22.11.2016

Fantastic Beasts - Kino

Ein kurzer Rückblick auf die neue Kinofilmreihe aus dem Harry-Potter-Universum.
Zuerst sollten es nur 3 Filme werden, nun sogar 5.

Die Grundidee: Newt Scamander, gespielt von Eddie Redmayne (u.a. Stephen Hawking) schreibt gerade (1926) sein berühmtes Buch "Fantastic Beasts and where to find them", das Harry Potter in Hogwarts als Lehrbuch benutzt, und die Kinogänger dürfen Mr. Scamander bei seinen Begegnungen mit den Tieren und dem Rest der magischen und nichtmagischen Welt über die Schulter blicken.

Wir haben den Film in Gießen im Kinopolis in 3D in der englischen Originalfassung gesehen, und es war ein Riesenspaß. Entgegen meinen vorurteilsbehafteten Erwartungen waren die "amerikanischen" Sprecher sehr gut verständlich, und der "britische" Scamander hat häufig genuschelt, was ich recht schade fand. Ich bin zwar von vielen internationalen Telefonkonferenzen schlechte Aussprache gewöhnt, aber Frau und Kind 2 hatten ganz schön zu kämpfen.

Übrigens eine tolle Sache, dass man mittlerweile in großen Kinos auch Filme in Originalsprache sehen kann. Wer halbwegs fit in Englisch ist, sollte diese Gelegenheit unbedingt nutzen. Kind 2 ist in der 7. Klasse und konnte dem Film problemlos folgen (bis auf manche aussprachebedingten Dialoge, siehe oben). Das Kino war für einen Sonntagabend sehr gut besucht - natürlich war es ein eher kleiner Kinosaal, aber trotzdem. Die 3D-Effekte waren sehr schön. Dies ist einer der Filme, bei denen sich der Aufpreis für 3D wirklich lohnt.

Am Anfang war ich schon davon überzeugt, eine banale Komödie um die Verwechslung eines Koffers zu bekommen, aber innerhalb von wenigen Minuten war ich begeistert mitten im Geschehen dabei. Der Film ist eine tolle Mischung aus eben erwähnter Verwechslungskomödie, Fantasy im Harry-Potter-Stil und 20er Jahre Suspense-Krimi ("who dunnit"). Wie bei den Harry-Potter-Filmen gibt es kurze Einblendungen der magischen, animierten Zeitungen, nicht nur vom "Daily Prophet", sondern auch von französischen und deutschen Zeitungen, in denen davon berichtet wird, dass Gellert Grindelwald (Johnny Depp) sein Unwesen treibt (Details dazu in HP Band 6 und 7). Ganz kurz findet sich auch das Zeichen der Heiligtümer des Todes ...

Die Tiere, um die sich Scamander in ihren Habitaten in seinem magischen Koffer rührend kümmert, sind wunderbar animiert und in Szene gesetzt. Die Bowtruckles, die ebenfalls in HP erwähnt werden, bekommen mehrere, auch wesentliche Szenen, und der löwige Adler lässt am Ende ganz New York die schlimmen Ereignisse vergessen, so dass die "No Maj"s weiterhin nichts von der magischen Welt wissen. Hier gibt es Andeutungen, dass sich die Bewohner der magischen Welt auseinander leben: die Amerikaner nennen die normalen Menschen "No-Maj"s, die Briten hingegen "Muggel".
Besonders gut gefallen haben mir die Szenen um die diebischen "Elstern", die alles klauen, was glitzert.Kowalski bekommt am Ende des Films seinen sehnlichsten Wunsch erfüllt, und vielleicht verliebt er sich sogar ... (Spoiler!).

Der Film ist definitiv nicht für jüngere Kinder geeignet, er ist wesentlich düsterer als die HP-Verfilmungen, und die Toten, von denen es mehrere gibt, lassen die amerikanische "ab 13"-Einstufung mehr als plausibel erscheinen.