23.05.2014

Godzilla - Kino

Der Vollständigkeit halber will ich auch über den Kinobesuch von Godzilla berichten. Ich hatte eigentlich nicht vor, mir diesen Film anzuschauen, aber wir hatten letzte Woche einen Gast (wegen der "???"-Lesung in den beiden Wölfersheimer Schulen), der sich gern am Mittwoch Abend zum Kinostart diesen Film anschauen wollte, und so haben wir dann zusammen einen schönen Abend im Kino verbracht.

Eins vornweg: wenn man nicht auf tiefgründiger Handlung und schlüssiger Handlung der Personen besteht, ist es ein sehr gut gemachter Unterhaltungsfilm mit toller Tricktechnik. Auch Leinwand und Tontechnik im Kino Gießen sind ein Genuss.

Es ist ein typischer Film in bester Godzilla-Manier: es gibt riesige, gefährliche Monster, und genau wie in den späteren Trashfilmchen aus der japanischen Godzilla-Reihe kommt Godzilla zur Rettung. Die menschlichen Charaktere waren eher auswechselbar, ich konnte mich mit keinem davon identifizieren. Der "menschliche Faktor" im Film sollte wohl beim Tod von Sandra Brody (Juliette Binoche) ins Spiel kommen, aber diese Szene fand ich im Ablauf vollkommen unlogisch aufgebaut und blieb mir deshalb eher schal im Gedächtnis.

Natürlich ist die gesamte Geschichte vom biologischen Standpunkt aus genauso unglaubwürdig wie alle Filme vorher: wie sollte es möglich sein, dass ein gigantischer Saurier Millionen von Jahren überlebt oder sich vollkommen unbemerkt über diesen Zeitraum fortpflanzen kann.

Genauso an den Haaren herbeigezogen fand ich die in anderen Kritiken geäußerte Behauptung, dass Godzilla hier als "Umweltgewissen" auftritt und die Zuschauer vor Atomkraft und Umweltzerstörung warnen will, indem er sie vor den Atommüll- und ICBM-fressenden Monstern rettet.

Der Schluss des Films war bombastisch, aber durch die Schnitte hatte ich den Eindruck, dass es zwei Godzillas gab: einen, der unter einem zusammenstürzenden Hochhaus begraben wurde, und einen zweiten, der dann auch Feuer speien konnte.

Ich hätte es ja lieber gesehen, dass die Atombombe auf dem Schiff entschärft werden konnte, aber stattdessen wurde nur der Hauptdarsteller gerettet und das Schiff ist einfach weiter hinaus auf die offene See gefahren, was natürlich einen tollen radioaktiven Fallout garantiert. Und vielleicht den Stoff für den nächsten Film, wenn durch die Strahlung wieder irgend etwas lustig vor sich hin mutiert ...

Wir waren im 3D-Film drin; meiner Meinung nach lohnt sich die Mehrausgabe nicht. Die 3D-Effekte wurden bei der Postproduktion eingebaut, der Film ist nicht in 3D gedreht worden. Der Effekt ist zwar vorhanden, trägt aber wenig zum Film bei.

Noch eine Fußnote: antiquarisch gibt es ein sehr lustiges Buch von einem Autoren, den ich auch sonst sehr gern lese (z.B. Königskinder liebe ich), und in dem er aus seinem Hobby ein kleines Nachschlagewerk der alten Godzilla-Filme gemacht hat.