10.11.2014

Die Pkw-Maut kommt ... und die Überwachung gleich mit

Leserbrief zum Thema Pkw-Maut in Deutschland (veröffentlicht am 08.11.2014)

Jetzt kommt also eine neue Form von Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür.

Das, was 2002 mit der Einführung der Lkw-Maut ausdrücklich gesetzlich verboten wurde, soll jetzt durch die Hintertür wieder Realität werden.
Damals wurde dem Datenschutz Rechnung getragen und ins Mautgesetz geschrieben, dass die erhobenen Daten zu keinem anderen Zweck verwendet werden dürfen.
Das heutige "Bundesfernstraßenmautgesetz" enthält ein ausdrückliches Auskunftsverbot, auch ein Gerichtsbeschluss ist nicht möglich!
Kritiker haben aber damals schon befürchtet, dass diese Vorschrift demnächst sicherlich aufgeweicht werden würde.
Und zack! Schon ist es passiert. Zwar später als befürchtet, aber dafür um so schrecklicher.

Denn jetzt sollen für 13 Monate die Bewegungsdaten aller Pkw aufgezeichnet werden, die deutsche Autobahnen benutzen.
Das ist genau das, was das Bundesverfassungsgericht gerade neulich verboten hat: die anlasslose massenhafte Speicherung von persönlichsten Daten.

Was anderes stellt es dar, wenn jede Benutzung einer Autobahn gespeichert wird? Man erhält ein Bewegungsprofil jedes Autofahrers über mehr als ein Jahr hinweg.
Jetzt sollen also nicht Lkw fotografiert und gescannt werden, die immer zahlungspflichtig sind, sondern jede Fahrt, ob nun privat oder geschäftlich.
Und wer sitzt in den Startlöchern und freut sich? Natürlich die üblichen Verdächtigen, allen voran Herr Ziercke, der Chef des BKA.
All die Scharfmacher und Schlapphüte jubeln, dass nun endlich eine weitere Hürde fällt und noch mehr Überwachung eingeführt werden kann.

Und wozu dieser geschätzt 337 Millionen Euro teure Irrsinn? Damit nach Ablauf eines Jahres berechnet werden kann, ob ein Autofahrer eine kleine Rückerstattung auf seine Kfz-Steuer bekommen kann, falls er im vergangenen Jahr keine mautpflichtigen Strecken befahren hat. Das Datenschutzgesetz sieht ausdrücklich die Pflicht zur Datensparsamkeit vor. Geschätzte 99% aller Autofahrer werden keine Rückerstattung bekommen. Wozu also diese gigantische Datensammlung?

Es muss für ungefähr 300 Mio. Euro die Maut-Software geändert werden (keine Maut für Feuerwehr, Polizei, Elektroautos, usw.) und es müssen mehrere Hundert neue Stellen für die bürokratische Abwicklung in diversen Ämtern geschaffen werden.

Eine Aufklebe-Vignette einzuführen, wie es Österreich und die Schweiz vormachen, wäre zu einfach für ein Hightech-Land wie Deutschland, das sich schon bei der Einführung der hochkomplizierten Mautbrücken international lächerlich gemacht hat und das nicht mit den Toll-Collect-Betreiberfirmen um Schadenersatz für die 16-monatige Verspätung streiten mag. Es geht ja auch nur um 7,5 Milliarden Euro Schadenersatz, das sind doch Peanuts im Vergleich zu den vielleicht möglichen (!) Einnahmen von ca. 500 Millionen Euro jährlich aus der neuen Pkw-Maut.

Ich geh dann mal auf dem Amt nach dem Passierschein A38 fragen ... Vielleicht reicht der ja für meine nächste Fahrt nach Frankfurt.

04.11.2014

Teenage mutant Ninja turtles - 3D

Ich war mal wieder im Kino, diesmal nicht mit meinem Lieblingskinobegleiter und Nachbarn, der schon gelegentlich mal hier erwähnt wurde, sondern mit Kind 2 und einem Übernachtungsgast. Warum wir diesen Gast hatten, ist eine andere Geschichte, die ich demnächst mal erzähle.

Eigentlich wollte ich ja schon lang in diesen Film gehen, seit ich die erste Vorschau gesehen habe. Allein - das Image war's, das mir Sorgen machte. Wie kann ich in einen Film gehen, der im Ruf steht, für eine deutlich jüngere Generation gedreht worden zu sein, ohne aufzufallen?

Genau wie beim Justin Bieber-Konzert mit Kind 1 musste also ein Vorwand her, und der Übernachtungsgast für meinen Sohn kam da gerade passend - die zwei wollten nämlich auch gern den Film sehen.

Gesagt, getan - drei Karten für die 3D-Variante im Gießener Kinopolis reserviert - und das sogar mit Atmos-Surround-Sound. Juhu ;)

Kurz gesagt: ein toll gemachter Film mit viel Action und Bumms, tolle Computergrafik, unglaublicher Sound. An die Handlung und die Planung der Bösewichte darf man keine allzu großen Ansprüche stellen. Man sollte einfach die Action genießen ;). Den 3D-Effekt fand ich gelinde gesagt unaufdringlich. Man könnte auch anders formulieren: wenn man die Wahl hat, kann man auch ohne Verlust die preiswerte Variante wählen und auf 3D verzichten.

Ganz kurz zur Handlung: vor ca. 15 Jahren forschte ein Wissenschaftler an einem Universalmedikament zur Heilung von Krankheiten, z.B. für einen hypothetischen Angriff auf New York mit biologischen Kampfstoffen. Als ihm klar wurde, dass sein Chef Sacks diese Forschung nur durchführte, um einen solchen Angriff durchzuführen und dann mit dem Heilmittel Geld zu scheffeln, vernichtete er alle Unterlagen, setzte das Labor in Brand und starb unter ungeklärten Umständen.

Die Heldin April O'Neal war damals noch ein Kind und spielte häufig Reporterin im Labor (ja ja ...) mit einer Videokamera. Als der Brand ausbrach, rettete sie 4 Schildkröten und eine Ratte, die gerade vorher mit einer Probe des Mutagens behandelt worden waren. Natürlich sind diese Schildkröten und die Ratte die eigentlichen Helden des Films und kämpfen gegen die Bösewichte, den Chef der Firma, und seinen heimlichen Mentor, einen japanischen Senzei namens "Shredder", der im Lauf des Films von Sacks ein Exo-Skelett bekommt, also eine robotische Rüstung, die seine Kräfte verstärkt. Die Ratte und die Schildkröten erlernen mit einem zufällig in der Kanalisation gefundenen Lehrbuch asiatische Kampftechniken und schaffen auf diese Weise enorme akrobatische Kunststücke. Sehr sehenswert ;)

Bevor April klar wird, dass Sacks zu den Bösen gehört, verrät sie ihm leider, dass die Schildkröten noch leben. Darauf lässt er sie fangen und versucht, das Mittel aus ihrem Blut zu extrahieren. Die Befreiungsaktion und die Flucht mit einem Truck über verschneite Wege ist klasse gemacht.

Der Showdown des Films spielt auf dem Dach eines Wolkenkratzers, und mit viel Mühe gelingt es (natürlich), Shredder zu besiegen und die Freisetzung des Giftgases zu verhindern. Am Ende des Films scheint er aber trotz Sturz vom Hochhaus noch zu leben, was die Möglichkeit einer Fortsetzung eröffnet ;)

03.11.2014

Hideout - Andreas Eschbach - Buchbesprechung

Gerade gestern habe ich ein älteres Buch von Andreas Eschbach fertig gelesen, nämlich den zweiten Teil seiner Trilogie um die "Kohärenz".

In dieser Trilogie, die eigentlich als Jugendbuch vermarktet wird, geht es darum (wie ich schon in meiner Buchbesprechung zum ersten Teil schrieb), dass Menschen Chips eingepflanzt bekommen und dadurch Teil einer Gemeinschaftsintelligenz werden.

Durch die Vereinheitlichung verlieren sie größtenteils ihre Gefühle und werden zu etwas "Unbeschreiblichem", einem Bewußtsein, das durch den Gleichklang aller Gehirne erst zu sich selbst findet.

Diese Absorption allen Individualismus' ist natürlich ein totaler Widerspruch zum heutigen - zumindest westlichen - Menschenbild der freien Entfaltung und der Freiheit des Einzelnen. Aber das habe ich alles schon zum ersten Teil geschrieben.

Der zweite Teil einer Trilogie ist immer eine undankbare Geschichte - es muss irgendwie weitergehen, die Spannung muss gehalten werden, aber es darf noch nix so Wesentliches passieren, weil der große Showdown ja erst im dritten Teil geschieht.

Andererseits finden viele Fans den zweiten Teil von Star Wars "Das Imperium schlägt zurück" ja richtig gut ;)

Wie auch immer, Eschbach hat auch - für einen zweiten Teil ;) - ein tolles Buch geschrieben. Ich habe es an zwei Tagen gelesen und konnte es kaum weglegen. Unbedingte Leseempfehlung!

Noch mehr als der erste Teil ist dieses Buch eine Mischung aus "Roadmovie" und "Coming of age", wie es Neudeutsch heißt ... Der siebzehnjährige Christopher erlebt seinen ersten Kuss und macht sich tatsächlich Gedanken über zwischenmenschliche Beziehungen. Er will dazulernen, realisiert also, dass seine Begabung ihn bislang davon abgehalten hat, sich stärker für andere Menschen zu interessieren. Road movies an sich finde ich ziemlich uninteressant, aber zum Glück fasst sich Eschbach hier ziemlich kurz. Die verschiedenen Gruppen legen zwar enorme Wege zurück, und es fallen auch Namen diverser amerikanischer Bundesstaaten, aber das wird nicht endlos ausgewalzt.

Inhaltlich passiert auch einiges, allerdings fühlt es sich eher nach weiteren Bausteinen an, die erst im dritten Teil richtig zur Geltung kommen: Sein Vater erwacht nach der Entfernung seines Chips aus dem Koma und berichtet, dass er Christophers Chip tatsächlich manipuliert hat - er hat unmittelbar vor dem Einpflanzen zwei Kontakte beschädigt. Christopher bemerkt, dass die Kohärenz es geschafft hat, bei den kurzen Kontakten ins Mobilfunknetz einen Virus in seinen Chip einzuschleusen, so dass er nicht mehr einschlafen darf, solange ein Netz erreichbar ist, wenn er nicht "übernommen" werden will. Chris kann mit Hilfe eines anderen Hackers namens "Pentabyte-Man" den Schaltplan des Biochips aus einem Server in Korea stehlen. Er analysiert den Plan und glaubt, wirklich eine Schwachstelle gefunden zu haben. Er kann außerdem eine Bluetooth-Verbindung zu seinem eigenen Chip herstellen. Zum Ende des Buchs lässt er sich einen zweiten Chip in die Nase einpflanzen, der ebenso manipuliert ist wie der erste. Er glaubt, dass der virusverseuchte und der zweite Chip zusammen eine Möglichkeit ergeben, ins Netz zu gehen, ohne von der Kohärenz entdeckt zu werden. Tatsächlich schafft er es, auf diese Weise Serenity und ihre Freundin Madonna Two Eagles zu retten.

Obwohl Eschbach selbst eine Zeitlang in der IT-Branche gearbeitet hat, unterlaufen ihm peinliche Fehler bei Kleinigkeiten: im ersten Teil habe ich ja schon die Verwechslung von Silikon und Silizium kritisiert, hier im zweiten Teil nennt er den anderen Hacker hartnäckig "Pentabyte-Man", obwohl die Maßeinheit für die Datenmenge in "Petabyte" (ohne n) gemessen wird, wie man z.B. in der Wikipedia nachlesen kann. Zumal auch noch lang und ausführlich erklärt wird, dass es nicht einfach ein Fantasiewort sein soll, das der Hacker sich aussucht, sondern seinen Ursprung in der Datenmenge hat, in der der Pentabyte-Man sein ganzes Leben auf Video aufzeichnet. In einer Amazon-Kritik spekuliert jemand, dass dies absichtliche Eastereggs sind, die Eschbach in seinen Büchern versteckt, aber daran glaube ich nicht.

Man könnte jetzt spekulieren, dass Chris selbst einen Virus entwickelt und in die Chips der Upgrader einschleust, der einfach nur alles abschaltet. Mal schauen ...

Das Buch enthält auch einen Teaser-Text für den dritten Teil "Timeout" - ich bin gespannt ;)

02.11.2014

Fahrtkostenübernahme im Wetteraukreis - Leserbrief

Mein letzter Leserbrief zur aktuellen Entwicklung der unendlichen Gescehichte über die Fahrtkosten (veröffentlicht am 22.10.2014). Demnächst kommt bestimmt noch mal ein Bericht über den Ausschuss zur Akteneinsicht.

Leserbrief zur Fahrtkostenübernahme der VGO
Respekt vor dem vorläufigen Friedensangebot von Kreis und VGO!
Eigentlich wollte ich kritischer schreiben und die ungebührliche Gebühr von 150 € zum Thema machen, aber die Entwicklung seit Ende September hat mich in Maßen durchaus positiv überrascht, auch wenn damit noch nicht alles beendet ist - bei weitem nicht.
Schade finde ich, dass der Schuldezernent Betschel-Pflügel als Sündenbock herhalten muss. Hier hat sich die gesamte Politik seit der Kreistagssitzung im Juli nicht gerade mit Ruhm bekleckert, und so eindeutig perfekt hat sich die VGO nicht verhalten, wie der Landrat es damals schon darzustellen versucht hat. Nach Meinung mehrerer Juristen sind die Bescheide unvollständig und fehlerhaft und der Widerspruch dagegen absolut gerechtfertigt gewesen.
Der Betrag von 150 € ist eine stolze Summe für zwei Arbeitsstunden eines Sachbearbeiters, selbst wenn man sachferne Kosten wie Abschreibungen etc. mit einrechnet.
Mir fehlt in der Maßnahme des Kreises aber noch das Angebot, die Unterzeichner der (mindestens) zwei Unterschriftenlisten, von Wölfersheim und Bad Vilbel, aus der Verantwortung zu entlassen.
Nach wie vor finde ich es äußerst bemerkenswert und juristisch gelinde gesagt spitzfindig, die Unterschriftenlisten mit mehr als 2.000 Unterstützern genauestens zu überprüfen. Aus unerfindlichen Gründen wurde beschlossen, dass eine Solidaritätsbekundung auf einer Liste nicht nur eine Meinungsäußerung gemäß Grundgesetz Art. 5 ist, sondern auch ein rechtswirksamer Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid.
Zumindest die Unterschriftenliste der Melbacher enthält definitiv nicht das magische Wort "Widerspruch", wie Hr. Arnold suggerieren will (er hat allerdings nicht ausdrücklich die Melbacher Liste erwähnt). Unser vollständiger Text lautet: "Wir fordern die VGO auf, ihre Entscheidung zurückzunehmen, den Schulweg von Melbach nach Wölfersheim als ungefährlich einzustufen. Dieser Schulweg stellt definitiv eine Gefahr dar!". Inwiefern die VGO oder der Kreis daraus einen persönlichen und individuellen "Widerspruch" konstruieren wollen, erschließt sich mir nicht.
Abgesehen davon erwarte ich weiterhin, dass es bei der Bewertung der Schulwege eine vernünftige und nachvollziehbare Liste von Kriterien gibt, und dass die VGO bzw. der Kreis festlegen und veröffentlichen, welcher Schulweg denn überhaupt für die jeweiligen Schüler relevant ist. Denn ausschließlich der vorgeschriebene Schulweg ist durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt, und es war bislang nicht erkennbar, ob die VGO diesen Aspekt berücksichtigt hat.

14.10.2014

Flash-Update auf Version 15

Ausnahmsweise mal ein normales Update des Flash-Players für Windows, Mac OS und Linux. Nur verwunderlich, wie schnell die Major-Versionen purzeln. Grade erst Version 14, jetzt schon 15.

[Update der Versionsnummern 26.11.2014]

Wie üblich in ihrem freundlichen Service-Blog die passende Automation zum Herunterladen und Installieren.
Falls ein Proxy verwendet wird, das "rem" bzw. "#" entfernen.

Das Tool wget wird bei Windows noch benötigt wie hier beschrieben. Bei Linux sollte es schon vorhanden sein, da es von vielen anderen Programmen intern verwendet wird.

Für Windows wie üblich beide Varianten, ActiveX und Netscape Plugin.
@echo off

rem set http_proxy=http://192.168.100.100:3128/
set VNP=
15.0.0.239
set VAX=15.0.0.239
set H=fpdownload.macromedia.com
set P=/get/flashplayer/current/licensing/win
set AX=install_flash_player_15_active_x.exe
set NP=install_flash_player_15_plugin.exe

wget http://%H%%P%/%AX% -O flash-%VAX%_ax.exe
.\flash-%VAX%_ax -install
wget http://%H%%P%/%NP% -O flash-%VNP%_np.exe
.\flash-%VNP%_np -install

Für Linux 64 bit rpm (als root ausführen oder "sudo rpm" schreiben):
#!/bin/sh

# http_proxy=http://192.168.100.100:3128/

VL=11.2.202.424
H=fpdownload.macromedia.com
PL=/get/flashplayer/current/licensing/linux

DL() { wget -N "$1/$2"; mv "$2" "$3"; }

echo Linux 64 bit rpm ...
DL http://${H}${PL} \
   flash-plugin-${VL}-release.x86_64.rpm \
   flash-${VL}.x86_64.rpm
rpm -F --force
flash-${VL}.x86_64.rpm

[Hier ist noch der Verweis auf die Anleitung für Version 14 und Version 13]

30.09.2014

Nochmal Cyanogenmod für das Samsung S+ i9001 - aber anders

Wie schon neulich erwähnt, sind meine Kinder recht destruktiv mit ihren Handys, und Kind 2 macht da keine Ausnahme, er versucht derzeit, Kind 1 einzuholen.

Er hat es geschafft, das Samsung S+ so elegant zu biegen, dass das Display kaputt ist, aber das Glas intakt - auch schon eine Kunst.

Der Ärger ist natürlich da, aber der finanzielle Verlust ist nicht ganz so groß wie beim verlorenen iPhone 5 von Kind 1. Das S+ hat bei einem ebay-Händler nur knapp 60 € gekostet.

Das Handy hatte sogar noch eine ältere Android-Version als das erste i9001, das ich im Frühjahr zum Geburtstag des Lütten beschafft hatte. Damals war es 2.3.5, dieses kam mit 2.3.3 zu mir.

Beim Aufladen vor dem Neu-Flashen erst mal Schreck: ein Warnsymbol neben dem Akku. Da ich das alte Handy noch hatte, konnte ich den Akku auswechseln und war wieder beruhigt. Es war wirklich nur der Akku und nicht die Ladeelektronik im Handy wie beim Wasserschaden in einem S2 von Kind 1.

Nach dem Aufladen ein bißchen Herumspielen mit der alten Android-Version und die wohlige Gänsehaut genießen bei dem Gedanken, dass es bald die fast noch aktuelle 4.3.1 bekommen wird ;)

Nachdem ich eine SD-Karte mit dem passenden Custom Recovery, Custom ROM und den Google Apps für Android 4.3 eingebaut hatte, wollte ich den Samsung Recovery Mode starten, um zunächst ein anderes Recovery zu flashen, mit dem es dann möglich ist, ein Custom ROM zu flashen.

Merkwürdigerweise ließ sich zwar so etwas ähnliches wie ein Recovery Modus starten, aber dort gab es kein Menü, um andere Software zu installieren, sondern nur eine kleine Grafik mit einem Pfeil und einem kleinen grünen MännchenAndroiden. Vielleicht lag es auch nur an meinen dicken Fingern, dass ich immerzu den Zeitpunkt verpasste, nach dem Einschalten die Menü-Taste zu drücken, um ins Recovery zu gelangen. Schwer zu sagen ;)

Also eine andere Idee entwickelt: im Play Store gibt es eine App "ROM Manager", die einen Menüpunkt "Reboot to Recovery" beinhaltet. Damit sollte es möglich sein, ohne langwieriges Gefummel ins Recovery-Menü zu gelangen.

Aber natürlich war es nicht ganz so einfach: der ROM Manager erfordert ein gerootetes Handy, weil die Änderungen am Bootloader tiefe Eingriffe erfordern.

Nächste Frage also: wie rootet man ein i9001? Es gibt mehrere Verfahren, das bequemste ist das "Kingo Root Tool", das eine ganze Menge Handys erkennt und rooten kann. Dieses Tool war auch bei mir erfolgreich.

Danach konnte der ROM Manager das Recovery starten, ich konnte das gewünschte Custom Recovery flashen und danach ging es recht zügig, das ROM mit CyanogenMod und die Google Apps auf's Handy zu bringen.

23.09.2014

Neues von den Fahrtkosten - Leserbrief

Und die unendliche Geschichte geht in die nächste Runde. Die ersten Eltern ziehen vor Gericht.
(veröffentlicht am 23.09.2014)

Leserbrief zur Fahrtkostenübernahme der VGO

Und es macht "bing" - die nächste Runde "Eltern gegen VGO" ist eingeläutet.
Die WZ berichtet über die erste eingereichte Klage.
Ich kann nicht ganz nachvollziehen, was genau die VGO hier plant.
Der Kreistag beschließt einstimmig eine Aufforderung für ein Moratorium.
Danach lehnt der Kreisausschuss einen entsprechenden Antrag wegen Formfehlern ab.
Die VGO droht mit exorbitanten Gebühren, wenn ein Widerspruchsbescheid erlassen wird, um die Eltern abzuschrecken.
Dabei wird sehr unsanft vorgeschlagen, den Widerspruch zurückzunehmen, um diese Gebühren zu vermeiden.
Leider bedeutet die Rücknahme des Widerspruchs, dass die Eltern dann ihren Anspruch auf Fahrtkostenerstattung verlieren, selbst wenn andere Eltern mit ihren Klagen erfolgreich sein sollten.

Dabei vergisst die VGO, dass sie in der Vergangenheit schon mehrere Prozesse vor Gericht verloren hat, sowohl wegen Formfehlern als auch wegen sachlicher Fehler in der Beurteilung der Fahrtkostenübernahme.
Dem Kreiselternbeirat liegt ein Urteil von 2006 vor (4E 865/06 VerwG Gießen), in dem bei einer gemessenen Entfernung von 2,9 km nach einer Begehung die "besondere Gefahr" durch den Richter festgestellt wurde. Es ging in diesem Urteil um den Schulweg von Dortelweil aus, wobei der Weg einige hundert Meter hinter Gebüsch nicht einsehbar war, und sogar beleuchtet ist.
Ironischerweise war damals ebenfalls schon Armin Klein der Beklagte als Vertreter der VGO.

Erstaunlicherweise ignoriert die VGO sowohl alte Urteile als auch die Einschätzungen von fachkundigen Beteiligten an den aktuellen Begehungen. Der Melbacher Schulweg z.B. führt ebenso über einen nicht einsehbaren Feldweg in vergleichbarer Länge, und im Gegensatz zum Dortelweiler Fall ist dieser Feldweg nicht einmal beleuchtet. Hier hat die Polizei den Weg in ihrer Stellungnahme als "besonders gefährlich" bezeichnet.

Das ficht aber die VGO nicht an - sie stuft die Schulwege nach erfolgter Begehung einseitig als "gefährlich" oder "ungefährlich" ein, ohne dass klar wird, welche Grundlagen die jeweiligen Entscheidungen haben.

Ich hoffe ernsthaft darauf, dass die Politik sich besinnt und dem Vorpreschen der VGO zügig Einhalt gebietet, bis eine gemeinsame, sachliche Grundlage für die Beurteilung der Schulwege gefunden wurde, die für die Eltern nachvollziehbar ist. Es kann nicht sein, dass die VGO hier vor den echten Fakten davonrennt und versucht, selbst andere, vollkommen realitätsferne Fakten zu schaffen.

09.09.2014

Signierten Code mit Java erstellen

Man hat's nicht leicht, mit den ganzen Updates Schritt zu halten ... Dauernd Sicherheitslücken in Windows, Flash, Java, sogar in Android findet sich die eine oder andere Lücke.
Um den Erfolg der Updates zu überprüfen, insbesondere für Flash und Java, hatte ich mir vor langer Zeit eine ganz primitive Webseite erstellt, die mir die aktuellen Versionsnummern der installierten Plugins anzeigen kann.

Seit Version 1.7 der Java Runtime werden aber lästige Warnungen ausgegeben, dass demnächst nur noch signierter Code ausgeführt wird, dass Code, der von http- und nicht https-Schema nachgeladen wird, als unsicher betrachtet wird, und überhaupt lassen die Sicherheitseinstellungen der JRE demnächst gar nix mehr zu.

Also hab ich mich mal drangesetzt und aus meiner .class-Datei eine .jar-Datei gemacht, die ich mit meinen eigenen, selbst erstellten Key signiert habe. Das ist aber natürlich nur die halbe Miete, weil man auch der JRE im Browser klarmachen muss, dass der self-signed Code auch wirklich zulässig ist. Man muss also in der policy-Datei auch noch Änderungen vornehmen. Hier ist der ganze Ablauf zusammengestellt, den ich durchlaufen musste, bis meine simple JRE-Versionsabfrage mit Firefox 31, Chrome 36 und JRE 1.8.0.11 wieder funktioniert hat.

Hier ist zunächst der Code für die Ausgabe der JRE-Versionsnummer:
import java.applet.Applet;
import java.awt.Color;
import java.awt.Label;
public class JavaVersionDisplayApplet extends Applet
{
  private Label V;
  public JavaVersionDisplayApplet() {
    this.setBackground(Color.pink);
    V = new Label(" Java Version: " + System.getProperty("java.version") + " from " + System.getProperty("java.vendor"));
    this.add(V);
  }
}
Um diesen Code zu kompilieren, muss das Java Development Kit mit dem javac-Compiler installiert sein. Da Java einigermaßen kompatibel zu alten Versionen ist, kann man auch mit einer aktuellen JRE wie 1.8 noch Code ausführen, der mit Version 1.4 kompiliert wurde. Eine Krankheit von Java ist, dass der Dateiname exakt dem Klassennamen in der Datei entsprechen muss, hier also "JavaVersionDisplayApplet.java".
javac JavaVersionDisplayApplet.java
Als nächstes müssen noch zwei Dinge vorbereitet werden: ein Schlüsselpaar für das Signieren und eine Manifest-Datei, in der der Java-Code etwas genauer beschrieben wird, also etwas poetischer gesagt: Meta-Daten.

Zunächst also das Schlüsselpaar mit dem Programm keytool erzeugen, dass bei der JRE und beim JDK mitgeliefert wird.
keytool -genkeypair -alias thomas -keystore seeling.jks -dname "CN=Thomas Seeling, OU=System Administration, O=Kleintierpraxis Berstadt, L=Berstadt, ST=Hessen, C=DE" -keypass Password1 -storepass Password2
Im weiteren verwende ich immer den Aliasnamen "thomas" für den Schlüssel. Je nach Zusammenhang ist damit entweder der private oder der öffentliche Schlüssel gemeint.

Als nächstes benötige ich noch den öffentlichen Schlüssel separat, damit ich ihn in meinem Browser importieren kann. Dieser Schritt würde entfallen, wenn ich den Schlüssel von einer öffentlichen Root CA signieren lasse oder wenn ich mir selbst eine Root CA gebaut habe und den öffentlichen Schlüssel dieser Root CA schon in meinem Browser hätte.
keytool -export -keystore seeling.jks -alias thomas -storepass Password2 -file tseeling.cer
Ich mag meine Schlüssel lieber in base64-kodiert, also wandle ich die binäre .cer-Datei noch in eine PEM-Datei um:
openssl x509 -in tseeling.cer -inform DER -out tseeling.pem -outform PEM
Weil dies "nur" ein öffentlicher Schlüssel ist, benötige ich nach dem Export aus dem Java-Keyring kein Passwort mehr.
Diese PEM-Datei kann ich nun bequem über ein Transportmittel wie Email, ftp etc. zu meinem Browser-PC übertragen und dort importieren.

Desweiteren benötige ich die schon erwähnte Manifest-Datei, die mit in die .jar-Datei gepackt und signiert werden muss. Diese Datei sieht bei mir so aus:
Permissions: sandbox
Codebase: https://admin.moeller-seeling.local/*
Application-Name: JavaVersion
Der "Application-Name" ist hier nur "Schmuck am Nachthemd" und wird für eine Infobox benötigt, in der die JRE dem Benutzer anzeigt, wer da gerade ausgeführt werden soll.

Wenn das alles zusammengestellt ist, wird nun in zwei Schritten aus der kompilierten Java-Datei und dem Manifest zunächst eine .jar-Datei erzeugt und dann diese Datei mit dem zuvor erstellten privaten Schlüssel signiert.
jar -cfm JavaVersion.jar JavaVersion.txt JavaVersionDisplayApplet.class
jarsigner -keystore /opt/jdk/jre/lib/security/seeling.jks -keypass Password1 -storepass Password2 -verbose JavaVersion.jar thomas 

 Puh, fast geschafft! Jetzt noch diese .jar-Datei in einem kleinen HTML benutzen und vom Webserver ausliefern lassen. Darauf gehe ich nur ganz kurz ein, hier ist ein Beispiel für den HTML-Code:
<table border="1">
<tr><th> The version and vendor from the JRE</th>
<td align="center">
<applet height="60" alt="Browser has Java disabled"
hspace="22" width="440"
archive="JavaVersion.jar"
code="JavaVersionDisplayApplet.class">
</applet>
</td></tr>
</table>
Soweit, so gut. Das war der erste Schritt auf dem Webserver.

Auf dem Browser-PC sind auch noch kleine Schritte nötig, damit man ein self-signed .jar ausführen darf:
man muss in die Security-Policy einen Eintrag machen, dass signierte Dateien von bestimmten Programmierern erlaubt sind, und man muss den öffentlichen Schlüssel dieses Programmierers in den Standard-Keystore der JRE importieren, die der Browser im Java-Plugin verwendet, oder alternativ einen anderen Keystore angeben, in dem dieses Zertifikat enthalten ist.

Auf Windows findet sich das unter "%ProgramFiles(x86)%\java\jre8\lib\security\java.policy" (für die Java-Version 1.8).

Zu dieser (i.a. schon vorhandenen Datei) im Klartextformat habe ich folgende Einträge hinzugeführt:

keystore "file:${java.home}/lib/security/seeling.jks", "jks";
grant signedBy "thomas" {
  permission java.security.AllPermission, signedBy "thomas";
};
Zu der Liste der vertrauenswürdigen Zertifikate habe ich meinen öffentlichen Schlüssel hinzugefügt, den ich weiter oben als PEM-Format gespeichert hatte.
keytool -importcert -noprompt -trustcacerts -alias thomas -file tseeling.pem -keystore "%ProgramFiles(x86)%\java\jre8\lib\security\cacerts" -storepass changeit
Das Passwort der Schlüsseldatei "cacerts" ist üblicherweise "changeit". Natürlich ändert es nie jemand ;)

So, nachdem also nun ganz viele kleine Gemeinheiten geschafft sind, müsste im Browser ein Applet funktionieren, das die JRE-Versionsnummer ausgibt. Wenn man auch nur einen dieser Schritte weglässt, klappt es nicht und entweder der Browser oder die JRE beschimpfen mich, dass alles ganz schröcklich unsicher ist.