Mit der "Joyn"-App ist es möglich, Filme und Serien aus der Mediathek der Pro7-Sat1-Gruppe zu schauen. Leider sind die Filme dort üblicherweise nur in deutsch und meistens auch ohne Untertitel verfügbar. Das schmerzt mich als Fan der Originalsprache schon sehr, aber als ich diesen Blogartikel begann, gab es in Deutschland nur diese eine Möglichkeit, als Liebhaber von Comicverfilmungen den jungen Clark Kent als Teenager von ca. 15-17 Jahren zu sehen. Also schaute ich zähneknirschend in deutsch ohne Untertitel bis irgendwo in der siebten Staffel, und das zog sich hin, weil es auf Deutsch eben weniger Spaß macht. Mittlerweile gibt es "Smallville" auch bei Netflix, und das macht nun in Englisch schon deutlich mehr Spaß, zumal die späteren Staffeln auch deutlich besser für meinen Geschmack sind, aber dazu gleich noch mehr. Dieser Artikel enthält jede Menge Spoiler - wer also gern beim Schauen überrascht wird, sollte nicht weiterlesen. Andererseits ist die Serie schon 25 Jahre alt, ich nehme keine Rücksichten :-)
Es gibt mehrere "Superman"-Verfilmungen mit realen Schauspielern im Kino- und Serienformat. Nach den Filmen mit Christopher Reeve gab es in den 90er Jahren eine Serie "Lois und Clark" mit Dean Cain und Teri Hatcher, die leider nur vier Staffeln hatte, mehrere offenenHandlungsstränge hinterließ (Cliffhanger mit Findelbaby), und die sich mehr auf die Beziehung zwischen Lois und Clark fokussiert hat als auf Superkräfte. Der letzte Ableger "Superman und Lois" aus dem "Arrowverse" hat ebenfalls nur vier Staffeln bekommen und beleuchtet das Leben von Superman, Lois und ihren zwei Söhnen in Smallville, die unterschiedliche Kräfte entwickeln. Die Schauspieler kennt man aus der "Supergirl"-Serie, allerdings gab der Showrunner später bekannt, dass die Handlung nach der "Crisis" nicht auf "Earth Prime" spielt, sondern auf einer Parallelerde.
Durch eine kurze Szene im eben schon kurz erwähnten "Arrowverse"-Crossover "Crisis on infinite earths" wird die Smallville-Serie genau wie "Lucifer" ins "Arrowverse" geholt, als der Lex Luthor von Supergirls (ehemaliger) Erde-38 mit Hilfe des Buchs des Schicksals alle Superman-Inkarnationen im gesamten Multiversum töten will. Der erwachsene Superman von "Smallville" (Erde-167 im Multiversum) hat seine Kräfte aufgegeben, bewirtschaftet wieder die Farm in Smallville, und er hat keine Probleme, das grüne Kryptonit zu berühren, mit dem Luthor ihn bedroht. Zwischenzeitlich ist der "örtliche" Lex Luthor sogar Präsident geworden, was er früh in der Serie tatsächlich schon als Wunsch geäußert hatte. Dieses Detail bei der Einordnung ins Arrowverse kam bei vielen Fans nicht gut an, weil sich "Smallville" 10 Staffeln lang darauf konzentriert hat, wie sich Clark mit Hilfe einer Jor-El-KI in der Festung der Einsamkeit sowie vieler Freunde und Feinde auf seine spätere Rolle als Superman vorbereitet. Da ich hier schon vorgreife und die Präsidentenwahl erwähne: der gewählte Lex ist ein aus "Ersatzteilen" von vielen Klonen zusammengesetzter Körper - dieser Handlungsstrang in den letzten Staffeln ist etwas abstrus geworden. Weiter unten noch etwas mehr dazu.
Die einzige Serie aus dem DC-Universum, die sich nicht in das Arrowverse einpasst, ist somit "Gotham" mit dem jungen Bruce Wayne, der noch nicht Batman ist und die sich auf Jim Gordon als Hauptprotagonist fokussiert, wobei auch hier schon sehr viele Anspielungen auf DC-Charaktere zu bemerken sind, wie z.B. Selina Kyle als Catwoman, Pamela Isley als Poison Ivy oder der Pinguin.
Natürlich ist es schwieriger, Superkräfte in der Tricktechnik darzustellen als die technischen Gadgets von z.B. Batman, der schon in den 40er und 60er Jahren real verfilmt wurde. "Smallville" löst das Problem eigentlich ganz gut. Ähnlich wie in den frühen Comics hat Clark Kent noch nicht alle seine Superkräfte vollständig entwickelt, z.B. kann er (noch) nicht fliegen. Er läuft enorm schnell und ist sehr stark (aber nicht so schnell wie der "Flash" Bart Allen), und im Verlauf der Serie entwickeln sich erst sein Hitzeblick, Röntgenblick und das Supergehör sowie die Unverletzbarkeit. In den ersten paar Folgen fängt er sich noch blaue Flecken und leichte Verletzungen ein, später kann er Hieb-, Stich- und Schusswaffen problemlos ignorieren und sogar als Schutzschild andere Personen vor Kugeln, Beilen und Bussen retten. Interessanterweise kann aber seine Cousine Kara, die in der 7. Staffel als Charakter dazu stößt, problemlos fliegen und fragt ihn verwundert, warum er die Gravitation nicht überwinden kann. In den letzten beiden Folgen bestätigt ihm die Jor-El-KI, dass er nun "bereit" sei und keine Hilfe mehr benötige. Er schaltet die KI ab und kann dann tatsächlich fliegen - was wesentlich für den Abschluss der Serie und den Endgegner ist.
Für einen erwachsenen Zuschauer sind das Highschool-Drama und die nie stattfindenden Liebesbeziehungen stark überbetont und nervig. Innerhalb der ersten vier Staffeln gibt es einige Techtelmechtel mit Lana Lang, aber daraus entwickelt sich erst spät eine Beziehung, bevor die Schauspielerin Kristin Kreuk mit Superkräften, aber kryptonitverseucht aus der Serie ausscheidet. Genau nervig ist die Notwendigkeit, Clark trotzdem verletzlich darzustellen, damit es nicht zu leicht wirkt, den Gegner der Woche zu besiegen.
Auch in der College-Zeit nach der Highschool gibt es immer noch Liebesdrama, weil Lana Lang (natürlich) Clark vorwirft, dass er weiterhin Geheimnisse vor ihr hat. Das Liebesdrama verlässt die Highschool, wird aber nicht besser, als Lana sich aufgrund der Geheimnistuerei von Clark trennt und sich Lex zuwendet. Sie wird scheinbar schwanger und heiratet ihn sogar in der sechsten Staffel. Um den Status Quo (das übliche Serienproblem) beizubehalten, erlebt sie eine Fehlgeburt und verliert Lex' Baby. Die Schwangerschaft war aber nur vorgetäuscht, indem Lex ihr heimlich Hormonmedikamente gab. Das führt erneut zu Liebesdrama, Lana wendet sich wieder Clark zu und sie werden für einige Zeit ein Paar. Nach einem Experiment entwickelt sie Superkräfte und kann Kryptonit entschärfen, wird dabei aber selbst "strahlend" und trennt sich deshalb endgültig von Clark. Später kommt es dann gemäß dem Superman-Kanon zur Partnerschaft und Liebelei mit Lois Lane. Sie erfährt spät in der 9. Staffel von seinen Kräften, wobei Clark zunächst nicht weiß, dass sie es weiß.
Das Highschooldrama endet zwangsläufig nach 4 Jahren - das ist die übliche Zeitdauer für den amerikanischen Schulbesuch zur Hochschulreife (bzw. College) nach der Mittelschule. Ab der 5. Staffel finden sich die Charaktere an diversen Universitäten wieder und es gibt immer noch kein Ende des Hin und Her zwischen Clark und Lana. Sie werden zwar kurz ein Paar, aber da Clark ihr seine Superkräfte nicht enthüllen will, trennt sie sich wieder von ihm. Unterhaltsam sind die verbalen Streitereien zwischen Lois und Clark, die sich in dieser Serie gar nicht grün sind (Anspielung auf Kryptonit, haha). Trotzdem gibt Lois einige Anmerkungen von sich, die man auf ihr - vermutlich - späteres gemeinsames Leben beziehen kann. Leider gibt der Schnipsel aus der "Crisis" des Arrowverse hier keine Hinweise - Clark tritt als Besitzer der Farm allein ohne Partnerin auf - was auch verwirrend ist, weil ihm Mutter Martha die Farm überschrieb und der Verkauf beschlossene Sache ist, um nach Metropolis zu ziehen.
Das nächste Liebesdrama spielt sich zwischen Chloe und Jimmy Olsen ab, als Chloe befürchtet, durch ihre Meteoriteninfektion in Lebensgefahr zu sein, wenn sie ihre Kräfte einsetzt, und diesen Fakt nicht mit Jimmy besprechen will. Dieses Drama endet mit der gleichen Staffel, als Olsen getötet wird. Im Finale tritt der Schauspieler als Bruder nochmals auf, so dass es nach wie vor einen Fotografen "Olsen" beim Daily Planet gibt.
Die Serie führt viele bekannte Charaktere ein und erfindet auch einige neue, die es in den Comics in diesen Rollen so nicht gibt, z.B. Lois Lanes Cousine "Chloe Sullivan" oder Lex Luthors Vater "Lionel Luthor". Der Charakter von Lex Luthor ist ambivalent, aber zunächst durchaus positiv eingestellt, was Clark allerdings nicht immer so wahrnimmt. Er wird von Clark nach einem Autounfall gerettet und versucht danach mehrere Staffeln lang, exakt den Hergang seiner Rettung zu rekonstruieren, was dann für diverse Streits und Zerwürfnisse sorgt, weil Clark sich bespitzelt fühlt. Andererseits haben sowohl Clark als auch Lex Geheimnisse, die sie sich gegenseitig verschweigen. Chloe ist verliebt in Clark, was ihm auch bewusst ist, aber sie respektiert seine Gefühle für Lana. Im Verlauf der Serie entwickelt sich Lex immer skrupelloser und ordnet Experimente mit Meteoritengestein an Menschen an, um Supersoldaten zu entwickeln. Es gibt mehrere Episoden in Parallelwelten, und nachdem Lionel von Lex getötet wird, taucht der Lionel aus einer dieser Parallelwelten auf. Der Charakter Lex Luthor scheidet nach sieben Staffeln aus: Green Arrow sorgt für eine Explosion im LKW mit dem rollenden Krankenzimmer des schwer verletzten Lex, was Clark erst wesentlich später erfährt und zu einem (kurzen) Zerwürfnis mit Oliver führt. Im Finale gibt es ein kurzes Gastspiel, allerdings (wie oben schon erwähnt) ist dies ein aus Einzelteilen von vielen Klonen zusammengesetzter "neuer" Körper, der zunächst alle Erinnerungen des ursprünglichen Lex besitzt (wie?), die ihm dann allerdings durch eine Droge genommen werden, so dass er die geheime Identität von Clark Kent nicht mehr kennt.
Der rote Faden durch die Serie "Smallville" ist der Meteoritenschauer aus Kryptonit, der nach Kryptons Zerstörung im Großraum von Smallville niedergeht und kleinteilige Überreste wie Sand am Meer hinterlässt, die Jahre später noch von jedermann gesammelt und eingesetzt werden. Da grünes Kryptonit Clark enorm schwächt und sogar tödlich sein kann, wird in nahezu jeder Folge dieses Kryptonit eingesetzt, um auf diese Weise für Drama zu sorgen. Es gibt sogar grünes Kryptonit in Getränken, als Injektion, als Inhalation, als Bad, sogar als Autotreibstoff. Kryptonit tritt auch in anderen Farben und damit verbunden anderen Eigenschaften auf. Es gibt rotes Kryptonit als Schmuckstein, das in Clark negative Charaktereigenschaften wie Neid, Gier und Egoismus verstärkt, blaues Kryptonit, das ihm temporär seine Kräfte nimmt, und diverse andere Farben. Mit einem schwarzen Kristall kann Martha Kent dem gehirngewaschenen Kal-El sein Gedächtnis und seine Persönlichkeit wiedergeben. Der Endgegner Darkseid will Clark im Finale der letzten, zehnten Staffel mit goldenem Kryptonit dauerhaft seine Kräfte nehmen, da Superman der einzige Gegner ist, den er wirklich fürchtet.
Interessant ist, dass keinerlei Gesundheitsorganisation sich zuständig fühlt, dieses merkwürdige außerirdische Gestein zu untersuchen und vielleicht sogar Quarantäne oder Evakuierung durchführen, wenn es doch so starke Auswirkungen auf Menschen hat. In einer Folge atmet Martha giftige grüne Gase ein, als sie im Kellerversteck des Miniraumschiffs etwas vergräbt, und die Seuchenschutzbehörde taucht auf. Allerdings hat dies auch keine längerfristigen Konsequenzen über diese Episode hinaus.
Im Verlauf der Serie stellt sich heraus, dass die Kryptonier schon lange über die Zerstörung ihres Heimatplaneten wussten und Vorbereitungen trafen, indem sie im Verlauf mehrerer Hundert Jahre eine Höhle auf dem damaligen Indianergebiet mit Informations- und Transporttechnologie ausstatteten, die durch einen "Schlüssel" aktiviert werden. Kara und Lara El besuchen sogar die Erde in Person und schauen sich im Haus der Kents um, hinterlassen sogar ein verstecktes Polaroid. Dramaturgisch geht der "Schlüssel" in Form eines Metallplättchens durch mehrere Hände, u.a. beide Luthors, und auch Jonathan Kent verschweigt Clark zunächst, dass dieser Schlüssel existiert. Im Verlauf scheint es so zu sein, dass mehrere dieser Schlüssel existieren, mit denen Aufzeichnungen, Hologramme etc. aktiviert werden können. Später entsteht aus diesem Schlüssel die "Festung der Einsamkeit" (fortress of solitude) in der Arktis mit vielen Informationskristallen, aus denen Clark gemäß Jor-Els Absichten über Krypton lernen soll. Mit einem bestimmten dieser Kristalle konnte Jor-El (oder eine KI mit seinem Wissen) sogar einmalig die Zeit um 24 Stunden zurückdrehen, um den Tod von Lana Lang ungeschehen zu machen - was allerdings zum Herztod von Jonathan Kent führt.
Viele Episoden handeln davon, dass sich Menschen durch den Meteoritenschauer und die Einwirkung oder sogar bewusste Einnahme oder Anwendung von Kryptonit verändert haben und selbst Fähigkeiten wie Telekinese, Teleportation, Hypnose, Liebeszauber usw. entwickeln. Lionel Luthor engagiert in einer Folge einen Mörder, der dem T-1000 aus "Terminator 2" nachempfunden ist und seinen Körper aus metamorphem Metall zu einer Waffe machen kann. Viele dieser Veränderungen führen dazu, dass diese "Metas" (um einen Begriff aus dem "Arrowverse" zu verwenden) ihre Fähigkeiten für Verbrechen oder zum Eigennutz einsetzen. Vermutlich aus dramaturgischen Gründen teilen die Hauptpersonen der Handlung ihr jeweiliges Wissen nicht mit den anderen Beteiligten, so dass kritische Situationen oft sehr künstlich wirken und zu offensichtlich hätten vermieden werden können.
Was mich immer wieder unglaublich stört und auch schon im Artikel über das Arrowverse kritisiert habe, ist das dramaturgisch meistens gar nicht notwendige endlose Erklären von Situationen - der Bösewicht verschwendet Zeit zum Erklären oder der/die "Gute" verschwendet Zeit zum Zuhören und Diskutieren, statt einen Überraschungsangriff zu starten. In den allermeisten Fällen könnte Clark aus der Entfernung mit Hitzeblick oder Supergeschwindigkeit seinen Gegner außer Gefecht setzen oder dessen Waffe zerstören. Stattdessen wird wertvolle Zeit verschenkt, in der der Gegner den Angriff vorbereitet.
Die "Todesquote" in Smallville ist für eine Teenage-Drama-Serie ganz schön hoch. Viele der Charaktere, die auf die eine oder andere Weise etwas über Clarks geheime Superkräfte erfahren, sterben oder fallen ins Koma. Besonders bitter ist der Tod der Teleporterin Alicia Baker, einer "love interest", die von einem wahnhaften Fanatiker als "Freak" "bestraft" und hinterrücks ermordet wird, kurz nachdem sie in Las Vegas eine (ungültige) Trauung vollzogen haben (Clark ist zu der Zeit noch minderjährig und hatte keine Vollmacht seiner Eltern für eine Hochzeit). Aber auch B-Helden sterben - Hawkman sieht seinem Tod nach einem verlorenen Kampf gelassen entgegen, weil er der Wiedergeburt und -vereinigung mit seiner Frau entgegen sieht.
Auf der positiven Seite ist anzumerken, dass hier nach und nach über die zehn Staffeln ein Großteil des DC-Spektrums an Charakteren eingeführt wird, und nicht nur aus den Superman-Comics, sondern auch aus der gesamten Justice League of America, von der Suicide Squad unter Amanda Waller, und sogar aus der "Justice Society of America" aus den goldenen 40ern: Lana Lang, Lois Lane, Lex Luthor, Supergirl, Black Canary, Pete Ross, Victor Stone (Cyborg), Darkseid, Doomsday, Brainiac als Mitglied der "Legion" aus der Zukunft, Green Arrow, Aquaman und Mera, der Marsianer John Jones ("Martian Manhunter"), Bart Allen (in "Smallville" allerdings zunächst nicht als "Impulse", Sohn von Barry Allen, sondern ein Dieb ohne Hintergrundgeschichte - bis auf die Erwähnung des Blitzeinschlags), Dr. Fate, Hawkman, Starman (der von Icicles Sohn ermordet wird), Stargirl, der Hybrid Conner Kent (mit DNA von Lex und Clark) und diverse B-Charaktere wie Tess Mercer oder Desaad. Dabei ist die Bezeichnung "B-Charakter" für Tess Mercer tiefgestapelt: sie entpuppt sich in der finalen Staffel als Lex' Halbschwester Lutessa Lena Luthor, der von Granny Goodness auf Anordnung von Lionel Luthor als junges Mädchen das Gedächtnis genommen wurde. Auf ihrer echten Geburtsurkunde lautet der Name der Mutter "Pamela Jenkins", dem früheren Kindermädchen von Lex. Weitere Anspielungen sind der Flügelhelm des originalen Flash sowie die Laterne und der Ring eines Green Lantern, der Zeit nach zu urteilen der erste, Alan Scott.
Beim ersten Auftreten von Aquaman erwähnt dieser einen menschlichen Vater und eine Mutter, die schon lang verstorben ist. Erst durch die Begegnung mit Green Arrow ändert Bart sein Verhalten und nennt sich "Impulse". Hawkgirl ist schon vor längerer Zeit verstorben und Lois Lane erfährt in einem Gespräch mit Carter Hall von einem Tausend Jahre alten Fluch, der die beiden Liebenden immer wieder zusammen finden lässt, um sie dann sterben zu lassen. Allerdings gibt es hier keinen bösen Magier Vandal Savage wie im Arrowverse, der beider Tod benötigt, um Lebenskraft für sich selbst zu sammeln.
Spannend ist, dass der Green Arrow in dieser Serie ebenfalls beide Elternteile verloren hat, sich nach diversen Highschool- und Uni-Eskapaden "gebessert" hat und nun wie ein moderner Robin Hood von den Reichen stiehlt und den Armen spendet. Er versammelt Impulse, Cyborg und Aquaman in der zukünftigen "Justice League of America" und nimmt Clark das Versprechen ab, dort ebenfalls mitzuwirken, nachdem Clark sein Problem mit Lex und dessen Versuch gelöst hat, "Meteoriten-Freaks" als Waffe umzufunktionieren.
Spät in der Serie stellt sich heraus, dass Lionel Luthor mit den Queens, Swanns und Teagues eine Geheimgesellschaft "Veritas" gegründet hat, die Einzelteile einer Maschine besitzen, um "den Reisenden" zu kontrollieren - allerdings wissen sie nicht, wer der Reisende ist: Clark. Lionel will diese Maschine allein besitzen und lässt alle anderen Mitglieder der Gesellschaft ermorden, eben auch die Eltern von Oliver Queen. Im Showdown der siebten Staffel erfährt Lex, wer Clark ist. Durch die Zerstörung der Festung der Einsamkeit wird er schwer verletzt und taucht in der nächsten Staffel nur für einige kurze Gastauftritte als Charakter auf, aber nicht mehr gespielt von Michael Rosenbaum.
Es gab damals keine Lizenzrechte an Batman, den sich DC für die große Kinoleinwand aufheben wollte, nur gelegentlich eine Erwähnung von Gotham. Überraschend war es dann im "Arrowverse" möglich, einen gealterten Batman (ohne Kostüm) auf einer Parallelerde auftreten zu lassen, der zunächst Supergirl gegenüber sehr feindlich eingestellt war und sie sogar mit Kryptonit angriff. Gespielt wurde dieser Bruce Wayne vom Synchronsprecher Batmans in diversen Animationsserien, Kevin Conroy. In der "Batwoman"-Serie ebenso wie in "Arrow" wird erwähnt, dass Batman vor einigen Jahren spurlos verschwand. Hier wäre beide Male Potential für eine Fortführung gewesen, zumindest einige Episoden lang für die Suche nach ihm. Genau wie die Erwähnung von Harley Quinn in der 2. Staffel von Arrow wurde hier eine Andeutung gemacht, daraus eine eigene Serie zu etablieren oder wenigstens als Handlungsstrang innerhalb einer der Serien auf den Bildschirm zu bringen. Es gibt also recht wenig aus dem DC-Universum, was nicht in "Smallville" zu finden ist: neben dem prominenten Batman auch Wonder Woman Diana Prince, und die "Green Lantern" gibt es hier auch nur als Reminiszenz im Museum der JSA. Immerhin erwähnt Lois' Cousine Chloe, dass sie auf ihren Unternehmungen und Reisen einen Milliardär mit vielen "tech gadgets" und eine "wondrous woman" kennengelernt habe.
Diverse Logik- und Continuity-Fehler stören immer mal wieder das durchwachsene Bild dieser Serie. Supergirl nimmt eine Auszeit von etwas mehr als einer Staffel, um "Kandor" zu suchen. Gemäß Superman-Kanon ist dies eine miniaturisierte Stadt in einer Flasche, in der Kryptonier keine Superkräfte haben. In "Smallville" ist Kandor eine Stadt auf Krypton, die in einem Krieg 20 Jahre vor Kryptons Explosion zerstört wurde. Bei ihrer Rückkehr berichtet Kara aber, dass sie lange nach ihrer Mutter (nicht nach Kandor!) gesucht, sie aber nicht gefunden habe. Bei einer Unterhaltung mit Clark sieht man deutlich, dass sie gepiercte Ohrringe trägt. Bei der Zerstörung der Festung in der Arktis verliert Clark seine Kräfte, aber man erfährt nicht konkret, wie das geschah und warum er dann in einem russischen Arbeitslager auftaucht, wo ihn Green Arrow freikauft. Warum Zod eine Maschine bauen will, die aus der gelben Sonne eine rote machen soll, ist vollkommen unklar - die Kryptonier würden ihre Kräfte verlieren. Fans spekulieren, dass die Klone eine rote Sonne brauchen, keine gelbe. Clark bekommt seine Kräfte zurück, indem der Martian Manhunter ihn näher zur gelben Sonne bringt, was seinerseits ihn seine Kräfte kostet (die er später auf "magische" Weise ebenfalls wieder zurück erhält).
Insgesamt bleibt als Fazit: es gibt an vielen Stellen ein "deus ex machina", also ein Gerät, das spontan auftaucht und genau dieses eine Problem löst, an dem die Helden gerade knabbern, oder ein vorhandenes Gadget entwickelt plötzlich eine zum Problem passende neue Fähigkeit.
Ich bin nebenbei ein großer Freund von Gastauftritten von Schauspielern, die man aus anderen Serien kennt. Das i-Tüpfelchen ist natürlich, wenn es "verwandte" Serien von Marvel oder DC sind.
Hier findet sich ganz prominent Christopher Reeve, der erste Superman-Darsteller, in zwei Episoden als Wissenschaftler Virgil Swann im Rollstuhl ein und bekommt sogar einen eigenen Abspann "in loving memory" nach seinem Tod 2004. Ein paar Folgen später stirbt auch der Charakter in der Serie und bekommt eine Nachrichtenmeldung im TV als Milliardär und großer Wohltäter der Menschheit. Seine Filmtochter Patricia Swann spielt in zwei Episoden mit und wird überraschend von ihrem Chauffeur verraten und umgebracht, um ein wichtiges Artefakt zu stehlen, das den "Reisenden" kontrollieren kann.
Annette O'Toole war die Darstellerin von Lana Lang neben Christopher Reeve in Teil III und spielt hier die Mutter Martha Kent. Nach dem Tod des Adoptivvaters Jonathan übernimmt sie seine politische Karriere, verschwindet bis auf kurze Gastauftritte, z.B. als "Red Queen", nach Washington aus der Serie und bandelt mit Perry White an, der hier noch nicht für den "Daily Planet" arbeitet.
Auch der Darsteller von Zod aus den ersten beiden Kinofilmen, Terence Stamp, ist Teil der Smallville-Serie: zunächst nur als Stimme, später auch in Person von Jor-El, Clarks Vater. Der Charakter Zod aus Staffel 9 ist zunächst Major und befördert sich auf der Erde selbst zum General. Das Original kommt auf Krypton in einem Krieg um; durch eine von Jor-El entwickelte Maschine entstehen auf der Erde Klone seiner Kampftruppe, die zunächst trotz gelber Sonne keine Superkräfte haben. Erst durch Spuren von Clarks bzw. danach Zods Blut entwickeln sie Kräfte. Clark versucht, sie ohne Kräfte in die Welt der Menschen zu integrieren, aber Zod will mit Superkräften über die Erde herrschen. Dabei will er durch eine Maschine aus der gelben Sonne eine rote machen - was unlogisch ist, weil Kryptonier unter einer roten Sonne keine Superkräfte besitzen und sie Kräfte durch Kontakt mit kryptonischem Blut erhalten können.
In Staffel 4 tritt "Dean Winchester"-Darsteller Jensen Ackles als Football-Coach und heimtückischer Freund (mit Hintergedanken) von Lana Lang auf, bevor er seine Rolle in "Supernatural" bekam. Er versucht, Lana um magische Artefakte zu betrügen und kommt in der finalen Episode der 4. Staffel ums Leben; sein Tod wird aber nicht explizit gezeigt, um eine eventuelle Rückkehr offen zu lassen.
Cobie Smulders ("Avengers") und Diego Klattenhoff ("Blacklist") sind weitere bekannte Namen mit kurzen Gastauftritten - hier spielen sie die böse Rolle der Woche, bevor sie verhaftet werden.
Laura Vandervoort ("Bitten") spielt die "Supergirl"-Cousine Kara Zor-El.
Amy Adams (Lois Lane in "Justice League") spielt eine Meta mit viel Hunger.
Teri Hatcher hat als an Krebs verstorbene Mutter Ella Lane eine Videobotschaft für Lois.
Helen Slater (Supergirl 1984) spielt Lara-El, Frau von Jor-El.
Carrie Fisher (Star Wars, When Harry met Sally) hat in einer Episode einen Gastauftritt als eklige, strenge Chefredakteurin des "Daily Planet". Der Chefredakteur Perry White aus den Comics tritt zwar als unsympathischer Charakter schon früh auf, ist aber noch nicht in dieser Rolle angekommen. In derselben Folge wie Prinzessin Leia treffen wir zum ersten Mal auf "Brainiac", gespielt von James Marsters (Buffy, Angel, Torchwood). In späteren Staffeln spielt er dann einen geläuterten und umprogrammierten Brainiac 5 von der Legion aus dem 31. Jahrhundert.
Jane Seymour (Bondgirl mit Tarotkarten) spielt die böse Geneviève Teague (Mutter von Jason Teague, Jensen Ackles), die in der finalen Folge der 4. Staffel in Notwehr von Lana getötet wird.
Um beim Thema "Gastauftritte" abzuschweifen: in der "Supergirl"-Serie des "Arrowverse" finden sich sowohl Helen Slater (Supergirl 1984), Dean Cain (Superman 1993) als auch Teri Hatcher (Lois Lane 1993) als Elternteile der Hauptcharaktere Kara bzw. Mon-El wieder.