android 2.3.5. Dazu aber mehr im nächsten Beitrag.


[Update 20140815: Bilder plötzlich kaputt]

19.07.2013

Noch'n Update. CyanogenMod ist schneller als Google Nexus.

Mein Vertrauen in die Nexus-Baureihe der Android-Smartphones ist leicht erschüttert ...

Es gibt zwei bekannte Sicherheitslücken in Android (angeblich seit 1.6), mit denen man die Installationsarchive (apk-Dateien) so verfälschen kann, dass die Prüfsumme korrekt ist, aber trotzdem bösartige Dateien aus diesem Paket auf dem Smartphone installiert werden.

Die Sicherheitslücken können allerdings nur ausgenutzt werden, wenn man apk-Dateien am Google Play Store vorbei installiert ("side loading") und dazu in den Sicherheitseinstellungen "Installation aus unbekannten Quellen" erlaubt. Beim Upload in den offiziellen Google Play Store wird seit einiger Zeit geprüft, ob Apps in dieser Art verfälscht sind. Hier sollten Android-Benutzer also auf der sicheren Seite sein.

Allein die Namensgebung dieser Einstellungsmöglichkeit sollte Warnglocken klingeln lassen ... Allerdings erfordert jeder alternative App Store, wie z.B. Amazon, dass man dort ein Häkchen setzt. Eine gewisse Gefahr besteht also durchaus auch in der Realität. Zumal es auch schon Baukastensysteme gibt, die die Erstellung von bösartigen apk-Dateien stark vereinfacht.

Ich hoffe, dass in der Google-Veranstaltung, die demnächst stattfindet, eine neue Android-Version angekündigt wird, in der diese Fehlerkorrektur enthalten ist. Und vor allem hoffe ich, dass mein Galaxy Nexus das nächste Android-Update noch mitmachen wird. Das Vorgänger-Modell Nexus S ist bei 4.1.2 stehengeblieben und hat kein 4.2 mehr bekommen. Irgendwann wird vermutlich auch mein Modell "out of support" sein. Bis jetzt schlägt es sich aber noch ganz wacker, die technischen Daten sollten für 4.3 auf jeden Fall gut genug sein.

In den Android-Quelltexten ist der Fehler repariert, aber es wurde noch kein Update auf die Nexus-Geräte verschickt.

Hier ist CyanogenMod schneller gewesen. Mit den Updates 10.1.1 und 10.1.2 wurden nacheinander beide Sicherheitslücken repariert und als "stable"-Versionen veröffentlicht, zumindest für die "offiziell" unterstützten Geräte.

Ich bin jetzt also in der etwas merkwürdigen Situation, dass meine Frau mit dem i9000 Galaxy S und CM 10.1.2 aktueller ist als ich mit dem i9250 Galaxy Nexus ;). Ich überlege ernsthaft, ob ich ebenfalls auf CM umsteige.

26.06.2013

Cyanogenmod Update auf neue nightly Version beim LG P990

In den letzten Tagen hab ich mich mal wieder mit Android-Updates und CyanogenMod beschäftigt. Leider gibt es für mein Test- und Bastelgerät Optimus P990 noch keine stable-Variante der CM 10.1 (also Android 4.2.2), sondern nach wie vor nur die Nightly Versionen, also sozusagen Betatest-Releases.

Nichtsdestotrotz wollte ich ein Update durchführen und hoffe, dass die Patches und Bugfixes, die zum offiziellen "stable" 10.1 geführt haben, auch schon in die Nightlies für das P990 eingeflossen sind.

Wenn man CM und ein alternatives Recovery schon installiert hat, kann das Update sehr einfach sein ... leider ist es beim P990 nicht ganz so.

Der erste Schritt ist noch leicht: man lädt mit Hilfe des Update-Menüs einfach erstmal die neueste CM-Version herunter. Dieses Menü erreicht man über "Einstellungen" -> "Über das Telefon" -> "CyanogenMod-Updates".




Alternativ kann man natürlich auch am PC die ROM-Version für das P990 herunterladen und mit USB auf das Telefon befördern.

Ich habe hier den Modus auf "manuell" gestellt, weil ich nicht will, dass mein Testgerät dauernd im Netz nach neuen Versionen fragt, sondern nur, wenn ich es will. Beim P990 gibt es wie gesagt derzeit nur die Nightlies, deshalb muss der Typ der gewünschten Updates auf  "Inkl. Nightlies" eingestellt werden. Wenn man "stable" einstellt, findet die Update-Suche keine neuen Dateien.

Danach kann man die gewünschte Version durch Antippen des Download-Pfeils herunterladen. Je nach Internet-Bandbreite dauert das ein wenig, die Datei ist 155 MB groß.



Der nächste Schritt ist jetzt natürlich das Installieren des neuen Android-Images - und hier trennen sich die Wege. Wie man sieht, erscheint der Hinweis "erfordert ein kompatibles Recovery", und offensichtlich ist es bei P990 mit dem offiziellen CWM-Recovery trotzdem nicht kompatibel genug.

Wenn man diesen Weg wählt, gelangt man nicht ins Recovery zum Flashen des neuen Images, sondern es bootet der Emergency-Modus, den man nur durch Entfernen des Akkus verlassen kann.














Also nicht auf "Update" tippen, sondern "Abbrechen" und danach den manuellen Weg einschlagen: Ausschalten und beim erneuten Einschalten den Lautstärke-Runter-Knopf gedrückt halten, damit das Recovery aufgerufen wird. Das sieht dann erstmal so aus wie auf dem Foto hier rechts.




Der nächste Schritt ist dann, den Menüpunkt "choose zip from sdcard" auszuwählen und zum Verzeichnis /CMUpdater (oder /cmupdater, je nach Telefon) zu wechseln.


In diesem Verzeichnis wählt man die gewünschte Datei aus und bestätigt dann im nächsten Bild, indem man zu der Zeile mit dem "Yes" wechselt und dort bestätigt (wie üblich der Einschaltknopf im Recovery-Modus).



Danach fängt das Telefon an, sich selbst das neue ROM-Image einzuprogrammieren (zu "flashen"). Am Anfang dauert es recht lang, bis überhaupt etwas mit dem Fortschrittsbalken passiert, danach geht es recht zügig weiter. Insgesamt dauert dieser Vorgang 2-3 Minuten.





Wenn das beendet ist, kann man "Go back" anwählen und befindet sich wieder im Hauptmenü des Recovery-Modus. Den Erfolg der Aktion kann man im unteren Bildschirmteil weiterhin nachlesen.



Als nächstes wird einfach das Telefon neu gestartet mit dem Menüpunkt "Reboot system now". Der erste Neustart nach einer Installation dauert etwas länger als gewöhnlich, auch hier wieder 3-5 Minuten. Keine Panik.



Wenn das Logo von CM erscheint und sogar animiert ist, wird alles gut ;)



Danach werden die Apps erneut aus dem apk ausgepackt und für eine eventuell geänderte Java Runtime (Dalvik)  neu "optimiert".

Alles ist gut ;)


[Update 20140814: die Bilder waren plötzlich alle weg]

24.05.2013

Langsam wird's zur Gewohnheit ... Samsung i9000 mit CyanogenMod ROM 10.0

Nachdem das Aufspielen der CyanogenMod-ROMs beim Motorola Milestone2 und beim LG P990 erfolgreich waren (wenn auch mit Hürden und viel Schweiß), habe ich mir das Samsung Galaxy i9000 vorgenommen. Dieses Modell besaß ich bis letztes Jahr schon mal selbst und aus Ärger, dass es von Samsung keine offiziellen Updates über 2.3.3 hinaus gibt, hab ich es verkauft und mir vorgenommen, ab jetzt nur noch Nexus-Geräte mit direktem Update von Google anzuschaffen. Bis jetzt waren das ein Samsung Galaxy Nexus i9250 (mehr oder weniger baugleich mit dem S3) und ein Asus Nexus 7.

Es gibt zwar auch schon "nightly"-Versionen von Android 4.2.2 (also CM 10.1), aber ich wollte diesmal lieber eine "stable"-Version installieren, und da bleibt nur CM 10.0, d.h. Android 4.1.2. Wenn aber schon eine CM-Version installiert ist, kann der Update auf eine neuere CM-Version ziemlich schmerzfrei passieren. Hier ist die Übersichtsseite von Cyanogenmod zum i9000.

Wenn ich letztes Jahr gewusst hätte, wie problemlos das Updaten mit CyanogenMod funktioniert, wäre möglicherweise mein Galaxy Nexus i9250 als Ersatz für das i9000 nicht so schnell gekommen. Andererseits hat das i9000 ein paar Nachteile, dier mir häufig aufgestoßen sind: zum Einen hat es kein Fotolicht, im Gegensatz zu den anderen Smartphones, die wir angeschafft haben. Trotz alledem ist die Kameraqualität für 5 MP sehr hoch - meine Schwiegermutter war über die Fotos der Ergebnisse ihrer gärtnerischen Künste sehr angetan ;). Zum Anderen benötigt auch das GPS sehr lang, um einen Fix für genügend Satelliten zu finden (20 Sek. sind eher noch am unteren Ende der Skala), das ist schon sehr lästig, wenn man unterwegs ist und z.B. Foursquare oder Google Locations aufrufen will. Dieses Verhalten kann man schön beobachten, wenn man ein Tool wie "GPS Essentials" verwendet, das alle Sensoren des Handys schön aufbereitet anzeigen kann.

Auf der anderen Seite ist man natürlich bei CyanogenMod genauso darauf angewiesen, dass es einen "Maintainer" gibt, der genug Energie aufwendet, um CM an ein bestimmtes Handy-Modell anzupassen. Da es von den Herstellern unterschiedlichen Enthusiasmus gibt, was die Verfügbarmachung von proprietären Paketen angeht, kann es außerdem auch sein, dass bestimmte Features mit einem Custom-ROM nicht funktionieren, weil z.B. ein Firmware-Binary aus rechtlichen Gründen nicht vorhanden ist (Firmware für GPU, WLAN, UMTS, Kamera, Bluetooth, Audio usw.usf.). Beim i9000 scheint nach meinen Tests aber alles soweit zu funktionieren, also kann man sich ganz gelassen an's Flashen machen ;).

Im Gegensatz zu den Modellen von Motorola und LG verläuft das Aufspielen eines Custom-ROMs beim Samsung Galaxy *ganz* anders. Der prinzipielle Ablauf ist natürlich derselbe: man muss ein Custom Recovery installieren, das die Installation von unsignierten Paketen erlaubt, und dann mit Hilfe dieser Recoveryfunktion das gewünschte Custom-ROM installieren. Um nun ein Custom-Recovery installieren zu dürfen, benötigt man wiederum Root-Rechte.

Bei Samsung benötigt man dazu das Programm "Odin" und einen fertig gerooteten Kernel, möglichst dieselbe Version, die schon installiert ist (z.B. JP7 bei einem i9000 mit 2.2, das ist aber eher unkritisch). DIeser modifizierte Kernel wird als "PDA" mit Odin geflasht. Die Downloadlinks finden sich hier in dieser Anleitung. Das Flashen mit Odin erfordert den Emergency-Modus, d.h. Lautstärke-Taste runter, Home-Taste und Einschaltknopf drücken. Das Telefon zeigt dann "Download Mode" an und ein gelbes Warnschild. Erst jetzt das Kabel an den PC anschließen und warten, bis Odin das Telefon erkennt. Alle "zerstörerischen" Häkchen wie "Repartition" etc. abschalten, dann erst flashen. Danach wird neu gebootet und hoffentlich hat man nun ein Handy mit root-Zugang. In diesem Flash-Vorgang ist auch ein "su"-Programm und busybox als Allround-Utility mit enthalten.

Als Vorbereitung ist es ratsam, einen vollgeladenen Akku zu haben, bevor man loslegt ;).

Zu diesem Zeitpunkt sollte man auf die interne SD-Karte das gewünschte CM-ZIP und sinnvollerweise auch gleich die passenden Google-Apps überspielen - es gibt je nach Android-Version unterschiedliche Zusammenstellungen von Google-Apps, hier muss man aus einer Tabelle genau die richtige Version auswählen und downloaden.

Als Nächstes wird aus dem Play Store der "ROM Manager" installiert, der komfortabel ein Custom Recovery installieren kann, sofern man ihm Root-Rechte zubilligt. Hier muss man schnell reagieren: das Popup mit der Frage, ob man Root-Rechte gewähren will, bleibt nur ein paar Sekunden sichtbar, danach meldet der ROM Manager "failed".

In einer Anleitung habe ich gefunden, dass man bestimmte Konfigurationsdateien (das gesamte Directory /efs mitsamt der Permissions) sichern sollte, in denen die IMEI-Nummer des Handys gespeichert ist, weil beim Flashen gelegentlich da was kaputtgehen kann. Ich war mutig, und es ist nichts passiert. Das muss aber nichts heißen. Eigentlich sollte man solche Warnungen beherzigen. Diese Sicherung kann man entweder über eine Kommandozeile durchführen (man muss eine App wie z.B. "Android Terminal Emulator" installieren und dort Befehle eintippen) oder man verwendet ein Hilfswerkzeug wie GScripts oder "EFS Backup".

Wenn das Custom Recovery erfolgreich geflasht ist, startet man das Handy neu und drückt dabei beim Einschalten die Knöpfe für Recovery (Lautstärke hoch und Home-Taste). Die Power-Taste sollte man dabei rechtzeitig loslassen, weil dies die Enter-Taste im Recovery-Modus ist. Wenn man zu spät loslässt (also während das Recovery schon angezeigt wird), löst man üblicherweise den Reboot aus und muss nochmal von vorne anfangen ;)

Irritierenderweise landet man beim ersten und zweiten Versuch nicht im Custom Recovery, sondern im Samsung-"2e"-Recovery. Man muss hier noch den Menüpunkt "install update.zip" auswählen, und dann startet erst das Custom Recovery. Bei meinen Recherchen mit Google bin ich auch darauf gestoßen, dass es einen noch stärker gesperrten "3e"-Recovery gibt; wenn man dieses Pech hat, muss man tatsächlich das Handy erst downgraden auf eine ältere Version, die den "2e"-Recovery enthält!

Nun also im "richtigen" Recovery-Modus angelangt, kann man "wipe data", "wipe cache" und "advanced -> wipe dalvik cache" ausführen. ACHTUNG: dies löscht alle Daten und Einstellungen des Handys (die CM-ZIP und die externe SD-Karte werden nicht gelöscht).

Danach ruft man "choose zip to install" auf, wählt beim ersten Mal die CM-ZIP aus und lässt das Handy ungefähr drei bis fünf Minuten lang vor sich hin flashen.

Im nächsten Schritt wird derselbe Menüpunkt nochmal aufgerufen, um die GApps-ZIP zu installieren.

Wenn eine Fehlermeldung angezeigt wird, sollte zunächst das Flashen erneut probiert werden. Wenn das nicht klappt, die CM-ZIP überprüfen, ggfs. neu downloaden und neu auf das Handy überspielen (z.B. mit "adb push" oder Neubooten ins alte Samsung-Android).

Bei meinem ersten Versuch brach das Flashen der CM-ZIP sofort ab. Ich habe dann nochmals das Android 2.2 gestartet (lief noch), die ZIP-Datei neu auf's Handy überspielt und beim zweiten Versuch hat es problemlos geklappt.



So müsste das dann aussehen, abgesehen davon, dass dies ein altes Bild vom LG P990 ist ;)
















Keine Panik, der erste Boot dauert extrem lang (ca. 10 min.), danach werden "Apps optimiert", d.h. aus den gepackten APK-Dateien werden zu Caching-Zwecken bestimmte Dateien ausgepackt und in den JRE-Cache gelegt (dex/odex).

Nach der üblichen Anmeldung bei Google und der Einrichtung des Handys sollte man sicherheitshalber noch ein- bis zweimal komplett booten, um sicher zu gehen, dass alles einwandfrei funktioniert.

Genau wie beim Motorola bin ich auf's Angenehmste überrascht von der gefühlten Geschwindigkeit des i9000 mit CM. Immerhin ist es ein Single-Core mit 1 GHz und einer nach heutigen Maßstäben eher schwachen GPU. Mit CM ist es durchaus noch konkurrenzfähig. Die Speicherausstattung ist natürlich nicht besonders toll (512 MB RAM), aber man kann damit gut leben.