27.09.2013

Der Klimawandel und die öffentliche Wahrnehmung

In den Leserbriefen der WZ finde ich in letzter Zeit gelegentlich Äußerungen, die nach wie vor den menschengemachten Klimawandel anzweifeln, obwohl alle wissenschaftlichen Erkenntnisse nur einen Schluss zulassen.

Der aktuelle Klimagipfel verstärkt diese eindeutige Erkenntnis. Der Spiegel schreibt dazu: "Es gibt beim Klimawandel - bei allen verbleibenden wissenschaftlichen Unsicherheiten - kein allzu großes Erkenntnisproblem. Was es gibt, ist ein Handlungsproblem".

Woher kommen diese Zweifel und Unsicherheiten?

Kürzlich las ich, dass es allein aus den letzten 20 Jahren um die 4.000 wissenschaftliche Studien gibt, in denen die Frage nach der Ursache des Klimawandels eindeutig mit "menschlicher Ursache" beantwortet wird. Im Ergebnis sind fast 98% der Wissenschaftler, die zum Thema forschen und sich kompetent äußern können, aufgrund der vorliegenden Fakten zum Ergebnis gekommen, dass der Klimawandel tatsächlich vorhanden ist und mindestens seit Beginn der Industrialisierung von Menschen verursacht wird. Sicherlich lassen sich auch frühere Anzeichen finden; allein durch die Zunahme der Bevölkerung, z.B. durch bessere medizinische Versorgung, aber die industrielle Revolution und die großmaßstäbliche Verwendung von fossilen Brennstoffen waren sicherlich der Wendepunkt.

Um genau zu sein: es gab ein Forschungsprojekt, in dem andere Studien geprüft wurden (eine sogenannte "Meta-Studie", also eine Studie über Studien). Insgesamt wurden über 12.000 Forschungsarbeiten ausgewertet, ob darin eine eindeutige Aussage für oder gegen den Menschen als Verursacher des Klimawandels. Die Forscher stellten in 8.000 Studien keine Aussage fest. Das bedeutet, dass insbesondere in diesen 8.000 Studien auch nicht ausgesagt wurde, dass der Mensch nicht der Verursacher ist. Diese Studien sagen darüber gar nichts aus. In 98% der verbleibenden 4.000 Studien gab es eine eindeutige Aussage: Ja, der Mensch ist der Verursacher des Klimawandels.
Wie kann es möglich sein, dass die Kritiker dieser These in der Öffentlichkeit immer noch so laut und selbstbewusst auftreten? Fast alle Wissenschaftler geben eine deutliche Antwort, aber Journalisten, die Medien und die Öffentlichkeit geben sich allergrößte Mühe, diese Fakten nicht anzuerkennen.

Wem wollen diese Kritiker imponieren? Ist es modern, gegen etwas zu sein, auch wenn es sachlich vollkommen daneben ist? Oder sind das wirtschaftliche Interessen und die Auto-Lobby führt Gehirnwäschen durch?