24.03.2026

Smallville - der junge Clark Kent - Serienkritik

Mit der "Joyn"-App ist es möglich, Filme und Serien aus der Mediathek der Pro7-Sat1-Gruppe zu schauen. Leider sind die Filme dort üblicherweise nur in deutsch und meistens auch ohne Untertitel verfügbar. Das schmerzt mich als Fan der Originalsprache schon sehr, aber als ich diesen Blogartikel begann, gab es in Deutschland nur diese eine Möglichkeit, als Liebhaber von Comicverfilmungen den jungen Clark Kent als Teenager von ca. 15-17 Jahren zu sehen. Also schaute ich zähneknirschend in deutsch ohne Untertitel bis irgendwo in der siebten Staffel, und das zog sich hin, weil es auf Deutsch eben weniger Spaß macht. Mittlerweile gibt es "Smallville" auch bei Netflix, und das macht nun in Englisch schon deutlich mehr Spaß, zumal die späteren Staffeln auch deutlich besser für meinen Geschmack sind, aber dazu gleich noch mehr. Dieser Artikel enthält jede Menge Spoiler - wer also gern beim Schauen überrascht wird, sollte nicht weiterlesen. Andererseits ist die Serie schon 25 Jahre alt, ich nehme keine Rücksichten :-)

Es gibt mehrere "Superman"-Verfilmungen mit realen Schauspielern im Kino- und Serienformat. Nach den Filmen mit Christopher Reeve gab es in den 90er Jahren eine Serie "Lois und Clark" mit Dean Cain und Teri Hatcher, die leider nur vier Staffeln hatte, mehrere offenenHandlungsstränge hinterließ (Cliffhanger mit Findelbaby), und die sich mehr auf die Beziehung zwischen Lois und Clark fokussiert hat als auf Superkräfte. Der letzte Ableger "Superman und Lois" aus dem "Arrowverse" hat ebenfalls nur vier Staffeln bekommen und beleuchtet das Leben von Superman, Lois und ihren zwei Söhnen in Smallville, die unterschiedliche Kräfte entwickeln. Die Schauspieler kennt man aus der "Supergirl"-Serie, allerdings gab der Showrunner später bekannt, dass die Handlung nach der "Crisis" nicht auf "Earth Prime" spielt, sondern auf einer Parallelerde.

Durch eine kurze Szene im eben schon kurz erwähnten "Arrowverse"-Crossover "Crisis on infinite earths" wird die Smallville-Serie genau wie "Lucifer" ins "Arrowverse" geholt, als der Lex Luthor von Supergirls (ehemaliger) Erde-38 mit Hilfe des Buchs des Schicksals alle Superman-Inkarnationen im gesamten Multiversum töten will. Der erwachsene Superman von "Smallville" (Erde-167 im Multiversum) hat seine Kräfte aufgegeben, bewirtschaftet wieder die Farm in Smallville, und er hat keine Probleme, das grüne Kryptonit zu berühren, mit dem Luthor ihn bedroht. Zwischenzeitlich ist der "örtliche" Lex Luthor sogar Präsident geworden, was er früh in der Serie tatsächlich schon als Wunsch geäußert hatte. Dieses Detail bei der Einordnung ins Arrowverse kam bei vielen Fans nicht gut an, weil sich "Smallville" 10 Staffeln lang darauf konzentriert hat, wie sich Clark mit Hilfe einer Jor-El-KI in der Festung der Einsamkeit sowie vieler Freunde und Feinde auf seine spätere Rolle als Superman vorbereitet. Da ich hier schon vorgreife und die Präsidentenwahl erwähne: der gewählte Lex ist ein aus "Ersatzteilen" von vielen Klonen zusammengesetzter Körper - dieser Handlungsstrang in den letzten Staffeln ist etwas abstrus geworden. Weiter unten noch etwas mehr dazu.

Die einzige Serie aus dem DC-Universum, die sich nicht in das Arrowverse einpasst, ist somit "Gotham" mit dem jungen Bruce Wayne, der noch nicht Batman ist und die sich auf Jim Gordon als Hauptprotagonist fokussiert, wobei auch hier schon sehr viele Anspielungen auf DC-Charaktere zu bemerken sind, wie z.B. Selina Kyle als Catwoman, Pamela Isley als Poison Ivy oder der Pinguin.

Natürlich ist es schwieriger, Superkräfte in der Tricktechnik darzustellen als die technischen Gadgets von z.B. Batman, der schon in den 40er und 60er Jahren real verfilmt wurde. "Smallville" löst das Problem eigentlich ganz gut. Ähnlich wie in den frühen Comics hat Clark Kent noch nicht alle seine Superkräfte vollständig entwickelt, z.B. kann er (noch) nicht fliegen. Er läuft enorm schnell und ist sehr stark (aber nicht so schnell wie der "Flash" Bart Allen), und im Verlauf der Serie entwickeln sich erst sein Hitzeblick, Röntgenblick und das Supergehör sowie die Unverletzbarkeit. In den ersten paar Folgen fängt er sich noch blaue Flecken und leichte Verletzungen ein, später kann er Hieb-, Stich- und Schusswaffen problemlos ignorieren und sogar als Schutzschild andere Personen vor Kugeln, Beilen und Bussen retten. Interessanterweise kann aber seine Cousine Kara, die in der 7. Staffel als Charakter dazu stößt,  problemlos fliegen und fragt ihn verwundert, warum er die Gravitation nicht überwinden kann. In den letzten beiden Folgen bestätigt ihm die Jor-El-KI, dass er nun "bereit" sei und keine Hilfe mehr benötige. Er schaltet die KI ab und kann dann tatsächlich fliegen - was wesentlich für den Abschluss der Serie und den Endgegner ist.

Für einen erwachsenen Zuschauer sind das Highschool-Drama und die nie stattfindenden Liebesbeziehungen stark überbetont und nervig. Innerhalb der ersten vier Staffeln gibt es einige Techtelmechtel mit Lana Lang, aber daraus entwickelt sich erst spät eine Beziehung, bevor die Schauspielerin Kristin Kreuk mit Superkräften, aber kryptonitverseucht aus der Serie ausscheidet. Genau nervig ist die Notwendigkeit, Clark trotzdem verletzlich darzustellen, damit es nicht zu leicht wirkt, den Gegner der Woche zu besiegen.

Auch in der College-Zeit nach der Highschool gibt es immer noch Liebesdrama, weil Lana Lang (natürlich) Clark vorwirft, dass er weiterhin Geheimnisse vor ihr hat. Das Liebesdrama verlässt die Highschool, wird aber nicht besser, als Lana sich aufgrund der Geheimnistuerei von Clark trennt und sich Lex zuwendet. Sie wird scheinbar schwanger und heiratet ihn sogar in der sechsten Staffel. Um den Status Quo (das übliche Serienproblem) beizubehalten, erlebt sie eine Fehlgeburt und verliert Lex' Baby. Die Schwangerschaft war aber nur vorgetäuscht, indem Lex ihr heimlich Hormonmedikamente gab. Das führt erneut zu Liebesdrama, Lana wendet sich wieder Clark zu und sie werden für einige Zeit ein Paar. Nach einem Experiment entwickelt sie Superkräfte und kann Kryptonit entschärfen, wird dabei aber selbst "strahlend" und trennt sich deshalb endgültig von Clark. Später kommt es dann gemäß dem Superman-Kanon zur Partnerschaft und Liebelei mit Lois Lane. Sie erfährt spät in der 9. Staffel von seinen Kräften, wobei Clark zunächst nicht weiß, dass sie es weiß.

Das Highschooldrama endet zwangsläufig nach 4 Jahren - das ist die übliche Zeitdauer für den amerikanischen Schulbesuch zur Hochschulreife (bzw. College) nach der Mittelschule. Ab der 5. Staffel finden sich die Charaktere an diversen Universitäten wieder und es gibt immer noch kein Ende des Hin und Her zwischen Clark und Lana. Sie werden zwar kurz ein Paar, aber da Clark ihr seine Superkräfte nicht enthüllen will, trennt sie sich wieder von ihm. Unterhaltsam sind die verbalen Streitereien zwischen Lois und Clark, die sich in dieser Serie gar nicht grün sind (Anspielung auf Kryptonit, haha). Trotzdem gibt Lois einige Anmerkungen von sich, die man auf ihr - vermutlich - späteres gemeinsames Leben beziehen kann. Leider gibt der Schnipsel aus der "Crisis" des Arrowverse hier keine Hinweise - Clark tritt als Besitzer der Farm allein ohne Partnerin auf - was auch verwirrend ist, weil ihm Mutter Martha die Farm überschrieb und der Verkauf beschlossene Sache ist, um nach Metropolis zu ziehen.

Das nächste Liebesdrama spielt sich zwischen Chloe und Jimmy Olsen ab, als Chloe befürchtet, durch ihre Meteoriteninfektion in Lebensgefahr zu sein, wenn sie ihre Kräfte einsetzt, und diesen Fakt nicht mit Jimmy besprechen will. Dieses Drama endet mit der gleichen Staffel, als Olsen getötet wird. Im Finale tritt der Schauspieler als Bruder nochmals auf, so dass es nach wie vor einen Fotografen "Olsen" beim Daily Planet gibt.

Die Serie führt viele bekannte Charaktere ein und erfindet auch einige neue, die es in den Comics in diesen Rollen so nicht gibt, z.B. Lois Lanes Cousine "Chloe Sullivan" oder Lex Luthors Vater "Lionel Luthor". Der Charakter von Lex Luthor ist ambivalent, aber zunächst durchaus positiv eingestellt, was Clark allerdings nicht immer so wahrnimmt. Er wird von Clark nach einem Autounfall gerettet und versucht danach mehrere Staffeln lang, exakt den Hergang seiner Rettung zu rekonstruieren, was dann für diverse Streits und Zerwürfnisse sorgt, weil Clark sich bespitzelt fühlt. Andererseits haben sowohl Clark als auch Lex Geheimnisse, die sie sich gegenseitig verschweigen. Chloe ist verliebt in Clark, was ihm auch bewusst ist, aber sie respektiert seine Gefühle für Lana. Im Verlauf der Serie entwickelt sich Lex immer skrupelloser und ordnet Experimente mit Meteoritengestein an Menschen an, um Supersoldaten zu entwickeln. Es gibt mehrere Episoden in Parallelwelten, und nachdem Lionel von Lex getötet wird, taucht der Lionel aus einer dieser Parallelwelten auf. Der Charakter Lex Luthor scheidet nach sieben Staffeln aus: Green Arrow sorgt für eine Explosion im LKW mit dem rollenden Krankenzimmer des schwer verletzten Lex, was Clark erst wesentlich später erfährt und zu einem (kurzen) Zerwürfnis mit Oliver führt. Im Finale gibt es ein kurzes Gastspiel, allerdings (wie oben schon erwähnt) ist dies ein aus Einzelteilen von vielen Klonen zusammengesetzter "neuer" Körper, der zunächst alle Erinnerungen des ursprünglichen Lex besitzt (wie?), die ihm dann allerdings durch eine Droge genommen werden, so dass er die geheime Identität von Clark Kent nicht mehr kennt.

Der rote Faden durch die Serie "Smallville" ist der Meteoritenschauer aus Kryptonit, der nach Kryptons Zerstörung im Großraum von Smallville niedergeht und kleinteilige Überreste wie Sand am Meer hinterlässt, die Jahre später noch von jedermann gesammelt und eingesetzt werden. Da grünes Kryptonit Clark enorm schwächt und sogar tödlich sein kann, wird in nahezu jeder Folge dieses Kryptonit eingesetzt, um auf diese Weise für Drama zu sorgen. Es gibt sogar grünes Kryptonit in Getränken, als Injektion, als Inhalation, als Bad, sogar als Autotreibstoff. Kryptonit tritt auch in anderen Farben und damit verbunden anderen Eigenschaften auf. Es gibt rotes Kryptonit als Schmuckstein, das in Clark negative Charaktereigenschaften wie Neid, Gier und Egoismus verstärkt, blaues Kryptonit, das ihm temporär seine Kräfte nimmt, und diverse andere Farben. Mit einem schwarzen Kristall kann Martha Kent dem gehirngewaschenen Kal-El sein Gedächtnis und seine Persönlichkeit wiedergeben. Der Endgegner Darkseid will Clark im Finale der letzten, zehnten Staffel mit goldenem Kryptonit dauerhaft seine Kräfte nehmen, da Superman der einzige Gegner ist, den er wirklich fürchtet.

Interessant ist, dass keinerlei Gesundheitsorganisation sich zuständig fühlt, dieses merkwürdige außerirdische Gestein zu untersuchen und vielleicht sogar Quarantäne oder Evakuierung durchführen, wenn es doch so starke Auswirkungen auf Menschen hat. In einer Folge atmet Martha giftige grüne Gase ein, als sie im Kellerversteck des Miniraumschiffs etwas vergräbt, und die Seuchenschutzbehörde taucht auf. Allerdings hat dies auch keine längerfristigen Konsequenzen über diese Episode hinaus.

Im Verlauf der Serie stellt sich heraus, dass die Kryptonier schon lange über die Zerstörung ihres Heimatplaneten wussten und Vorbereitungen trafen, indem sie im Verlauf mehrerer Hundert Jahre eine Höhle auf dem damaligen Indianergebiet mit Informations- und Transporttechnologie ausstatteten, die durch einen "Schlüssel" aktiviert werden. Kara und Lara El besuchen sogar die Erde in Person und schauen sich im Haus der Kents um, hinterlassen sogar ein verstecktes Polaroid. Dramaturgisch geht der "Schlüssel" in Form eines Metallplättchens durch mehrere Hände, u.a. beide Luthors, und auch Jonathan Kent verschweigt Clark zunächst, dass dieser Schlüssel existiert. Im Verlauf scheint es so zu sein, dass mehrere dieser Schlüssel existieren, mit denen Aufzeichnungen, Hologramme etc. aktiviert werden können. Später entsteht aus diesem Schlüssel die "Festung der Einsamkeit" (fortress of solitude) in der Arktis mit vielen Informationskristallen, aus denen Clark gemäß Jor-Els Absichten über Krypton lernen soll. Mit einem bestimmten dieser Kristalle konnte Jor-El (oder eine KI mit seinem Wissen) sogar einmalig die Zeit um 24 Stunden zurückdrehen, um den Tod von Lana Lang ungeschehen zu machen - was allerdings zum Herztod von Jonathan Kent führt.

Viele Episoden handeln davon, dass sich Menschen durch den Meteoritenschauer und die Einwirkung oder sogar bewusste Einnahme oder Anwendung von Kryptonit verändert haben und selbst Fähigkeiten wie Telekinese, Teleportation, Hypnose, Liebeszauber usw. entwickeln. Lionel Luthor engagiert in einer Folge einen Mörder, der dem T-1000 aus "Terminator 2" nachempfunden ist und seinen Körper aus metamorphem Metall zu einer Waffe machen kann. Viele dieser Veränderungen führen dazu, dass diese "Metas" (um einen Begriff aus dem "Arrowverse" zu verwenden) ihre Fähigkeiten für Verbrechen oder zum Eigennutz einsetzen. Vermutlich aus dramaturgischen Gründen teilen die Hauptpersonen der Handlung ihr jeweiliges Wissen nicht mit den anderen Beteiligten, so dass kritische Situationen oft sehr künstlich wirken und zu offensichtlich hätten vermieden werden können.

Was mich immer wieder unglaublich stört und auch schon im Artikel über das Arrowverse kritisiert habe, ist das dramaturgisch meistens gar nicht notwendige endlose Erklären von Situationen - der Bösewicht verschwendet Zeit zum Erklären oder der/die "Gute" verschwendet Zeit zum Zuhören und Diskutieren, statt einen Überraschungsangriff zu starten. In den allermeisten Fällen könnte Clark aus der Entfernung mit Hitzeblick oder Supergeschwindigkeit seinen Gegner außer Gefecht setzen oder dessen Waffe zerstören. Stattdessen wird wertvolle Zeit verschenkt, in der der Gegner den Angriff vorbereitet.

Die "Todesquote" in Smallville ist für eine Teenage-Drama-Serie ganz schön hoch. Viele der Charaktere, die auf die eine oder andere Weise etwas über Clarks geheime Superkräfte erfahren, sterben oder fallen ins Koma. Besonders bitter ist der Tod der Teleporterin Alicia Baker, einer "love interest", die von einem wahnhaften Fanatiker als "Freak" "bestraft" und hinterrücks ermordet wird, kurz nachdem sie in Las Vegas eine (ungültige) Trauung vollzogen haben (Clark ist zu der Zeit noch minderjährig und hatte keine Vollmacht seiner Eltern für eine Hochzeit). Aber auch B-Helden sterben - Hawkman sieht seinem Tod nach einem verlorenen Kampf gelassen entgegen, weil er der Wiedergeburt und -vereinigung mit seiner Frau entgegen sieht.

Auf der positiven Seite ist anzumerken, dass hier nach und nach über die zehn Staffeln ein Großteil des DC-Spektrums an Charakteren eingeführt wird, und nicht nur aus den Superman-Comics, sondern auch aus der gesamten Justice League of America, von der Suicide Squad unter Amanda Waller, und sogar aus der "Justice Society of America" aus den goldenen 40ern: Lana Lang, Lois Lane, Lex Luthor, Supergirl, Black Canary, Pete Ross, Victor Stone (Cyborg), Darkseid, Doomsday, Brainiac als Mitglied der "Legion" aus der Zukunft, Green Arrow, Aquaman und Mera, der Marsianer John Jones ("Martian Manhunter"), Bart Allen (in "Smallville" allerdings zunächst nicht als "Impulse", Sohn von Barry Allen, sondern ein Dieb ohne Hintergrundgeschichte - bis auf die Erwähnung des Blitzeinschlags), Dr. Fate, Hawkman, Starman (der von Icicles Sohn ermordet wird), Stargirl, der Hybrid Conner Kent (mit DNA von Lex und Clark) und diverse B-Charaktere wie Tess Mercer oder Desaad. Dabei ist die Bezeichnung "B-Charakter" für Tess Mercer tiefgestapelt: sie entpuppt sich in der finalen Staffel als Lex' Halbschwester Lutessa Lena Luthor, der von Granny Goodness auf Anordnung von Lionel Luthor als junges Mädchen das Gedächtnis genommen wurde. Auf ihrer echten Geburtsurkunde lautet der Name der Mutter "Pamela Jenkins", dem früheren Kindermädchen von Lex. Weitere Anspielungen sind der Flügelhelm des originalen Flash sowie die Laterne und der Ring eines Green Lantern, der Zeit nach zu urteilen der erste, Alan Scott.

Beim ersten Auftreten von Aquaman erwähnt dieser einen menschlichen Vater und eine Mutter, die schon lang verstorben ist. Erst durch die Begegnung mit Green Arrow ändert Bart sein Verhalten und nennt sich "Impulse". Hawkgirl ist schon vor längerer Zeit verstorben und Lois Lane erfährt in einem Gespräch mit Carter Hall von einem Tausend Jahre alten Fluch, der die beiden Liebenden immer wieder zusammen finden lässt, um sie dann sterben zu lassen. Allerdings gibt es hier keinen bösen Magier Vandal Savage wie im Arrowverse, der beider Tod benötigt, um Lebenskraft für sich selbst zu sammeln.

Spannend ist, dass der Green Arrow in dieser Serie ebenfalls beide Elternteile verloren hat, sich nach diversen Highschool- und Uni-Eskapaden "gebessert" hat und nun wie ein moderner Robin Hood von den Reichen stiehlt und den Armen spendet. Er versammelt Impulse, Cyborg und Aquaman in der zukünftigen "Justice League of America" und nimmt Clark das Versprechen ab, dort ebenfalls mitzuwirken, nachdem Clark sein Problem mit Lex und dessen Versuch gelöst hat, "Meteoriten-Freaks" als Waffe umzufunktionieren.

Spät in der Serie stellt sich heraus, dass Lionel Luthor mit den Queens, Swanns und Teagues eine Geheimgesellschaft "Veritas" gegründet hat, die Einzelteile einer Maschine besitzen, um "den Reisenden" zu kontrollieren - allerdings wissen sie nicht, wer der Reisende ist: Clark. Lionel will diese Maschine allein besitzen und lässt alle anderen Mitglieder der Gesellschaft ermorden, eben auch die Eltern von Oliver Queen. Im Showdown der siebten Staffel erfährt Lex, wer Clark ist. Durch die Zerstörung der Festung der Einsamkeit wird er schwer verletzt und taucht in der nächsten Staffel nur für einige kurze Gastauftritte als Charakter auf, aber nicht mehr gespielt von Michael Rosenbaum.

Es gab damals keine Lizenzrechte an Batman, den sich DC für die große Kinoleinwand aufheben wollte, nur gelegentlich eine Erwähnung von Gotham. Überraschend war es dann im "Arrowverse" möglich, einen gealterten Batman (ohne Kostüm) auf einer Parallelerde auftreten zu lassen, der zunächst Supergirl gegenüber sehr feindlich eingestellt war und sie sogar mit Kryptonit angriff. Gespielt wurde dieser Bruce Wayne vom Synchronsprecher Batmans in diversen Animationsserien, Kevin Conroy. In der "Batwoman"-Serie ebenso wie in "Arrow" wird erwähnt, dass Batman vor einigen Jahren spurlos verschwand. Hier wäre beide Male Potential für eine Fortführung gewesen, zumindest einige Episoden lang für die Suche nach ihm. Genau wie die Erwähnung von Harley Quinn in der 2. Staffel von Arrow wurde hier eine Andeutung gemacht, daraus eine eigene Serie zu etablieren oder wenigstens als Handlungsstrang innerhalb einer der Serien auf den Bildschirm zu bringen. Es gibt also recht wenig aus dem DC-Universum, was nicht in "Smallville" zu finden ist: neben dem prominenten Batman auch Wonder Woman Diana Prince, und die "Green Lantern" gibt es hier auch nur als Reminiszenz im Museum der JSA. Immerhin erwähnt Lois' Cousine Chloe, dass sie auf ihren Unternehmungen und Reisen einen Milliardär mit vielen "tech gadgets" und eine "wondrous woman" kennengelernt habe.

Diverse Logik- und Continuity-Fehler stören immer mal wieder das durchwachsene Bild dieser Serie. Supergirl nimmt eine Auszeit von etwas mehr als einer Staffel, um "Kandor" zu suchen. Gemäß Superman-Kanon ist dies eine miniaturisierte Stadt in einer Flasche, in der Kryptonier keine Superkräfte haben. In "Smallville" ist Kandor eine Stadt auf Krypton, die in einem Krieg 20 Jahre vor Kryptons Explosion zerstört wurde. Bei ihrer Rückkehr berichtet Kara aber, dass sie lange nach ihrer Mutter (nicht nach Kandor!) gesucht, sie aber nicht gefunden habe. Bei einer Unterhaltung mit Clark sieht man deutlich, dass sie gepiercte Ohrringe trägt. Bei der Zerstörung der Festung in der Arktis verliert Clark seine Kräfte, aber man erfährt nicht konkret, wie das geschah und warum er dann in einem russischen Arbeitslager auftaucht, wo ihn Green Arrow freikauft. Warum Zod eine Maschine bauen will, die aus der gelben Sonne eine rote machen soll, ist vollkommen unklar - die Kryptonier würden ihre Kräfte verlieren. Fans spekulieren, dass die Klone eine rote Sonne brauchen, keine gelbe. Clark bekommt seine Kräfte zurück, indem der Martian Manhunter ihn näher zur gelben Sonne bringt, was seinerseits ihn seine Kräfte kostet (die er später auf "magische" Weise ebenfalls wieder zurück erhält).

Insgesamt bleibt als Fazit: es gibt an vielen Stellen ein "deus ex machina", also ein Gerät, das spontan auftaucht und genau dieses eine Problem löst, an dem die Helden gerade knabbern, oder ein vorhandenes Gadget entwickelt plötzlich eine zum Problem passende neue Fähigkeit.

Ich bin nebenbei ein großer Freund von Gastauftritten von Schauspielern, die man aus anderen Serien kennt. Das i-Tüpfelchen ist natürlich, wenn es "verwandte" Serien von Marvel oder DC sind.

Hier findet sich ganz prominent Christopher Reeve, der erste Superman-Darsteller, in zwei Episoden als Wissenschaftler Virgil Swann im Rollstuhl ein und bekommt sogar einen eigenen Abspann "in loving memory" nach seinem Tod 2004. Ein paar Folgen später stirbt auch der Charakter in der Serie und bekommt eine Nachrichtenmeldung im TV als Milliardär und großer Wohltäter der Menschheit. Seine Filmtochter Patricia Swann spielt in zwei Episoden mit und wird überraschend von ihrem Chauffeur verraten und umgebracht, um ein wichtiges Artefakt zu stehlen, das den "Reisenden" kontrollieren kann.

Annette O'Toole war die Darstellerin von Lana Lang neben Christopher Reeve in Teil III und spielt hier die Mutter Martha Kent. Nach dem Tod des Adoptivvaters Jonathan übernimmt sie seine politische Karriere, verschwindet bis auf kurze Gastauftritte, z.B. als "Red Queen", nach Washington aus der Serie und bandelt mit Perry White an, der hier noch nicht für den "Daily Planet" arbeitet.

Auch der Darsteller von Zod aus den ersten beiden Kinofilmen, Terence Stamp, ist Teil der Smallville-Serie: zunächst nur als Stimme, später auch in Person von Jor-El, Clarks Vater.  Der Charakter Zod aus Staffel 9 ist zunächst Major und befördert sich auf der Erde selbst zum General. Das Original kommt auf Krypton in einem Krieg um; durch eine von Jor-El entwickelte Maschine entstehen auf der Erde Klone seiner Kampftruppe, die zunächst trotz gelber Sonne keine Superkräfte haben. Erst durch Spuren von Clarks bzw. danach Zods Blut entwickeln sie Kräfte. Clark versucht, sie ohne Kräfte in die Welt der Menschen zu integrieren, aber Zod will mit Superkräften über die Erde herrschen. Dabei will er durch eine Maschine aus der gelben Sonne eine rote machen - was unlogisch ist, weil Kryptonier unter einer roten Sonne keine Superkräfte besitzen und sie Kräfte durch Kontakt mit kryptonischem Blut erhalten können.

In Staffel 4 tritt "Dean Winchester"-Darsteller Jensen Ackles als Football-Coach und heimtückischer Freund (mit Hintergedanken) von Lana Lang auf, bevor er seine Rolle in "Supernatural" bekam. Er versucht, Lana um magische Artefakte zu betrügen und kommt in der finalen Episode der 4. Staffel ums Leben; sein Tod wird aber nicht explizit gezeigt, um eine eventuelle Rückkehr offen zu lassen.

Cobie Smulders ("Avengers") und Diego Klattenhoff ("Blacklist") sind weitere bekannte Namen mit kurzen Gastauftritten - hier spielen sie die böse Rolle der Woche, bevor sie verhaftet werden.

Laura Vandervoort ("Bitten") spielt die "Supergirl"-Cousine Kara Zor-El.

Amy Adams (Lois Lane in "Justice League") spielt eine Meta mit viel Hunger. 

Teri Hatcher hat als an Krebs verstorbene Mutter Ella Lane eine Videobotschaft für Lois.

Helen Slater (Supergirl 1984) spielt Lara-El, Frau von Jor-El.

Carrie Fisher (Star Wars, When Harry met Sally) hat in einer Episode einen Gastauftritt als eklige, strenge Chefredakteurin des "Daily Planet". Der Chefredakteur Perry White aus den Comics tritt zwar als unsympathischer Charakter schon früh auf, ist aber noch nicht in dieser Rolle angekommen. In derselben Folge wie Prinzessin Leia treffen wir zum ersten Mal auf "Brainiac", gespielt von James Marsters (Buffy, Angel, Torchwood). In späteren Staffeln spielt er dann einen geläuterten und umprogrammierten Brainiac 5 von der Legion aus dem 31. Jahrhundert.

Jane Seymour (Bondgirl mit Tarotkarten) spielt die böse Geneviève Teague (Mutter von Jason Teague, Jensen Ackles), die in der finalen Folge der 4. Staffel in Notwehr von Lana getötet wird. 

Um beim Thema "Gastauftritte" abzuschweifen: in der "Supergirl"-Serie des "Arrowverse" finden sich sowohl Helen Slater (Supergirl 1984), Dean Cain (Superman 1993) als auch Teri Hatcher (Lois Lane 1993) als Elternteile der Hauptcharaktere Kara bzw. Mon-El wieder.

04.12.2025

Das Chaos in der Ampel liegt nur an der FDP - Leserbrief nicht gesendet

[veröffentlicht am xx.03.2024]

Hr. Sattler hat wieder zugeschlagen und biegt sich die Realität zurecht, wie es ihm gefällt. Ich bezweifle zwar, dass er die Kritik und Faktenkorrektur an seinen Glossen zur Kenntnis nimmt, aber ich würde schon gern mal eine Reaktion darauf von ihm bekommen.

Entgegen seiner Einschätzung liegt das Chaos in der Ampelregierung allein bei der FDP, die schon mehrfach in Person sämtlicher Bundesminister den Koalitionsvertrag gebrochen hat und ebenso mehrfach extrem kurzfristig von gegebenen Zusagen und Kompromissen wieder abgerückt ist.

Das Verhalten der FDP ist kein “Aufmucken” gegen die größeren Regierungsparteien, sondern völlig lobbygesteuertes, rücksichtsloses Stören der Regierungsarbeit in der Koalition. Ich bedaure seit langem, dass sich die beiden anderen Partner das bieten lassen.

Ein paar Beispiele für die unfähige und unzuverlässige Arbeit der FDP in der Regierung:

Die FDP blockiert kurzfristig das bereits in den Ausschüssen verabschiedete Gebäude-Energie-Gesetz, das 2019 von Altmaier und Seehofer entworfen wurde, und verwässert es bis zur Unkenntlichkeit. Urheber: eine Krawallkampagne der “Bild”-Zeitung (“Heiz-Hammer”) mit deren 48%-Besitzer KKR. Sogar das Vorziehen von 2026 auf 2025 wegen einer EU-Vorgabe wird scharf angegriffen.

Die FDP verzögert das bereits beschlossene Verbrenner-Aus und erzwingt eine utopische Regelung für nach 2035 neu zugelassene Verbrenner-PKW, die nur mit Treibstoff aus erneuerbaren Energien betrieben werden können dürfen (z.B. E-Fuels, Biogas).

Wissing kürzt Forschungsgelder in der Stromspeicher-Forschung um 75 %. Kürzung bei der Wasserstoff-Forschung: Null. Stattdessen: ein Abteilungsleiter, der für das Thema Wasserstoff zuständig ist, soll befreundet sein mit einer Führungskraft des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbands (DWV) sowie einem bayerischen Unternehmer. Der Verband sowie mehrere Gesellschaften des Unternehmers sollen knapp 28 Millionen Euro aus einem nationalen Innovationsprogramm für Wasserstofftechnologie erhalten haben.

Wissing verfehlt seit Jahren krachend die CO2-Einsparziele im Verkehrssektor, und statt z.B. ein Tempolimit einzuführen oder auf 1300 km Straßenneubau zu verzichten, werden aus den “Sektorzielen” wieder globale Einsparziele gemacht, von denen er ohne eigenen Beitrag profitieren kann.

Buschmann hat in der EU das Lieferkettengesetz mit verhandelt - nun plötzlich will er davon nichts mehr wissen und lässt es durch deutsche Enthaltung bei der Abstimmung scheitern. Die FDP stellt somit die Wirtschaft über die Menschenrechte (Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Mindestlohn usw.). Die traurige Ironie dabei ist: Deutschland hat bereits ein strenges Lieferkettengesetz. Eine EU-weite Regelung würde sogar zum Abbau von Wettbewerbsnachteilen für die deutsche Wirtschaft führen, entgegen den Behauptungen der FDP.

Deutschland boykottiert im Herbst 2023 schärfere PKW-Abgasregelungen (Euro 7), obwohl schon seit Juli eine viel strengere Regelung in China gilt und der Absatz deutscher PKW dort von über 40 % auf knapp 5 % eingebrochen ist.

Der Verband der Deutschen Automobilindustrie VDA ist für den Vorschlag der EU für die neuen CO2-Grenzwerte bei LKWs und Bussen. Die FDP ist dagegen und Wissing blockiert. Dann erzwingt er eine Ausnahme und mit dem magischen Wort “Technologieoffenheit” sind plötzlich Verbrenner-LKWs erlaubt, die “nur mit E-Fuels” betrieben werden können.

Buschmann boykottiert das EU-Sexualstrafrecht (“nur ja heißt ja”), obwohl das deutsche Äquivalent 2015 einstimmig zusammen mit der Opposition (“nein heißt nein”) im Parlament angenommen wurde.

Diese Art von Zurückrudern und Abändern im letzten Moment wird in Brüssel mittlerweile als “German Vote” bezeichnet. Deutschland wird nicht mehr als verlässlicher Mitgliedsstaat angesehen!

Nur mal als Gegenbeispiele, dass die Ampel funktioniert, ein paar aktuelle Schlagzeilen:

  • VW überholt Tesla als größter Hersteller von E-Autos (manager magazin 17.01.24)
  • Dax über 17.000 Punkte (Handelsblatt 07.02.24)
  • Inflation sinkt trotz Ukrainekrieg und Corona-Wellen unter 3 % (Finanzmarktwelt 31.01.24)
  • Größter Auftragszuwachs im Dezember für deutsche Industrie (Spiegel 06.02.24)
  • Größter Zubau von Solar und Wind seit Jahren (außer in Bayern - dank Aiwanger und Söder).
  • Gasspeicher vor dem Winter zu 100 % gefüllt.

Wir erfinden die Deindustrialisierung neu - Leserbrief nicht gesendet

Die Antwort auf meinen Leserbrief geht auf keines meiner Argumente ein, sondern behauptet neue fragwürdige Dinge.

[veröffentlicht am xx.10.2024]

Hr. F. hat wieder viel starke Meinung für eher wenig faktischen Inhalt. Die Zukunft ist immer noch elektrisch. In einem Punkt gebe ich ihm recht: der Wirkungsgrad eines nichtstationären Dieselmotors kann laut Wikipedia knapp über 40 % liegen, das wird aber nur unter optimalen Bedingungen für sehr große Motoren erreicht. Übliche (kleine) Motorkonstruktionen in PKW erreichen diesen Wert definitiv nicht, da sie auf Kosten optimiert werden. Der Abstand zum Elektromotor mit über 80 % Wirkungsgrad ist dennoch deutlich, und Stirlingmotoren gibt es in PKW schon gar nicht. Da die meisten Autohersteller schon lange mit dem Ausstieg aus der Verbrennertechnik planen, ist es müssig, hier noch auf großartige Verbesserungen zu hoffen, und weder politisch noch ökologisch ist das wünschenswert. Die fossilen Lobbys versuchen aber trotzdem immer wieder, hier Unsicherheit zu verbreiten, um durch diese Verzögerungstaktik möglichst lang vom Ölgeschäft zu profitieren. Die großen Erdölfirmen erwirtschaften pro Tag über 2,5 Milliarden Euro Gewinn, und das ist ein beträchtlicher Anreiz, die Konkurrenz durch “FUD” (Fear, Uncertainty, Doubt) zu beschädigen.

Der Energieverbrauch von E-Autos mit 25 kWh auf 100 km zu beziffern mag für Zweitonner-SUVs gelten, die (leider) der Deutschen liebstes Automodell geworden sind. Der VW ID.3 hingegen (sozusagen der E-Golf) wird mit 14-16 kWh auf 100 km beworben.

Solarmodule für PV-Anlagen sind in den letzten zehn Jahren in der Herstellung um über 90 % im Preis gefallen. Eine PV-Anlage ist also nicht nur für “reiche Leute” machbar, zumal es auch Finanzierungsmodelle gibt, die ohne große Investitionen daherkommen.

Selbst bei einem enorm hohen Strompreis von 37 ct pro kWh kosten 100 elektrische Kilometer aus der Steckdose nur 7,40 € bei einem (hohen!) Verbrauch von 20 kWh auf 100 km. Bei diesem Strompreis würde ich Hr. F. ein Vergleichsportal empfehlen, um den Stromanbieter zu wechseln. Natürlich erreicht ein Diesel-PKW den geschönten Verbrauch von 7 Liter auf 100 km nur auf dem Prüfstand, in der Realität hängt dies von der Fahrweise, dem Wetter und der Fahrstrecke ab. Selbst wenn ich diese 7 Liter hinnehme, kosten 100 Dieselkilometer derzeit etwa 11,20 €. Der deutsche Strommix hatte vor 10 Jahren noch fast 800 g CO2 pro kWh, und hat sich mittlerweile auf 290 g CO2 pro kWh enorm verbessert. 100 elektrische Kilometer bedeuten also bei 20 kWh Verbrauch im schlechtesten Fall nur 5,8 kg CO2, im besten Fall gar kein CO2. 100 Dieselkilometer verursachen immer etwa 18 kg CO2 bei der Verbrennung. Diese Rechnung zeigt auch deutlich, wie ideologisch es daherkommt, wenn Hr. F. mit Vokabular aus der Waffenkammer der Rhetorik von “Klimaterror” spricht. Wie schäbig ist eine Diskussionsweise, bei der wissenschaftliche Argumente oder sogar ein simpler Dreisatz mit “Terrorismus” gleichgesetzt werden?

Hr. F. unterliegt wie gern in solchen Diskussionen genommen dem Irrglauben, dass ein PKW mindestens eine Reichweite von 1000 km haben muss und denkt dabei an den Vertreter, der im Dienstwagen jeden Tag diese 1000 km abspulen muss. Die Wahrheit ist: der durchschnittliche Weg eines deutschen Arbeitnehmers beträgt 17 km. Wer tatsächlich beruflich im PKW oder LKW unterwegs ist, muss Lenk- und Pausenzeiten einhalten, im Verlauf derer mühelos ein E-Auto wieder aufgeladen werden kann. Moderne E-Auto-Akkus an DC-Ladestationen sind in unter 30 min. auf 80 % vollgeladen. Der kleinste Tesla 3 hat gemäß WLTP 700 km Reichweite.

Weniger Platz für Autos, aber dafür Fahrradwege und mehr Lebensqualität: Schauen Sie sich Paris an, Hr. F.

Zwei aktuelle Meldungen zum Schluss: der Liebherr-Konzern hat einen milliardenschweren Großauftrag für elektrische Bergbaumaschinen erhalten. Das Statistische Bundesamt (Destatis) verzeichnet aufgrund einer starken Entwicklung bei den Autoherstellern eine Steigerung der Fertigung um 2,9 Prozent. Das widerspricht der Behauptung über die “Deindustrialisierung” Deutschlands doch recht deutlich.

Gedanken aus Berstadt nach der Wahl - Leserbrief nicht gesendet

[veröffentlicht am xx.03.2025]

Schauen wir mal mit etwas Abstand auf die Zeit der Ampel und auf die Zeit nach der Wahl zurück.

Die CDU ist wütend über die verlorene Wahl 2021 und geriert sich die kommenden drei Jahre als Fundamentalopposition. Mit Hilfe der Springerpresse und des Maulwurfs FDP wird jede Unternehmung der Ampel medial schlecht geredet. Absprachen und Entwürfe aus den Koalitionsausschüssen werden im Minutentakt an die “Bild”-Zeitung durchgestochen.

Merz blockiert jahrelang notwendige Investitionen und behauptet, man könne durch Kürzungen beim Bürgergeld alles regeln. Stattdessen wird die “Migration” zu einem globalen Thema aufgebauscht. Eine Reform der Schuldenbremse wird kategorisch abgelehnt. SPD und Grüne werden als “Spinner” bezeichnet und Vergleiche mit Küchenmöbeln und Tassen gezogen. Die CDU klagt gegen ein Sondervermögen von 60 Mrd. Euro vor dem Bundesverfassungsgericht. Der Klage wird stattgegeben, weil Lindner bei der Begründung des Sondervermögens Formfehler gemacht hat (ob aus Absicht und Inkompetenz, sei offengelassen). Schlussendlich zerbricht die Ampel am Streit über fehlende 3 Mrd. Euro im Haushalt.

Nur Tage nach der Wahl kippt Merz um und es wird ein Sondervermögen von zuerst 600, dann 800 und evtl. sogar 1.000 Mrd. Euro ernsthaft diskutiert. Es gab also nie ein “Ausgabenproblem”, sondern nur fehlenden Willen! Wie die Springermedien die öffentliche Meinung im Griff haben, bemerkt man daran, dass die Zustimmung für Investitionen bei Umfragen von 28 % auf 78 % stieg. Der Unterschied: Grüne schlagen vor: 28 % Zustimmung. CDU schlägt vor: 78 % Zustimmung. Ein Hoch auf Lobbyorganisationen wie das “INSM”! Alles, was Merz jetzt vorschlägt, hat Habeck im Verlauf der letzten 5 Jahre immer wieder vorgebetet, sogar bei Themen wie Sicherheit und Verteidung, die den Grünen sonst eigentlich immer Bauchschmerzen verursachen, und bis hin zu einem E-Auto von VW für 20.000 € (das jetzt mit 10 Jahren Verspätung 2027 kommen soll).

Habeck bezeichnet rückblickend die Teilnahme der FDP als “Geburtsfehler der Ampel”. Trotzdem verhielt er sich im Sinne des Koalitionsfriedens loyal zur Ampel und verzichtete (dummerweise) auf öffentliche Klarstellungen. Die “Bild”-Zeitung tobt über den “Heiz-Hammer” mit teilweise mehr als 20 Online-Artikeln pro Tag und lügt darüber, dass das Gebäude-Energie-Gesetz tatsächlich 2019 von Altmaier und Seehofer beschlossen wurde, weil es eine EU-Vorgabe ist. Nur wenige Tage nach der Wahl 2025 erklärt Linnemann, dass das “Heizungsgesetz” doch nicht kassiert wird (Stichwort: EU-Vorgabe).

Im politischen Aschermittwoch läuft die CSU erneut Amok und spottet mit billigen Klischees und persönlichen Angriffen (“Kinderbuchautor”, “Tofu-Schnitzel”, “Feminismuspolitik”, “Ramschware”) über die abgewählten Grünen.

Dabei ignoriert Huber geflissentlich, dass die Grünen das zweitbeste (!) Ergebnis seit Gründung eingefahren haben und sowohl die CDU als auch die CSU das jeweils zweitschlechteste (!) seit 1949. In dieser Situation auf den politischen Gegner einzudreschen, obwohl deren Stimmen wenige Tage später für die Zweidrittelmehrheit benötigt werden, ist hochgradig dumm und peinlich.

Neueste Entwicklung: auch die aktuellen Verhandlungen über gleich drei (!) Grundgesetzänderungen mit dem alten Parlament werden innerhalb von Minuten an die “Bild”-Zeitung durchgestochen. Merz schlägt einen mit 90 Tagessätzen verurteilten Lobbyisten des Bauernverbands als Landwirtschaftsminister vor, der Gülle in einem Schutzgebiet ausgebracht hat (“Tiere sind klimaneutral”).

Dies ist die unehrlichste CDU/CSU aller Zeiten. Es ging nur darum, die Wahl zu gewinnen. Dafür hat die Opposition drei Jahre lang Deutschland leiden lassen und alles blockiert, was längst dringend nötig gewesen wäre, angefangen bei ehrlichen Diskussionen im Parlament statt außerparlamentarischer Hetze in Bierzelten, Immigrationsgesetzen für Fachkräfte statt Anbiederung an die AfD, bis hin zu einer realistischen Einschätzung in der Außenpolitik statt Spahns und Merz’ Appeasement für Trump. Es war lang abzusehen, welche Katastrophe die Wiederwahl von Trump darstellen würde. Wenn Merz klug ist, nutzt er den momentanen europäischen Aufbruch, um Deutschland in Europa voranzubringen und die Abhängigkeit von den USA zu beenden.

Ist das schon eine Kampagne? - Leserbrief nicht gesendet

[veröffentlicht am xx.01.2025]

Man kann schon langsam den Eindruck gewinnen, die WZ arbeitet an einer Kampagne für die CDU mit, um dem abgestürzten Merz und seiner “Brandmauer war gestern”-Partei wenigstens noch ein bisschen zu helfen. Wenn man allerdings die Umfragewerte anschaut, sieht es mittlerweile so aus, dass Habeck führt und Merz heftig an Zustimmung verloren hat. Auch die Bemerkung, dass Merz lieber mit Weidel als mit Habeck ein TV-Duell führen möchte, spricht Bände über die zukünftige stramm rechte Ausrichtung der CDU.

Die Glossisten der WZ versuchen, ihr Scherflein dazu beizutragen, indem sie immer wieder gegen die Positionen der SPD und der Grünen anschreiben. Bedauerlicherweise sind in diesen Glossen immer wieder Blindgänger in Form von falschen oder irreführenden Behauptungen enthalten. Wie kann es kommen, dass Glossisten immer und immer wieder an der Realität vorbeischreiben? Sind wir schon beim Trump-Niveau von “alternativen Fakten” angekommen?

Die Glosse von Schier am 23.01. ist dafür ein Musterbeispiel: er behauptet, dass die Ampel an den “zu rigiden Gesetzen” gescheitert ist und blendet dabei vollkommen aus, wie die FDP sich seit Beginn der Koalition als U-Boot der Opposition betätigt hat.

Es ist offensichtlich - obwohl Schier es nicht ausspricht - das Gebäude-Energie-Gesetz, das Schier für “zu rigide” hält. Er greift das Mantra der "Bild"-Zeitung auf, das "Heizungsgesetz" oder der "Heiz-Hammer" sei ja eine ganz schlimme Sache.

Das Gegenteil ist der Fall: Habeck hat das GEG in der Reform massiv entschärft und wollte Förderungen für klimafreundliche Modernisierung in das Gesetz aufnehmen. An die "Bild" wurde damals (vermutlich von der FDP) ein früher Entwurf durchgestochen, der die Förderungspläne noch nicht enthielt - weil die FDP sich lang dagegen sperrte. Obwohl also das reformierte Gesetz eine deutliche Verbesserung für die Bürger dargestellt hat, wurde vom Springer-Verlag eine beispiellose hetzerische Kampagne gegen Habeck (mit teilweise 20 Online-Artikeln täglich) losgetreten. Besonders auffällig dabei ist, dass der korrekte Name “Gebäude-Energie-Gesetz” sorgfältig vermieden wurde, damit bloss niemand bemerkt, dass das tatsächlich "zu rigide Gesetz" in der Urfassung 2019 aus der Feder von Altmaier und Seehofer (CDU/CSU) stammt, wie ich schon mehrfach in Leserbriefen versucht habe zu korrigieren (z.B. am 12.10.2024):

"Des weiteren erwähnt Schäfer schon wieder das angebliche “Heizungsgesetz” und unterstellt erneut der Ampel, hier schlechte Gesetze zu Lasten der kleinen Bürger ins Parlament zu bringen. Erneut als Faktencheck: das korrekt “Gebäude-Energie-Gesetz” genannte Paket wurde 2019 von Altmaier und Seehofer geplant und war weitaus radikaler als die entschärfte Fassung, die die Ampel 2022 weiterentwickelt hat. Die frühere CDU-Fassung enthielt die knallharte Auflage, nach einem Stichtag veraltete Heizungen erneuern zu müssen. Die neue Ampelfassung hingegen bietet die Möglichkeit, auch alte fossile Heizungen weiter zu betreiben, solange sie reparierbar sind. Nebenbei sollte in der Gesetzesnovelle eine Frist um ein Jahr vorgezogen werden, um geänderten EU-Auflagen nachzukommen. Es ist natürlich trotzdem sinnvoll, alte Heizungen mit Öl oder Gas z.B. gegen eine Wärmepumpe auszutauschen, denn ab 2027 steigt der Preis für fossile Brennstoffe deutlich aufgrund der kommenden CO2-Abgabe."

Im Übrigen ist das GEG einfach nur die verpflichtende Umsetzung einer EU-Vorgabe, an der auch die nächste Regierung nicht vorbei kommen wird - es steht aber zu befürchten, dass die Fördergelder gestrichen werden, falls die CDU beteiligt ist.

Insgesamt kann man sagen, dass die Ampel trotz permanenter Sabotage durch die FDP mehr als zwei Drittel der Koalitionsvereinbarungen umgesetzt hat (etwa 450 Punkte). Das vorherige Merkel-Kabinett hatte sich ganz bescheiden nur um die 300 Punkte als gemeinsames Regierungsprogramm vorgenommen.

"Kleine" Anfrage mit 551 Fragen ganz normal - Leserbrief nicht gesendet

[veröffentlicht am xx.03.2025]

Üblicherweise schreibt der Glossist Kluger Beiträge, die nicht sofort zu Widerworten aufrufen; am 27.02. hingegen schon: er findet es eine “ganz normale” Sache, wenn die CDU eine “Kleine” Anfrage mit “nur” 551 Fragen an die Bundestagsverwaltung richtet. Es wäre wichtig, für “Transparenz” zu sorgen. Kluger meint auch, dass diese NGOs “politisch neutral” sein müssten, wenn sie Gelder vom Staat erhielten.

Die ganze Sache hat nur gleich mehrere Haken: da ist zum einen die schiere Anzahl an Fragen, die sich auf die Zuwendung von Geldern an 17 (!) Organisationen richten. Diese Taktik kennt man sonst nur von der AfD, die damit gerne die Landesparlamente beschäftigt und ihren Anhängern gegenüber vortäuscht, den “tiefen Staat” aufzuklären.

Zum anderen ist allein die Überschrift der Kleinen Anfrage verräterisch: es geht ausdrücklich um die Demonstrationen “gegen die CDU”. Hier fühlt sich also jemand direkt und persönlich angegriffen und möchte gern mit aller Macht zurückschlagen. Das erinnert an Trump und seine Drohungen gegen seine politischen Gegner.

Auch die “politische Neutralität” ist ein Irrtum und eine verkehrte Forderung: zum Kern unseres Staats gehört der Diskurs verschiedener Meinungen, um Kompromisse zu schließen, und solange diese Meinungen die freiheitlich-demokratische Grundordnung (FDGO) achten, ist das absolut in Ordnung.

Interessant hierbei besonders, dass es sich ausdrücklich um Demonstrationen von z.B. “Omas gegen Rechts”, NABU, BUND, PETA etc. gegen Rechtsextremismus gehandelt hat. Es ist bezeichnend, dass die CDU sich hier tatsächlich angegriffen fühlt. Das verwundert aber dann doch nicht mehr besonders, wenn der Wahl-O-Mat feststellt, dass sich die Wahlprogramme von CDU und AfD für die Bundestagswahl um die Kleinigkeit von nur 70 % überschnitten haben.

Auch bemerkenswert ist die Tatsache, das die “parteinahen” Stiftungen von CDU, SPD und FDP von der Anfrage ausgeschlossen sind, alle anderen aber nicht. Hier wird also die Forderung nach “Neutralität” ausdrücklich nicht gestellt! Den 185 Mio. Euro für die 17 aufgeführten NGOs steht allein ein jährlicher Zuschuss von 215 Mio. Euro an die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung gegenüber, der offensichtlich nicht erklärt werden muss oder soll.

Insgesamt geht es bei der “Kleinen Anfrage” also um die Summe von 185 Mio. Euro, die in Projekte, Vorträge, Fortbildungen u.ä. geflossen sind. Da gemeinnützige Institutionen zur Dokumentation ihrer Ausgaben verpflichtet sind, hätte die CDU sich auch selbst aus deren Jahresberichten informieren können, statt die Parlamentsverwaltung damit zu beschäftigen. Des weiteren sind für die Prüfung der Mittelverwendung üblicherweise die Finanzbehörden zuständig. Eine derartige exzessive “Kleine Anfrage” ist also nur Schaumschlägerei und PR.

Die “Omas gegen Rechts” haben schon in einer Pressemitteilung geantwortet, dass keine staatlichen Zuschüsse für die Organisation oder die Teilnahme an den kritisierten Demonstrationen gegen Rechtsextremismus verwendet oder überhaupt dafür erhalten wurden. Ähnlich wird es bei den anderen angegriffenen Organisationen aussehen.

Ich finde es begrüßenswert, dass nach dem parlamentarischen Eklat, den sich Merz und die CDU Ende Januar im Bundestag geleistet haben, mehrere Millionen Menschen aufgestanden sind und ihr grundgesetzliches Recht auf Versammlungsfreiheit, Demonstration und freie Meinungsäußerung wahrgenommen haben (meine Familie und ich auch, in Gießen, beide Male!). Damit haben sie Merz klargemacht, dass gemeinsame Abstimmungen von CDU und AfD in Parlamenten nicht akzeptabel sind, weder auf Bundes-, noch auf Landes- oder Kommunalebene.

Der Glossist Kluger sollte seinen politischen und vor allem demokratischen Kompass etwas nachjustieren, wenn er solche Einschüchterungstaktiken gutheißt, insbesondere sollte er sich fragen, warum Organisationen und Medien wie “Reporter ohne Grenzen”, das “Netzwerk Recherche”, die “Deutsche Journalisten-Union” in Verdi, der “Deutsche Journalisten-Verband”, “Attac”, die “Amadeu Antonio Stiftung”, “Campact” und die “Frankfurter Rundschau” unisono harsche Kritik üben, während er das im Sinne der “Transparenz” alles gut findet.

Nachtreten auf die alte Ampel - Leserbrief nicht gesendet

[veröffentlicht am xx.03.2025]

Im Allgemeinen sind die Beiträge von Hr. Seligmann so lesbar, dass man nicht sofort zähneknirschend in die Tasten greift. Aber die Glosse vom Samstag war doch schmerzhaft genug dafür. Politik und Seligmann sind zwei Dinge, die nicht zueinander passen. Das hat man schon bemerken können, als er zu Beginn Trumps erster Amtszeit versucht hat, ihn sich schön zu reden, und auch zur aktuellen deutschen Politikrealität hat Seligmann eine eher flexible Sichtweise.

Es ist traurig zu lesen, dass nach dem Ende der Ampel immer noch auf einzelne Politiker nachgetreten wird, insbesondere auf die der Grünen. Habeck war entgegen Seligmanns Behauptung ein erfolgreicher Wirtschaftsminister, der sich im Sinne des Koalitionsfriedens so gut wie nie zu den FDP- und insbesondere Lindner-Eskapaden und Querschüssen geäußert hat - obwohl er sehr darunter hat leiden müssen (z.B. das plötzliche Aus für die E-Auto-Zuschüsse). Habeck hat die an Gazprom verkauften (!) deutschen Gasspeicher bei Amtsantritt fast leer übernehmen müssen und hat in einem gewaltigen Kraftakt nichtrussische Alternativen aufgetan, bevor Putin die Deutschen mit einem Lieferstopp erpressen konnte. Nur Tage vorher wurde die deutsche Gazprom verstaatlicht. Habeck hat die vorhandene Merkel-Bürokratie entfilzt und Genehmigungsvorgänge auf Monate statt Jahre reduziert, z.B. bei Windkraftanlagen und Stromtrassen. Baerbock hat sich bei allen europäischen und internationalen Amtskollegen großen Respekt erarbeitet. Den Spott von Merz über mangelnde Regierungserfahrung hat sie erfolgreich widerlegt. Merz hingegen hat genau Null Führungserfahrung in der Politik und wird sich noch beweisen müssen.

Wenn Seligmann zur Abwechslung mal Wirtschaftsnachrichten lesen würde, wäre ihm aufgefallen, dass die Energiekonzerne hochzufrieden mit Habeck waren und der Vorstand von Tennet ausdrücklich gesagt hat “wir brauchen nicht alle 4 Jahre einen Richtungswechsel”. Auch die deutsche Stahlindustrie ist fest auf Kurs für “grünen Stahl”, um auf dem Weltmarkt überhaupt bestehen zu können.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass beim Regierungswechsel 2021 die Medien so aggressiv auf der Vorgängerregierung herum gehackt haben wie es jetzt gerade zu beobachten ist. Dabei wäre es durchaus angemessen gewesen, die katastrophalen Fehlleistungen von Blindgängern wie Spahn, Scheuer, Dobrindt, Altmaier, Seehofer, Klöckner aufzuarbeiten. Nach mehreren Gerichtsurteilen ist Spahn dafür verantwortlich, dass der Staat aus Maskengeschäften fast 3 Mrd. Euro an Schadenersatzzahlungen leisten muss oder für nie gelieferte Beatmungsgeräte viele Millionen Euro gezahlt hat - dagegen ist die fehlgeschlagene PKW-Maut von Scheuer mit “nur” 243 Mio. Euro Schadenersatz schon fast ein Schnäppchen. Die Lobbyarbeit von Klöckner für Nestle wäre auch ein interessantes Thema gewesen, oder die flexiblen Meinungen von Söder - jeden Tag eine andere Richtung.

Allein die Tatsache, dass Merz schon wieder die abgeschalteten Kernkraftwerke ins Gespräch bringt, zeigt deutlich, dass Wirtschaftsnähe nicht einher gehen muss mit erfolgreicher Wahrnehmung der Realität. Genau wie Söder träumt Merz weiterhin von deutscher Atomkraft, obwohl alle Betreiber ausdrücklich mehrfach öffentlich gesagt haben, dass diese Zeit in Deutschland definitiv vorbei ist.

25.11.2025

Lenovo M600 BIOS update without Windows (en)

Some time ago I picked up a mini-PC as a bargain for 25 €, which I use from time to time for experiments. The device has a Celeron N3010 at 1 GHz, so it’s at the lower limit for using a Linux desktop. Windows definitely isn’t fun on this little box.

But with 4 or 8 GB of RAM (in a SODIMM format like a laptop) and an SSD (unfortunately only SATA, no M.2) the little box is tolerable for a small home‐server for automation or as a Pi-Hole for global ad-blocking — after all it doesn’t always have to be a Raspberry Pi :-)

At some point I happened to notice that on the Lenovo website there is a BIOS update. My PC had version 50, and I could update to version 68A. As an old update-junkie I naturally have to actually do this :-)

Well, the update is offered as a Windows file, so I would need Windows on the PC. As alternatives there is an ISO file and a file that works under FreeDOS. Read that right: there are enthusiasts who maintain DOS, and FreeDOS is a free variant of MS-DOS, even with network support, and in the “full” variant there are also apps, including even GNU’s wget.

The ISO file can be written to a USB stick under Linux using the command dd. That option didn’t work for me; the USB stick refused to boot.

The other option then was to create a USB stick with FreeDOS. That too didn’t work at first, but for a different reason: I had first downloaded a trial image of FreeDOS that works with a boot diskette in a RAM‐disk and doesn’t let the USB stick be visible from within DOS. I had copied the Lenovo files onto the USB stick, but with that FreeDOS I could not access the USB stick. So another attempt …

The solution: Download the Install file for FreeDOS (full or lite version makes no difference), create a USB stick with it (again with dd), and then copy the files from Lenovo for the BIOS update onto the USB stick (of course adjust /dev/sdb as your device!).

unzip FD14-LiteUSB.zip dd if=FD14LITE.img of=/dev/sdb status=progress bs=4M mkdir -p /mnt/usb mount /dev/sdb1 /mnt/usb unzip m00jt68usa.zip -d /mnt/usb/m600

With this bootable USB stick you can then update the BIOS. Plug the USB stick into the PC and immediately after switching on, while “Lenovo” is displayed, press F12 so that the boot-device selection options appear. Lenovo recommends resetting all settings in the BIOS to “Default” before the update. Also you should check that “Legacy Boot” with the “CSM” is turned on, otherwise the USB stick will not be displayed in the boot menu.

After booting the PC looks like 40 years ago with a DOS prompt in text mode.

cd m600 autoexec.bat